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1884

Fuldaer

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1884 wolle man bei der nächsten P ost an statt, bei de» Landbriefträgern, bei unseren Stadt­boten oder in der Expedition baldigst machen.

Abonnementspreis 1.50 Mk., mit.Sterne und Blumen' 1.75 Mk.

Probe-N »mmern stehen auf Wunsch gratis und franko znr Verfügung.

Ne» hinzntretendeAbonnenten erhalten die .Fuldaer Zeitung' von Rr. 1 der neuen span­nenden Feuilleton-Erzählung „Penelope" an bis zum Schlüsse des Monats März gratis, und zwar auswärtige gegeu Einsendung der Post- guittung.

zelnen auch nicht überall thatsächlich begründet zu sein, im Ganzen aber manche Gründe der Wahr­scheinlichkeit für sich zu haben". Die gewiß bestens unterrichtete .Norddeutsche Allg. Zeitung' hält diese Auffassung der.Post' für die richtige und druckt „zur Information ihrer Leser" eine Auslassung der .Berl. Pol. Nachr.' ab. Diese sprechen sich in ähnlichem Sinne wie die .Post' aus, und fügen hinzu, daß es dem Fürsten Bis­marck darauf ankäme, sich von aller Verantwort­lichkeit für die Angelegenheiten Preußens zu be- freien. Durch eine Wiederholung des Vorganges von 1873 (wo bekanntlich Graf Roon das Prä­sidium übernahm), sei dieser Zweck nicht zu er­reichen, da man ja z. B. den Fürsten für die Kirchengesetze jener Jahre verantwortlich mache, obschon er damals lediglich als Minister des Aus­wärtigen im Ministerrathe gesessen. Um derartigen „Unzukömmlichkeiten" vorzubiugen, müste Fürst Bis­marck, falls er sich entlasten wolle, auch auf die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Preußens verzichten und ganz aus dem Ministerrathe ausscheiden. — Die .Germania' bemerkt hierzu: „Diese sonderbare Spe­kulation läßt uns vermuthen. daß wir mit einer unreifen Desiert-Jdee zu thun haben. Fürst Bis- marck blieb 1873 der spiritus rector der preußi­schen Politik in allen Hauptsachen, besonders in der Kirchenpolitik,. und er wird es bleiben, so lange er überhaupt in Thätigkeit bleibt. Wie die T i t e l dabei vertheilt sind, hat nur dekorative und finan­zielle Bedeutung. Mag er auf der Bühne erschei- nen oder hinter den Koulissen stehen oder im Souf­fleurkasten stecken — das Stück ist von ihm."

* Das .Westpr. Volksbl.' schreibt: „Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, hat jetzt der Herr Kul­tusminister definitiv allen Pr estern der preußischen Diözesen, welche nach Erlaß der Maigesetze geweiht sind und nicht drei Jahre auf einer deutschen Lehr­anstalt Theologie studirt haben, die Dispense verweigert. In unserer Diözese (Culm) sind von dieser Maßregel, die in allen katholischen Kreisen einen sehr betrübenden Eindruck machen muß, 11 Geistliche betroffen. In der ganzen Mo-

Kenneth war so gesund und stark gewesen, wie nur einer von ihren Jungen, bis eine» Tages — vor nun zwei Jahren — die Kinder todtenbleich nach Hause gestürzt kamen, um zu sagen, daß Kenneth verunglückt sei. Er war in einen Stein­bruch gefallen und eine Stunde später brachte man ihn nach Hause, lebend zwar, aber in einem jam­mervollen Zustande.

Der Mutter Herz blutete, wenn sie den gescheitsten Knaben, auf den sie io stolz gewesen, an seinen Krücken daherwanken sah und dabei dachte, daß es nie wieder anders werden, daß er nie wie Dou­glas frisch und gesund in die Welt ziehen würde — sondern, daß ihm ein Leben voll Schmerz und Pein, lange Jahre voll Trauer und Entbehrung bevorständen.

