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Vermischtes.

von

senats, vom 22. Nov. v. I., durch die Reichs- Strafprozeßordnung nur den Gerichten und ein­zelnen richterlichen Beamten gegenüber, nicht aber den Polizeibeamten gegenüber (obgleich die Polizei nach §§ 159, 161 der Strafprozeßordnung das Recht hat, zur Erforschung strafbarer Handlungen diejenigen Personen, von denen Auskunft zu er­warten ist, vorzuladen und zu vernehmen) als eine allgemeineRechtspflicht anerkannt. In der Verweiger ung einer von der Polizeibehörde behufs Ermittel­ung einer Strafthat oder des Thäters verlangten Auskunft liegt daher keine Verletzung einer Rechts- psticht, und es wird beispielsweise derjenige, welcher der Polizeibehörde Auskunft über den Aufenthalt einer strafbaren Person zu geben sich weigert, um diese der Bestrafung zu entziehen, nicht wegen Be­günstigung zu bestrafen sein.

* Raboldshausen, 29. Jan. Gestern Abend

uns nicht wundern, wenn wir bald folgende Aus­lassungen Viktor Hugos darüber lesen: „Die Vor- sebung sendet eine Rächerin. Deutschland ist groß. Die Reblaus ist klein. Dennoch ist die Reb­laus, unsere Reblaus, mächtiger als Deutschland. Was gibt Deutschland seine Kraft? Sein Bier Warum trinken sie das Bier? Weil sie Durst haben. Wie mehren sie den Durst, der sie zum Biere treibt, das ihnen Kraft gibt? Durch schwarze Rettige. Die Rettige kommen von uns. Unser guter Stern wollte es nicht mehr, daß wir die Kraft der Feinde vermehren. Und da sie die Reblaus fürchten, unsere Reblaus, müssen sie unsere schwarzen Rettige lassen, die ihnen den Durst erzeugen, der sie zum Biere treibt, das ihnen die Kraft gibt. Nun werden sie schwach werden. Viktor Hugo".

(Was wird Viktor Hugo dazu sagen?) Nach einer vom Reichskanzleramt getroffenen Ver- fügung soll nunmehr die Einfuhr der aus Frank­reich stammenden Champignons, Trüffeln, Radies­chen, schwarzen Rettigen, Möhren und Kartoffeln, auf Grund der internationalen Reblauskonvention vom 3. November 1881 verboten werden. Man sieht daraus, was wir Alles aus Frankreich be­ziehen! Neben den Kleidermoden, Seiden und

wurde er als sehr gut, ausgezeichnet in seiner Art, belobt. Dieser Triumph wird aber auch den Män­nern der Wissenschaft,- einem Dr. v. Pettenkofer, einem Dr. v. Kerschensteiner in München, einem Dr. Lepsius in Frankfurt a. M. zu einiger Freude gereichen müssen, denn er ist nur eine Bestätigung des günstigen Urtheils, welches sie und andere Ge­lehrte und Aerzte über diesen Wein nach sorgfäl­tiger Prüfung gefällt, und eine Anerkennung dafür, daß sie ihn als Heil- und Genußmittel für die ge­sunde und kranke Menschheit empfohlen haben.

Versandt bereit liegen, in wenigen Wochen wohl kaum eine einzige Flasche noch vorhanden sein dürfte. Man wird also weitere Bestellungen bald- möglichst machen dürfen, wenn man den Wunsch hegt, die ausgezeichnet gerathene heurige Speffart- perle zu verkosten. (Der Heidelbeerwein ist bei I. Fromm in Frankfurt zu haben.)

