Fuldaer
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fehlt, ist sie nichts mehr, als eine vage Verläum- dung, bestimmt, Haß und Zwietracht zu (elften.
Uebrigens kann nur ein lächerlicher Fanatismus dem allgemeinen Ausdruck „Feinde der Kirche" eine solche spezielle und geradezu persönliche Wendung geben wollen, insbesondere da der Erlaß ausdrücklich die Beseitigung der Nothlage in der ganzen katholischen Welt hervorhebt.
Um die Wahrheit und Gerechtigkeit ist es dem Artikelschreiber aber auch offenbar nicht zu thun, ihn leitet nur der eine Gedanke, den Hochw. Herrn Erzbischof immer mehr zu mißkreditiren, seine Rückkehr als unmöglich darzustellen. Der harmlose Erlaß ist sozusagen bei den Haaren herbeigezogen, um eine Veranlassung zu wiederholten Schmähungen gegen den Herrn Erzbischof zu bieten. Daß grade jetzt diese Veranlassung eifrig gesucht wird, ist unschwer zu begreifen. Schrieb doch die ,Nat.-Ztg.' vor einigen Tagen, daß „in Abgeord- netenkreisen Gerüchte cirkuliren, denen zufolge die Möglichkeit einer Rückberufung auch des Herrn Erzbischofs von Köln nicht in dem Maße als ausgeschloffen zu betrachten fei, wie man nach der bekannten entschiedenen Erklärung des Kultusministers annehmen mußte". Solche Gerüchte sind natürlich für die .Köln. Ztg.' und ihre Berather höchst beängstigend, deßhalb suchen sie auf's Neue auf hohe und höchste Kreise einzuwirken, indem sie den Herrn Erzbischof beim Kaiser selbst als einen Gegner der Hohenzollern denunziren.
Wir wiffen nicht, was an jenen „Gerüchten" Wahres ist, wir wiffen auch nicht, inwieweit der etwas bestimmteren und präziseren Version, daß der hochwürdigste Herr Erzbischof Paulus von Köln unter Bestellung eines Koadjutors „begnadigt" und zurückberufen werden solle, Glauben beigemessen werden darf. Sollten aber diese Gerüchte, was wir fast annehmen möchten, einen reelleren Hintergrund haben, so werden hoffentlich auch die Tiraden der .Köln. Ztg.' den Gang der Ereignisse nicht aufhalten können.
Zur Charakteristik des Artikelschreibers der .Köln. Ztg.' sei aber noch folgender Passus mitgetheilt, den wir aus Ehrfurcht vor den Lehren und Ge
Kölner Erlaß zum Gegenstände einer frivolen Kritik gewacht? Den Grund erfahren wir aus dem Artikel selbst. Derselbe knüpft an die gewiß sehr harmlose Stelle des Erlaßes, wonach „das Rosenkranzgebet eingeführt worden ist, um durch die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter den himmlischen Schutz und Beistand gegen die Feinde der Kirche zu erlangen", folgende ungeheuerliche Kritik an:
„Und welche Feinde der hochwürdige Herr darunter versteht, ist leicht zu errathen, wenn man sich daran erinnert, daß gerade Melchers bei der üblichen Einsendung der Berichte über den Status der Diözesen beim Regierungsantritte des neuen Papstes diesen vor den Hohenzollern gewarnt hat, „da sie immer feindlich gegen die Kirche gewesen seien". Da diese Berichte dem Kardinal-Kollegium mitgetheilt wurden, blieb der Inhalt kein Geheimniß. Noch jüngst warf das seinen Namen nicht ganz mit Unrecht tragende Aachener.Echo' die höhnische Frage auf: „ob vielleicht deshalb der hochwürdigste Herr zurückberufen würde, weil er den heil. Vater „zu gründlich" über die wahre Natur des protestantisch-preußischen Regiments aufgeklärt habe". Das bezieht sich offenbar auf jenen Bericht des Herrn Melchers an den Papst bei des letztem Regierungsantritt. Die Herren vom Centrum stellen sich sehr viel unwissender, als sie sind, wenn sie meinen, für die Nichtzurückberufung des Herrn Melchers lägen keine besonderen Gründe vor."
