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zukommen.

Amerika.

* Newyork, 13. Febr. DieÜberschwemmung in Cincinnati ist noch immer steigend, unterhalb Cincinnati hat sich die Lage ständig verschlimmert, die Schilderungen sind herzzerreißend.

« Washington, 12. Febr. Im Reprasen- tantenhause wurde der Antrag eingebracht, die Konvertiruug der Schuld in eine 21/2projentige vorzuschlagen. Diese Maßnahme tritt an Stelle der bereits eingebrachten Vorlage, betreffend tue Emission 2prozentiger Bonds.

nicht gefunden.

— Auf die von Seiten des Herrn Herr lein an den Vorstand und mehrere Mitglieder ves Aufsichtsrathes der Hünfelder Zuckerfabrik sowie einige größere Landwirthe der Kreise Fulda und Hünfeld von Kaffel aus ergangene Einladung, den Betrieb der Zuckerfabrik in Wadern in Augenschein zu nehmen, sowie auf einigen größeren Gü­tern der Nachbarschaft die Fütterungs- und Aufbewahrungs­methode der Schnitzeln und Zuckerrübenblätter bis weit in den Sommer hinein zu sehen, fanden sich mit wenigen Ausnahmen säinmtliche gelavene Herren am verfloflenen Samstag den 9. lfv. Mts. Vormittags in Kassel ein und reisten gemeinschaftlich Nachmittags um 1 Uhr nach Wa­bern, wo dieselben am Bahnhofe von Herrn Gutsbesitzer Metz aus Zennern, dem Vorsitzenden der Zuckerfabrik Wa­bern, sowie einigen anderen Mitgliedern des dortigen Vor­standes und Aufsichtsrathes in herzlichster Weise begrüßt und empfangen wurden. Nachdem der Kaffee ain Bahn­hose eingenommen worden war, erfolgte die genaue Be­sichtigung der in vollem Betriebe nach den neuesten Kon­struktionen eingerichteten dortigen Zuckerfabrik. Dieses großartige Etablissement übertraf dem ,Kreisblatt' zu­folge alle Erwartung, indem mehr als 270 Leute beschäf­tigt waren und es waren einige Stunden erforderlich, um nur alles einigermaßen in Augenschein zu nehmen. Allerwärts herrschte die größte Reinlichkeit, waren die Ar­beiten bestens vertheilt und mußte jeder Besucher den besten Eindruck mit nach Hause nehmen. Hierauf wurde die ganze Reisegesellschaft in das Kasinolokal des dortigen landwirth- schaftlichen Vereins geführt, in welchem sich indessen die Vereinsmitglieder zahlreich eingcfunden hatten. Einige Stunden wurden der gemüthlichen Konversation gewidmet rmd in fröhlichster Weise verlebt und 'Alle beklagten, daß ein längeres Verweilen unthnnlich sei, da die Herren Guts­

