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stellen, nach welchem die Reservefonds der Lebens­versicherungs-Gesellschaften und andere Prämien­reservefonds von der Rentensteuer' auszunehmen seien.

• Die Budgetkommission genehmigte den Nachtragsetat unverändert bis auf die für die Korrektion des Nheinstromes von Mainz bis Bingen geforderte erste Rate, worüber die Abstimmung ausgesetzt wurde, bis der bezügliche Vertrag mit Hessen vorgelegt ist. Der Regierungsvertreter sicherte dessen Vorlegung zu.

• Der ehemalige Landwirthschastsminister von Selchow ist in Brandenburg a. d. Havel gestorben.

* Dresden, 25. Febr. Staatsminister Frie­sen ist heute früh gestorben.

* Darmstadt, 25. Febr. Eine Regierungs­vorlage an die zweite Kammer fordert 20,000 Mk. behufs Erhebungen über die Lage der Landwirth- schaft in Hessen.

Oesterreich - Ungarn.

* Pest, 23. Febr. Das Abgeordneten­haus acceptirte einhellig die mit Frankreich am 18. Februar abgeschlossene Handelskonvention. — Die Mörder M ailath's wurden heute Mor­gen durch den Strang, in der Reihenfolge Spanga, Pitely, Berecz, hingerichtet.

Schweiz.

* Bafel, 25. Febr. Die Bevölkerung Ba­fels nahm gestern mit fast zwei Drittel Mehrheit den Großrathsbeschluß vom 5. Februar an, wel­cher die Ordensgeistlichen aus den katholischen Privatschulen ausschließt.

Frankreich.

* Paris, 23. Febr. Der ehemalige Kriegs­minister General Borel ist gestorben.

* Paris, 23. Febr. Prinz Napoleon empfing gestern 80 Delegirte des Revisionisten-Komitees von Paris in Gegenwart des Prinzen Viktor und beantwortete deren Adresse wie folgt: Die Anwe­senheit der Delegirten beweise, daß, wenn es sich um die Vertheidigung der nationalen Souveränetät und der Volksrechte handele, man sich stets an einen Napoleon wenden könne. Er sei erfreut, seinen Sohn an der Seite zu haben; dies beweise, daß Einigkeit in seiner Familie herrsche, und daß es unmöglich sei, den Vater vom Sohne zu trennen, wie es unmöglich sei, die Napoleons von der Sache des Volkes zu trennen. Der Prinz erklärt sodann, der böse Wille Einzelner entstelle die friedliche und _ gesetzliche Agitation. Die Konstitution von 1875 sei durch orleanistische Jntriguen eingeführt, sie unterordne alles dem Parlamente und liefere die Regierung unverantwortlichen Majoritäten aus. Dies sei die Ursache des Uebels, woran Frankreich leide, dessen Symptome bereits beunruhigende würden. Die Opportunisten wollten eine Revision in diesem Jahre verhindern. Redner hoffe, es werde ihnen dieses nicht gelingen. Man werde nicht auf die Leute hören, welche großsprecherische und aufrührerische Politik predigten; man werde vielmehr die große loyale Politik der gerechten Volksansprüche befolgen. „Setzen Sie Sich kühn an die Spitze der Bewegung, das Volk wird Ihnen folgen. Ich spreche zu Ihnen weder von mir, noch von meinem Sohne, sondern blos von dem Prinzipe, welches ich vertrete. Dem Volke gehört das Recht, seine Regierung zu konstituiren und denjenigen zu wählen, den es für fähig hält, es zu führen".

* Saint-Etienne, 24. Febr. Im Cirkus fand heute ein von 3000 beschäftigungslosen Ar­beitern besuchtes Meetig statt, wobei Cyvcot den Ehrenvorsitz führte. Der Präfekt erklärte der von dem Meeting abgesandten Deputation gegenüber, er sei ohne Heilmittel wider die wirthschaftliche Krisis, wolle aber alles Mögliche thun.

machen und sie dann auf dem Balle zu sehen fiel es ihm ein, wenn Frau Dresner im Gespräch über diesen Punkt auch das Bedenken geltend gemacht hatte, daß es Marie an der paffenden Balltoilette fehle, und er nahm sich vor, dasselbe gründlich zu beseitigen. Wenn er nur nicht wieder darauf ver­gäße! Aber nein, diese unselige häßliche Zerstreut­heit wußte endlich einmal aufhören, er wollte sie mit aller Kraft bekämpfen, und wäre es auch nur, um sich nicht öfter noch vor dem geliebten Mäd­chen lächerlich zu machen. Mit diesem guten Vor­satz kam er nach Hause und fand bald die nach den Mühen des Tages wohlverdiente Ruhe.

(Fortsetzung folgt.)

England.

* London, 23. Febr. Im Unterhaus« wurde die Adresse schließlich definitiv ange­nommen. Der Sprecher kündigte an, daß er zu seinem Bedauern sein Amt niederlegen müsse. Gladstone theilte mit, er werde am Montag ein Dankesvotum für den Sprecher beantragen, sowie den Erlaß einer Adresse an die Königin, in wel­cher um eine Auszeichnung des Sprechers gebeten werden soll.

