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Zweites Blatt.

% Zum Geburtstage des Kaisers.

Kaiser Wilhelm erlebt heute in Gesundheit und geistiger Frische seinen siebenundachtzigsten Geburtstag. Wenn ein so hohes Alter schon im gewöhnlichen Leben als besonders denkwürdig er­scheint, so gilt dies um so mehr in der bevorzug­ten und hervorragenden Stellung, welche der Herr­scher des deutschen Reiches gegenüber seinen, Volke wie im Kreise der europäischen Monarchen und Mächte einnimmt. Mit einem wohlbegründeten Ge­fühle der Ehrfurcht blickt der Deutsche zu seinem Kaiser empor, zu dem Manne, dessen Leben in einer Zeit begann, deren Zeugen bis auf einige wenige schon längst der Vergänglichkeit zum Opfer gefallen sind. Der Streit der Parteien, die Ver- schiedenheit der politischen Meinungen muß am heutigen Tage schweigen, muß zurücktreten vor der Verehrung und dem Pflichtbewußtsein, welches uns Alle, die wir das deutsche Reich unser Vaterland nennen, vereinigt vor dem Kaiserthrone und seinem hochedlen Inhaber, um ihm unsere Segenswünsche darzubringen und Zeugniß abzulegen von jener echt patriotischen Gesinnung, welche wurzelt in der Ach­tung vor der obrigkeitlichen Gewalt und ihrem Trä­ger und' in der richtigen Auffasiung des Kaiser- und Königthums von Gottes Gnaden.

Wenn wir Katholiken zur Feier des heutigen Tages unsere Glückwünsche zu Füßen des Monar­chen niederlegen, so vereinigen wir damit wiederum den Ausdruck des lebhaften Wunsches, der aller- gnädigste Kaiser und König möge auch fernerhin feinen Einfluß geltend machen, damit das edle Wort: „Ich null, daß dem Volke die Religion erhalten bleibe", von den Rächen der Krone immer «ehr gewürdigt und auch thatsächlich zur Geltung gebracht werde. Die modernen Revolulionsideen jassen sich nur mit den Waffen des Glaubens und der Moral erfolgreich bekämpfen, und deßhalb muß heute mehr denn je die Kirche als die eben­bürtige Bundesgenossin des Staates angesehen und geachtet werden.

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„Der preußische Gesandte, Hr. v. Schlözer, hat dem Vatikan angekündigt, daß seine Regierung demnächst dem Landtag einen neuen kirchenpo- litischen Gesetzentwurf vorlegen werde. Er soll dabei angedeutet haben, daß dieser nicht nur Bestimmungen betreffend bie geistlichen Bildungs- anstälten enthalten, sondern auch auf die bischüf- lichen Jurisdiktionsbefngniffe, den sogen, kirchlichen Gerichtshof und die Anzeigepflicht sich erstrecken werde. Näheres über den Inhalt und die Trag­weite der Vorlage mitzutheilen, soll jedoch Herr. v. Schlözer sich außer Stand erklärt haben. Es wäre sehr zu wünschen, daß vor Einbringung des Entwurfes dieser zum Gegenstand vertraulicher Be­sprechungen zwischen dem Kardinal-Staatssekretär und dem preußischen Gesandten gemacht würde; denn auf diesen, Wege allein könnte demselben nicht nur eine Mehrheit in der Kammer, sondern auch eine v n seinen Urhebern gewiß angestrebte erfolgreiche Wirksamkeit gesichert werden. Die Ge­schichte der in den letzten vier Jahren zu Stande gekommenen kirchenpolttischen Gesetze hat sattsam bewiesen, daß legislatorische Thätigkeit auf diesem Gebiete ohne Einverständniß mit dem hl. Stuhl eine nutzlose Arbeit ist."

* Der ,Reichs-Anz.' publiziere gestern das Gesetz, betreffend bie Stimmzettel für öffentliche Wahlen, wonach biese Stimmzettel nicht als Druckschriften im S:nne ber Reicks- unb Lanbesgesetze gelten, also auch nicht beschlagnahmt ober verboten werben können.

* Berlin, 21. März. Der Kaiser empfing heute in feierlicher Audienz ben neuernannten rus­sischen Botschafter Fürsten Orloff zur Entgegen­nahme seiner Accredilive in Gegenwart bes Grafen Hatzfelb, PerponcherS unb Eulenburgs. Der Bot­schafter würbe hierauf von ber Kaiserin, ben, Kron­prinzen und ben übrigen Prinzen empfangen.

» Berlin, 21. März. Die Bubgelkominission bes Reichstags genehmigte bie Vorlage, betreffend Anleihe zu Marinezwecken in allen Theilen. Die Abgeordneten Hatzfeld und Rickert wurden beauf­tragt, die Vorlage in der Form eines Nachtrags­kredits uinzugestalten.

