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1883.

Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täqlich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 Mk. 50 Pfg., mit belletristischen Wochenbeilage ,Sterne und Blumen' in Fulda 1 Mk. 70 Pfg., auswärts 1 M. 75 Psg.

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Deutsches Reich.

Fulda, 20. Dezember.

* Zur Dispens an geleqenheit) bringt die ,Germ.' nachstehende uns von bestinformirter Stelle bestätigte Nachricht: „Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, hat der Herr Bischof von Culm das Gesuch um die Beseitigung der Hindernisse, welche der Anstellung der maigesetzlichen Geistlicken entgegenstehen, nebst den Nachweisen und Zeugnissen dieser Geistlichen am 18. d. M. an den Herrn Kultusminister abgeschickt. Aus drei Diözesen feh­len zwar noch die Verzeichnisse, welche wegen der mannigfachen zu überwindenden Schwierigkeiten bisher nicht haben beigebracht werden können. Allein die bedrängte Lage der Gemeinden in den einzel- nelnen Diözesen und der immer lauter werdende Ruf nach Abhilfe dieser traurigen Zustände haben chG hochwürdigsten Herrn bewogen, die eingegange­nen Nachweisungen nicht länger zurückzuhaltenz die noch fehlenden sollen nach Empfang sofort nach- Hesendet werden."

Berlin, 19. Dezember.

* sZu dem heute bei den Majestäten stattfindenden Diner) sind alle hier akkre- ditirten Botschafter nebst Gemahlinnen, die Mili­tärbevollmächtigten, sowie Minister Hatzfeldt, Graf Moltke und die obersten Hofchargen geladen worden.

* (Die Verhandlungen betreffs bet Berlin-Hamburger Eisenbahn) sind, wie wir hören, heute zu einem erfolgreichen Abschluß gelangt.

(Personalveränderung im Justizmini­sterium.) Es wird, wie man der ,Nat.-Ztg.' berichtet, angenommen, daß zum Nachfolger des verstorbenen Unterstaatssekretärs im Justizministe- rium, Rindfleisch, der jetzige Direktor in diesem Ministerium, Geh. Rath Nebe-Pflugstädt, be­stimmt sei. Zum Direktor dürfte einer der vor­tragenden Räthe ernannt werden.

* Weimar, 19. Dez. (Wahlgesetz.) Der Ausschuß des Weimarischen Landtages hat beschlos­sen, die Regieruug um Vorlage eines neuen Wahl­gesetzes auf Grund des allgemeinen direkten Wahl-

,0, Den Frieden gefunden. 25 (Fortsetzung.)

So vergingen Tage, Wochen, und die revo­lutionäre Bewegung nahm einen immer offenkun- digern Charakter an. Gedrängt von Paris, hatte die italienische Regierung Garibaldi in Asinelunga verhaftet und nach Caprera gebracht. Aber das war alles nur Schein. Obschon dem Namen nach Gefangener, leitete er die ganze Verschwörung, und lachend sprachen die Eingeweihten es aus, daß ihr Held zur rechten Zeit schon auf dem Schauplatze erscheinen werde. Vor Aller Augen wurden Sammlungen für den Unterhalt der Frei­schärler veranstaltet. .Wenn Blanda bei geeigneter Gelegenheit selbst die Sammlerin machte, drängte ich mich herbei, um ihr eine Summe zu über­reichen.

Das geschah alles offen und ungehindert unter den Augen der Regierung. Die ganze Art und Weise, wie die Vorbereitungen zum Einfall in das päpstliche Gebiet betrieben wurden, bot eine der flagrantesten Verletzungen des Völkerrechtes dar. Mitten im Frieden, ohne die geringste Aufreizung von Seiten der päpstlichen Regierung, gestattete man Druck und Verbreitung der pöbelhaftesten Ausfälle gegen das Haupt der Kirche. Oeffentlich wurde Aufruhr gepredigt, Proklamationen in diesem Sinne erlaffen, kurz das Unglaublichste wurde be­gangen gegen einen Nachbarstaat, desien Grenzen zu schützen und zu ehren man sich verpflichtet hatte.

verfahrens, sobald sich das Ergebniß der neuen Einkommensteuer übersehen lasse, zu ersuchen. Nach den im Ausschußbericht gemachten Mittheilungen ist die Regierung dazu bereit unter der Voraus­setzung, daß der Census der privilegirten Wähler von 3000 Mark entsprechend erhöht werde, etwa auf 5000 Mark, und daß diese privilegirten Wäh­ler nicht nur in ihren eigenen Gremien wählen, sondern auch an den allgemeinen Wahlen theil- nehmen.