Rußland.

* Petersburg, 25. Febr. Das Regierungs­blatt von Astrachan meldet unterm 4. d., daß die bei dem Sturme auf einer Eisscholle ins Meer getriebenen Fischer sich gerettet haben.

Aus dem Sudan.

* Kairo, 22. Febr. Offizielle Nachrichten aus Suakim bestätigen, daß die Uebergabe Tokar'S nicht durch Bkangel an Lebensmitteln, sondern durch Meuterei eines Theiles der egyptischen Garnison, namentlich egyptischer Offiziere, herbeigeführt wurde. Man glaubt, daß die englische Expedition sofort zurückkehren werde. Ein Theil der egyptischen Garnison Karthums bat sich bereits eingeschlfft, um nach Kairo zurückzukehren.

* London, 23. Febr. Bezüglich der Ueber­gabe Tokar's rathen die Morgeablätter von der Zurückziehung der Expedition ab. .Times' empfiehlt Vorrücken der britischen Truppen zum Zweck der Rettung der andern Garnisonen des Sudans. .Daily Telegraph' meint, die Zurückziehung im gegenwär­tigen Moment werde später eine Armee von 25,000 Mann zur Vertheidigung des eigentlichen Egyptens nothwendig machen.

* Kairo, 23. Febr. General Stephenson hat nach London telegraphirt und angesichls der gegen­wärtigen Lage von der Regierung Instruktionen erbeten. Dieselben sind bis jetzt nicht eingetroffen. Inzwischen hat General Graham Befehl erhalten, sich in Trinkitat zu behaupten, bis positive Nach­richten über die Vorgänge bei Tokar vorliegen. — In Suakim wurden heute 300 Husaren nach Trinkitat eingeschifft. Der von Trinkitat heute Abend zurückgekehrte Dampfer berichtet, daß in Trinkitat alles ruhig sei.

* Suakim, 23. Febr. Hewitt, Graham und Baker Pascha mit dem Stab der britischen Expe­dition sind heute früh nach Trinkitat abgegangen.

* London, 24. Febr. Der ,Observer' meldet aus Kairo vom gestrigen: General Gordon erließ ein Manifest von Khartum aus, welches die Jn- urgenten benachrichtigt, daß der Sultan und Be- -errscher aller Gläubigen beabsichtige, eine große Armee zur Eroberung des Landes zu entsenden; er ermahnt dieselben, seine Friedensofferten anzu- nehmen, um sich dadurch vor einer türkischen In­vasion zu bewahren. — Aus Tokar liegen keine weiteren Nachrichten vor.

* Suakim, 24. Febr. Die nubischen Truppen weigern sich, sich nach Trinkitat einschiffen zu lassen, unter dem Vorgeben, daß die Kugeln aus ihren Gewehren die von den Aufständischen geführten Schilder nicht durchbohren könnten; auch vermöch­ten sie nicht einzusehen, weshalb man ihrer be- । dürfe, nachdem bereits englisches Militär nach | Trinkitat abgegangen sei.

* Suakim, 24. Febr. In Trinkitat sind nunmehr 4300 Engländer ausgeschifft. Man ge­wahrt den Feind von allen Seiten und schätzt seine Stärke auf 10- bis 12,000 Mann. Die nubischen Truppen, welche die Einschiffung verweigerten, werden als Kameeltreiber verwendet.

* Suakim, 24. Febr. General Graham schickte eine Avantgarde von 200 Mann Cavallerie vor- aus und läßt eine weitere Abtheilung folgen. Man hofft, morgen bis Tokar zu gelangen. Die Truppen haben unweit Trinkitat Verschanzungen errichtet. Die Negertruppen in Suakim gelten für nicht zu­verlässig

* Kairo, 24. Febr. Aus London sind hier Befehle eingetroffen, wonach der Marsch der eng­lischen Truppen nach Tokar vorläufig unterblei­ben soll.

* Kairo, 24. Febr. General Stephenson äußerte den dringenden Wunsch, ihm den Vor­marsch gegen Osman Digma zu gestatten, dessen Streitkräfte bei El-Teb vereinigt sind. Hartington hat hierauf den Vormarsch, welcher am Montag beginnt, angeordnet.

parlamentarisches.

Berlin, Sonnabend, 23. Februar.

In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses entspann sich bei der dritten Berathung der Hannoverschen Kreisordnung eine ausgiebige Generaldebatte, an welcher die Abgeordneten Richter, v. Eyneru, Brüel und Windthorst Theil nahmen, sodann wurden die 88 1 bis 24 ohne Diskussion angenommen.

Nachdem auch § 25 (der frühere § 24 a), zu welchem wiederum mehrere Redner und darunter die Abgeordneten Bachem und Windthorst das Wort genommen hatten, Annahme gefunden, die SS 26 bis 122 aber zu keiner wei­teren Diskussion Anlaß gegeben, wurde über das ganze Ge­setz namentlich abgestimmt und dasselbe mit 270 gegen 59 Stimmen angenommen.