Im Anfang, als man ihr gesagt, daß er nie wieder gehen, nie wieder mit raschem Sckritt die Berge besteigen könne, war sie oft versucht gewesen, den Himmel zu bitten, das Kind hinweg zu neh­men. Der arme, arme Kenneth, von dem frischen, muntern Leben war ihm Nichts geblieben, als lang­sam an den Krücken im Garten umher zu wandern, ein trostloser Gedanke für den lebensfrohen Knaben.

Nelly begab sich mit dem Kaffeebrett durch die Halle in Kenneth's Zimmer; es war ein großes, sonniges, nach Süden gelegenes Gemach, desien beide Fenster auf die Berge gingen. Wie gut kannte der arme Kranke alle diese Bergspitzen. Er be­trachtete und beobachtete sie im Morgenroth wie

im Hellen Sonnenschein, und wenn die Dämmerung sie seinen Blicken entzog, freute er sich darauf, sie im sanften Licht des Mondes bald wieder auf­tauchen zu sehen. Er kannte und liebte sie, die Berge, die er doch nie mehr erklimmen sollte. Auch jetzt blickte er wieder auf ihre schneebedeckten Höhen, als Nelly mit seinein Frühstück eintrat. Seine Krücken lehnten an der Wand neben seinem Bette, diese Krücken, deren Anwendung ihm Anfang« schlimmer als der Tod geschienen.

Schmerz und Leiden hatten des Knaben Antlitz frühzeitig alt gemacht, seine großen, dunkeln Augen blickten unaussprechlich traurig, und Müdigkeit und Enttäuschung sprachen aus seinein ganzen Wesen. Er hätte zarte, regelmäßige Züge, eine breite, weeße Stirn, weiches, braunes, lockiges Haar. Tie großen traurigen Augen, die beständig mit träumerischem Ausdruck auf die fernen Berge blickten, verliehen seinem Gesicht einen ganz eigenartigen Reiz.

Als Nelly eintrat, erhob er lächelnd seinen Kopf und sagte mit angenehmer, gewinnender Stimme:

„Wieder einmal tiäge, wie Du siehst, Nelly I" Nelly blickte liebevoll auf das bleiche, süße Ge­sicht; von all' ihren Brudern liebte sie vielleicht Kenneth am meisten — den armen, kranken Ken­neth, der so abhängig von ihnen, so sehr auf ihre Liebe und Sorge angewiesen war. Sie setzte ihn behaglich zurecht und unterstützte seinen Rücken mit Kissen. Kenneth lächelte, als er das kleine GlaS- gesäß mit Himbeermarmelade erblickte.

yy Penelope.

Nach dem Englischen.

Donald grübelte nicht weiter darüber nach, sondern widmete sich eifrig seiner Milchsuppe, welch' nahrhafter Kost wohl die Stärke der beiden festen, nackten Beinchen, die von seinem Stuhl herabbaumelten, zuzuschreiben war.

„Langsam, Donald", rief Tom, „er fürchtet, die Suppe würde verschwinden wie der Schnee, wenn er sich nicht eilt".

„Sie verschwindet noch rascher, wenn möglich", sagte Allan lachend. Aber Donald war ganz un­zugänglich für ihre satirifchen Bemerkungen und arbeitete wacker mit seinem Löffel.

Nelly hatte inzwischen eine Taffe Kaffe auf eine kleine Platte gestellt, eine Schnitte Toast, ein Ei und zuletzt ein zierliches Gesäß mit Himbeermermelade dozu gefügt.

„Ist Kenneth noch zu Bett?" fragte Mistreß Graham, als Nelly die Platte aufnahm.

„Ja, er hatte eine sehr schlechte Nacht und fühlt sich deshalb ermüdet heute Morgen".

„Armer Knabe!" seufzte die Mutter und ihre sanften Züge wurden traurig. „Ich fürchte, er wird nie wieder stark und kräftig werden".

Allan blickte auf, er selbst war ein Bild von Gesundheit.

„Ja Mptter, wenn der Sommer kommt".

