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(Nachdr. verb.)
Die sozialpolitischen Bestrebungen in unserem Vaterlande hatten im vergangenen Jahre nicht den Fortschritt und die Erfolge zu verzeichnen,
Die"ÄViederaufnahrne der Staatsleistungen in den Diözesen Knlm, Erytland
hartnäckig aufrecht gehaltene Mittheilung, daß für die Diözese Limburg ein . chadjutor bestellt werden würde, sich entsprechend unserer damaligen bestimmten Meldung nicht bestätigt hat.
leichternngen zen volle P")er Letze.
* Preußen-Deutschland an der Jahreswende.
n bei ruck d> i Hoffnung
und Hildesheim.
Der ,Reichsanzeiger' meldet: „Durch Beschlu des königlichen Staätsministeriums ist a Grund des Art. 1 des Gesetzes vom 31. Mai 18 in Verbindung mit Art. 4. des Gesetzes vom Juli 1880 für den Umfang der Diözesen Kul/st, Ermlaud und Hildesheim die Wiedera/f- nahme der eingestellten Staatsleistün- gen an die römisch-katholischen Bisfhü- mer und Geistlichen vom 1. Oktober /883 ad angeordnet.
f mehr. — Wir bemerken' an dieser Stelle, daß die von verschiedenen Blättern
*ür tzte Jahr hat nur zwei nennenSwerthe Früchte der Sozialpolitik gezeitigt: es ist dies in erster Lim. das wichtige Krankenkassengesetz, in zweiter Linie die neue Gewerbegesetznovelle. Beide Gesetze treten eben mit dem Beginn des neuen Jahres, am 1 Januar 1884, in Kraft. Das Krankenkassengesetz ist, wenn auch einzelne Bestiinmungen nicht ganz unseren Beifall finden können, dennoch in Bausch und Bogen als eine Wohlthat für die arbeitende Bevölkerung zu begrüßen. Auch die Novelle zur Gewerbeordnung, welche in ihren wesentlichen Bestimmungen der Uebereinstimmung des Centrums und der Konservativen ihr Zustandekommen ver-
einzigen, welche, abgesehen von. r ■ bekannten Er- elsoxgc, noch den gan-
llurkampfes zu tragen iß die Erzbischöfe Mel- n als wieder 'n werden, »erringen nü)
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Sperre für die preüßisc! Diözesen anheimstellt. Von den 12 preußischen Diözesen sind fünf — (Breslau, FuG-- Paderborn, Osnabrück und Trier) — durch bte tot setzung staatlich anerkannter neuer Oberhirten von Der Sperre befreit worben. Für Limburg traten die „Staatsleistungen" -mit der Rückberufung de« 'Bischofs wieder ein. Kulm, Ermlaud ’tnb Hildesheim, deren Bischöfe staal- lickerff'ts nicht beanstandet worden waren, sind nunmehr durch Beschluß des Staätsministeriums aus. der Sperre entlaßen. Die Erzdiöze>en Köln und Posen sowie das Bisthum Münster sind leider noch unter dem Sperrgesetze verblieben." ■
Wir haben uns bereits am Montag in dem ersten Theile des Neujahrs-Artikels weitläufig ijber die nun eingetretene Eventualität dieser staatlichen Konzession geäußert und verweisen, um Wiederholungen zu vermeiden, darauf zurück. Wie verlautet, steht auch die Rückberufung des Bischofs von Münster und die sich damit von selbst ergebende Aufhebung der Sperre für die Diözese Münster in nächster Zeit bestimmt zu erwarten, wenn nicht etwa unvorhergesess e Hindernisse und „Friktionen" den Laus der Dinge hemmen sollten. Die Diözesen Köln und Posen wären alsdann die
Die .Germania'' begleitet ihre entsprechen be gestrige Mittheilung u. 21‘mit folgendenBemerkLngen:
„Mit größer Freude werden die Geistlichen und Gläubigen der drei Diözesen diese angenehm Neujahrskunde vernehmen. Artikel 4 des Julgesetzes von 1880, welcher die Negierung zur A^eikraft« setzung des Sperrgesetzes für die einzeln.r Sprengel ermächtigt, hatte, bisher nur für Drei kleine Bezirke eine Anwendung gefunden, welch, nicht so ir für Ausführung dieses Artikels, u j vielmehr zur sinngemäßen Ergänzung jenes Paragraphen des wgesetzes dienen sollte, der bei 1 ueinsetzung HttE Bischofs den Fortfall der S 'e an ordnet.