gegen 6 Uhr kehrten 14 Holzhauer von ihrer Arbeit aus dem Walde zurück und sprachen in einem vor Raboldshausen gelegenen Haus der sog. Ziegelhütte vor, um noch einen Schnaps zu trinken. Dabei kamen sie auf den Gedanken ihre Kräfte gegenseitig zu probieren und es entstand bald ein Hin- und Herringen und -Stoßen. Zwei junge Leute Namens S. Fröhlich und I. Keim ran- gen auch zusammen und ersterer, ein sehr kräftiger und stattlicher Mensch von kaum 27 Jahren, warf den Keim gegen den Ofen, so daß dieser umfiel. Dadurch zur Wuth getrieben zieht K. das Messer und schlitzt, ohne daß es einer der Umstehenden verhindern kann, im Nu dem Fröhlich den Leib auf, so daß er nach Verlauf von kaum fünf Mi­nuten den Geist aufgab. — Einer weiteren Mit­theilung zufolge erhielt Fröhlich einen Stich in den rechten Oberschenkel; eine Hauptader war ge­troffen worden, und da Hülfe nicht gleich zur Hand war, trat Verblutung ein. Der Bedauernswerthe war vecheirathet und hinterläßt eine Wittwe und zwei kleine Kinder. Keim wurde in das Amts- - gerichtsgefängniß nach Homberg abgeführt. Er ist ebenfalls verheirathet und Vater von fünf un­mündigen Kindern. (Hersf. Int.)

* Aus dem Eisenacher Oberland, 28. Jan., wird der Magdeburger Zeitung' in Sachen des Eisenacher Bauernvereins berichtet: In zwei Or­ten unseres Oberlandes haben jüngst Bauernver­sammlungen stattgesunden , um über den Beitritt i zum deutschen Bauernverein zu berathen; die Ent- i fcheidung fiel ablehnend aus, einmal, weil das < Eisenacher Programm die Beseitigung der indi- 1 retten Steuern erstrebe, und bann, weil dasselbe i

Urtheile einig, daß man ihm mit Recht den Namen der „Spesiartperle" gegeben habe. Wiederholt

übernommen habe und am 2. Februar wieder eröffnen werde. Es wird mein Bestreben sein, das P. T. Publikum stets gut und reell zu bedienen.

Mit der Bitte, das der Frau KI8H geschenkte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen, zeichne ^10

hochachtungsvoll

Fulda, den 31. Jan. 1884.

Verantwortlicher Redakteur Dr. jur. Armin Kausen. - Druck und Verlag der Fuldaer A-tiendruck-rei.

' die Beseitigung der Grundsteuer und die Einfüh- 1 rung der Börsensteuer nicht enthalte.

* Frankfurt, 30. Jan. Vorgestern wurden ■ dem im Klapperfelde betinirten Schriftsetzer Hein- ridj Reinsdorf sieben Personen, darunter drei Gastwirthe gegenübergestellt. Auf die an ihn ge- richteten Fragen antwortete er nicht, und so ver­lief die Konfrontation erfolglos.

* Frankfurt, 30. Jan. Zu der bereits ge­meldeten Suspendirung des Marktmeisters Thomas wirb folgendes Nähere berichtet: Am Montag kam , ullu ttulltc emDronLen nnnpn

®r.SWatti, Chef des städt. Polizei- Uebrigens sind auf die heurige Spesiartperle auch “nb ^rkehrsamtes, unerwartet auf das Bureau bereits wieder so zahlreiche Bestellungen einaelau- A"Emelsters Thomas und erklärte, sofort die fen, baß von ben ca. 20,000 Flaschen bie zum Marklkafle reotbiren zu wollen. Sofort entbeäte 1 ----- - ■' ? ' -oie »um.

derselbe einen erheblichen Kasienbefekt, ber sich bei der nochmaligen Revision über 2000 Mk. steigerte. Thomas, barauf befragt, meinte, baß bei bem gro­ßen Drange ber Geschäfte wohl im Augenblick etwas nicht ganz in Orbnung sein könne, auch wären Gelber von Beamten, bie einstweilen in ber Einnahme sich befänden, noch nicht voll abgeliefert. Dieselben wurden sofort vernommen und stellte sich die Unwahrheit dieser Behauptung heraus. Thomas meinte nun, der Herr Stadtrath solle ihm Zeit bis zum andern Tag lassen, damit er den Fehler fin­den und aufklären könne, was jedoch nicht für zu­lässig erklärt wurde, er mußte alsbald feine Schliff- el abliefern und wurde vom Dienste suspendirt. j Thomas ist Familienvater und bezog ein festes Gehalt von 3100 M. und 400 M. Funktionszulage.

