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try Penelope.
Nach dem Englischen.
Die Berehelichrrngsfreiheit vor der bayerischen Kammer.*)
44= München, 12. April.
Unter obiger Ueberschrift enthält die ,Rhein.-Hess. Korresp.' in Nr. 9 (vgl. Nr. 56 der ,Fuld. Ztg.') einen Artikel, welcher die bayrische Kammermehrheit wegen der Annahme der Keßler'schen Anträge auf Abänderung des Gesetzes über Heimath, Aufenthalt und Verehelichung auf das Härteste verurtheilt. Diese abfälligen Urtheile tauchen seit der Fassung des bezeichneten Beschlusses bald in diesen,, bald in jenem außerbayerischen katholischen Blatte auf, und es scheint systematisch darauf angelegt zu sein, daß man die bayerische Kammermajorität außerhalb der blau-weißen Grenzpfähle in Mißkredit bringen wolle. Ob es klug und gut gethan ist, wenn der bayerischen Kammermajorität, die ja ohnedies mit ganz außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und bei allem guten Willen greifbare positive Erfolge nicht zu erringen vermag, auch noch von jener katholischen Presie selbst, mit der sie ftch in prinzipieller Ucbereinstimmung befindet, wertere Prügel unter die Füße geworfen werden, wollen wir heute nicht untersuchen, und uns im Gegentheile darauf beschränken, den Beweis dafür zu führen, daß die bayerische Kammermehrhert korrekt gehandelt habe, und daß ein gegründeter Vorwurf sie nicht treffen könne.
Der gegen die bayerische Kammermehrhert erhobene Vorwurf wird zunächst damit begründet, daß lhr Beschluß der kirchlichen Auffassung der Ehe widerspreche. Dieser Satz wurde schon von dem Abgeordneten vr. R i t t l e r in der öffentlichen Sitzung vom 14. Februar l. Js. aufgestellt, und es ist somit die Rücksicht auf den sakramentalen Charakter der Ehe und darauf, daß die katholische Kirche die Freiheit derselben festhalt, keineswegs außer Augen gelaffen worden. Die Abg. Walter und Haus treten der Anschauung ihres Kollegen Dr. Rittler entgegen, und ihre
*) Der vorstehende Artikel wurde uns von einem hervorragenden bayerischen Landtagsabgeordneten zur Verfügung gestellt.
Penelope wußte, daß alles Plaidiren ihr nichts mehr helfen würde, sie sah, daß Douglas unmer Herr sein würde trotz all' feiner Siebe für sie. Sie hatte recht, wenn sie seinen Charakter hoch- sckätzte. Hatte er einmal etwas ausgesprochen, so nahm er es nicht mehr zurück. In Bezug auf Alay hatte er längst feinen Entschluß gefaßt und selbst Penelope'S Thräncn konnten ihn nicht man- kend machen. So gab sie denn nach, und er liebte sie nur um so mehr für ihre Fügsamkeit.
Suche Algy zu beeinfluffen, sagte er lächelnd, und Du brauchst mich dann nicht wieder wegen dieser Sache zu fragen. Es ist sehr hart „tmn"
MM» an dem blauen Himmel war nicht das kleinste Wölkchen zu sehen. Penelope hatte einen Strauß Veilchen in ihrer Hand. Douglas nahm sie von ihr und hielt ihre Hand in der seinen.
