legenheit hiezu wird der Partei bald gegeben werden, wenn die Regierung es nicht vorzieht, durch neue durchgreifende Maßnahmen und Vorschläge auf kirchenpolitischem Gebiete das geschwundene Vertrauen wieder neu zu beleben.
Wir denken dabei keineswegs an eine absichtliche Opposition um jeden Preis, wie die Feinde des Centrums vielleicht glauben machen wollen. Die Fraktion wird nach wie vor, den Intentionen ihrer Wähler getreu, zu Allem Mitwirken, was das Wohl des Landes erheischt, und was für die gedeihliche Existenz des Staates erforderlich ist. Aber gerade in der jetzigen Zeit treten im Staate wie im Reiche Forderungen und Anträge an die Volksvertretung heran, deren Genehmigung ein festes Vertrauen auf den guten Willen und die Grundsätze dec Regierung und ihrer Organe zur Voraussetzung hat. Ein solches Gesetz ist, um von anderen abzusehen, vor allen das Sozialistengesetz, welches nicht nur ein Ausnahmegesetz ist, wie die Maigesetze, sondern auch gleich diesen der Regierung eine umfangreiche diskretionäre Gewalt verleiht. — Eine mißtrauischere Haltung der Centrumspartei wird für die Regierung in Preußen wie im Reiche sehr empfindliche Folgen haben, denn selbst eine event. Auflösung des Reichstages dürfte die ausschlaggebende Stellung des Centrums wenig alteriren.
So sind denn die Aussichten für eine baldige völlige Wiederherstellung des kirchlichen Friedens vor der Hand sehr herabgedrückt. Die Erfahrung treibt die Katholiken dazu, alle Nachrichten, welche auf eine gründliche Besserung der Lage hinzielen, mit dem äußersten Mißtrauen aufzunehmen. Die
,Germ.' charakterisirt die Lage richtig dahin, daß die Regierung mit Löffeln giebt, was sie mit Schüsseln genommen hat. In diesem Sinne ist auch die Rückberufung des Bischofs von Münster und die Aufhebung der Sperre für Köln aufzufassen. Emer gründlichen Regelung der wichtig- sten Lebensbedingungen der Kirche geht die Regierung noch immer geflissentlich aus dem Wege, obgleich sie weiß, daß im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit hierfür schon seit Langem zu haben ist. Es mag ja wahr sein, daß die Vorlage eines Gesetzes über die Vorbildung der Geistlichen be- absichtigt gewesen ist und vielleicht noch beabsichtigt wird, aber es ist auch ebenso wahr, daß die preußischen Vorschläge in dieser Frage Rom bisher nicht haben befriedigen können. Und wenn Preußen auf diesem hartnäckigen Standpunkte stehen bleibt, so ist ein Ende des Kulturkampfes noch gar nicht abzusehen. Immer- hin ist es aber besser, noch lan.e, lange Jahre um das gute Recht der Kirche zu kämpfen, als sich dem preußischen System der staatlichen Aufsicht über die Kirche und der „diskretionären" BJug- nisse unterzuoronen. Die Regierung ist jetzt am Ausspielen! Von ihrer Haltung wird die Haltung des Centrums und der Katholiken abhängig sein. Die von offiziöser Seite in den letzten Tagen wieder in die Oeffentlichkeit bugsirten mystischen Nachrichten von einer bedeutungsvollen Audienz eines hohen deutschen Unbekannten im Vatikan, von einer alsbald bevorstehenden großen kirchenpolitischen Aktion der Regierung, von der Unzu- friedenheit B'smarcks mit der Goßler'schen Kirchen
politik u. s. w. werden im katholischen Lager mit Gleichmuth ausgenommen. Der Worte sind ja genug gewechselt. Wir warten jetzt auf T h a t e n. In ihrem eigensten Interesse würde die Regierung gut daran thun, das Volk nicht gar zu lange auf diese Thaten warten zu lassen.
Literarisches.
Die katholische« Misß-llk». Jllustrikte Mo- natschrist. Jahrgang 1884. 12 Nummern, M. 4. — Freiburg (Baden). Herder'sche Verlagshandlung. Durch die Post und den Buchhandel.
Inhalt von Nr. 4: Die Beraubung der Propaganda. — Der Untergang der Huronen. (Fortsetzung.) — Die Gründung der Mission am Unter-Sambesi. — Der Apostel Neu - Granada's. (Fortsetzung). — Nachrichten aus den Missionen: China; Tongking; Sudan; Nordamerika; Ozeanien. — Miscellen. - Für Missionszwecke.
Illustrationen: Kardinal Simeoni, Präfekt der Propaganda. — Eine Dampfschiffstation am untern Magdalena. Die Nachfolger der alten spanischen Abenteurer in New Granada. — Hauptplatz und Kathedrale von Santa Fe de Bogota an einem Festtage. — Trappisten in ihrer Arbeitskleidung. — Kameeltreiber von Chartum. — Bucht von Kalakeakua, wo Kapitän Cook ermordet wurde. — Bergschlucht bei Honolulu.