Man sollte fast glauben, der Artikel sei aus „Elberfeld-Berlin" bezogen, die seltsame Art der Beweisführung, wie auch die Lust am Fabu- liren, an der Erfindung und Aufwärmung unwahrer Behauptungen läßt wenigstens auf einen gewiffen, nicht näher zu bezeichnenden Autor schließen. Gegen den märchenhaften angeblichen Bericht des hochw. Herrn Erzbischofs über die Kirchen- feindlichkett der Hohenzollern brauchen wir schon deshalb nicht eingehender zu protestiren, weil die bezügliche Behauptung unbewiesen ist. Solange aber der Beweis für die fchon in ihrer Form mehr als unwahrscheinlich klingende Unterstellung
Mütterliche Eifersucht. 19
Nach dem Französischen des Eugen Müller frei bearbeitet. (Schluß.)
„Ich hatte schon zu viel Worte verschwendet, als daß ich darauf hätte vertrauen sollen. Deshalb zog ich es vor, zu schweigen und sie ihren eignen Gedanken zu überlasten. Und das hat geholfen. Ich glaube, daß sie voraussah, Dein Vater werde jetzt selbst noch weitere Schritte thun, und daß sie sich von ihm an Großmuth nicht übertreffen lasten wollte".
„Wieder eine Art Stolz, aber hätten sie beide nie einen anderen gekannt".
„Höre, was sie mir sagte, nachdem sie schweigend dagesesten hatte: Heinrich, wenn es sich um eine Heirath zwischen zwei jungen Leuten handelt, wüsten denn die Eltern des Mädchens den ersten Schritt thun?"
„Nein, Mutter, war die Antwort".
„Wenn Du also Deine Nichte heirathen wolltest, so müßte ich das ihrem Vater miltheilen?"
„Ja, Mutter".
„Ist das wirklich Deine Ansicht?"
„Gewiß, Mutter".
„Nun, dann werde ich gehen".
„Du kannst Dir leicht denken, daß ich mich so- fort auf den Weg machte, um Dir beizukommen. Sage Mariechen, ist es nicht ein großes Glück, wenn wir uns lieben und dadurch unsere Eltern mit einander versöhnen?"
* Eine Infamie.
Das sog. rheinische Weltblatt, die .Kölnische Zeitung', darf es sich diesmal kaum zur besonderen Ehre anrechnen, wenn katholische Blätter sich noth- gedrungen in weitläufigerer Weise mit ihr befaffen. Dasselbe Blatt, welches vor einigen Monaten mit seinen versöhnlich gehaltenen kirchenpolitischen Abhandlungen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog, dieselben aber gleich nachher für eine Phantasie-Studie ohne jede aktuelle Bedeutung ausgab, läßt sich jetzt wieder zu Ausführungen verleiten, welche von einem wahrhaft fanatischen Haß gegen die katholische Kirche, ihre Lehren und Gebräuche und insbesondere gegen den Hochw. Herrn Erzbischof von Köln, Paulus Melchers diktirt sind. In einer -(--Korrespondenz „Vom Rheine" kritisirt das nationalliberale Blatt den neuesten Erlaß des Herrn Erzbischofs über das Rosenkranzgebet. Der haßerfüllte Artikel beginnt mit den charakteristischen Worten: „Es wird dem „verbannten" Erzbischof Melchers schwer, längere Zeit sich des Briesschreibens zu enthalten. Und „diesemnach" hat er „am Orte seines Exils" einmal wieder „die Feder ergriffen". Der Stil ist der Mensch, jagt Buffon." Dieser boshaften Einleitung folgt der wörtliche Abdruck des bezüglichen Erlasses, an dessen stilistischer Fassung kein vernünftiger, mit der Terminologie der Kirche und des Kultus vertrauter Mensch etwas wird aussetzen können. Aus dem Ganzen geht nun deutlich genug hervor, daß der Verfaster, trotzdem er den Wortlaut des Erlaffes mittheilt, keine Klarheit darüber gehabt hat, daß dieser Rosenkranz- Erlaß keineswegs eine „Spezialität" des Herrn Erzbischofs von Köln ist, sondern daß alle Bischöfe der gesammten katholischen Welt auf Grund des Dekretes der Riten-Kongregation vom 6. Januar dieses Jahres sich in gleichem Sinne an ihre Diözesanen wenden oder gewandt haben.
