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ist sie doch ein ausschließlich päpstliches Institut. Es wird oarum nicht ausbleiben, daß der hl. Vater die Dispensverweigerung als einen neuen Akt feindseliger Gesinnung gegen den hl. Stuhl betraten und beklagen wird."

* Berlin, 2. April. Der Kaiser hat sich ge­stern eine Erkältung zugezogen und wird voraus­sichtlich einige Tage an das Zimmer gefesielt sein. — Der Kaiser erledigte trotz der Erkältung die gewohnten Regierungsgeschäfte und Vorträge und empfing die Besuche mehrerer Mitglieder der könig­lichen Familie.

* Berlin, 2. April. Der Kronprinz ist heute früh 73/4 Uhr nach London abgereist.

* Berlin, 2. April. Die .Wiener Zeitung' meldet: Fürst Nikolaus Wrede ist zum Gesandten in Stuttgart ernannt worden.

* München, 2. April. In der Abendsitzung bewilligte die Kammer 170,000 Mk. für Feuer­sicherheitsbauten am Münchener Hoftheater, 500,000 Mark für die Ablösung der staatlichen Baupflicht an der Münchener Annakirche, 30,000 Mk. für drei katholische, 10,000 Mk. für eine protestantische Kirche, sämmtlich in München, 10,000 Mk. für eine neue katholische Kirche in Nürnberg.

* Karlsruhe, 1. April. Der Bericht über die Eisenbahnunfälle von 1882 und 1883 ist so­eben erschienen mit dem Antrag, die Kammer er­warte von der Eisenbahnverwaltung eine sorgsame Ueberwachung des Dienstes und eine strenge Hand­habung der bahnpolizeilichen Vorschriften, damit das Vertrauen auf die Sicherheit des Verkehrs wieder hergestellt werde. Nach dem Bericht sind 1882 gelobtet 96, verletzt 482 Personen, 1883 getödtet 31, verletzt 232 Personen. Die Zahl der Entgleisungen beträgt 214. Die Hauptursachen sind falsche Weichenstellung. Der Bericht bringt eine eingehende Erörterung des Heidelberger und des Hugstetter Unglücks. Die einmalige Entschä­digung int Heidelberger Falle betrug 206,869 M., im Hugstetter 389,613 M.

* Darmstadt, 2. April. Die erste Kammer lehnte die Deklarationspflicht bei dem Einkommen­steuergesetz wiederholt ab, genehmigte dagegen die Einführung einer Progression bis zu 20,000 Mk. Einkommen, wogegen andererseits die Steuerbe­freiung von einem Einkommen von 400 Mk. bis auf ein solches von 500 Mk. ausgedehnt werden soll. Bei der Kapitalrentensteuer wurden die früheren Beschlüsse aufrecht erhalten.

Oesterreich - Ungarn.

* Wien, 2. April. In der Staatsdruckerei brach heute Feuer aus, wodurch eine große Masse an Stempeln und Papier vernichtet wurde. Nach einstündiger harter Arbeit konnte erst der Brand gelöscht werden.

* Pest, 2. April. Abgeordnetenhaus. Mocsary beantragte die Bestrafung der beiden Journalisten, welche gestern den Abgeordneten Hermann auf der Straße thätlich insultirten. Ministerpräsident v. Tisza erklärt, die Regierung werde die größte Strenge des Gesetzes walten lassen. — Die Ab­geordneten stimmten dem Vorschläge des Präsiden­ten zu, über den Antrag Mocsary am Freitag zu verhandeln.

Frankreich.

* Paris, 1. April. In der Kammer fand heute die Berathung der Finanzkonvention statt. Kombon führt aus, daß die Finanzlage von Tunis einer bedeuten­den Verbesserung fähig wäre, doch sei, um Reformen durch­zuführen, die internationale Kommission aufzulösen. Redner vertheidigte die Konvention und betonte, die französische Regierung werde die Garantie für die tunesische Anleihe übernehmen, welche zur Konvertirung oder Rückzahlung der gegenwärtigen Schuld bestimmt sei. Die Kammer be­schloß mit 337 gegen 168 Stimmen die Berathung der Einzelartikel. Die vom Berichterstatter verlangte Dring­lichkeit wurde trotz mehrfacher Einsprache mit 249 gegen 223 Stimmen angenommen. — Die Kammer nahm den Antrag Floquete's an, wonach die Stadt Paris in

Führe Deine Entschlüsse aus und dann komme, wenn Du willst, und werbe um meine Schwester."

Und alles Bitten und Flehen konnte seine Ent­scheidung nicht ändern, und Algy versprach endlich widerstrebend, kein Wort über seine Liebe mit Nelly zu sprechen und auch ihr kein Geständniß zu entlocken.

„Es ist sehr hart," sagte er und die Thränen standen in seinen Äugen.

