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Freitag, den 15. Februar

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die Jagd an Sonn- und Feiertagen nur nähr.nd der Gottesdienststunden zu verbieten. Die Un­fallversicherungsvorlage ist dem Bundesrath zuge­gangen und hat 106 Paragraphen. Zahlreiche wesentliche Abänderungen wurden vorgenommen, wobei die Beschlüsse des Volkswirthschaftsraths be- rücksicktigt wurden. Ueber die Berufung des Reichstags wird erst Beschluß gefaßt, wenn der Bundesrath das Gesetz durchberathen hat, da daran festgehalten wird, daß es sofort beim Zusammen­tritt des Reichstags vorgelegt werden soll. Die Ausschüsse des Bundesraths haben gestern mit der Berathung deS Aktiengesetzes begonnen. (F. I.)

* Es ist berichtet worden, datz die Zucker- En q u e t e - K o m m i s s i o n sich über folgende Punkte geeinigt habe: Beibehaltung der Besteuerung der rohen Rüben, Erhöhung der Rübensteuer, Herab­setzung der Bonifikation und keine besondere Be­steuerung der Melasse. Dazu wird der .Kreuzztg.' geschrieben: Von betheiligter Seite wird erklärt, daß die Kommission über diese Punkte keinen Be­schluß gefaßt habe, daß die genannten Aufstel­lungen bis jetzt nur von den Referenten gemacht seien. Doch wäre die Annahme dieser Sätze nicht nur seitens der Kommission, sondern auch seitens der Reichsregierung sehr wahrscheinlich, mit Aus­nahme eines einzigen, nämlich der Erhöhung der Rübensteuer. Bestätigt wird, daß man in Ueber- einstimmung mit den früher gehörten Sachverstän­digen nach dem gegenwärtigen Zuckerfabriksbetriebe 10.75 Ctr. Rüben als Grundlage für die Ge­winnung eines Centners Zuckers angenommen hat, während früher mehr als 11 Ctr. dazu für nolh- wendig erachtet wurden. Hierin liegt die Erhöh­ung der Steuer und damit wäre auch eine Herab­setzung der Exportprämie um 40 Pfg. bedingt. In dieser Form und mit dem genannten Vor­schläge dürfte die betr. Vorlage, wie von bethei­ligter Seite verlautet, an den Reichstag gelangen.

* Die,Nationalliberale Korrespondenz' hört, daß eine Vorlage wegen Herabsetzung der Rechtsan­waltsgebühren in Vorbereitung sei.

* Die verstärkte Gemeindekommission des Ab­geordnetenhauses nahm mit 14 gegen 5 Stimmen

Deutsches Reich.

Fulda, 15. Februar.

* Das Gutachten der preußischen wissenschaft­lichen Deputation für das Medizinalwesen, betref­fend die U eberbürdung der Schüler in den höheren Lehranstalten, an den Kultusmini­ster, ist dem preußischen Abgeordnetenhause zuge­gangen. Es ist eine sehr umfassende Arbeit, aus welcher eigentlich nur hervorgeht, daß „für ein wissenschaftliches Gutachten über die Ausdehnung einer Ueberbürdung der Schüler der höheren Un­terrichtsanstalten die Unterlagen fehlen". Soweit die letzteren vorhanden waren, verbreitet sich das Gutachten über die zum Militärdienst untauglich befundenen Schüler, über Selbstmord und Geistes­krankheit unter den Schülern, über Kurzsichtigkeit, Blutandrang zum Kopf, Kopfweh, Nasenbluten und allgemeine Schwächezustände der Schüler, un­ter Hinweis darauf, daß alle diese Erscheinungen vielfach auf die Arbeitsüberbürdung der Schüler zurückzuführen seien. Es folgen dann Mitthei­lungen über die einzelnen Ursachen der Ueberbür­dung. Jnr Großen und Ganzen geht daraus her­vor, daß die Dauer der Schul- und Arbeitszeit eine durchaus anderweite Eintheilung erheische. Schließlich wird das Hauptgewicht auf eine um­fassende Betheiligung der Aerzte bei Beaufsichtigung der Schule gelegt.

* Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' bemerkt über die amerikanische Bill, betreffend Repressiv­maßregeln gegen diejenigen Länder, welche aus sanitären Rücksichten die Einfuhr amerikanischer Produkte hindern: Die Spitze dieser Bill lei augen­scheinlich gegen Deutschland allein gerichtet. Wir wissen nicht, ivarum gerade Deutschland, welches Amerika gegenüber stets freundschaftliche Gesinn­ungen gehegt habe, so unfreundliche Behandlung in Amerika erfährt. Die deutsche Regierung würde äußerstenfalls durch Gegenmaßregeln antworten müssen.

Berlin, 14. Februar.

* Die Jagdordnungskommission hat be­schlossen, den Jagdschein auf 10 Mark festzusetzen,

Mer Du hättest es gethan, wenn ich nicht da­zwischen gekommen wäre und Dich daran gehindert hätte." t „

Du hättest mich nicht daran hindern sollen.

',Wie, Du willst sagen, daß es Unrecht von mir mar, Deine Unterredung mit dieser Person zu stören? Ich war kurz hinter Dir aus dem Hause getreten und hörte, wie Du nut ihr sprackst. Als ich Dich ruf, da that ich es deshalb, weil ich mich nicht stark genug fühlte, das anzuhören, was Du zu sagen im Begriffe warst. Ich habe mir einen großen Verdruß erspart."

§cinrid) mußte über den Ausdruck unwillkürlich lachen. „ . , „ .

Die Mutter, welche bisher gesprochen hatte, in­dem sie ihn nur von der Seite ansah, erhob sich hastig und stellte sich vor ibn hin: „Du lachst? Ist das die Antwort auf meine Klagen? Du lachst, während ich weinen möchte! Also war meine Prüfung noch nicht zu Ende. Wer mir früher gesagt hätte, daß Du eines Tages so gegen mich handeln weidest, dem hätte ich erwidert: 91 in, das ist nicht möglich. Heinrich liebt mich, ich be­sitze sein ganzes Herz und werde es immer be­sitzen. Aber ich sehe es wohl, Du liebst mich nicht mehr, um anstatt meiner eine Andere zu lieben. Tu lachst über mich und denkst ... an diese her­gelaufene Person."

Bei diesen Worten fuhr Heinrich, _ der bisher seiner Mutter ruhig zugehört hatte, heftig auf und

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den Antrag Straßmann-Zelle auf Erlaß eines Ge­setzes, betreffend Abänderung der Städteordnung der sechs östlichen Provinzen vom 30. Mai 1853, an.

* Leipzig, 14. Febr. Dem Vernehmen nach ist der bei Weitem größte Theil der bei dem Post­diebstahl entwendeten Werthobjekte bereits wieder im Besitze der Postverwaltung. Der muthmaß- liche Thäter ist bereits festgenommen.

* München, 14. Febr. Nach lebhafter De­batte in der Kammer nahm dieselbe die beiden letzten Anträge betreffend die Ehebeschränkung an, sodann das Gesammt-Gesetz mit 82 gegen 64 Stimmen. Rittler stimmte gegen die Anträge und stieß in Folge dessen sehr lebhaft mit mehreren Fraktionsgenossen zusammen.

Frankreich.

• Paris, 13.Febr. Nach einem Telegramm Courbet's vom 8. Februar sind die Mandarinen, welche die Niedermetzelung der Christen in Than- hoa zuließen, auf Befehl des Hofes von Hue vor Gericht gestellt und bestraft worden.

» Paris, 13. Febr. ,Patrie' sagt, die Metze­leien in Thanhoa seien leider nicht die einzigen. Der Bischof Gaspar, apostolischer Vikar von Nord- Cochinchina, melde schreckliche Metzeleien in der Umgegend von Hue. Mehrere christliche Nieder­lassungen wurden zerstört, mehr als fünfzig Christen umgebracht. Von hochgestellten Mandarinen ge­dungene Banden durchzögen das Land mit dem Rufe: Tod den Christen, Tod den Franzosen! da­bei plündernd und mordend. Das Vikariat in Ost- Cochinchina laufe die gleich: Gefahr. Die Chrfften der Umgegend von Turanc verließen die Dörfer und begäben sich nach Quinhon, ivo sie hofften, Franzosen anzutreffen. — ,Temps' versichert, die telegraphische Verbindung mit Tonking werde morgen fertiggestellt sein.

