des Vereins zu dessen Ausbreitung und Gedeihen auch fernerhin thätig sein, damit eines der schönsten unserer deutschen Gebirge endlich im In- und Auslande die Würdigung und Anerkennung finde, welche es schon lange verdient hat.
— In einer Extrabeilage zu Nr. 54 des Amtsblattes bringt die kgl. Regierung die von den Ministern des Innern und für Handel und Gewerbe unter dem 26. Nov. l. I. erlaffene Anweisung zur Ausführung des Gesetzes vom 15. Juni 1883, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, zur öffentlichen Kenntniß und richtet zugleich an die Gemeindebehörden unseres Bezirks die Aufforderung, sich mit den betreffenden Vorschriften genau bekannt zu machen, und mit den nach Pos. 5, 6 und 7 der Anweisung unverzüglich in Angriff zu nehmenden Arbeiten, namentlich der Ermittlung der in dem Gemeindebezirk beschäftigten versicherungspflichtigen Personen, mit dem Berichte über die Höhe des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter und mit der Ermittlung der in ihrem Bezirke domizilirten Krankenkassen sofort und ohne besondere Aufforderung vorzugehen.
"Hanau, 14. Dez. In der gestrigen Gemeinde-Ausschuß-Sitzung wurde Herr Heinr. Weishaupt zum Vorsteher gewählt.
" Hanau, 12. Dez. Dem Fahrburschen eines hiesigen Fabrikanten wurden vorgestern auf dem Wege von Neuses nach hier vom Wagen herab 2 Enten, 1 Sack Aepfel, sowie verschiedene Ketten und Halftern entwendet.
* Hanau, 14. Dez. Die ,Han. Ztg/ meldet: In Wächtersbach sollen zwei Zigeuner, ein Mann und eine Frau, aufgegriffen und in Nummer Sicher gebracht worden sein, weil sie ein Kind mit sich führten, über welches sie sich nicht ausweisen konnten. Es soll dies das in Bamberg seit zwei Monaten fehlende vierjährige Büblein fein, auf dessen Wiederbringung Tausend Mark Belohnung gefitzt wurden. Der kleine Junge soll, wie unser Berichterstatter angibt, sehr reduzirt aussehen, sich auch nicht viel erinnern können aus der Zeit vor seinem Zigeunerleben, u. a. jedoch bemerkt haben, daß er noch einen andern Papa habe. Die beiden Zigeuner haben sonst keine Kinder bei sich, was vielleicht die Veranlassung zu dem Verbrechen gab.
* Kassel, 14. Dez. „In der hiesigen nationalliberalen Partei ist man hinsichtlich der Abstimmung der national; liberalen Abgeordneten über den Stern'schen Antrag ge- theilter Meinung. Es sollen darüber in der letzten Monatsversammlung des nationalliberalen Wahlvereins sehr animirte Debatten stattgesunden haben und schließlich der ,Heff. Morgenztg.' zufolge, der Beschluß gefaßt worden sein, in der nächsten Monatsversammlung denselben Gegenstand nochmals zur Diskussion zu stellen und den nationalliberalen Landtagsabgeordneten für Kassel, Professor Dr. Enneccerus, dazu einzuladen". So lesen wir in der Msi. Ztg.' und erfahren daraus zu unserer Freude, daß die ,Kaff. Ztg.' ihre von uns am Montag glossirte kuriose Ansicht, der Antrag Stern sei „von einer ultramontan-liberalen Majorität angenommen worden," nunmehr gründlich geändert hat. —Nachdem auch die ,Hess. Morgenztg.' von dem sonderbaren Schnitzer der .Kass. Ztg.' Notiz genommen, hat letztere in ihrer Verlegenheit folgende Selbst-Exekution vorgenommen: „Die ultramontane ,Fuldaer Nachtzeitung' und die national- liberale Hessische Morgenzeitung' freuen sich, in ihrer Jn- fallibilität gemeinschaftlich, in unserer Zeitung einen Nichtdruckfehler gefunden zu haben. Wir würden uns gefreut haben, eine gleiche Kameradschaft der Vertreter beider Parteien im Landtage gesehen zu haben; das wäre ein Präservativ für unsere Fallibilität geworden, welche, aus der Minorität die „Majorität" machend, in ähnlichen Fällen für die Zukunft, so hoffen wir, fortfallen wird."