Di* »Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Viert-ljähriicher Abonnem^spreis ohne ^nngerlohn und Bestellgeld. 1 Mk. 50 ¥fg., mit ber ______________

Mag auch der Haß gegen die Katholiken und der Ingrimm über die grade in unserer Zeit sich so glänzend entfaltende geistige Macht des Katho­lizismus selbst maßgebende Personen die verläum- derische Anschuldigung eingeben, der Katholizismus sei für Alles, ja • sogar für die Revolution zu haben, so kann das uns nur befestigen in der strengen Pflicht, die Obrigkeit zu achten und zu ehren und, wenn es gilt, mit Leib und Leben für das Wohl des Vaterlandes «inzutreten. Die Katho­liken sind und werden stets bleiben die treuesten Bürger des Staates und die gewissenhaftesten Un- terthanen der Krone. Das gebietet ihnen nicht bloß jenes oft so falsch verstandene und mißdeutete Ge­fühl des sog. „Patriotismus", das gebietet ihnen auch die Religion.

Darum stimmen wir denn auch heute aus vollem Herzen laut und kräftig ein in den Jubelruf:

„Heil dem Kaiser, Heil dem deutschen Reich!"

Deutsches Reich.

Fulda, Sonnabend, 22. März.

• Zu dem bereits gestern von uns in den neueste n Depeschen unter Reserve mitgelheilten römischen Telegramm des ,Berl. Tagebl.' wird der ,Germ.' von Rom gemeldet, „daß von einem „Ultimatum" keine Rede sei. Zu dem Ver- zicht auf die Rechte eines Bischofs und zur Er­nennung von Koadjutoren könne der hl. Stuhl nur unter gewiffen Bedingungen sich verstehen, worüber die Entscheidung des Reichskanzlers ausstehe. Ein Gesetz, welches die Schwierigkeiten der gegenwärtigen Situation zur Lösung bringen könnte, müßte die Fragen der Erziehung, der geist­lichen Jurisdiktion und der Anzeige einer Revision unterziehen."

Wir haben bereits am 26. Februar an dieser Stelle mitgetheilt, daß „bereits für die nächste Zeit" ein kirchenpolitischer Gesetzentwurf zu er­warten sei. Die .Köln. Volksztg.' erhält nun in Bestätigung und Ergänzung unserer Mittheilung den nachstehenden Bericht aus Rom, vom 17. d.:

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Bettung unserer Zeitung. Der Bestellzettel für die Postabonnenten liegt der heutigen Nummer bei. . . h

Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich (ausgenommen an Sonn- und Feiertagen); sie ist das einzige Centrumsorgan in der Diözese Fulda und " ..«»..».°d-iii-»...Md.«»««td.»-Milch-Ed'.

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And, daß sie der von der Redaktion h-rausgeg-ben-n und verfaßten „Rhciu.-Hess. Korrespondenz sür kath. Redaktionen

37 katholische Zeitungen Deutschlands betheiligt sind. Der ParlamentSbertcht erscheint stets vollständig gleich am Tage nach der Sitzung t, ne größere Rundschau über interessante lokale und plovinzielle Begebenheiten, theilweise auf Grund bestinformirter Originalk-rresp-nd-nzen>«4 1^-4 spannendes Feuilleton, ein reichhaltiger vermischter Theil, häufige unterhaltende und belehrende Abhandlungen ausi allen Theilen menschllchen W'ss ns, sowie Markt- und Wetterberichte und ein regelmäßiger Koursbericht vom Tag- der Ausgabe geben dem Blatte eine wünschenswerthe Mannigfaltigkeit. Die Jutereffen des Handwerks und der Landwirthschast finden nach wie vor eine besonders aufmerksame Berücksichtigung. , , »latt

Als willkommene Sonntagsbeilage wird aus Verlangen jeden Sonnabend der Fuldaer Zeitung das rühmlichst bekannte Unterhaltungsblatt

-- „Sterne und Blumen",^--

redigirt von PH. Wasserburg (LaicuS), beigelegt.

Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich nur M. 1,50 (ohne Bestellgeld), mit dem Sonntagsblatt M. 1,<5.

Der fortwährend- Zuwachs an Abonnenten und d-r anhaltend-Aufschwung des «nnouc-ug-schäfiesist uns der b-st°B°w-isdafurdaßdi-v°n der Fuldaer Aktiendruckerei im Jnt-refl- der guten Sache bisher gebrachten Opfer von der Bevölkerung immer mehr anerkannt und gewürdigt werden. Dieser erfreulich-Erfo g spornt uns m, auf dem bisherigen Wege rüstig fortzuschreiten, jeder Halbheit zu trotzen und dem katholischen Volke d-r Diözese Fulda und des Regierungsbezirkes Kassel auch ferner­hin das zu bieten, was es nut Recht beanspruchen kann: ein gutes, entschieden katholisches, politisches Tageblatt. . , . .

W Indem wir unsere verehrten Abonnenten zur rechtzeitigen Erneuerung des Abonnements einladen, bitten w.r sie gleichzeitig, der Fuldaer Zeitung, wie auch b oh-^ immer neue Freunde zuzuführen und dadurch dem einzigen katholischen Organ der Diözese eine möglichst -llg-meme Verbreitung unter den Katholiken, insbesondere am «and-, zu ^„jll^on (1. Blatt) ein- neue hochinteressante und spannende Erzählung: „Penelope". Reu hinzutretende Abonuente« erhalten

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Redaktion, Verlag und Expedition der,Fuldaer Zeitung'.