„Was sind ein paar Jahre des Wartens," ent­gegnete Douglas, „int Vergleich zu einer übereilten Heirath, der ein Leben voll Reue und Elend folgt?" (Fortsetzung folgt.)

vier Bezirke zu theilen ist, wovon jeder eine seiner Bevölkerung entsprechende Zahl von Munizipalräthen nach dem Listenskrutinium zu wählen hat. Die Gesammtzahl der Munizipalräthe beträgt 83. Cuneo (Bonapartist) be­antragt, zu beschließen, daß der Kongreß, wenn er zur Revision der Berfassung zusammentrete, zu Paris, nicht zu Versailles, tage, und verlangt die Dringlichkeit, welche abgelehnt wird.

* Paris, 2. April. Die Leiche des Herzogs von Albany ist heute Vormittags hier eingetroffen. Lord Lyons begrüßte am Bahnhofe den Prinzen von Wales, welcher in der englischen Botschaft bejeunirte. Gegen 1 Uhr fuhr ber Extrazug nach Cherbourg weiter.

England.

* London, 1. April. Die Staatseinkünfte des am 31. März schließenden Finanzjahres haben gegen das Vorjahr um 1,799,272 Lstrl. abge­nommen. Die Verminderung ist im letzten Quar­tale entstanden, worin die Einkünfte 2,830,338 Lstrl. geringer sind.

* London, 2. April. Das heute in Umlauf gesetzte Gerücht von der Demission Lord Granville's ist vollständig unbegründet.

Spanien.

* Madrid, 1. April. Das amtliche Blatt veröffentlicht ein Dekret, betr. die Auflösung der Kortes. Der Wahltermin für die Kammer ist auf den 27. April, für den Senat auf den 27. April, für den Senat auf den 8. Mai festgesetzt. Die neuen Kortes treten am 20. Mai zusammen.

Schweden und Norwegen.

* Christiania, 1. April. Der Staatsrath Herzberg, in den zwei ersten Anklagepunkten nicht angeklagt, wurde heute verurtheilt zu einer Geld­strafe von 8000 Kronen und in die Proceßunkosten von 200 Kronen.

Rumänien.

* Bukarest, 1. April. Int Senate wurde der Verfassungsrevisionsentwurf vertheilt. Der­selbe hält die vollständige Preßfreiheit aufrecht, hebt die Nationalgarde auf und reduzirt die Wahlkollegien für die Kammer von vier auf drei. Die Verhandlung des Revisionsentwurfs beginnt unvetzüglich und glaubt man, derselbe werde noch vor den Osterferien votirt. J

Serbien.

• Belgrad, 1. April. Die Wiener Blätter­meldung Über Verhaftungen gelegentlich der Ein- fchmuggelung revolutionärer Proklamationen ist unwahr. Anlaß hierzu gab die einem Reisenden widerfahrene Abnahme eines verbotenen Buches.

Griechenland.

* Athen, 2. April. Bei Vorlegung des neuen Zolltarifs an die Kammern wurde von der Regie­rung die sofortige ganze oder theilweise Jukraft- fetzung nicht beantragt; die enbgiltige Annahme des Tarifs durch die Kammer erfolgt vielleicht noch vor dem griechischen Osterfeste.

Türkei.

* Konstantinopel, 2. April. In Folge Meinungsverschiedenheit zwischen dem griechischen Patriarchen und dem Laienrathe ist der dem Pa­triarchen ausgehändigte Jnvestiturberat wegen Ueber- lassung einer Formalität an die Pforte zurückgesen­det worden. Der Berat wird geändert und dem Laienrathe bann anberroeit vorgelegt werben.

Aus dem Sudan-

* Suakim, 2. April. Abmiral Hewett ging heute nach Maffowah ab.

* Kairo, 2. April. Aus Suakim wirb vom Heutigen gemelbet: Osman Sigma sucht gegen­wärtig bett Englänbern unb bett mit diesen befreun­deten Stämmen bei Handub und Tamanieb das Wasser abzuschneiden. Mahmoud Ali sammelt Streitkräfte, um sich Osman Digma entgegenstel­len zu können; ein Zusammenstoß wird bald erwartet.

Allvkutiou Sr. Heiligkeit Leo XIII. im Konsistorium vom 24. März. 1884.

Ehrwürdige Brüder! Seit die Wogen des Auf­standes gegen die weltliche Herrschaft der römischen Päpste erregt wurden, um ihren Ruin und die Usurpation dieser Stadt herbeizuführen, haben wir, wie unser Vorgänger Pius IX., die Rechte des Apostolischen Stuhles zu schützen und mit aller

Energie zu vertheidigen gesucht, wie es unsere Pflicht erforderte. Mit gleicher Festigkeit habe» wir, so oft wir einen feindlichen Angriff auf Grund der neuen Ordnung der Dinge sahen, die Wahr­heit und die Gerechtigkeit zu schützen uns bestrebt, besonders haben wir jene Vergewaltigung, die wir seit langer Zeit ertragen, nach Kräften zurückzu­weisen versucht.

