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Fuldaer

— mit der

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iry Penelope.

Nach dem Englischen.

Deutsches Reich.

Fulda, Mittwoch, 26. März.

* Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht einen Er­laß des Kaisers an den Fürsten Bismarck, worin der Kaiser für die ihm anläßlich seines Geburtstages aus allen Gauen des Reiches und aus dem Auslande, wo Deutsche wohnen, dargebrachten zahlreichen Glückwünsche verbind« lichst dankt. Der Kaiser habe daraus auf's Neue die frohe Ueberzeugung entnommen, daß die ganze Nation in aufrichtiger Vater« landsliebe ohne Rücksicht auf politische« und religiöses Bekenntniß in der Treue zu Kaiser und Reich fest und einig zu« fammensteht. Es wird wie bisher die schönste Aufgabe Meines Lebens sein, die Wohlfahrt Meines geliebten deutschen Volkes in friedlicher Arbeit fort und fort zu befestigen und zu fördern. Der Kaiser beauftragt den Reichskanzler, den Erlaß zur öffent­lichen Kenntniß zu bringen.

* Die Centrumsfraktion ist noch immer

die stärkste Partei im deutschen Reichstage. Aus dem offiziellen (d. h. von den einzelnen Frak« tionsvorständen zusammengestellten) F r a k t i o n S- verzeichniß ergibt sich, daß die „deutsch­freisinnige" Partei nur 100 Mitglieder zählt. Die Abgg. Lenzmann, Wendt, v. Löw und Schrö­der (Fnedberg) sind der neuen Fraktion nicht bei­getreten und v. Bockum-Dolffs ist „wild" geblieben. Da auch der erwartete Zuwachs aus den Reihe« der Nationalliberalen ausgeblieben ist, so hat es die Partei in diesem Augenblicke gerade nur auf 100 gebracht. Das Centrum wird somit nach wie vor die stärkste Fraktion des Reichstages bleiben, da es, nachdem Herr ». Ludwig durch Freiherrn v. Hüne ersetzt sein wird, 107 Mit­glieder zählen wird, während die „deutsche frei­sinnige Partei", auch wenn Dr. Lasker und Rich­ter (Bunzlau) durch GesinnungSgenoffen ersetzt werden, höchstens auf 102 zu stehen kommen wird. In allen übrigen Fraktionen sind zur Zeit Man-

Aus Rom

liegen verschiedene intereffante Nachrichten, insbe­sondere über die in den letzten Tagen von vielen Seiten lebhaft ventilirte Frage der möglichen Abreise des Papstes vor. Zunächst bringt der .Offervatore Romano' einen lesenswerthen Artikel, dessen Hauptinhalt folgender ist:

„Die Blätter, welche in den letzten Tagen von der Abreise des Papstes sprachen, sind im allge- meinen nicht richtig verstanden worden. Sie spra­chen von der Möglichkeit, daß der Papst eines Tages gezwungen sein könnte, abzureisen, aber nicht von der bevorstehenden Abreise. Der Zeit­punkt der letzteren hänge keineswegs von dem Papste selbst ab, sondern von der italienischen Re­gierung. An dem Tage, an welchem der Papst sich allzusehr kompromittirt und in seiner Freiheit allzu beengt sehen werde, werde er den Kreis, der ihn beengt, durchbrechen, und, wie so viele seiner Vorgänger, anderwärts ein freieres, sicheres Asyl suchen. Er werde es ebenso machen, wie kürzlich die Propaganda es gemacht habe, überall, wo er hingehe, werde er die Kirche mit sich nehmen. Der Ort, wo er sich niederlaffen werde, werde zum Mittelpunkt der Welt werden. Während ein einfaches Dorf, welches dem Papste als Asyl dient, eine universelle Bedeutung erlangen würde, würde durch die Abreise des Papstes Rom seine ganze Größe einbüßen. .Offervatore Romano' zählt dann die Hauptbeschwerden des Papstthums gegen die italienische Regierung aus und schließt: wenn der Papst noch in Rom bleibt, so geschieht dies einzig und allein, um Rom und Italien, die er sehr liebt, sehr ernste moralische und materielle Schä­digungen zu ersparen, deren sie ausgesetzt würden, wenn sie sich nicht mehr in dem wohlthuenden Schatten des heiligen Stuhles befänden. Der Papst im Exil und umherirrend würde den En­thusiasmus selbst unempfindlicher Völker hervor« rufen und diese zu großherzigen Unternehmungen antreiben. Das Unglück käme dann über jene, die den Papst zum verbannten Herumtreibenden gemacht haben! Eben deshalb überschreitet der Papst nicht die Schwelle des Vatikans".