H^r .badischen Diözese Freiburg, welchem die ''»eichen Landestheile zgehö n, ,.par ein ^..jVischöf, ili der -K «sySw-* iv n missanate Kätscher neue Vertreter des betref- m österreichischen Bischofs eingesetzt worden; Wortlaut des erwähnten Paragraphen, welcher die Neuordnung der bischöflichen Amtsführung en Wegfall der Sperren knüpfen wollte, war den besonderen Verhältnissen der drei zu außerpreußischen Bisthümer gehörigen Bezirke nicht angepaßt; darum führte das Staatsministerium die - Intention des Gesetzgebers mittelst der Vollmacht des Artikels 4 aus. Sieht man von diesen eigenartigen Fällen ab, so ist die jetzige Aufhebung der Sperre die erste Anwendung der Vollmacht des Gesetzes von 1880, welche dem Ermeßen des Staatsministeriums die Aufhebung der
welche man nach dem feierlichen Pronuncicrmenw. der Kaiserlichen Botschaft hätte erwarten burfur Die wichtigst? bei" sozialpolitischen Vorlagen, bat# Unfallversicherungsgesetz, hat nicht zu Stande kommen können, weil die Reichsregierung in dem dem Reichstage vorgelegten umgearbeiteten EntwuisirÄtt der der ausgesprochenen Ueberzeugung der grHxn Mehrheit entsprechenden Grundlagen ein .•■in’, neues Organisationssystem nübergelegt hatte. 'DÄi. demnächst einzuberufenden Reichstage soll ein Msi mals umgearbeiteter Entwurf unterbreitet wer hr. Hessin Grundzuge und Elemente sich noch bei ci fentlichen Kenntniß entziehen. Hoffen wir, daß die Mühen des Reichstages, welcher ja, um au?( reichende Zeit für die Berathung dev sozialpoli.i scheu Gesetze zu gewinnen, den Reichs-Etat pr<g 1884/85 bereits ' in der letzten Session beratben'i mußte, das nächste Mal von besserem Erfolge gekrönt sein werden. Wie schon oft lutont, scheint in der Sozialpolitik der Regierung, welche ja äjtch. die Alters- und Invaliden - Versorgung als ein sehr wichtiges Ziel iu's Auge gefaßt hatte, ein gewisser Stillstand eingetreten, zu sein. Wenigstens ist die früher so leidenschaftlich betrieben Fürsprache für diese volkssreundtichen Bestrebnnu' des ..praktischen Christenthums" in der Regierung preße einer auffallenden Kälte und Zurückhaltuwj W oichen, so daß es fast den Anschein gewinnt, -iE Tatflmcn an leitender Stelle nicht mehr x’o r&Üt in bie| Durchführbarkeit dieser in ein, i iitkn
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De« Friede« gefunden
„Meine eigene Ehre", erwiderte ich. „Rohheiten wie diese schänden die Sache, für die wir kämpfen."
Ich weiß nicht, welchen Ausgang die unangenehme Szene genommen haben würde, hätte nicht eine Ordonnanz den Kapitän abgerufen. Daß ein bestimmter Grund meinen Vorgesetzten gegen mich in höchstem Grade einnahm, war mir jetzt nur zu klar.
Garibaldi hatte die Absicht, sofort auf Rom los- zumarschiren. Eilig zog er alle zu Gebote stehenden Kräfte heran. Verworrene Gerüchte sprachen von der Landung französischer Truppen, und als die Nachricht zur verbürgten Thatsache wurde, da schäumte der „General" in furchtbarer Wuth. Er ahnte, baß fein frevelhaftes Spiel nun verloren sei; aber trotzdem scheute er nicht zurück, das Leden von Tausenden seiner Laune, seiner Gier nach „Ruhm" zu opfern.