* Paris, 14. Febr. Die Regierung beschloß, in das Budget pro 1885 keinerlei neue Ausgaben aufzunehmen. Die Anwendung des Elementar­lehrergesetzes, wonach die Erhöhung der Lehrer­gehalle eintreten soll, wurde bis auf Weiteres ver­schoben. Die Herstellung des Gleichgewichts im zog die Augenbraunen zusammen. Das Blitzen seiner Augen enthielt einen energischen Protest.

„Ja, fuhr die Mutter, immer heftiger werdend, fort, eine Landstreicherin, welche Dich in ihren Netzen zu fangen sucht. Du läßt Dich durch ihre Schönheit reizen und glaubst ihrem unschuldigen Gesicht. Unschuldig soll das Mädchen sein! O, daß ich es vorgestern Abend aus meinem Hause gejagt hätte trotz Donner, Sturm und Regen! Die soll unschuldig sein, die diesen Morgen mit dem rohen Godin freundlich that, die ohne Zögern und ohne Scham sich von Dir zu einer Zusammenkunft bewegen ließ, als ob Deine Worte für sie Befehle wären, denen sie ohne Widerspruch gehorchen müßte. Nein, sie ist nicht unschuldig, sie will Dein armes Herz in Bssitz nehmen und bietet alle Künste dafür auf. Leider scheint sie ihrem Zil schon ziemlich nahe zu sein. Oder ist es nicht so?"

Malier Anselm hatte sich immer mehr in ihren Zorn hineingeredet und wurde in dem Maße hef­tiger, als Heinrich sich gleichgültig und zurückhal­tend zeigte. Diese kalte Zurückhaltung ließ sie das Schlimmste befürchten. Auch jetzt gab er keine Ant­wort, sondern starrte finster vor sich hin. k

Die Mutter fuhr fort: „Du hast ihr vielleicht schon vom Heirathen gesprochen! Ist das Dein Ernst? Daan werde ich vor Kummer sterben. Du der Gatte eines solchen Wesens! Welch' ein Leben der Schande, wie viel Verdruß und Thränen stehen Dir bevor! Du hast sie herbeschieden; nun gut,

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A Mütterliche Eifersucht.

Nach dem Französischen des Eugen Müller frei bearbeitet. 10.

Eine halbe Stunde später langten Mutter und Sohn wieder zu Hause an, ohne ein einziges Wort mit einander gesprochen zu haben.

Heinrich hatte sich vorgenommen beharrlich zu schweigen, sowohl um seine Mutter nicht aufzu­regen, als auch weil er ihre Vorwürfe fürchtete.

Er nahm seinen gewohnten Platz im Zimmer ein und blickte träumerisch vor sich hin, indem er zuweilen große Dampfwolken aus seiner Pfeife blies.

Die Mutter gab ihre Pläne nicht so leichthin auf. Wo hätte sie besser auf sein Herz wirken können, als hier, wo sie so oft an dem kleinen Tische zusammengesesien und beim trauten Lampenschein von vergangenen Zeiten geplaudert hatten, hier, wo er so oft Beweise ihrer Liebe empfing?

„Heinrich, mein Kind, was habe ich Dir gethan, daß Du mir kein Vertrauen mehr schenkst?"

„Nichts, ich hake noch immer Vertrauen zu Dir", entgegnete er kurz.

„Nein, das hast Du nicht, denn Du bist nicht offen gegen mich". .

„Du wirst morgen sehen, daß ich so offen bin, als Du es nur wünschen kannst".

„Aber soeben auf dem Hofe?"

„Soeben habe ich nichts gesagt, was Du nicht hören durftest".

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