Aber Mistreß Graham schüttelte den Kopf.

narchie dürfte sich die Zahl der nicht dispensirten Priester auf einige Hundert belaufen; wir werden ja bald genauere Nachrichten aus den ein­zelnen Diözesen erhalten. Die Regierung hat leider den von uns nicht erwarteten Beweis geliefert, daß sie die ihr zu Gebote stehenden Mittel zur Heb­ung des geistigen Nothstandes nicht in dem Maße, wie es nach dem Gesetze zulässig ist, anwenden will. Was helfen uns die schönen Worte von dem Wohl­wollen und der Fürsorge des Staates für das ka­tholische Volk, wenn nachher Thaten folgen, welche die Herzen der Katholiken mit Bitterkeit erfüllen muffen."

* lieber den Preisrückgang von Roggen wird der ,Nordd. Allgem. Ztg.' von kompetenter Seite mitgetheilt, daß derselbe in erster Reihe auf die abundanten Roggentransporte zurückzuiühren ist, welche neuerdings von Rußland her stattfinden. Es hatten sich da große Quantitäten aufgehäuft, was zum Theil damit zusammcnhängt, daß die jüdischen Händler, beunruhigt durch die Lage der Verhältnisse, sich eine Zeit lang vom Geschäft zu­rückzogen. Nunmehr ist der Unternehmungsgeist zurückgekehrt und nicht nur aus dem Süden, son­dern auch aus dem Norden Rußlands und aus deffen Ostseeprovinzen werden uns koloffale Mafien von Roggen und Hafer zugeführt. Im August v. I. war der Preis für Roggen per April-Mai 1884 cn. 166 Mk., heute kostet Roggen per April-Mai ca. 140 Mk. In Holland ist der Preis vom August v. I. bis heute um ca. 30 fl. per 4200 Pfd. gefallen. Nach Lage der Verhältnifie ist ein weitere» Sinken der Getreidepreise zu erwarten, zumal jetzt auch Indien in Folge seiner reichen Produktion ein preisdrückender Faktor für den Weltmarkt geworden ist.

____»Italien.

* Rom, 29. März. Gelegentlich der Er­nennung der beiden Kardinäle erinnerte der Papst einer Wolff'schen Depesche zufolge, an seine bei jedem neuen Angriffe auf die Rechte de« Papstthums formnlirten Proteste unb, sagte, man schreite auf der Bahn dieser Angriffe vorwärts

Deutsches Reich.

Fulda, Montag, 31. März.

* In Berliner parlamentarischen Kreisen cirku- liren seit einigen Tagen Gerüchte über Verän­derungen bezüglich ber Stellung desFürsten Bismarck, bereit Grund wohl in der bekannten Aeußerung desselben zu suchen ist, „er wolle den Reichskanzler kleiner machen". Eine fortschrittliche Korrespondenz theilt die Nachricht mit, Bismarck wolle seine Stellung als preußischer Han- delsminister und als Ministerpräsident aufgeben und blos Reichskanzler bleiben. Die- ' se» Gerücht entstammt konservativen Kreisen, wird aber heute auf Grund an maßgebender Stelle ringezogener Informationen von dem .Deutschen Tageblatt' für unbegründet erklärt. Von zuver­lässiger Seite wird dem Korrespondenten der.Franks. Ztg.' aber mitgetheilt, daß die Bildung eines Reichsministeriums thatsächlich im Bun- desrath angeregt worden ist, aber nicht vom Reichskanzler oder von der preußischen Regie- rung, sondern von einem anderen Staate. — Zu der Nachricht, daß Fürst Bismarck die Prä­sidentschaft des Staatsministeriums und das Handelsportefeuille niederlegen wolle, schreibt die .Post': „Nach uns zugehenden Mit-

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Bestellungen aus die .Fuldaer Zeitung6 für theilungen scheint die Nachricht verfrüht, im Ein- das mit dem 1. April beginnende II. Quartal f-------x “:Xi **-*«*«* f—-w «,