Es war am 3. November, als die Meldung kam, baß die Päpstlichen unter dem Oberbefehlshaber Kanzler, einem Badenser, dessen Tüchtigkeit selbst Garibaldi anerkannte, heianrückten, um Monte Rotonda wieder zu erobern.
Neben dem Wege, auf dem wir marschirten, hielt ein Wagen, in welchem Garibaldi Platz genommen hatte. War es wirklich die Gicht, welche ihn zwang, diese unkriegerischeHaltung einzunehmen, ober dachte er daran, daß vor dreizehnhundert Jahren der
berühmtefte Feldherr seiner Zeit, der gichtische Narses, auf italienischem Boden ebenfalls seine Schaaren vom Wagen aus lenkte und die tapfern Gothen schlug?
Gestützt auf das umgeschlagene Hinterdeck des Wagens hatte er sich aufgerichtet um uns zu mustern. Da stand er nun, ein Kondottiere des Mittelalters in der herben Abenteuerlichkeit des eigenen Wesens wie in bet bunten unb roilben Zusammenwürfel- ung seiner Schaaren. Es war mir unmöglich, in den lauten Zuruf ber Vorbeimarschirenben einzustimmen. Ein instinktives Gefühl sagte mir auch in meiner weit gebiehenen Verblendung, daß dieser Mann strafwürdig sei und Strafwürdiges begehe.
Kapitän Marchi mußte mein Schweigen bemerkt haben. Er warf mir einen drohenden Blick zu, so daß ich unwillkürlich erschrack. In diesem glühenden Auge lag der Tob.
Kurz nach zwölf Uhr trafen wir mit den Päpstlichen in ber Nähe von Mentana zusammen. Ein grimmiger Kampf entbrannte; es war das Ringen ber feinblichsten Prinzipien ber Gegenwart. Auf unserer Seite bie Führer unb Häupter der Revolution unb der Anarchie, ber Glaubenslosigkeit und des Fanatismus; unsere Schaaren gebildet aus rohem Gesindel, gierig nach Blut und Beute, irrgeleiteten Schwärmern aus allen Kreisen der Gesellschaft, selbst Glieder altehrwürdiger Geschlechter. verblendet von falschen Freiheits-Ideen unb falschem Patriotismus; Alle aber einig in dem Haße
gegen Kirche unb Religion. Auf ber anbern Seite die Vertheidiger der weltlichen Papstgewalt, frei« willige Streiter aus allen katholischen Ländern, voll gerechten Zornes gegen die Revolution, erfüllt von Begeisterung für die Kirche, edle Söhne alter Geschlechter, unabhängige Jünglinge, selbst solche, die sich mit Gewalt losgerissen von ber Brust der Eltern, aus den Armen der Braut: Alle aber eins in der Begeisterung, welche das Bewußtsein, für eine edle Sache zu kämpfen, dem Menschen gibt.
In unserer Zeit, wo die Geschicke der Völker mit ungeheueren Heeren in blutiger Schlacht bestimmt werden, verliert der Kampf weniger Tausende seine ehemalige Bedeutung. Und doch war dieses Ringen bei Mentana entsetzlich. Es war, als schütze eine unsichtbare Macht mein Leben; und heute, ia ich durch Gottes Gnade wieder ein Verständnis! habe für Dinge, bie der ungläubige Mensch nur zu bespötteln, nicht aber zu fassen vermag, bin ich Überzeugt, daß die Fürbitte meiner fe.igeu Mutter mir unverdiente Nachsicht erwirkte.
Du weißt, wie die Schlacht, trotz der Tapferkeit ber päpstlichen Streiter, Dank unserer bebeutenben Uederzahl, sich zu Gunsten ber Umsturzpartei roanbte. Dann aber griffen bie französischen Truppen ein, unb unsere Niebertage war unvermeidlich. Ich nehme feinen Anstand, zu behaupten, daß auf bei den Seiten mit außerordentlichem Mulh gekämpft wurde. Wenige dachten an Flucht, als ber Befehl kam, ben Rückzug Garibaldi's zu decken und Men-