mit den Völkerschaften. — Courbet depeschirte, er habe die Blokade des Hafens Quinhone errichtet, um die Kriegskontrebande zu verhindern.
* Paris, 12. März. Aus Chi wird gerne!« bet: Die Kolonne Nögrier's nahm am Sonntag zwei Forts bei Uendigh, 12 Kilometer von Bac« ninh. Die Franzosen verloren einen Offizier. Der Feind zog sich auf die Befestigungen von Bacninh zurück. Die Kolonne Briere's traf am Montag unbehelligt in Chi ein. Bei Duong überschritt dieselbe den Stromschnellenkanal und stellte die Verbindung mit Nogrier her. Bei der heutigen Rekognoseirung wurde auf einer Entfernung von fünf Kilometer kein Feind bemerkt. Man glaubt, die Chinesen bereiten den Rückzug vor in dem Wahne, sie seien durch kombinirte Bewegungen der beiden Kolonnen umgangen worden.
* Paris, 12. März. Nach dem vom .Journal offieiel' publizirten Ausweise bleibt der Betrag der Einnahme an indirekten Abgaben im Januar und Februar 1884 um iP/z Millionen hinter dem Voranschlag des Budgets und um 4^ Millionen hinter dem Ertrage des gleichen Zeitraums im Vorjahre zurück.
• Lyon, 11. März. Das an den Grafen von Paris adressirte Packet, welches am Samstag aufgegeben und als verdächtig nach dem Arsenal geschafft worden war, wurde heute von einem sachverständigen Chemiker, welcher seitens der Behörde belegirt war, geöffnet. Derselbe konstatirte, daß das Packet sehr stark mit Dynamit gefüllt war, welches derart vertheilt war, daß bei der Explosion desselben mehrere Personen hätten gelobtet werden können.
England.
* London, 11. März. Auf die Petition Londoner Kaufleute und Bankiers um Verbefferung der Telegraphenverbindung zwischen England und Holland antwortete Fawcett, er anerkenne vollkommen den mangelhaften Zustand der bestehenden Kabel und wäre seit Langem bemüht, demselben abzuhelfen. Die Arrangements seien nunmehr beendet und werden sofort Schritte gethan, um die telegraphische Verbindung in dauernder und befriedigender Weise wieder herzustellen.
Italien.
* Rom, 11. März. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer verlas der den Vorsitz führende Vizepräsident Spantigati ein Schreiben des Präsidenten Farini, in welchem derselben seinen unwiderruflichen Entschluß mittheilt, in Folge des gestrigen Vorfalles das Präsidentenamt niederzulegen. Die Redner aller Parteien und Mancini schlugen der Kammer vor, Farini um Zurücknahme der Demission zu ersuchen. Die Kammer nahm die Tagesordnung Grimaldi's an, welche das Vertrauen zu Farini bekräftigt und die Demission ablehnt.
* Rom, 12. März. Das Prinzenpaar Leopold ist abgereist. Am Bahnhose fanden sich der österreichische Botschafter und der bayerische Gesandte beim Quirinal sammt ihren Gemahlinnen, sowie zahlreiche Würdenträger ein. — In der Kammer ward ein Schreiben Farini's verlesen, welcher auf seiner Demission beharrt. Dieselbe wurde angenommen.
Griechenland.
• Athen, 11. März. Die Opposition erklärt den Artikel 15 des Gesetzentwurfs über die Reserve, welcher die Regierung ermächtigt, drei Klaffen der Reserve bis zu sechs Monaten bei den Fahnen zu behalten, als verfassungswidrig. In einer bei Delyamsis abgehallenen Versammlung der Opposition wurde beschloffen, sich der Abstimmung zu enthalten, falls die Regierung sich weigere, diesen Artikel zu modifiziren.
Aus dem Suban.