„Blau wie die Treue", sagte er Hand und Blumen zu seinen Lippen erhebend. „O Penelope — meine geliebte Penelope." „
Und glücklich in ihrer Liebe, wander en sie Seite an Seite durch die Gärten und kehrten erst zurück, als die Sonne hinter den Bäumen ver-
Me kannst Du in dem Nebel draußen blei-
Ausführungen hatten zur Folge, daß die ganze Fraktion der Rechten, unter welcher sich auch Professor Dr. Datier und eine ganz stattliche Reche von katholischen Pfarrern befanden, fast einstimmig den Ausschußanträgen zustimmte. Der Abg. Walter hat dem Abg. Dr. Rittler gegenüber Folgendes geltend gemacht: „Es ist wahr, die Kirche erkennt die Freiheit der Verehelichung an. Daß ste aber nicht eine schrankenlose Freiheit anerkennt, das wird doch auch aus der großen Reihe von trennenden und hindernden Ehehindernissen hervor- gehen, welche die Kirche seit ihrem Bestehen aufgestellt und jederzeit festgehalten hat. Die Kirche sieht bei Aufstellung dieser Ehehinderniffe auf ge- wiffe Zwecke der Ehe, und wenn diese nicht erfüllt werden können, dann tritt die Kirche hindernd ein und erlaubt die Ehe nicht. Die gleiche Voraussetzung trifft auch hier zu. Ich habe nun aber noch nie gehört oder gelesen, daß die Kirche es jemals in Bezug auf die Ehe einem Staate verboten hat, sich in seinem eigenen Hause innerhalb seiner Zuständigkeit einzurichten, wie er es für nothwendig hält, oder daß die Kirche das absolute Veto, welches die bayerische Gesetzgebung früher aufgestellt hatte, als etwas Unkirchliches verpönt hat. Die Kirche hat jederzeit solche Bestimmungen ertragen, wenn dieselben nicht in ihre eigene Sphäre eingriffen. Die Ehe ist nicht bloß ein sittliches und religiöses Institut, sie ist auch ein staatliches, und deshalb hat der Staat so gut wie die Kirche das Recht für sich in Anspruch genommen und, von der Kirche unbestritten, auch ausgeübt, auch seinerseits Ehehinderniffe aufzustellen und hindernd einzugreifen, wenn von vorne herein feftstand, daß der Zweck der Ehe nicht erfüllt werden kann. Zu den Zwecken der Ehe gehört aber auch die Ernährung der Familie, zu den Zwecken der Ehe gehört die Erziehung der Kinder. Glaubt wohl der Herr Abg. Dr. Rittler diese Zwecke zu fördern, wenn er an seinen Grundsätzen festhält, die er heute über die angeblich von der Kirche über die Freiheit der Verehelichung gestellten Forderungen aufgestellt hat? Der Herr Abg. Dr. Rittler hat ausgesagt, Jeder, dem in Bayern die Ehe auf Grund der ben?" rief Tante Chartres mürrisch, als Penelope mit rosigen Wangen und glänzenden Augen in's Zimmer trat. „Du hättest doch ein bischen Rücksicht nehmen können, Penelope — ich bin den ganzen Nachmittag allein gewesen."
„Es war meine Schuld, Miß Chartres — ich hielt sie draußen," sagte Douglas.
Wie gerne sie sich draußen hatte halten laffen, wußte nur Penelope allein, als sie jetzt die Treppe hinauslief, um sich anzukleiden, und über ihren angenehmen Spaziergang nachzudenken.
Algy begegnete ihr, als sie zum Diner ange- kleidet, wieder herab kam. Sie trug das Kleid, das sie am ersten Abend von Douglas Ankunft getragen — hellblauen Cachemire mit Schwanenpelz besetzt — und das Kleid und die Farbe standen ihr gut. Algy war noch im Jagdanzug und im Begriff, sich nach seinem Zimmer zu be- geben. Er hielt Penelope an.
„Nun; Pen, dachtest du an das, was ich Dir gestern Abend gesagt?"
Penelope blickte ihn an.
„Ja, ich vergaß es nicht — wir hatten diesen Nachmittag ein langes Gespräch darüber."
„Nun?" fragte er ungeduldig, und suchte mit Gewalt seine Aufregung zu verbergen. „Halte mich nicht lange hin, Penelope."
Ihre Augen fenkten sich unter seinem eifrigen, ängstlichen Blick. Sie konnte ihm nicht sagen, daß sie Nichts erreicht hatte.