* München, 19. Dez. (Der Landtag) hat heute die Berathung des Eisenbahn-Etats und der darauf bezüglichen Petitionen zu Ende geführt, der Etat und die Petitionen wurden wesentlich nach den Ausschußanträgen erledigt.

Oesterreich - Ungarn.

* Pest, 18. Dez. (Tisza-Eszlarer Pro- z e ß.) Bei Erörterung des Leichenfunds in Dada ergeben die Akten nicht, ob diejenigen, welche die Esther auf ihrem letzten Gange sahen, gefragt wurden, welche Kleider dieselbe trug, ob diese identisch mit denen der Leiche sind. Schließlich fand eine mehrstündige Verlesung der Aussagen der Angeklagten in der Schlußverhandlung statt.

* Pest, 19. Dez. (Tisza-Eszlaer-Prozeß.) Der heutige dritte Tag war zunächst der Lösung der Frage gewidmet, ob die Dadaer Leiche mit Esther Solymoffy id-'ntisch gewesen sei oder nicht.

Frankreich.

* Paris, 19. Dez. (BerathungderTong- kang-Kredit-Vorlage.) In der Kammer fand gestern die Berathung über die neue Tongking- Kreditvorlage statt. Lokroy tadelte die Expedition nach Tongking. Ferry erwiderte, die Hauptfrage sei durch die Tagesordnung vom 10. d. M. ent­schieden ; die neuen Kredite seien die nothwendige logische Folge dieser Tagesordnung; wenn man vom Ministerium Energie verlange, dürfe man sich nicht immer nur in Betrachtungen ergehen. In dem früheren Plane betreffs Tongkings sei nichts geändert, die Regierung werde in den be­zeichneten Grenzen bleiben, verlange aber von dem Parlamente die nothwendigen Mittel und sei ent-

Männer, deren Namen bei der heutigen italienischen Regierung einen hohen Klang haben, standen mit hohen Beamten, Deputirten und Offizieren an der Spitze der Verschwörung. Auf öffentlichen Plätzen waren Werbe-Bureaux errichtet, sammelten sich bewaffnete Banden, und der Plan des Feldzuges nurde vor Aller Augen entworfen.

IX.

„Wie das kleine Boot bald hoch auf dem Rücken der Welle schwebt, um gleich darauf in das feuchte Thal zwischen den hochgehenden Wogen hinabzu­sinken, so wurde auch ich rastlos umher geworfen. Sah ich mich heute, ermuntert und gehoben durch Blanda's Liebenswürdigkeit, dem heiß ersehnten Ziele näher, so warf mich morgen der Anblick gleicher Freundlichkeit, Andern gespendet, wieder von der Höhe meiner Vertrauensseligkeit herab, zumal wenn eine klug berechnete Kühle gegen mich hinzutrat. Dieser Zustand war unerträglich, und ich beschloß ihm ein Ende zu machen.

Eines Tages machten wir, die beiden Brunello, Blanda und ihre Mutter, sowie noch zwei andere befreundete Familien einen Ausflug nach Fiesole, der altehrwürdigen Mutterstadt der bella Firenze. In mehreren Wagen fuhren wir durch das präch­tige Thal. Ich hatte kein Auge für die uns um­gebende Schönheit; ich sah nur Blanda mir gegen­über sitzen. Nachdem wir, auf der Höhe ange­kommen, eine Erfrischung genommen hatten, zer­streute die Gesellschaft sich in einzelne Gruppen.