Man weiß wirklich nicht, worüber man mehr lachen soll: Ob über den naiven Versuch, die Schuld an dieser unverantwortlichen Unwissenheit der nationalliberalen Land
tagspartei an den Hals zu hängen (die Centrumspartei hat ja bekanntlich für den Antrag gestimmt), — oder über die urkomische Thatsache,daß das Kasseler Fortschritts-Organ mehrere Tage nach der Entscheidung das Schicksal eines von der eigenen Partei unterstützten höchst wichtigen Antrages nicht gekannt hat.
* Frankfurt, 15. Dez. Der gestern Abend von hier abgegangene 8-Uhr-Zug ist heute Nacht im mittleren Tunnel zwischen St. Goar und Ober- wesel auf einen losgetrennten und entgleisten Theil eines zu Berg fahrenden Güterzuges der Rheinischen Bahn aufgefahren. Der Umfang und die Bedeutung allenfallsiger Verletzungen von Passagieren ist augenblicklich noch unbekannt. Passagiere sind dem Vernehmen nach überhaupt nicht beschädigt. Von dem diesseitigen Zugspersonal dagegen sind der Zugführer und zwei Schaffner augenscheinlich nicht erheblich, und der Kesselwärter für die Dampfwagenheizung erheblicher beschädigt. (Franks. Ztg.)
* Aus dem Kreise Würzburg, 14. Dez. In den Rhönorten Leubach, Brüchs und Weimarschwinden (Filialen von Mellrichstadt) herrscht große Noth und erläßt der dortige Kaplan in öffentlichen Blättern einen Aufruf zur Hilfeleistung.
" Köln, 14. Dez. Ein Zusammenstoß ist durch Entgleisung eines belgischen Wagens erfolgt. Wenn auch am Material erhebliche Beschädigungen stattgefunden, so sind doch von den Passagieren nur eine Dame leicht, und zwei Angestellte unerheblich verletzt.
Vermischtes.
.".(Eine Verschwörung.) Ein alter Gymnasiallehrer hat es nie dahin gebracht, seine Klasse im Zaume zu halten. Die Schüler kommen stets ohne Präparation zum Unterricht und erlauben sich während desselben allen erdenklichen Unsinn auszuführen. Der Professor ist schon so daran gewöhnt, daß er es kaum noch merkt. Aber eines schönen Tags verabreden sich seine Schüler, für den folgenden Tag einmal das Klassenpensum ordentlich zu lernen und sich während des Unterrichts überhaupt musterhaft zu betragen. Gesagt, gethan. Als am anderen Tage der Professor in das Schulzimmer tritt, ist die Klasse mäuschenstill. Er blickt sich verwundert um. Er geht nach dem Katheder und legt dort seine Bücher nieder. Er fängt an unruhig zu werden. Der Unterricht beginnt. Es werden tadellose Antworten ertheilt. Der Livius in der Hand des Professors sängt an zu zittern. Die weiteren Fragen des Professors werden prompt beantwortet, während die Klasse im tiefsten Stillschweigen verharrt. Da, plötzlich erbebt der Professor am ganzen Leibe, er wirft sein Buch aus der Hand und ruft mit Stentorstimme über die ganze Klasse hinweg: „Das lasse ich mir nicht gefallen, das ist eine ganz niederträchtige Verschwörung !" (.Schalk'.)