Ziffern 8 und 9 der Anträge versagt wird, kann sich an das Oberhaupt der Kirche wenden, und das Oberhaupt der Kirche muß ihm vom kirchlichen Standpunkte aus auch die Ehe bewilligen. Der Herr Abgeordnete Dr. Rittler hat sich in seinem Feuereifer, den Anträgen des Ausschusses ein Bein zu stellen, doch etwas zu weit fortreißen lassen und hat seinen eigenen Anschauungen das größte Bein gestellt. Man muß die Ehe als das betrachten, was sie ist, und muß den Zweck der Ehe in's Auge faffen und daran fefthalten, daß es sich nicht allein um das Recht der Selbsterhaltung und Fortpflan- zung des einzelnen Individuums handelt, sondern daß auch die Pflichten der Ehe, die Bedürfniffe der Familie, die Mittel ihrer Befriedigung und die dem Einzelnen obliegende Pflicht der Selbstbeherrschung sittliche Motoren sind und daß diese Mo- toren nicht vollständig außer Auge gelaffen werden dürfen." .
Roch tiefer ging der Abg. Haus auf du kanonische Seite der Frage ein, indem er sich au! Kirchenrechtslehrer, wie Walter und Kutschkei berief, von denen namentlich der letztere in seinem Eherechte wörtlich folgenden Satz aufstellt: „Mar hat gegen diese Berechtigung der Staatsgewal (ihrerseits Ehehinderniffe aufzustellen) geltend ge macht, daß dadurch die von dem Kirchengesetze sc sehr in Schutz genommene libertas matrimonu Freiheit der Eheschließung, beeinträchtigt werde Allein es besteht kein kanonisches Gesetz, zufolg deffen es den gesetzlich Berechtigten untersagt wäre der Willkür der Einzelnen, die sich verehelichei wollen, und deren Ansinnen weder ein göttliches noch ein positiv kirchliches Gebot im Wege steht aus begründeten Rücksichten in den Weg zu treten.' — Der Abg. Haus berief sich wieder darauf, das das Concilium Tridentinum sess. 24 unter de libertas matrimonii nicht verstehe, daß man Jeder mann frei heirathen laffen folle, sondern nur, das Niemand zu einer bestimmten Heirath gezwungei werden könne. Sodann führte er in's Feld, da! 'ein Ritterorden auf der Versammlung zu Macerat« seinen Angehörigen nur das Eingehen einer standes mäßigen Ehe erlaubte, und daß die congregati.
Er trat zurück, um sie vorbei zu lassen, un1 sagte traurig:
„Ich sehe, wie es ist - Douglas will Nell nicht opfern, selbst wenn Du ihn darum bittest Er hat recht — ich bin ein Narr'."
Und, ohne ihre Antwort abzuwarten, ging e rasch an ihr vorbei die Treppe hinauf, und ft hörte ihn heftig seine Thür zuschlagen.
Penelope blieb noch ein paar Minuten traun und gedankenvoll stehen, während unbemerkt vo ihr, Douglas sie von der Halle aus beobachtet« Dann kam sie langsam herab, Schritt um Schritt wie ein schönes Gemälde anzuschauen, von bei goldenen Haar bis zu den kleinen Bronze-Schuhe mit ihren blauen Rosetten.
„Ei, ei, wie nachdenkend, Penelope! .
Penelope fuhr auf und erröthele heftig beir Klang seiner Stimme.
„Du standest eine ganze Minute in Gedanke verloren," sagte er lächelnd. „Ich beobachtete Dick An was dachtest Du, Peuekope? Sage es mir.
„Algy begegnete mir auf der Treppe und u erzählte ihm, was Du gefügt," erwiederte sie einfad
„Armer Junge! Aber, Penelope, ich denke, D gibst mir recht; nicht wahr, Liebe?"
„Ja - aber Douglas, Algy ist mein Bruder.
„Und, gebe der Himmel, daß er eines Tag« auch der meinige ist, uüd zwar durch ein doppe tes Band," sagte er, sich herniederbeugend, um i ihr Gesicht sehen zu können. „Aber er muß ei