schlossen, das gesteckte Ziel ruhmvoll zu erreichen. Die geforderten Verstärkungen reichten vollkommen aus, es handle sich nicht um eine neue Expedition gegen Hue, der König von Annam sei eines ge­waltsamen Todes gestorben, die französische Ge­sandtschaft laufe aber keine Gefahr. Der Gou­verneur Hue's verhandle mit dem Vertreter Frank­reichs. Courbet marschire gegen Songtay. Ferry spricht sein Erstaunen darüber aus, daß man der Regierung, welche in vollem Kriege befindlich sei, fortgesetzt Schwierigkeiten bereite; wenn Sie eine Regierung wünschen, welche dem in täglichen In­terpellationen gestellten Verlangen einfäch nachgibt, so suchen Sie sich eine andere (Beifall), er würde seine Pflicht verletzen, wenn er über den Feldzugs­plan und die Verhandlungen etwas mittheile. Das Kabinet befinde sich übrigens in dieser Frage in voller Uebereinstimmung. Nachdem noch Granet und Perm sich gegen die Bewilligung der neuen Kredite ausgesprochen, wird die Generaldiskussion geschloffen. Bischof Freppel erklärte, er stimme für die neuen, wie er für die früheren Kredite gestimmt habe, obgleich er mit der Art, wie die Expedition entworfen sei und geleitet werde, nicht einverstanden sei. Eine Verweigerung der Kredite würde die Räumung Tongkings vor den nicht zu rechtfertigenden Forderungen Chinas zur Folge haben und zur Vernichtung des Einflusses und -bei Ansehens Fnmirrichü int Oriente führen. Frank­reich müffe auch den Pflichten der Gerechtigkeit rnd Ehre nachkommen, dix es den Missionären und Christen schulde, welche sich unter den Schutz der französischen Fahne begaben. Endlich sei die Bewilligung nöthig, um der Armee Vertrauen und der Regierung Ansehen zu geben; die Ein­stimmigkeit der Kammer werde eine friedliche Lös­ung beschleunigen. Sobald Frankreichs Fahne einmal entfaltet sei, müffe man folgen. Die Kre­dite werden mit 312 gegen 180 Stimmen bewilligt.

* Paris, 19. Dez. (Den gewaltsamen Tod des Königs von Anam) bestätigt ein Telegramm des Gouverneurs von Cochinchina. Der Adlatus des Civilkommiffars Champeaux anerkannte die neueRegierung nicht und brach die offiziellenBezieh-

Was ich gesucht, eine ungestörte Unterhaltunr mit Blanda, gab sich wie von selbst. Jmmeg weiter von den Uebrigen ab führte uns unser Weg, und als jetzt Blanda scheinbar ermüdet sich an den dicht bemoosten Felsen lehnte, da beinerkte ich erst, daß wir ganz allein waren. Zu unfern Füßen lag das Arnothal; in seinem blumenreichen Schooße Florenz mit den trotzigen Palästen und herrlichen Kirchen, in weitem Bogen umgeben von dunkeln Lorbeer- und Orangen-Hainen, aus denen zierliche Villen lauschig hervorlugten.

Doch ich schaute nur auf Blanda, die im ver­führerischen Reize ihrer Schönheit vor mir stand. Ahnte sie, was in mir vorging? Hatte sie viel­leicht die Lage, in der wir uns befanden, berech­nend selbst herbeigeführt? Wie weit war ich ent­fernt daran zu denken, und wie nahe lag die Wahrheit! Scheinbar gleichgültig plauderte sie in ungezwungener Weise, machte mich auf dieses und jenes aufmerksam, doch ohne daß ich ihrem Ge­spräche gefolgt wäre.

„Ei, Signore", rief sie jetzt schmollend, „es scheint, daß ich wohl einen Begleiter, aber einen recht unartigen habe. Sie hören ja gar nicht, was ich Ihnen sage. Ist das galant gegen seine Dame gehandelt?"

„Lieber Freund", unterbrach er sich hier selbst, „lieber Werner, ich bin weit entfernt, Dir eine theatralisch-romantische Liebesszene schildern zu wol­len; aber ich möchte Dir ein vollkominenes Bild