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1884.
Sonnabend, den 1. März
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folgen.
England.
getroffen.
Italien.
Bau dieser Bahn, welche schmalspurig angelegt werden soll. Aus den Aktiven der bestandenen Centralftnanzen soll an Bosnien und Herzegowina ein Darlehen in der Höhe der wirklichen Baukosten bis zum Maximalbetrage von 1,700,000 ft. er»
• London, 28. Febr. Im Unterhaus brachte Gladstone eine Wahlreformbill ein, die gleichmäßiges Wahlrecht für Stadt und Land der gesammten vereinigten Königreiche einführt und die Zahl der Wähler um cirka zwei Millionen vermehrt.
• London, 29. Febr. Heute Vormittag wurden in einem Haufe in der Nähe des Strandes drei Personen verhaftet, in deren Besitze sich eine große Quantität Dynamit vorfand. Die Verhafteten sollen die Absicht gehabt haben, ein Attentat auf den Justizpalast auszuführen.
* London, 29. Febr. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern Abend wieder in Plymouth ein-
Deutsches Reich.
Fulda, Sonnabend, 1. März.
• Der ,Kuryer Poznanski' enthält eine Mittheilung, nach welcher bei der Dispens-Ertheilung für die Geistlichen der Erzdiözese Posen-Gnesen mit besonderer Schärfe vorgegangen wird. Das Posener Blatt berichtet:
Bei uns ist die Zahl der dispensirten Geistlichen dem Vernehmen nach eine sehr geringe und übersteigt nicht 40 Prozent der generellen Ziffer der nach 1873 ausge- weihten Priester. Wie verlautet, sind nur diejenigen bis- penfirt worden, welche ihre Studien im Posener und Griesener Seminar absolvirt haben oder auf deutschen Universitäten. Jeder, der für irgend welche geistliche Funktion bestraft worden ist oder außerhalb der Grenzen Deutschlands, und wäre das selbst in Oesterreich seine Ausbildung genossen hat — dem wurde die Dispens verweigert.
In seiner Nummer vom 28. c. befaßt sich auch der,Moniteur de Nome' in einem kurzen Artikel mit dieser Frage. Das Blatt konstatirt, daß es noch keine sicheren Zahlen über die Dispensverweigerung aufstellen könne, nur der preußische Minister würde eine vollständige Statistik darüber liefern können. Der Artikel schließt: „Wir erfahren jedoch, daß bestimmte Diözesen bei der Ertheilung der Dispense schlecht behandelt worden sind. Das ist so sehr der Fall, daß man uns aus bester Quelle versichert, in einer Diözese, deren Namen wir verschweigen müssen, würden unter 105 Geistlichen, welche das Recht auf Dispensirung haben, nur 35 in ihr Vaterland zurückkehren können! Welches Verhältniß! Jeder Kommentar ist überflüssig."
* Der .Moniteur de Rome' dementirt die Nachricht von der Ernennung des Kardinals Ledo« chowski zum suburbikarischen Bischöfe mit dem
bleiches Gesicht und sorgenvolle Miene und fragte bestürzt: „Was ist Dir, Mütterchen?"
„Nichts von Bedeutung, liebes Kind. Ich habe die Nacht nicht gut geschlafen und heftiges Kopfweh ; Du weißt ja, daß mich mein altes Leiden im Winter, besonders bei einem so raschen Witterungswechsel öfter befällt. Ein bischen Ruhe wird mich wieder Herstellen; ich lege mich daher auf einige Stunden zu Bette." Die gute Großmutter hätte um keinen Preis der Enkelin sagen mögen, was Jaspensen ihr eröffnet hatte.
Gegen Abend traf Thenn auf der Straße mit dem Prokurator zusammen, der hastig sagte: „Gut, daß ich Dich jetzt schon erwische, ich wäre später zu Dir gekommen. Was ist denn bei Deiner Miethsfrau los? Wie steht's mit ihr?"
„Gut, hoffe ich," entgegnete der Doktor; „we- nigstens habe ich Mittags, als ich auf einen Sprung zu Haufe war, nichts Schlimmes erfahren."
„Aber ich desto Schlimmeres! Soeben höre ich von einem Bekannten, Jaspensen habe irgendwo erzählt, daß Frau Dresner morgen aus dem Hause müffe, weil sie mit der Miethe im Rückstände sei, und daß er sie wegen einer Forderung von 300 Thalern vor Gericht belangen wolle."
„Um Gottes willen!" rief Thenn; „aber warum zahlt sie denn nicht?" ,
„Wie Du nur so dumm fragen magst! Sie zahlt nicht, weil sie nicht kann; das ist doch einfach. Aber weißt Du denn wirklich nicht, Tu al-
Zusatze, es sei bekannt, daß der h. Stuhl eine Demmission eines von Preußen vertriebenen Bischofs nicht eher acceptiren könne, als bis gewisie Verbandlungen einen Abschluß erreicht haben.
Berlin, 29. Febr. Großfürst Konstantin ist mit dem Fürsten Obolenski nach herzlichster Verabschiedung vom Kaiser und den Mitgliedern des Königshauses gestern Abend zehn Uhr nach Stuttgart abgereist. Die übrigen Mitglieder der Gratulations-Deputation traten Abends elf Uhr die Rückreise nach Petersburg an.