besitzer Metz, Stiehl und Hocke zum Aufbruch mahnten Nach herzlichem Abschiede setzte sich die Wagenreihe nach dem nahen Dorfe Zennern, dem wohlhabendsten und am schönsten gelegenen Dorfe Hessens in Bewegung, um der von dort ergangenen Einladung zum Logieren Folge zu leisten. Bei dem von Herrn Metz gespendeten opulenten Abendmahl blieben die Gäste und die geladenen dortigen Her­ren in gehobenster Stimmung bis zur späten Stunde der Nacht vereint. Am andern Tage wurde die Besichtigung einiger grö­ßerer Güter vorgenommen, wo überall die größte Sauberkeit und musterhafte Akkuratesse, sowie ein vorzüglicher Viehstand wahrgenommen wurde. DieHerrenBesitzer erklärten, daß sie durch die zur Fütterung gewonnenen Schnitzel und Blätter in den Stand gesetzt worden seien, den Viehstand zu verdoppeln und durch den rationellen Rübenbetrieb gleichsam gezwungen worden seien, die Ackerwirthschaft in Gartenwirthschaft um­zuwandeln, und dadurch mit einem Worte ihre Felder in lohnender Weise in hohen Kulturzustand versetzt hätten. Freilich wäre dies ohne vorhergegangene Verkoppelung und theilweise Drainirung nicht möglich gewesen. Bei Herrn Gutsbesitzer Stiehl waren die Herren zum gemein­schaftlichen Frühstück eingeladen. Nachdem dies eingenommen war, fuhren die Wagen vor und es ging durch die ge­segnete und bekannte Wabern'sche Ebene, in deren Hinter­grund Fritzlar imposant gelegen ist, nach dem Gute Uden­born, welches ungefähr 780 Acker stellbares Land in etwas höherer Lage umfaßt. Herr Roevers, Besitzer desselben, ist ein geborener Braunschweiger und rühmlichst bekannter Rübenzüchter, der mehr als 150 Acker Rüben alljährlich baut und trotz gänzlichen Mangels von Wieswachs und Einstellung des Kleebaues dennoch über 100 Stück Rind vieh, 16 Pferde und eine ansehnliche Schafheerde in gut genährtem Zustande unterhält. Der erwähnte Herr em­pfing den zahlreichen Besuch in liebenswürdigster Weise, zeigte demselben seine Musterwirthschaft in allen Theilen und überraschte schließlich die eingetroffenen Gäste mit einem exquisiten Mittagsmahl. Nachdem hierauf der Kaffee eingenommen war, mußte zur Rückfahrt nach Wabern ge­schritten werden. Nun hatte die Stunde der Trennung geschlagen, der Abschied wurde von beiden Seiten schwer und die heimwärts kehrenden Gäste aus den Kreisen Fulda, Hünfeld, Lauterbach und Hersfeld baten die sie zur Bahn begleitenden Herren, herzlichen Gruß und Dank den wacke­ren Frauen von Zennern und Udenborn zu übermitteln, wo sie so liebevolle Aufnahme und vortreffliche Bewirth- ung gefunden. Befriedigt und überrascht sind die zu dieser Exkursion Geladenen heimgekehrt und haben sich nach den gesehenen Resultaten überzeugt, welch' segensreiche Wir­kungen der Rübenbau auf die Hebung der Landwirthschafl in der That auszuüben vermag.

(Personalchronik.) Der Apotheker Karl Heinr. Fr. Pi stör hat die Limberger'sche Apotheke zu Oberaula vom 1. Januar c. an käuflich übernommen. — Versetzt: der Ge­richtsdiener Weck (gen. Kirchner) in Rosenthal an das Amtsgericht in Marburg. Der Gerichtsdiener Reith in Marburg an das Amtgericht in Rosenthal. — Der Feld­messer und Katastersekretär Klemens Lammert zu Kaffel ist zum Vermessungs-Revisor ernannt worden. — An Stells des aus dem Gemeindeamts geschiedenen Bürgermeisters Kot he zu Dagobertshausen ist der jetzige Bürgermeister Konrad Hohmann daselbst zum Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Hilgershausen ernannt worden. Als Stellvertreter des Standesbeamten zu Ebsdorf fungirt der Vizebürgermeister Daniel Bender daselbst.

* Neukirchen, 13. Febr. Wie das ,Hersf. J.-Bl.' erfährt, hat sich im benachbarten Rothen­kirchen ein Hüttner, Namens Jakob Karl K e m m- le r, mittelst eines Rasirmessers die Pulsadern ge­öffnet und außerdem am Halse verletzt und ist als Leiche aufgefunden worden. Die durch sein Fernbleiben vom Kaffeetisch besorgten Angehörigen fanden ihn, nachdem sie die von innen verschlossene Thür einer Kammer gewaltsam geöffnet hatten, im Blute liegend leblos vor. Das Raürinesser, mit welchem der Unglückliche die That vollbrachte, lag neben der Leiche.

