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Montag, den 7. April

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iru Penelope.

Nach dem Englischen.

O Mißglückt.

Die ,Nordd. Allg. Ztg.' hat sich wieder ein­mal selbst einen „Hereinfall" bereitet. In ihrer großen Verlegenheit, rote sie den nicht nur von der katholischen, sondern auch von einem Thetle der konservativen und liberalen Presse dem Fluche der Lächerlichkeit preisgegebenen jüngsten Polen-Ar­tikel doch noch rechtfertigen könnte, ist sie aus den verzweifelten Gedanken gefallen, mitten im ka­tholischen Lager sich einen Eid es Helf er zu suchen, und zwar keinen geringeren, als den vatikanischen Kreisen nahestehenden ,9)toni teur de 91 ome. Die .Nvrdd.' will nämlich beweisen, daß für das stramme Vorgehen des Centrums die kirchlichen Interessen nicht allein bestimmend gewesen wären, und citirt zu dem Zwecke einen ganz aus dem Zu­sammenhang geriffelten und entstellten Satz des Moniteur', worin derselbe seiner Genugthuung und dem Gefühle der Dankbarkeit über die Aufhebung der Sperre int Erzbisthum Köln Ausdruck gibt, nachdem er vorher, -- was die ,Nordd.' aus begreiflichen Gründen unerwähnt läßt—abermals die Nothroendiqkeit einer endlichen organischen Re­vision der Maigesetze betont hatte. Abgesehen davon, daß die dem ofsiziösen Artikelschreiber so angenehm in die Ohren klingenden Dankesworte geschrieben worden sind, bevor die Regierung bei der Interpellation Jazdzeroski die bekannte schroff-kalte, ablehnende Antwort ertheilte, und be­vor die Auskunft über die Handhabung des Dis­pensablehnungsrechtes des Kultusministers vorlag, hat der .Moniteur' mittlerweile so unzweideutig seine bedingungslose Zustimmung zu dem Ver­halten der „Centrumsführer" und der Centrums­presse erklärt, daß die .Norddeutsche' auch den jetzigen Artikel wieder mit einem schwarzen Kreuz in das ellenlange Verzeichniß ihrer mißglückten Versuche eintragen kann. Lassen wir den.Moni­teur' selbst reden. Schon bei der ersten Nach­richt über die Nichtaufhebung der Sperre in Gnesen- Posen heißt e»: „Diese ungerechte Ausnahme ist derartig, daß sie die Katholiken dieser Diözese m ihren innersten Gefühlen verletzen muß .

Noch deutlicher ist die Sprache eines der Inter­pellation Jazdzeroski gewidmeten Entresilets m der gestern eingegangenen Freitags-Nummer. Dort heißt es: „Niemals hat man seit fünf Jahren einen so leidenschaftlichen Ausdruck und eine so energische Sprache gehört. Die Reden von Schorlemer und Windthorst sind ein Akt des Muthes, ein Aufschrei der Entrüstung. Wir brauchen die Antwort des Herrn von Goßler nicht zu kritisiren. sie bedarf keines Kommentars'" In einem Berliner Tele­gramm meldet der .Moniteur': „Die so wenig korrekte Antwort des Herrn von Goßler hat ine Katholiken erbittert. Die Blätter der Provinz kon- statiren eine steigende Erregung.... Die Reden der Herren Schorlemer und Windthorst sind von der Bevölkerung mit Enthusiasmus ausgenommen worden. Selbst die liberalen Zeitungen meinen, „daß die Katholiken Recht haben, wenn sie sich beklagen." In der heute eingetroffenen Sonnabend- Nummer weist der Moniteur' auf eine Reihe von Preßstimmen hin und sagt: „Man wird sehen, mit welcher Energie die Organe der verschiedenen Par­teien die Haltung des Herrn v. Goßler verur- theilen." Diese Beweise werden selbst für die Nordd. Allg. Ztg.' ausreichen und ihr zeigen, wie — unklug ihre vorzeitige Berufung auf den Mo- niteur de Rome' gewesen ist. Es ist allerdings auch möglich, daß das osftziöse Orakel diesen Gang der Dinge selbst vorausgesehen hat, daß also der Artikel nur geschrieben ist, um geroiffen hohen Personen , denen die .Norddeutsche' vorgelesen zu werden pflegt, Sand in die Augen zu streuen. Zum Schluffe wollen wir die nachstehende Aus­lassung des .Moniteur de Rome' zur gegenwar- tigen Lage nicht unerwähnt lassen. Das Blatt schreibt nämlich: „Angesichts der Erneuerung der Feindseligkeiten rufen wir uns unwillkürlich die | Worte eines geistreichen Liberalen ins Gedächtmß । zurück: „Jedesmal, wenn die Regierung eine un­gewöhnliche Schroffheit gegenüber den Katholiken zur Schau trägt, kann man sicher sein, daß ste binnen Kurzem dem Landtage ein neues kirchen­politisches Gesetz unterbreiten wird. Das ist eine psychologische Regel." - Abwarten!