Ein Telegramni des Bureau Reuter meldet:

„Die Frage, ob es gerathen sei, daß der Papst Rom verlasse, wurde am 20. c. von den Kardinalen in einer Ver­sammlung berathen, bei welcher die Angelegenheit von den verschiedenen Gesichtspunkten aus erörtert wurde. Auch wurde erwogen, ob das nächste Konklave nicht außerhalb Roms abgehalten werden sollte. Es kam zu keiner Be­schlußfassung, und man betrachtet es als ausgemacht, daß der Papst keine Entscheidung treffen werde, ohne vorher ein Einverständniß mit den Mächten erzielt zu haben."

Endlich geht der .Germania' aus Rom unter dem 24. c. das folgende Telegramm zu: „Am letzten Mittwoch waren die Kardinäle versam« melt zur Berathung über die Lage des Papstes. Von Seiten Mancini's sind dem Kardinalstaats, fekretär und dem Kardinal Simeoni, dem Präfek­ten der P r o p a g a n d a, Konferenzen vorgeschlagen. Eventuell ist ein gemeinsames Vorgehen der Mächte zu erwarten; dem Vatikan sind in dieser Bezieh­ung Zuschriften von Regierungen zugegangen. — Gestern sand im Vatikan ein diplomatisches Diner statt, dem auch Butenreff und Errington bei­wohnten. — In dem heutigen Konsistorium wur- den 5 polnische Suffraganbischöfe ernannt. — Der Kourier, welcher Instruktionen für Herrn v. S ch l öz e r in Bezug auf die kirchenpolitische Gesetzgebung und die Bischofsfrage bringt, wird heute erwartet."

Ueber das in dem Telegramm der ,Germ.' er­wähnte vorgestrige Konsistorium meldet das ,W. T. B.' aus Rom: „Im heutigen Konsistorium hielt der Papst eine Allokution, ernannte zwei Kardinäle, präkonisirte Erzbischöfe und Bischöfe. Donnerstag wird ein Konsistorium stattsinden, in welchem die Zeremonien an den neuernannten Kar«

„Ah Papa, das ist lauter Muth; bösartig ist Sultan nicht."

„Reiten Sie gern, Miß Penelope?" fragte Haupt- mann Graham.

„Leidenschaftlich gern," antwortete Penelope, „nur Haffe ich ein ruhiges altes Pferd. Sultan gefällt mir, er ist voller Leben und ich kann ,hn leicht bändigen. Sieh nicht so ungläubig aus, Papa — ich kann es wirklich."

„James erzählte mir, daß Sultan schon zwei­mal beinahe mit Dir durchgegangen," sagte Mister Chartres, „demnach kannst Du ihn doch nicht ganz so leicht bändigen. Algy, begleite Deine Schwester das nächstemal und urtheile für Dich selbst."

Trotz Allem und Allem möchte ich aber meinen ölen Grauen behalten," erklärte Penelope lachend. .Hauptmann Graham, wollen nicht Sie mich be­gleiten und Sultan ein Sicherheitszeugniß aus« Kellen?"

„Nur wenn er es verdient," war tue lächelnde Antwort.

Doch Penelope rief mit mit einer leichten, eigen­willigen Kopfbewegung aus: „An dem ersten guten Tage will ich Ihnen zeigen, wie gut Sultan und ich einander verstehen." .