Farbige seidene Surah, Satin iner- veilleux, Atlasse, Damaste, Seidenripse und Taffete Mk. 2. 20 Pfg. per Meter bis Mk. 12. 25 Pfg. versendet in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei in's Haus das Seiden-Fabrik- Depüt von G Henneberg (König!. Hoflieferant) in Zürich. Muster umgehend Briefe kosten 20 Pfg. Porto nach der Schweiz. [688 6
Adam Clauss
Kohlenlager 3W* am Bahnhof empfiehlt in besten Qualitäten:
Anthracit-Nustkohlen
für amerikanische Oefen.
Stückkohlen.
Gewaschene Nußkohlen. Förderkohlen.
Coke.
Duxer Salon - Braunkohlen.
Klein gebellt Holz zum Feueranmachen.
SKT Bestellungen nehmen wie I seither entgegen die Herren Herrn. | Höfling, Cigarrenhandlung, gegenüber dem Stern, Bugen Wolf, Friedrichsstraße, H. Andre, Kronhofstraße. [f. 78
(M 547).
Gemüse-, Feld-, Wald
xIaquets-, Kegen-, Promenade-x
Mänteln & Mantclets g
von den billigsten bis zu den hochfeinsten, sind soeben in größter X
Auswahl eingetroffen sowie das Neueste in X
Kleiderstoffen X
für W Frühjahr und Sommer zu billigsten Preisen. 8
Um geneigten Zuspruch bittet Q
L Löwenthal, Fulda, x
6511 Mittelftrahe 544, unweit der neuen Post. O
Gras-, Klee- u. Leinsamen
BerastBiDfussöodenLack mit und ohne Farbe, Copallacke hart und hauchfrei, 3KE* Nrlfarden
in jeder Nummer empfiehlt [618
Georg Mager, F»lv a, Gemüsemarkt.
Abort-Zcrschliilse, (patentirt) jeden Geruch und Zug sofort beseitigend, auf jedem Abort leicht anzubringen, empfiehlt [694 M. Kalb Sohn, Fulda.
s c «
£
e e «
x
S
Directe Post-Dampfschiffahrt Hamburg-Amerika Nach New-York jeden Mittwoch u. Sonntag mit Deutschen Dampfschiffen der HamW-Ameriianisclieii Packetfahrt-Actien-Gesellschafi August Bolten, Hamburg. uMunft u. UebersLhrtS-tttrlräge den
34]
Jean Dingler, Kassel,
Holländische Str. 2.
Restorixie
bezweckt, dem Viehfutter zugesetzt, vollständige Verdauung. Durch Krankheit, schlechte Verdauung oder Ueber- anstrengunq heruntergekommene Thiere erhalten in kurzer Zeit ihre Munterkeit, Wohlbeleibtheit und glänzende Haare wieder. Preis per Pfd. 1 M., per Kilo 1.75 M. Depot bei [f 121
Geoig Mager, Fulda
Gemüsemarkt.
~pianinos. Billig, baar oder kleine ■*- Raten. Hhürmlnnftr,gtrlhi NW.
[325]
empfiehlt in keimfähiger Waare billigst [492
__Gerhard Wiegand.
Adolf Grau
2E Friedrichsstraße 23. "ABC Modewaaren-, Damenconfection- und Weisswiiaren-Geschäft.
Größtes Lager in
fa** Kleiderstoffen **g
von den billigsten bis zu den feinsten.
Schwarze reinwollene Cachemire
zu Fabrikpreisen.
. Reiche Auswahl in
Regenmänteln, Paletots Colmans
aus den renomirtesten Berliner Fabriken.
Farbige und weisse Gardinenstoffe
in den jetzt so beliebten stylvollen Mustern.
Teppiche, Tischdecken etc. etc.
Feste billige Preise. [608
Ziehung: .30. April 1884?
Die beliebten
I AflQF ier Frankfurter LUUQL pfcrdemarkt-Lotterie 400 Gewinne im Werlhe von 84000 Mk.. darunter 10 elegante Equipagen u. 61 Pferde sind ä Drei Mark zu beziehen vom [521
Srkretariat des Kaudmrthschastl.
Uereins in Frankfurt a. M.
Während te Fastenzeit empfiehlt frisch gewässerten neue» Stockfisch feinste holl. Marke.
M. I. Hauck.
SW Bestellungen nach Auswärts werden per Post oder Bahn prompt ausgeführt. [383
Kardittlehrling gchcht.
Ein braver Junge welcher das Barbiergeschäft erlernen will, kann nach Ostern, auch später eintreten. Offert, sub Nr. 734 bef. die Exped. d. Ztg.
Verantwortlicher Redakteur Dr. jur. Armin Kaufen. — Druck und Verlag der Fuldaer »ctundruckerei.