gen Doktor von dem Platze, den er so lange darin eingenommen, vertrieben hatte.

Aber Algy Chartres war gegangen und Doktor Ferguson nahm wieder seinen alten Platz ein. Nur in einem Herzen thronte ein schönes Gesicht mit lockigem goldenem Haar und braunen Augen, kein anderer Mann konnte sich damit messen. Nelly träumte beständig von der Vergangenheit. Und Doktor Ferguson malte sich in glücklicher Unwissen­heit seine Zukunft aus, in der Nelly's Bild immer im Vordergrund war. Seitdem er ste vor zwei Jahren zum ersten Male gesehen hatte, roie sie dem Sonnenuntergang zusah, der ihre blauen Augen blendete und einen Glorienschein um ihr Geficht wob, hatte Ferguson ste nicht mehr vergessen kön- nen. Und dann hatte er sie wieder gesehen am Abend von Kenneth'S Unfall, wo sie erschreckt und bekümmert zu ihm aufblickte, umKenneth s Urtheil von. seinen Lippen zu hören, wo sie seine Hand in die ihre nahm und ihn verzweifelt anflehte, ihren Bruder zu retten. Und aus der Tiefe seines Her­zens hatte er geantwortet — „Mit Gottes Hülfe wird es mir gelingen."

Von diesem Tage an drehten 'ich des Doktors Zukunstspläne alle um Nelly. Die Hoffnung, sie eines TageS sein Weib nennen zu dürfen, fpornte ihn an. Für Nelly arbeitete und sorgte er uner­müdet Tag und Nacht und jedes Pfund, das er bei Seite legen konnte, schien ihm Joie ersehnte Zeit uäher zu bringen, wo Nelly's Gesicht und Nelly's

Doktor Ferguson war ein junger Mann von un­gefähr 25 Jahren, etwas unter Mittelgröße, aber breitschultrig und wohlgebaut. Sein sonnverbrann­tes Gesicht hatte einen offenen, angenehmen Aus­druck der lebhafter wurde, als er jetzt mit Nelly und den Knaben plauderte; wenn er lachte wur- den zwei Reihen blendend weißer Zahne sichtbar und seine freundlichen grauen Augen erhielten einen erhöhten Glanz. .

Er war eine angenehme sympathische Erscheinung und der Liebling Aller in Craiyfell. Er hatte Ken­neth während seiner langen, schweren Krankheit, die beinahe einen so schlimmen Verlauf genommen, behandelt und, wie die Mutter behauptete, war es nur seiner Geschicklichkeit und Sorgfalt zu verdan­ken daß ihr armer Knabe im Stande war, sich wenigstens aut Krücken fortzubewegen Kenneth ver- qötterte ihn und freute sich unbeschreiblich auf feine Besuche; viele seiner freien Stunden brachte der junge Doktor bei dem armen Kranken zu, er plau­derte mit ihm, erzählte ihm Anekdoten, las ihm vor und bemühte sich in seiner liebenswürdigen Weise ihm fein hartes Loos erträglicher zu machen. Im vergangenen Herbst hatten alle Knaben, Ken­neth ausgenommen, ihre Huldigungen auf den schönen, einnehmenden Algy Chartres übertragen, der mit feinen liebenswürdigen, gewinnenden Ma­nieren so ihre Herzen gewonnen, daß er den jun»

Deutsches Reich.