* London, 12. März. Der ,Daily News' wird aus Suakim von heute Nachmittag gemeldet, daß 5000 Aufständische in Sicht sind und eine Schlacht unmittelbar bevor st ehe. — Die britischen Truppen in Suakim rückten um Mitternacht vor und lagerten in der Zereba. Die Vorposten meldeten, daß Osman's Schaaren sich in Position befinden und heute um 1 Uhr Mittags setzten sich die Briten, in zwei Carrös formirt, in Bewegung.
* Kairo, 11. März. Aus Suakim wird von heute 8 Uhr Abends gemeldet: Bei dem von zwei Regimentern besetzten Zareba hat das Gewehrfeuer
begonnen, die übrigen englischen Truppen find plötzlich nach Zareba aufgebrochen, ebenso Graham und Stewart. Als Garnison sind in Suakim 80 Artilleristen, 650 Mann Matrosen und Marineinfanterie sowie 600 Egypter zurückgelaffen worden. Nach den letzten Berichten betragen die Streitkräfte Osman Digmas 8000 Mann.
Amerika.
* Washington, 11. März. Der Präsident Arthur übermittelte dem Repräsentantenhause bezüglich der Lasker-Angelegenheit auch das Schreiben des Staatssekretärs Freelinghuysen, welches die Beileidsresolution begleitete, sowie die bezügliche Korrespondenz des Gesandten Sargent, außerdem ein Memorandum des Staatssekretärs Freelinghuysen über die Rückgabe der Resolution durch den deutschen Gesandten v. Eisendecher. Nach diesem Memorandum erklärte Staatssekretär Freelinghuysen bei der Rückgabe, nachdem Fürst Bismarck beschloffen habe, die Resolution der Körperschaft nicht zu übermitteln, an welche sie gerichtet gewesen, habe der Präsident an das Verfahren der deutschen Regierung hinsichtlich der Resolution keinen Wunsch zu knüpfen. In einem Briefe Freelinghuysens an Sargent vorn 10. März wird auf die Geschichte der Vereinigten Staaten hingewiesen, welche alle unfreundlichen Muthmaß- ungen bezüglich dieser Angelegenheit ausschließe. Freelinghuysen schließt mit der Erklärung, obgleich die Nichtübermittelung der Resolution an den deutschen Reichstag in Amerika bedauert werde, gehe die Sache keinen der beiden Zweige der amerikanischen Regierung etwas an.
* Washington, 11. März. Der Senat ra- tifizirte heute den Gegenseitigkeitsvertrag mit Mexiko. — Morrisons Tarifbill wurde dem Repräsentantenhause vom Finanzkomitee nochmals unterbreitet, begleitet von Berichten der Majorität und Minorität des AuSschuffes.
parlamentarisches.
Berlin, Mittwoch, 12. März.
Der Reichstag begann heute die Berathungen der Session bei den allgemeinen Rechnungen über den Reichs- haushalts-Etat für die Etatsjahre 1879/80 und 1880/81, von denen erstere ohne Debatte an die Rechnungskommission verwiesen wurde, während bei den zweiten der Abg. Rickert verschiedene Einwendungen zu machen hatte, welche sich in der Hauptsache auf dieEtatsüberschreitungen bezogen.
Diese Mehrausgaben über den Etat ohne Zustimmung des Reichstages hielt Redner für einen Eingriff in die Rechte des Hauses und verlangte von den verbündeten Regierungen das Nachsuchen der Indemnität für diese Ueber- schreitungen. Schließlich verlangte der Redner auch eine Regelung der Dienstwohnungs-Verhältnisse der Beamten.
Vom Tische des Bundesraths wurde dem Redner erwidert, daß ein Regulativ bezüglich der Dienstwohnungen bei der Regierung in Arbeit sei und demnächst zum Erlaß kommen werde, ferner, daß die Regierung bezüglich der Etatsüberschreitungen in der Kommission die gewünschte Auskunft geben werde.
Demgemäß wurde diese Rechnung der Rechnungskommission überwiesen, ebenso die Rechnung der Ober- Rechnungskammer für 1881/82.