* Berlin, 29. Febr. Ein dem Bundesrath zugegangener Gesetzentwurf, betreffend die Bewilligung der Mittel zu Zwecken der Marrn e- verwaltung, verlangt 18,790,000Mk., welche im Wege der Anleihe mittelst Schatzanwersungen aufzubringen sind. Die Summe soll verwandt werden zum Bau von 70 Torpedobooten einschließlich der dazu gehörigen Armirung, Herstellung einer unterseeischen Torpedobatterie an der Ostseeküste, Anlage einer elektrischen Beleuchtung der Werften in Kiel und Wilhelmshaven und Vervollständigung der Kriegsbekleidung.
» Berlin, 29. Febr. In der Steuerkom- Mission zog Meyer seinen Antrag, betreff, die Heranziehung der Erträge aus den vermietheten und verpachteten Grundstücken rc. zur Kapitalrentensteuer, zurück, behielt sich jedoch vor, den Antrag in zweiter Lesung in anderer Fassung wieder aufzunehmen. General-Steuerdirektor Burghart, sowie die Kon- servativen und das Centrum hatten den Antrag hauptsächlich aus formellen Gründen bekämpft.
* Dresden, 29. Febr. Auch die erste Kammer beschloß auf Antrag Schreck die Regierung um Vorlage eines Gesetzes zu ersuchen, wonach Personen, welche in die Lage versetzt sind, die Abgaben nicht zahlen zu können, einem Schank- und Tanzstättenverbot unterworfen werden können.
Oesterreich * Ungarn.
* Wien, 29. Febr. Eine auch dem diesseitigen Abgeordnetenhause heute zugegangene Regierungsvorlage betreffs des Baues der Eisenbahn Mostar - Metkovich ermächtigt die Regierung zum
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Der Koufnsionsralh.
Novelle von A. I.
Jaspensen junior war also nicht auf dem Balle gewesen und kam erst nach Tagesanbruch nach Hause, nicht gerade in der rosigsten Laune, die natürlich dadurch nicht beffer wurde, daß sein Vater ihn wegen der tollen Nachtschwärmerei grimmig anfuhr. „Das darf nicht wieder vorkommen, Bursche", brummte er, „Du mußt ein ordentlicher Mensch werden, und zu diesem Zweck sollst Du heirathen, und zwar so bald als möglich". An diesen väterlichen Ausspruch schloß sich eine ziem- (ich lange und erregte Debatte, deren Ergebniß war, daß Jaspensen senior sich zu Frau Dresner verfügte und ihr mit einer wahren Eisenfresser- miene eröffnete: „Morgen muß ich von Ihnen Bescheid haben, ob Ihre Jungfer Enkelin meinen Sohn heirathet oder nicht. Fällt die Antwort abschlägig aus, so werde ich nicht bloß auf baldigster Bezahlung meines Guthabens, das sich inSge- sammt auf nahezu 300 Thaler beläuft, unnach- fichtlich bestehen, sondern Sie haben auch sofort mein Haus zu verlassen. Sie können nun thun, was Sie wollen". Mit diesen Worten und einem kurzen Bückling entfernte sich Jaspensen und ließ die arme alte Frau in Heller Verzweiflung zurück.
Als Marie gegen Mittag in das Wohnzimmer trat erschrack sie ein wenig über der Großmutter
* Rom, 29. Febr. Im Senat beantragte Serra eine Tagesordnung, welche den Völkern und Souveränen für die spontane und großmüthige Unterstützung der Opfer von Ischia die tiefe Dankbarkeit der italienischen Nation ausdrückt. Car- racciola Namens der Kommission und Minister Gonala Namens der Regierung unterstützten den Antrag und erklärten, in den edelmüthigen Unterstützungen müsse auch ein Beweis der Sympathie gegenüber einem jungen Staate erblickt werden. Die Tagesordnung Serra's wird genehmigt. — Kardinal Hassan ist gestorben.
Amerika.
* Washington, 28. Febr. Das Haus der Repräsentanten nahm den Antrag auf Ueberwer- jung des Schreibens des deutschen liberalen Centralvereins bezüglich der Lasker-Affaire an den auswärtigen Ausschuß an, nachdem Kasson sich für das Abwarten der offiziellen Information ausgesprochen hatte.
(ein nicht, daß Frau Dresner und ihre Enkelin in den kümmerlichsten Verhältnissen leben? Dann habe ich auch munkeln gehört, daß Jaspensen deß- wegen plötzlich so unbarmherzig gegen die alte Frau auftritt, weil Fräulein Marie seinen Jungen nicht zum Mann nehmen mag."
„Was?" fuhr der sonst so gleichmüthige Doktor auf, „diesen ungeschlachten Tölpel soll das gute Kind heirathen? Warum hast Du mich nicht schon längst von dieser Sachlage unterrichtet? Da, nimm den Sekretärschlüssel, nimm Alles an Geld und Papieren, was Du findest, und bezahle damit den herzlosen Kerl. Sage ihm auch . . . ."
„So viel ich weiß", unterbrach ihn Stein, „hast Du Geld genug, um das ganze Haus zu kaufen. Bei mir liegt auch noch einiges Baargeld für Dich."
Zu Hause angelangt, schob Thenn den Prokurator in seine Arbeitsstube und stürmte in das Wohnzimmer der Frau Dresner. „Wo ist die Großmutter?" fuhr er das junge Mädchen an, das bestürzt ihm entgegentrat.
„Sie ist nicht ganz wohl und deshalb schon Mittags zu Bett gegangen."
„Aber liebes Fräulein, ich muß mit der Großmutter sprechen, augenblicklich. Sagen Sie ihr, ich ließe Sie bitten, mich zu empfangen."
In der nächsten Minute stand Thenn mit glühendem Gesicht und fliegendem Athem vor der alten Frau. „Verehrteste" , stieß er heraus, ich weiß