.*. (Zur Zoll- und Steuerfrage.) Wie viel man auch besteuert in uns ren Tagen, Zur Wahrheitssteuer wird wenig beigetragen; Zu wie viel Zöllen wir auch jetzt verpflichtet, Der Zoll des Dankes wird meistens nicht entrichtet.
.** (In der Mädchenschule.) Lehrer: „Warum sind die Uhren auf Thürmen angebracht?" Das kleine Lottchen: „Damit die Jungen sie nicht entzwei machen können".
.*. (Geänderter Studienplan.) Neffe? „Lieber Onkel, ich habe mich entschlossen umzusatteln und die juristischen Studien aufzugeben". Onkel: „Und welchen Beruf hast Du Dir gewählt?" Neffe: „Ich will Musik studiren". Onkel: „Na, in Gottes Namen! Aber eines sage ich Dir gleich, Franz, auf meinen Hof kommst Du mir nicht".
.". (Moderne Liebesvariationen.)
Für's atme Julchen ist entbrannt Herr Moses Meier — Praktikant. Es liebt sie täglich mehr und mehr Herr Moses. Meier — Volontär. In Lieb zu ihr ganz rasend ist Herr Moses Meier — Komptoirist. Es schwört: „Ich lieb' dich bis ans End'!" Herr Moses Meier — Korrespondent. Auf einmal schwört und schwärmt nicht mehr Herr Meier — Kommis Voyageur. Und gar das Julchen nicht mehr kennt Herr Moses Meier — Disponent.
Und einer reichen Erbin Hand Nimmt schließlich Meier — Fabrikant.
(Ein eigenthümliches Kommando) war noch am Beginn unseres Jahrhunderts in der portugiesischen Armee üblich. Bevor der Befehl zur Attake gegeben wurde, erfolgte das Kommando: „Dem Feinde böse Miene gemacht!" Die Soldaten runzelten auf dies Gebot hin die Stirn. Sodann kommandirte der Offizier: „Sehr böse!" und suchte selbst seinem Gesicht einen möglichst zornigen Ausdruck zu geben. Die Soldaten ahmten das Beispiel ihres Vorgesetzten nach und schnitten gleichfalls gräßliche Grimassen. (Die portugiesische Armee soll diesen Gebrauch von „Mungo", dem im „Seekadetten" verewigten schwarzen Diener des reichen Brasilianers übernommen haben.)
Neueste Nachrichten-
** Rom, 14. Dez. (Privattelegramm der .Franks. Ztg.') Der Kronprinz wird in dem mit dem Quirinal zusammenhängenden Nebengebäude absteigen. Die Verhandlungen mit dem Vatikan sind abgeschlossen, und erging eine offizielle Mittheilung, der Papst werde den Kronprinzen empfangen. — In maßgebenden vatikanischen Kreisen wurde beschlossen, die sog. Pallazzina Antonelli im Quirinal, wo der Kronprinz wohnen wird, als nicht zu jenen Gebäuden, über welche Pius IX. im Jahre 1870 den Kirchenbann verhängte, gehörend zu betrachten. Es wurde hervorgehoben, daß eben aus diesem Grunde der Vatikan seiner Zeit die Bewilligung zur Errichtung einer Kapelle dort für den Kirchendienst des Hofes ertheilte. Der Papst nimmt daher keinen Anstand, den Besuch des Kronprinzen durch den Hofmeister Msgr. Theodoli erwidern zu lassen. (Die Verantwortung für diese Meldung überlassen wir natürlich der ,Franks. Ztg.' D. R.)
** Barcelona, 14. Dez. Der Kronprinz kürzte in Folge eines von Berlin eingegangenen Telegram- ines den hiesigen Aufenthalt ab und wird heute die Rückreise antreten. Das deutsche Geschwader macht sich segelfertig._______________________________________________
Meteorologische Beobachtungen.
Fulda, 15. Dezember, Vorm. 12 Uhr: Barometerstand: 734,8 Mill. Thermometer st and: 4,5I) R-ioumur.
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