Eine besondere Zugkraft übten unstreitig die beiden, in vielen Blättern so gerühmten Solisten aus, Frl. Simon und Hr. Kugelmann. Erste« ist in den schwierigsten Intervallen vollständig treff­sicher, der Rhythmus ist ihr angeboren; sie ver­fügt über hervorragend kräftige Stiinmmittel, des­gleichen ist ihr Pianifsimo schmelzend und wohl­tönend, wiewohl uns das fortwährende „Tremolo" nicht gerade angenehnr berührt hat; auch wird die Dan,e in noch größeren Räumen zu singen ge­wohnt sein. Ganz besonders gefiel uns die ge­sangliche und dramatische Auffassung ihrer „Leo­nore". Manche Stellen waren von hinreißender, begeisternder Schönheit, so namentlich: „Wie ich den Schleier hier zerreiße rc." Fräulein Simon ist eine hochbegabte Künstlerin, die jedoch bei ein­facherem Vortrage eines noch durchschlagenderen Erfolges sicher sein kann. Daß die Chöre sich tapfer hielten, muß besonders erwähnt werden, namentlich in der sowohl rhythmisch, als auch tonisch durchaus nicht leichten „Loreley". Gewiß würde der Herr Vereins-Dirigent mit seiner wohl durchdach­ten, deni Texte bestens angepaßten Komposition einen noch größeren Erfolg erzielt haben, wenn sie der Chor — namentlich der an manchen Stellen zu hoch liegende Sopran — recht bewältigt haben würde. Herr Pianist Kugelmann erntete mit seinem „An­dante spianato und Polonaise“ reichen, aber auch wohlverdienten Beifall. Heber das „spianato“ wird sich Mancher den Kopf zerbrochen haben; jedoch wird ihm durch den Vortrag die Bedeutung des Wortes — einfach, auch nicht viel Schattirung — klar geworden sein. Herr Kugelmann spielte sein Stück recht durchsichtig und gewandt, als echter Künstler. Zum Schluffe möchten wir noch eines Herrn gedenken, der in seiner Bescheidenheit so gerne in den Hintergrund treten möchte. Es ist dies Herr Richard Maier. Derselbe spielte zum Vorspiel zu „Lohengrin" das Harmonium so gefühlvoll und fein nüancirt, daß wir ihm, sowie auch seinem Herrn Partner das wohlver­diente Lob spenden müssen.

Q Am Montag hielt Herr Seminarlehrer W. Malkmus seinen Einzug in die Hülfsseelsorge- stelle der Pfarrei Florenberg. Eine Deputation begrüßte den hochw. Herrn vor seinem Abgang, derselbe wurde in einer bekränzten Chaise sodann nach Florenberg abgeholt. Abends brachte die Ge­meinde ihrem neuen Seelsorger einen solennen Fackelzug dar. Am dicken Thurme aufgestellte Böller sandten mit gewaltigem Schall ihren Be­grüßungsdonner zum Florenberg hinauf.

Q Einer Privat-Mittheilung aus Straßburg entnehmen wir, daß der stuck, jur. Atari Ernst, S hn des Regierungs- und Schulraths Ernst (geborener Fuldaer) vor einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Von seiner Mutter mit einer Bestellung beauf­tragt, hat der junge hoffnungsvolle Mann Abends das Haus verlassen und ist nach Allem, was bis jetzt festgestellt werden konnte, in der nebeligen Nacht vom Wege abgekommen und in die Jll gestürzt. Man hat um die Zeit, wo E. an einer ungeschütz­ten Stelle der Jll vorbeikommen mußte, den Hülfe- ruf eines Ertrinkenden gehört. Seine Leiche ist noch

Aus Stabt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, Donnerstag, 14. Februar.

Q Die offizielle Ziehungsliste der Horaser Kirchenbau-Lotterie ist im Druck erschienen und wird morgen mit der .Fuldaer Zeitung' als Bei­lage versandt werden. Die Abnahme der Gewinne kann, wie uns mitgetheilt wird, sofort erfolgen. Heute bereits wird die Ziehungsliste bei Herrn Jos. Schmitt und in der Expedition dieser Zei­tung zu erhalten sein.

Das gestern Abend stattgehabte Konzert des hiesigen Cäcilienvereins wird das anwesende Auditorium gewiß recht sehr befriedigt haben.

• Marburg, 12. Febr. Wie die ,Oberh. Ztg.' hört, hat Herr Professor Dr. Stammler Hierselbst einen Ruf an die juristische Fakultät der Universität Gießen an Stelle Pescatores als or­dentlicher Professor erhalten und angenommen.

* Hanau, 12. Febr. Wie der ,H. A.' hört, hat die Agitation für die Beschaffung der nöthigen Geldmittel zur Errichtung des Grimm-Denkmals in hiesiger Stadt, resp. die einmalige Zeichnung eines Betrags zu diesem Zwecke, dahier einen recht erfreulichen Anfang zu konstatiren. So sind nach erhaltener Mittheilung schon Zeichnungen von 1000 Mark, verschiedene Male 500 und 300 Mark rc. sicher gestellt, ein gutes Zeichen dafür, daß Hanau sich der Ehre würdig zeigt, das nationale Stand­bild in seinen Mauern aufgestellt zu sehen.

* Netra, 10. Febr. In der vergangenen Nacht wurde in der hiesigen Pfarrei und bei Herrn Amtsgerichtssekretär Kaspar eingebrochen. Letzterem sollen 50 M. in baareni (Selbe, sowie Gold- und Silbersachen im Werthe von 400—500 Mark entwendet worden sein. (Eschw. Krsbl.)