* Aus dem Spessart, 28. Jan., schreibt man: Der 14. Januar 1884 verdient es, wie , ............... ÖKlueH uno

mitgetheilt wird, daß man ihn mit goldenen Buch- Kunstspielereien auch noch viele schwarze Reltiae staben in den Annalen des Spessarts verzeichnet, und Radieschen. Wer hätte das gedacht? Es soll An diesem Tage hat nämlich die „Perle des Spes- ' -----L— • - -• - - - 1

art§", ber in ben beutschen Gauen schon einiger­maßen bekannte Heidelbeerwein, seinen Einzug in das bayerische Ständehaus gehalten und einen Triumph gefeiert, der zu den schönsten Hoffnungen 'ür bie Spessart-Bevölkerung berechtigt. Die Her­ren Minister des Innern und ber Finanzen nebst den Herren Ministerial-Kommissären, bie beiben Herren Präsidenten der Kammern, die Herren Ab­geordneten, insbesondere die weinkundigen Männer vom Rhein- und Maiifftrande haben diesen neuen „Wein" gekostet, der nicht auf den sonnenverkläi> ten Hügeln und in ben warmen Ebenen, fonbern in bes Waldes tiefsten Gründen, in schattiger Wald­einsamkeit blüht und reift, und Alle waren in dem

Geschasts-EröMung.

Einem hochgeehrten Publikum die ergebene Mittheilung, baß ich bas ber Frau Ww. Klüh hier, Florengasse Xr. 256, geführte

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Aufruf!

Das unterzeichnete Komitö erließ unterm 26. Juni v. I. einen Aufruf und bat um

Spendung von Beiträgen um damit unbemittelten Kindern, welche durch schlechte Wohnung, mangelhafte Verpflegung, und schwächliche oder scrophulöse und rhachitische Körperanlage m Gefahr sind, bedrohlicher Krankheit zu verfallen, auch Rekonvaleszenten von schweren akuten Krankheiten durch mehrwöchigen Aufenthalt in gesunder Lust, durch entsprechende Verpflegung und den Gebrauch von Bädern dauernde Kräftiqunq und Widerstandsfähigkeit des Körpers zu verschaffen.

In Folge dieses Aufrufs sind von Wohlthätern in hiesiger Stadt 403 Mk. ge­spendet worden. Auch konnten aus einer Badearmenkasse 250 Mk. verwilligt werden sodaß incl. des Bestandes aus dem Jahre 1882 mit 16 Mk. die Gesammt-Einnahme 669 Mk. betrug. y

Es war hierdurch möglich geworden dreizehn armen und elenden Kindern die Wohlthat einer Badekur in den Bädern Salzschlirf und Soden und eine gute Verpflegung daselbst während der Dauer von 4 Wochen angedeihen zu lassen.

An Kosten sind hierdurch erwachsen: a) für die Verpflegung (Für Bäder und ärztliche Behandlung sind Kosten nicht entstanden) 606 Mk.: b) Reisegeld für die Kinder 17 Mk. 45 Pfg.; Summa 623 Mk. 45 Pfg.

Der Kassen-Vorrath im Betrage von 45 Mk. 55 Pfg. ist bei der Sparkasse hier verzinslich angelegt. Der Erfolg der Badekur bei den Ferienkolonisten ist ein ganz be­friedigender. Bei einigen ist eine völlige Heilung ihrer Krankheit eingetreten, während jedoch bei einer Anzahl, obgleich bei denselben eine bedeutende Verbesserung ihres All­gemeinbefindens konstatirt ist, die Badekur wiederholt werden muß.

Indem wir Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringen, bitten wir diejenigen unserer Mitbürger, die uns im vorigen Jahre geholfen, um ferneren thatkräftigen Bei­stand und die der guten Sache noch fern stehenden um Zutritt zu unseren Bestrebungen wobei wir bemerken, daß wir schon jetzt Beiträge in Empfang zu nehmen bereit sind.

Fulda, den 24. Januar 1884.

Aas gomite für Ferien-Kolonien in Fnldo.

Xrott, F. Rang, Dr. Brann, Dr. Raabe,

Landrath, Vorsitzender. Oberbürgermeister, Stellvertreter. Domkapitular, prakt. Arzt.

e Köhler, S. 8. Berta, Th. Arnd,

Krelssekretair, Kasfirer. Fabrikant. Stadtrathsmitglied.

Erste Thüringer Herdfabrik Gebrüder Demmer in Eisenach Special-Fabrik schmiedeeiserner Sparkochherde. f- 10 ‘Lieferung unter Garantie zu Fabrikpreisen.

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