Auch die Minister stimmten für dasselbe, ebenso die große Mehrzahl des Centrums, nur die Abgeordneten Windthorst, Bachem, Lieber und einige Andere stimmten mit Nein.

Zur Generaldebatte bei der dritten Berathung der Pro­vinzialordnung für Hannover hatten sich wiederum eine Reihe Redner gemeldet. Den ersten derselben, dem Abg. Dirichlet und demAbg. v.Lenthe, antwortete alsbald der Minister des Innern, der ausführlich auf die gegen die Vorlage erhobenen Einwendungen und die dazu gestell­ten Anträge einging.

Nur mit dem Anträge Windthorst's, wonach den Kreisen mit mehr als 30,000 Einwohnern 2 Abgeordnete zum Provinziallandtage zu gewähren, statt die Zahl 40,000 festzuhalten, erklärte sich der Minister einverstanden.

Nach dem Abgeordneten Köhler trat der Abgeordnete Windthorst mit vieler Wärme für seinen ersten Antrag ein, welcher den Hannover'schen Standesherrn den Sitz im Provinziallandtage sichern will.

Bei der Spezialdiskussion zu Artikel 1 gab der Abg. v. Rauchhaupt die Erklärung ab, daß er mit vielen seiner politischen Freunde heute wie bei der zweiten Be­rathung für die Kommissionsvorschläge stimmen werde.

Alle Anträge zu Artikel 1 wurden abgelehnt, mit Ausnahme des Antrages Windhorst, welcher den Kreisen zwei Abgeordnete gewährt, auch wenn sie nur 30,000 Einwohner zählen.

Die Annahme des Artikels 1 erfolgte, nachdem die Wiederherstellung der Kommissionsvorschläge nach dem Anträge des Abgeordneten Boedicker in namentlicher Abstimmung mit 169 gegen 147 Stimmen abgelehnt war. Demnächst wurde das ganze Gesetz angenommen. Die Resolution, welche von dem Abg. Schlaeger befürwortet wurde, erhielt nicht die Majorität des Hauses. Die nächste Sitzung wurde auf Dienstag Vormittags 11 Uhr anbe­raumt und der Rest der heutigen Tagesordnung und einige andere Vorlagen auf die Tagesordnung gesetzt.

Aus Staöt, Provinz und Nacbbargebret.

Fulda, Dienstag, 26. Februar.

+ Die Zusammenstellung der von den hiesigen Gewerbetreibenden für das Jahr 1884/85 aufzu­bringenden Gewerbesteuer ergibt eine Summe von 14,058 Mk. Da dieselbe Steuer für das Jahr 1883/84 nur 1'1,190 Mark betrug, so erwächst der Stavt Fulda trotz der vielfachen Milderungen, welche höheren Orts bewilligt worden sind, doch immer noch eine jährliche Mehrbelastung von 2868 M.

Ö Die gestrige karnevalistische Sitzung des „Kaufmännischen Vereins" war von Mit­gliedern und Gästen sehr gut besucht. Der Abend gestaltete sich, wie allgemein anerkannt wurde, zu einem hochamüsanten. Der für das Arrangement des Festes eingesetzte Ausschuß hatte es verstanden, in wenigen Tagen etwas recht Gediegenes (d. tz. in puncto des Humors und Scherzes) zu inszeniren und der Versaimnlung ein Slück echten rheinischen Karnevals vor Augen zu führen. Unter den zahlreichen Masken gab es manche köstliche und in ihrer Art mustergültige Figur, und wir würden meh­rere Spalten füllen können, wollten wir die Leist­ungen der verschiedenen Originaltypen, z. B. des genialen Abgesandten des Mahdi, des sehr schlag, fertigen, redelustigen, urgelungenen Münchener Professors, des in Kostüm, Sprache und Geste täuschend wiedergegebenen egyptischen Schlangen­bändigers, des Affendoktors u. s. w., sowie die Veranstaltungen und Vorträge der Mitglieder des närrischen Bundesrathes sammt Trinkrath und Ceremonienmeister und die gewandte Leitung der Ver­sammlung durch den närrischen Kanzler in das rechte Licht stellen. Die Reden und Ansprachen waren alle mit Witz und Humor gewürzt, und konnte es natürlich nicht ausbleiben, daß auch einige neuerliche lokale Begebenheiten wiederholt in zwar schneidiger, aber dennoch durchaus harmloser Weise die passende Kritik, Meta-Kritik und Anti-Meta-Kritik fanden. Einer geziemenden Einladung des Vorstandes der „Winfridia" folgend, stattete die närrische Ver­sammlung in stattlichem Zuge den oberen Sälen der „Harmonie" einen kurzen Besuch ab, was unter den Sangesschwestern und Sangesbrüdern sichtlich eine freudige Bewegung heroorrief. Der seßhafte Theil