Fulda, Montag, 7. April.

* Zu dem Verhalten des preußischen Staats­ministeriums in derDispensfrage bemerkt der ,Monit. de Rome', nachdem er die Ziffern der .Nordd. Allgem. Ztg.' regiftrirt:

Das beweist, bis zu welchem Grade die Kirche m Preu­ßen noch dem Regiment der diskretionären Gewalt unterworfen ist. Der Wille der Regierung bleibt das oberste Gesetz. Inzwischen leidet die Seelsorge darunter und dem Minister allein fällt die Verantwortlichkeit dafür zu. Der Vatikan hat sich in dieser delikaten tfrage nachgiebig gezeigt, die Regierung aber hat durch ihre ver­alteten Vorurtheile und einen ungerechten Exklusivismus das Werk der Wiederherstellung verhindert.

* (gegenüber einer römischen Korrespondenz der .Germania', welche berichtete, der italienische Mi­nister Depretis habe vor Herrn v. Kendell über ein strenges Verfahren Oesterreichs in Triest ge­klagt , die Wiener Nuntiatur der Ilgitation gegen Italien beschuldigt und daran die Bitte gefügt, den Fürsten Bismarck vertraulich davon in Kennt- niß zu setzen, — bemerkt die ,Nordd. Allg. Ztg. an der ganzen Nachricht sei nicht ein wahres Wort, von Kendell habe Depretis seit Februar nicht gesehen.

* Im Gegensatz zu einem Artikel der Münche­ner Illg. Ztg.' über die Krisis im preußi­schen Ministerium versichert die ,Kreuzztg.', daß die Darstellung einer tiefgehenden Meinungs- Verschiedenheit zwischen Herrn v. Puttk amer und Herrn v. Goßler, völlig verfehlt sei. Richtig sei nur, daß Fürst Bismarck tbatsächlich den dringen­den Wunsch hatte, aus dem preußischen Staats­ministerium auszuscheiden, und daß er diesem Wunsche auch im Staatsministerium einen offiziel­len Ausdruck gegeben habe, wahrscheinlich sei ferner, daß der Staatsrath demnächst wieder aktiv werden dürfte. Alles andere fei lediglich Kom­bination und eine definitive Entscheidung dürfte bis zur Stunde nach keiner Richtung getroffen ftm.

* Der .Neichsanzeiger' veröffentlicht eine Kund­gebung des Bundesrathes bezüglich der Frage der Errichtung eines verantivvrtlichen Reichsministe- riums: In der unter dem Vorsitz des Staats- Stimme fein Haus erheitern und es erst zu einem wirklichen Heim machen würde.

An diese Zeit dachte Doktor Ferguson auch jetzt, als er beim Scheine des Feuers auf sie herab­blickte; und Nelly beugte sich herab und liebkoste den alten Hund, weil sie wußte, daß noch Thränen- fpuren auf ihren Wangen waren, aber ein paar Minuten später plauderte sie mit dem Doktor und stimmte in Allan's Lachen mit ein; mit klopfendem Herzen und wechfelnder Farbe lauschte Alick ihrer fröhlichen jungen Stimme. Für ihn gab es außer Nelly keine Frau auf Erden; wenn er sie verlor, verlor er Alles. Uni) Nelly hatte keine Ahnung von den Gedanken, die sein Herz erfüllten. Sie begegnete dem Blick seiner freundlichen grauen Augen mit ihrer kindlichen Zutraulichkeit; er war ihr Freund - nicht mehr, konnte ihn auch nte mehr werden. Armer Alick! Wie würde sein ehr­liches, liebevolles Herz gelitten haben, hätte er dies gewußt! Aber er wußte es nicht und hoffte vollkommen glücklich und zufrieden.

Kennet Graham hatte früh des Lebens große Lektion gelernt, die härteste von allen — Ergebung - den eigenen Willen, die eigenen Wünsche zu beugen. Aber für Alick war das Leben nur ein langer, heller Glückstraum. Er verlangte nichts Besseres, als zu arbeiten für die, die er liebte und ste schließlich zu gewinnen, und so war er glücklich an diesem Abend und in bester Laune.

Aber jetzt riefen häusliche Pflichten Nelly hm-

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