Die entsprechenden Erlaffe der übrigen deutschen Bischöfe resp. Generalvikariate sind, wie es auch der .Köln. Ztg.' aus der Presse bekannt sein könnte, in demselben Sinne, wie der des Herrn Erzbischofs Paulus gehalten. Weshalb wird daher nur der
raum eingetreten waren, sagte der Aeltere zu seinem Begleiter, auf das Haus hinzeigend:
„Hörst Du? ... . da drinnen gibt es einen kleinen Streit."
„Ich kann mir schon denken, worum es sich handelt."
„Nun, das meine ich auch."
Während die ausgeschirrten Thiere allein den Stall aufsuchten, traten Beide ins Haus und der Aeltere rief, indem er einen scheltenden Ton annahm: „Wollt ihr wohl ruhig fein, ihr Frauen! Was habt ihr denn wieder?"
Eine hübsche junge Frau kam ihnen in der Hausflur entgegen und rief lachend:
„Was meinst Du, Vater, ich kann doch nicht zugeben, daß die Mutter diesem Kinde immer den Willen thut."
„O," — meinte spöttisch der junge Mann, — „einem Kinde von zwei Monaten seinen Willen thun!"
„Meinst Du denn, es hätte noch keinen Willen? Es weiß schon gut zu unterscheiden, ob es in der Wiege liegt, oder getragen wird. Sobald man es in den Korb legt, fängt es an zu schreien. Wenn man der Großmutter folgen wollte, so müßte es bald den ganzen Tag getragen werden."
„Du hast ja keine Mühe davon, sagte diese, welche mit der kleinen Sünderin auf dem Arme eben aus dem Zimmer trat. Dann begann sie, das ruhig schlummernde Kind sanft und leise zu
„O gewiß, wie glücklich bin ich, daß Du mir Deine Liebe geschenkt hast!"
Plötzlich blieb Heinrich stehen und richtete forschend feinen Blick auf das Mädchen: „Du wirst doch nicht Deinem Vater zu Liebe, um die Versöhnung zwischen ihm und meiner Mutter zu Stande zu bringen . . . mich mit in den Kauf nehmen?"
„O Du Böser! Wenn Du glaubst, daß ich Dich nicht lieb habe, so ist es ja noch Zeit . . ."
Der junge Mann schloß ihr den Mund, indem er einen Kuß auf die rosigen Lippen drückte.
Sie ließ es geschehen und sagte: „Ein Glück, daß Deine Mutter es nicht sieht".
„Wie meinst Du das, Mariechen?"
„Sie würde auf den Verdacht kommen, daß Du mich mehr liebst als sie".
„Hast Du das schon bemerkt?"
„Schon am ersten Abend. Ich fürchte nur, daß dies schwer zu heilen ist".
„Arme Mutter! Ja gewiß, darin bist Du schwer zu heilen. Gebe Gott, daß ihr die Selbstüberwindung nicht zu schwer wird".
Es mären bereits vierzehn Monate seit jener Erntezeit verflossen, da kehrten an einem schönen Herbsttage zwei Männer, ein jüngerer und ein älterer , mit ein paar kräftigen Pferden aus dem Felde aus ihren Hof zurück. , Ihre Kleider waren arg bestaubt, und helle Schweißtropfen rannen ihnen über die Stirne. Als sie eben in den Hof-