Die Uebersicht der Reichsausgaben und Einnahmen für 1882/83 ging auf Antrag Rickert an die Budgetkom'- mission zur Vorberathung.
Die Uebereinkunft mit Luxemburg wegen gegenseitiger Zulassung der an der Grenze wohnhaften Medizinalpersonen zurAusübung derPraxis fand in erster und zweiter Berathung ohne Debatte die Zustimmung des Hauses.
Eine lebhaftere Diskussion entspann sich bei dem Gesetzentwurf über den Feingehalt der Gold- und Silberwaaren, nach welchem diese Maaren mit einem Zeichen ihres Feingehalts nur dann versehen werden dürfen, wenn sie einen bestimmten Gehalt an Edelmetall besitzen.
Abg. Härle begrüßte den Entwurf im Jntereffe der Silb erwaarenfabrikanten mit Freuden, führte jedoch aus, daß die Verfertiger von Goldwaaren zahlreiche Einwendungen gegen das Gesetz erhoben hätten.
Abg. Dr. Bamberger befürwortete eine eingehende kommissarische Berathung. Im Ganzen drückte der Redner seine Sympathien für das Gesetz aus und hoffte, dasselbe noch in dieser Session, falls der Reichstag nicht eines unnatürlichen Todes sterben sollte, zu Stande kommen zu sehen.
Geh. Ober-Regierungsraih Bödiker führte aus, daß der Entwurf den aus den Kreisen der Industriellen hervorgegangenen Forderungen entspräche und mit Berücksichtigung der diesbezüglichen Verhältnisse in den Nachbarstaaten zu Stande gekommen sei.
Nachdem noch die Abgg. v. Köller, Gerbig, Frhr. v. Wöllwarth und Reiniger sich ebenfalls für eine Kommissionsberathung. Letzterer aber besonders gegen eine dilatorische Behandlung des Entwurfs in dieser Kommission ausgesprochen hatten, verwies das Haus das Gesetz an eine ad hoc zu wählende Kommission von vierzehn Mitgliedern.
Nächste Sitzung morgen um 1 Uhr; auf der Tagesordnung steht das Unfallversicherungsgesetz.
Aus Stabt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, Donnerstag, 13. März.
Unsere gestrige Angabe bezüglich der Zahl hiesiger israelitischer Schulkinder ist dahin zu verbessern, daß nur 29 jüdische Kinder die Elementarschulen besuchen, darunter 26 die katholischen Schulen, 3 die evangelische Schule. Bei dieser sehr geringen Frequenz scheint die Anstellung eine» eigenen israelitischen Lehrers um so weniger geboten zu sein.
N. Wir möchten den Klerus unserer Diözese auf die in Mainz erscheinenden .Geschichtsblätter für die mittelrheinischen BiS- thÜrner' (Limburg, Mainz, Trier und Umgebung) rebigirt von den Pfarrern Dr. Falk, Nick und Zaum aufmerksam machen. Bekanntlich hat unser hl. Vater, Papsi Leo, zu wiederholten Malen auf die hohe Bedeutung des Geschichtsstudiums hingewiesen und durch Berufung berühmter Historiker eine Reihe von Publikationen ans den vatikanischen Archiven angeregt. Soll jedoch die Absicht des Papste», die Ehrenrettung der katholischen Kirche, verwirklicht werden, so darf die Aufhellung unserer großen katholischen Vergangenheit nicht den verhält- nißmäßig wenigen Historikern von Fach überlassen bleiben, es müssen von allen Seiten, wo möglich aus jeder einzelnen Diözese, Mitarbeiter eintreten. Bereits hat die Diözese Rottenburg ihre ,Blätter für kirchengeschichtliche Mittheilungen und Studien aus Schwaben', die Erzdiözese Freiburg hat ihr Diözesanarchiv, und außerdem hat die durch Großherzog Friedrich