1884
Fuldaer
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Die .Fuldaer Zeitung' erscheint täglich (ausgenommen an Sonn- und Feiertagen); sie ist das einzige Centrumsorgan in der Diözese Fulda
tat Regierungsbezirk Kassel. unb eine fOr«f<Htia bearbeitet- und gesichtete politische Uebersicht will di« .Fuldaer
Durch zahlreiche selbstständige Leitartikel, Or'g'N°lk°rresp°ndenzens r Z-itung' erhalten einen erhöhten Werth durch den Um-
Zeitung' ihren Lesern das Halten eines größeren Blattes entbehrlich machen D,e palitischen LettarNk ^^lische Redaktionen i-^rtmen sind, an welcher g-genwärtrg stand, daß sie der von der Redaktion herausgegebenen und verfaßen » am Tage nach der Sitzung. Eine größere Rundschau
37 katholische Zeitungen Deutschlands betherlrgt find. Der darla»<atSberich sch s 1 vriginalkorrespondenzen, ein sittlich reines und doch zugleich über interessante lokale und provinzielle Begebenheiten the.l«e,s «L EW«Xunjen aus allen Theilen menschlichen Wissens,
spannendes Keuilletan, ein reichhaltiger vermischter Theil. h U^S.e Un ‘^ ~ . Nusaabe geben dem Blatte eine wünschenswerthe Mannigfaltigkeit. Die Interessen
sowie Markt- und Wetterbericht- und ein regelmäßiger «oursber.cht vom Tage der^Ausgabe g-d°n °-m
des Handwerks und der Landwirthschaft finden nach wie vor em- besonders »« «et guIbaer Zeitung' das rühmlichst bekannte Unterhaltungsblatt
Als willkommene Sonntagsb -ilag« wird auf Verlangen leben Sonnabend der Fuldaer -je.rung -----
---„Sterne und SBlttmett“, =
Zweites Blatt.
Deutsche5 Reich.
Fulda, Donnerstag, 20. März.
'DieUebersichtder Entschließungen des Bundesrathes auf Beschlüße des Reichstages iu der verfloßenen Session ist dem letzteren zuge- gangen. Wir entnehmen daraus zunächst Folgende«: Am 13. Januar 1883 beschloß der Reichstag, den Kanzler zu ersuchen, das Aktenmaterial über die thatsächlichen Vorgänge bei der Verhaftung des (sozialdemokratischen) Abgeordneten Dietz- Hamburg in Stuttgart noch in dieser Session dem Reichstag vorzulegen zur Entscheidung darüber, ob eine Verletzung der Verfaßung vorliege. Die Erwiderung des Bundesrathes auf diesen Entschluß des Reichstages lautet nun dahin: „Der Bundesrath hat in Erwägung, daß bei Verhaftung des Abg. Dietz das demselben nach § 31 der Verfassung zustehende Vorrecht nicht außer Acht gelaßen, vielmehr nur deshalb für ausgeschloßen erachtet worden ist, weil der ebenda vorgesehene Ausnahme- fall der Ergreifung auf frischer That vorllege; daß über die Richtigkeit dieser Annahme von den im Jnstanzenzuge vorgesehenen Gerichten zu besin- den war; daß der Reichstag zwar Jntereße hat, Auskunft zu erlangen, ob die gedachte Verhaftung von dem beschließenden Richter aus ihre Verfassungsmäßigkeit geprüft worden ist; daß es indessen besonderer Mittheilung hierüber nicht bedarf, da der Reichstag durch die vom Abg. Dietz selbst in der Sitzung vom 13. Januar 1883 gegebene Aufklärung bereits davon unterrichtet ist, daß jene Prüfung stattgefunden hat — beschlossen, der Resolution des Reichstages keine Folge zu geben."
• Der dem Reichstag vorliegende Antrag Windthorst auf Aufhebung des Gesetzes über die unbefugte Ausübung von Kirchenämtern tritt bereit« zum dritten Male in der gegenwärtigen Legislaturperiode auf. Eine liberale Korrespondenz schreibt darüber:
In der Sitzung vom 12. Januar 1882 ist er mit der
großen Mehrheit von 233 gegen 115 Stimmen angenommenworden, indem das Centrum mit s-men Annexen, fast die gesammte Fortschrittspartei, eintgeSezessiomsten, d - Hälfte der Deutsch-Konservatw-n, die Volksparter und tne Sozialdemokraten dafür, die Nationalliberalen, die deutsche Reichspartei, die meisten Sezessionisten, einige wenrge Mtt- qlieder der Fortschrittsparte, und die Hälfte der Deutsch- Konservativen dagegen stimmten. VomBundesrath abgelehnt, wurde der Antrag in der vorigen Session erneuert, kam damals nicht zur Erledigung und erscheint ,-tzt wiederum, um auch jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mehrheit zu finden, wenn es zur Abstimmung kommt.