Meine liebe Penelope," schaltete Metz Chartres än, „diese Ruhelosigkeit gefällt mir gar nicht. An

Sultan bäumte sich und wollte feinen Augen­blick still stehen. Eine große Ebene, der schönste Platz zu einem Galopp breitete sich vor ihnen aus. Mit einem Lächeln blickte Penelope auf Hauptmann Graham. „Kommen Sie, wir wollen einen Wettlauf — —"

Sie beendigte ihren Satz nicht. Ein Kaninchen lief über den Pfad. Sultan machte einen Satz und flog wie ein Wirbelwind ihm nach. „Großer Gott", rief Algy, „er geht durch!" und m einer Sekunde jagte er hinter her mit todtbleichem Ge­sichte.

„Halte fest, Penelope" , schrie er mit heiserer Stimme, aber der Wind verwehte seine Worte. E« war wirklich ein Wettlauf — ein toller, kopfloser Wettlauf.

Hauptmann Graham hatte bei Sultan S erstem tollen Satz seinem Pferde die Sporen gegeben und jagte jetzt dem Flüchtling nach.

Penelope, ohne Hut, die kurzen Locken um das weiße Gesicht flatternd, blickte sich um und sah Douglas Graham in nächster Nähe.

„Halten Sie fest, ich komme!" rief er ihr zu, und die lapfern Worte brachten neue Hoffnung in ihr Herz.

Sultan sprengte in rasender Eile weiter , die Gefahr war groß, denn Penelope begann zu er­matten, sie wankte im Sattel und der Zügel ent­fiel ihrer Hand.

Algy hatte schon längst die Verfolgung aufgeben

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jungen Männern mag sie noch hingehen, aber junge Damen sollten etwas sanfter — etwas--"

Sie hielt inne, weil ihr das paffende Wort nicht einfiel und Algy ergriff das Wort mit feierlichem Ernste:

„Ich stimme Dir ganz bei, Tante Chartres, und da Penelope die Ordnung der Dinge umgestoßen, habe ich schon daran gedacht, Sticken und andere dergleichen zarte Beschäftigungen zu erlernen." Und während er für die beiden Damen die Thüre öff­nete, beugte er sich lachend zu Penelope und flü­sterte: „Sie hat Dich noch nicht gezähmt, Schwe- sterchen, und soll es auch nicht, wenn ich es ver­hindern kann."

Penelope lächelte und folgte ihrer Tante in das Wohnzimmer.

2. Kapitel.

Mit gerötheten Wangen und glänzenden Augen sprengte' Penelope auf Sultan über die FUoer

„Bravo 1" rief Algy, dicht daneben reitend. „Du sitzest ausgezeichnet im Sattel, P nelope, — nicht wahr, Graham?" — zu seinem Freunde gewen- bet der Penelope etwas ängstlich beobachtete.

'„Wirklich ausgezeichnet," entgegnete er, „aber ich würde sie lieber auf einem sichereren Pferde fehen."

„Äch Unsinn!" rief Penelope. „Er ist vollstän­dig sicher und voll Feuer und Leben."

„Wie seine Herrin." füute Hauptmann Graham bei," die schlanke graziöse Reiterin betrachtend.

dinälen stattsinden".

Ein Telegramm der ,Köln. Ztg.' berichtet: „Der Papst hat heule Morgen ein geheimes Kon­sistorium gehalten. Er ernannte den Kardinal Ledochowski zum Kämmerling des heiligen Kol­legiums und den Patriarchen von Liffabon und den Erzbischof von Neapel zu Kardinälen. In einer Anrede erwähnte er die Angelegenheit der Propaganda und wies auf die Schwierigkeiten hin, melcke daraus entstehen, daß die durch den Vati« ------ —„ „,. ■ - .

kan und den Quirinal vertretenen Mächte gleich« bäte nicht erledigt, so daß die Deutschkonservativen zeitig sich in Rom befinden". »2, die Freikonservativen (deutsche Reichsparter)