berufene „Historische Kommission" die Herausgabe einer ,Badenia Sacra1 beschlossen. Unserer Diözese bietet sich durch Unterstützung der oben genannten .Geschichtsblätter' eine willkommene Gelegenheit, den Wünschen des hl. Vaters entgegenzukommen. Diese Zeitschrift, welche auch das Hesienland in den Bereich ihrer Besprechungen zieht und im nächsten Hefte Interessantes aus Fritzlar bringen wird, bat es sich zur Ausgabe gestellt, alle bedeutenden Persönlichkeiten (Oberhirten, Weihbischöfe, Prälaten, Prediger, Schriftsteller, Gelehrte, Heilige); bedeutende Sachen (Heiligthümer, Gnadenbilder, Wallfahrten, Seltenheiten, Inschriften, Kunstgegenstände, Sammlungen); beachtenswerthe Erscheinungen und Ereignisse (Synoden, Kulturleben unter dem Einfluß der Kirche, Schul- und Unterrichtswesen, frommes und charitatives Leben u. s. w.) zur Sprache zu bringen. Die bereits erschienenen Hefte haben u. a. Mittheilungen gebracht über Bonifatiusre- liquien und Hymnen zu Ehren der hl. Elisabeth. Der geringe Preis von zwei Mark jährlich macht auch dem gering besoldeten Kaplan das Abonnement möglich. Uebrigens will diese Zettschrift nach Absicht der Herausgeber zugleich eine Schule sein, wodurch der jüngere Klerus zu Mittheilungen angeregt und zur Bearbeitung historischer Themate angeleitet werden soll. Wie vieles Wissenswerthe ließe sich aus der alten, durch ihre hohe Schule hochberühmten Buchonia berichten. Die große Vergangenheit unseres durch die Wirksamkeit eines hl. Bonifatius, einer hl. Elisabeth u. a. geweihten Hessenlandes darf nicht der Vergessenheit anheimfallen. Wir müssen es als Ehrensache ansehen, die genannten „Geschichtsblätter" zu unterstützen und unser Scherflein zu einer Germania sacra beizutragen.
— (Personalchronik). Ernannt: der Rechtskandi- dat Grebe zum Referendar, der Militäranwärter Waldhelm zum Gerichtsdiener bei dem Amtsgericht in Wolfhagen. — Gestorben: der Rechnungs-Revisor, Rechnungsrath Wessel bei der Staatsanwaltschaft des Königl. Landgerichts zu Marburg. — Der bisherige Kreiswundarzt Dr. Scheffer zu Homberg ist zum Kreisphysikus des Kreises Homberg ernannt worden. — Der praktische Arzt F. S. Co le man aus London hat sich in Neuhof, Kreis Fulda, niedergelassen. — Der Schutzmann Sauer bei der Königl. Polizeiverwaltung in Hanau ist gestorben. — Der bisherige Regierungs - Sekretariats - Assistent Joseph Lange ist zum Sekretär bei Königl. Regierung in Kassel ernannt worden. — Versetzt: der Postsekretär Schäfer vonBockenheim nach Minden (Westfalen». — Der Postassistent Steinbach in Kleinschmalkalden ist als Postoerwalterangestelltworden. - Der Postmeister Theis in Kirchhain (Bez. Kassel) ist mit Pension in den Ruhestand getreten. — Dem Poftsekretär Fuß aus Detmold ist die Vorsteherstelle des Postamts in Kirchhain (Bz. Kassel) übertragen. — Ernannt sind: die Postassistenten Ritter in Hoheneiche und Schalles in Schlierbach (Kr. Gelnhausen) zu Postverwalter«. — Versetzt ist der Postsekretär Reinsch von Fulda nach Hamburg. — An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters I Gustav Lorenz zu Kerspenhausen ist der jetzige Bürger- I meister Jakob Rössing daselbst zum Standesbeamten für | den dasigen Standesamtsbezirk bestellt worden.