• Berlin. 19. März. Die Einkommen- steuer-Skala, welche die Kommisflon des Abgeordnetenhauses vereinbart hat, ist folgende: Von mehr als 900 bi« einschließlich 1000 M. <Än- kommen 4 M. Steuer, von mehr als 1000 bis einschließlich 1100 M. 6 M. Steuer, bi« emschlleß- lich 1200 M. 9, 1300-12. 1400-15, 1500- 18 1600—21, 1800—25, 2000— 30, 2200— 35* 2400—40, 2700—46, 3000—54, 3300 — 63' 3600-72, 4200-86, 4800-104, 5400- 122, 6000—142, 7000—169, 8000—202, 9000-238, 10,000-275 Mk. Bei Einkommen von mehr als 10,000 bis 100,000 Mk. steigt die Steuer um je 30 Mk. für je 1000 Mk. Einkorn- men mehr: von 100,000 bis 1,000,000 Mk. steigt sie um je 150 Mk. für je 5000 Mk. Einkommen mehr; über eine Million wird die Steigerung fortgesetzt in Stufen von 10,000 Mk. Einkommen und je 300 Mk. Steuer mehr. v sar,
* B«rlin, 18. März. Di- Kommission des Ab- g-ordnet-nhaus-s fair das Kommunalsteuergesetz beendete die erste Lesung und nahm den von Quast und Hüne beantragten neuen Paragraphen < a an.welcher lautet: Werden in Gemeinden, welchen nach Paragraph 2 ein Besteuerungsrccht nicht zusteht, Kommunaloder Schulabgaben durch den Betrieb von Bergbau, Hüttenwerken, Salzwerken, Fabriken oder Eisenbahnen in einer anderen Gemeinde erheblich gesteigert, so können sie beanspruchen, daß ihnen ein angemessener Theil des aus letztere Gemeinden entfallenden steuerpflichtigen Reineinkommens zur Besteuerung überwiesen werde. Denjenigen Gemeinden, wo Betrieb- steuerpflichtig sind, muß mindestens die Hälfte des darauf fallenden Reineinkommens zur Besteuerung verbleiben. Eine erhebliche Steigerung der Kommunalabgaben ist jedenfalls anzunehmen, wenn dieselben nachweislich um 10 Prozent erhöht werden. Die gesammte von den Steuerpflichtigen zu zahlende Steuer darf den Betrag nicht übersteigen, welchen er m der Ge
meinde zu zahlen haben würde. Wo ein Setrieß statt- findet, wird, falls eine Einigung der betheiligten Gemeinden nicht erfolgt, durch Verwaltungsbeschlußverfahren entschieden. Wo Selbstverwaltungsbehörden nicht bestehen, entscheidet die Kommunalaufsichtsbehörde.
* Berlin, 18. März. Rach den Vorgängen der letzten Zeit ist es nicht ohne Interesse, daß der Präsident des Reichstages Herr v. Levetzow die Sitzung vom letzten Freitag mit der folgenden, von den Zeitungsberichten nicht erwähnten, im amtlichen stenographischen Bericht aber enthaltenen Bemerkung eröffnet hat: „Durch Herrn Robert Kühnert in Cincinnati ist mir für den Reichstag ein auf den Tod des Abgeordneten Lasker bezüglicher Beileidsausdruck der dortigen deutschen Turngemeinde zugegangen. Ich werde den D a n k des Reichstags für die Theilnahme abstatten. Da Herr v. Levetzow zur AbstattLng 'dieses Dankes wohl kaum die diplomatische /Vernattelung des Herrn Reichskanzlers in Anspruch nßhmen wird, so kann er sich darauf gefaßt machet, nächstens von der .Norddeutschen' als Republikaner gebrand- markt zu werden, der den direkten Verkehr von freiem Volk zu freiem Volk anstrebt.
'Berlin, 19. März. Der Kaiser empfing Mittag« in feierlicher Audienz den bisherigen russischen Botschafter Saburoff zur Ueberreichung seines Abberufungsschreibens in Gegenwart des Grafen Hatzfeldt, v. Perponcher's und v. Eulenburg'S. Der Botschafter tvurde darauf auch von der Kaiserin empfangen. - 'Der Grobherzog und die Großherzogin von Baden sind heute^ Vormittag 11 Uhr aus Karlsruhe hier eingetroffen und auf dem Bahnhofe von dem Kronprinzen und der Kronprinzessin empfangen worden.
• Berlin, 19. März. Der seitherige Gesandte in Karlsruhe, Graf Flemming, ist in Florenz gestorben.
* Berlin, 19. Marz. Dte Kommission für das Unfallversicherungsgesetz ist gestern gewählt worden. Von der nationalliberalen Fraktion gehören derselben an die Abgg. Dr. Buhl. Oechel- häuser, vr.Müller-Sangerhausen, vr.Marquardsen. Vorsitzender ist Abg. v. Franckensiein, stellvertretender Vorsitzender Abg. v. Maltzahn-Gültz.
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D-r fortwährend- Zuwachs UN Abonnenten unb her mehr anerkannt und^gewürdigt werben. Dieser -rft-uliche Erfolg spornt un«
Fulbaer Akti-nbruckerei im Interesse bet guten Sache bisher gebrachten Opfer vo . 9. .. W4 zzolke bet Diözese Fulda und des Regierungsbezirkes Kassel auch f-rner-
an. auf dem bisherigen Wege rüstig fortzuschreiten. jeder Halbheti zu trotzen unHjm
hin das zu bieten, was -s mit Recht beanspruchen kann: tut gutes, entschiede« katholisch , P fische« bitt"n roir fte gleichzeitig, der .Fuldaer Zeitung', wie auch bisher.
Indem wir unsere verehrten Abonnenten zur rechtzeitigen ®tn‘u"u”8 . Diözese eine möglichst allgemeine Verbreitung unter den Katholiken, insbesondere am
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Lande, zu sichern. . r„-„„,nb, ffriählun«- Penelope". Re» hinzu tretende Abonnenten erhalten di-
Uebermorgen beginnt im Kenilleton eine neue hochinteressante und spannende Erzählung, .ventivp
mm heute ab bis zum 1. A^pril erscheinenden Nummern Q
. iHcbattion, Verlag und Expedition der .Fuldaer Zeitung.