Indessen hat sich nach Gottes Rathschluß der Sturm noch immer nicht gelegt. Es ist kaum nöthig, Euch dies mit Worten auseinanderzusetzen, da Ihr wisset, was uns Tag für Tag hier ge­schieht. Denn die Feinde schreiten ohne Zaudern auf dem Wege ihrer Pläne voran, um ihre Herr­schaft zu befestigen, und sie unterlassen nickts, um die öffentliche Meinung an ihr gutes Recht auf den unabänderlichen Besitz dieser Stadt glauben zu machen. Dahin zielt die wohlüberlegte Schlau­heit ihrer Handlungsweise, der Hinweis auf den Erfolg, den sie durch ihre Machinationen errungen, das Streben nach der Volksgunst im Innern und nach der Zustimmung von Außen, endlich alle Künste, bereit sie sich zur Erlangung und Be­festigung ihrer Herrschaft bebienen. Je mehr da- her jene bie Rechte ber Kirche unb des römischen Papstthums zu untergraben suchen, desto eifriger müssen wir sie bewahren, und deshalb verurtheilen und verwerfen wir heute abermals Alles, was mit Unrecht gegen diesen Apostolischen Stuhl un­ternommen worden, und erklären, daß wir alle seine Rechte immer und allezeit vollkommen un­verletzt wissen wollen. Und dazu treibt uns nicht etwa Herrschsucht oder Verlangen nach irdischen Dingen an, wie manche uvs in ebenso thörichter als unverschämter Weise beschuldigen; sondern un­sere Gewissenspflicht, unser heiliger Eid, und das Beispiel unserer durch ihre Tugend und Heiligtest so großen Vorfahren, die für die Erhaltung der weltlichen Herrschaft, wenn es die Umstände er­forderten, mit aller Festigkeit und Entschiedenheit gekämpft haben. Diese Herrschaft hat außer ihren gesetzlichen Grundlagen und den ausgezeichnetsten verschiedenen Rechtstiteln, eine ganz eigene Gestal­tung und eine gewisse heilige, ihre eigene Form, die kein Staat mit ihr gemein hat, weil sie die Freiheit des Apostolischen Stuhles in der Aus­übung seines höchsten heilbringenden Amtes stützt; denn Jedermann weiß, daß die Päpste, so oft sie die weltliche Herrschaft verloren, auch eine Schmälerung ihrer Freiheit erlitten; und das sieht man jetzt auch an uns, die wir der Unsicherheit und Veränderlichkeit fremder Willkür unterworfen sind. Eben erst erlitten wir den Eingriff in das Patrimonium, welches dieser Apostolische Stuhl für die Verbreitung des christ­lichen Namens bestimmt hatte. Es handelte sich um eine Sache, die aufs Innigste mit dem Amte des Papstes verknüpft ist, unb so erhaben ist über menschliche Interessen, als bie Verbreitung ber christlichen Weisheit unb des ewigen Heiles ber Menschen. Nun aber hat ber Gewaltakt ber Gegen­wart dieses erhabene Institut, welches die Weisheit und Munifizenz der Päpste gegründet, und bie Freigebigkeit ber christlichen Völker unterstützt hat, nicht verschont, so baß wir genöthigt würben, für beffen zukünftigen Bestaub neue Maßregeln zu er« grefen. Das Alles ist bitter; noch Bittereres fühlen wir kommen unb sinb bereit, es zu erdul- ben. Wissen wir ja, baß bie Feinbe sich vorge­nommen haben, bas römische Papstthum so lange zu mißhanbeln, bis es aus einem Mißgeschick in'S anbere geschleudert, zuletzt, wenn es möglich wäre, zu Tode gehetzt würde. Verwerfliches, thörichtes Unterfangen! Denn wenn das die Gesinnung jener ist, welche den Plänen der schlechtesten Sekten dienen, welche die Kirche unterdrücken und in die Knechtschaft des Staates bringen wollen, fo müssen alle Jene entgegengesetzte Gesinnung hegen, die ihr Vaterland wahrhaft lieben, die die Macht und die Größe des Papstthums nicht nach Vorurtheilen, sondern nach ber Wahrheit bemessen, — bie ein» gebeut sinb ber Wohlthaten, welche bas Papstthum ben Völkern unb besonders Italien gebracht, und welche noch von ihm zu erwarten sind.

Doch unsere vorzügliche und festeste Hoffnung setzen wir auf Gott, der vergilt nach Billigkeit und Gerechtigkeit, und wenden unfern Geist ab von den gegenwärtigen Uebeln zu erfreulicheren Dingen, welche der Kirche zum Nutzen und Eurem Kollegium zum Ehrenschmucke gereichen. Denn wir haben beschlossen, die Ehre des römischen Purpurs heute zu verleihen, dem Patriarchen von Lissabon u. s. w.