* Niedermeiser, 10. Febr. Gestern ver­unglückte, wie der ,Kass. Ztg.' gemeldet wird, in der Kleine'schen Oelmühle der Arbeiter Jor­dan, der zwischen eine Transmission gerathen war. Der Arbeiter hinterläßt eine Wittwe und zwei unmündige Kinder.

parlamentarisches.

Berlin, Mittwoch, 13. Februar.

Sm Abgeordnetenhaus« erregte heute zunächst die Berathunq der Position des Kultusetats, welche für dre Erwerbung der Grundstücke der Speicher-Akt.engesel chast in der Kleinen Präsidenten- und der Ziegelstraße 2,600,000 Mark enthält, eine lebhafte Debatte. Die Regierung em« vfiehlt die Grundstücke zum Ankauf, erstens wegen der durch dieselben vorhandenen Feuersgefahr, zweitens, um auf den erworbenen Grundstücken nach Abbruch der alten Speicher neue Gebäude für die Zwecke der Museen oder der gynäkologischen Klinik zu errichten

Abg. v. Minnigerode erklärte sich gegen die Be­willigung, da das Bedürfniß für die Erwerbung nicht ge­nügend motivirt sei. . , .

Der Kultusminister betonte tn seiner Erwiderung namentlich die Feuergefährlichkeit der Speichergebäude und empfahl die Neuerwerbung des Terrains als preiswürdlg und nothwendig.

Abg. Dr. Windthorst rotes auf die Unzulässigkeit hin, eine so bedeutende Summe aus dem Säckel der Steuer­zahler zu noch undefinirten Zwecken zu bewilligen, so lange weit dringlichere Aufgaben und darunter der Bau eines neuen Abgeordnetenhauses unerledigt bleiben.

Abg v. Meyer-Arnswalde betonte namentlich die Feuergefährlichkeit der Speicher, ebenso der Abg. Stengel.

Abg. v. Rauchhaupt empfahl die Ablehnung der Position aus Sparsamkeitsrücksichten. Namentlich hob er hervor, daß der Neubau des Abgeordnetenhauses einen großen Theil der vorhandenen Etatsmittel aufzehren würbe.

Nachdem sich noch die Abgg. Loew e (Berlin) und Dr. Graf (Elberfeld) für die Position ausgesprochen hat­ten, wurde dieselbe gegen die Stimmen eines großen Theils der Konservativen, dreier Freikonservativen, einiger Nationalliberalen, Sezessionisten und Fortschrittler, sowie des ganzen Centrums und der Polen mit 169gegen 150 Stimmen angenommen.

Ebenso wird gemäß dem Antrag der Kommission be­schlossen, die baldige Vorlage des im Civilstandsgesetze m Aussicht genommenen bezüglichen Entwurfs zu verlangen, inzwischen aber die Verwendung der Ersparniffe zu Gunsten der nicht zu den Stolgebühren forderungsberechtigten Reliqionsdiener gemäß dem Antrag v. Bitter zuzugestehen.

Damit war die zweite Berathung des Kultus- Etats definitiv beendet.

Morgen ist Schwerinstag, an welchem Komimssions- Berichte auf der Tagesordnung stehen.

in Suakim meistens schlecht bestellt; die Brunnen sind 2 km außerhalb Gefs; das Wasser, welches sie liefern, wird mit dem Fortschreiten der heißen Jahreszeit stets spärlich, trüb und ungesund. Ein Versuch, die Leitung abzuschneiden, wurde bereits vom Feinde gemacht, aber vereitelt. Ob die Erd­werke, welche Baker Pascha durch die schanzge­wohnten Fellahs aufwerfen läßt, die Brunnen nut umfassen, ist aus den telegraphischen Meldungen nicht zu ersehen. Baker Pascha selbst soll nach Kairo abbe- rusen werden und drei andern englischen Offizieren Das Feld räumen; in Kairo ist man unzufrieden mit ihm, weil er sich darüber beschwert hat, daß man von Kairo aus die Truppen zu spät und zum Theil ohne Waffen abschickte. England macht große und wie es scheint erfolgreiche Anstrengungen, sich mit Abessinien auf guten Fuß zu stellen. Der Admiral Hewett hat den Lieutenant Graham an den abessinischen Feldherrn Rassallulu geschickt; derselbe wurde wohl ausgenommen. Röntg Jo­hannes soll sogar den Wunsch geäußert haben, unweit der Grenze mit dem Admiral zusammen«