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tischen Truppen erlitten nach heftigem Kampfe eine vollständige Niederlage; nur etwa fünfzig Personen, die" Hälfte aus Offizieren bestehend, haben sich gerettet. Die Niederlage verursacht große Bestürzung, da die geschlagenen Truppen zu den besten der egyptischen Armee gehörten. Man besorgt, daß die Wiedereröffnung der Straße von Suakim nach Berber kaum möglich sein wird.

die dunkeln Augen Blanda'S auf mich gerichtet sah. Mit aller Mühe nahm ich mich zusammen, um keine Thorheit zu begehen. Dem Blicke rasch eine andere Wmdung gebend, eilte ich weiter. Unwillkürlich erinnerte ich mich in diesem Augen­blick an die Worte Giovanni's: „Es ist in der Geichichte meiner Vaterstadt mehrere Male höchst verhängnißvoll gewesen, wenn der Blick eines jungen Mannes dem einer Signora am Fenster begegnete." (Fortsetzung folgt.)

Der deutsche Kronprinz in Spanien.

Sevilla, 10. Dez. Gestern Vormittag em» psing der deutsche Kronprinz eine Abordnung der hier wohnenden Deutschen und Oesterreicher, die durch das Töchterchen eines aus Anhalt gebür» tigen Kaufmanns eine Adreffe und einen Blumen­strauß überreichen ließ. Der Kronprinz dankte für den ihm bereiteten herzlichen Empfang und sprach seine Freude aus, so viele Landsleute um sich zu sehen. Die Audienz schloß unter enthu­siastischen Hochrufen der Abordnung auf den Kron­prinzen. Um 10 Uhr Vormittags begab sich der Kronprinz in Begleitung des Herzogs von Mont- penfier mit seinem Gefolge zu Schiffe auf dem Guadalquivir nach dem Schlöffe von San Lucar, um der Herzogin von Montpensier einen Besuch abzustatten.

Sevilla, 10. Dez. Der deutsche Kronprinz, von Montpensier begleitet, ist in San Lukar ange- kommen. — Gestern trat in mehreren Provinzen Spaniens ein starker Schneefall ein. Die tele­graphische Verbindung ist vielfach gestört. An den Küsten des Mittelmeeres fanden heftige Stürme statt.

Barcelona, 10. Dez. Die Offiziere des hier eingetroffenen deutschen Geschwaders wurden von den Behörden und von der Bevölkerung auf'S Freund- lichste und Zuvorkommenste empfangen.

Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 11. Dezember.

£ Der Vorstand des hiesigen Bürgervereins erläßt an seine Mitglieder nackstehende Einladung: „Da in der auf den 8. lf. MtS. anberaumt ge­wesenen Plenar-Versammlung die beschlußfähige Anzahl Mitglieder nicht erschienen war, wird hier­mit eine zweite Plenar - Versammlung auf Samstag, den 15. Dezember c., Abends acht Uhr anberaumt". Die Wahlurne zur Neuwahl des Vorstandes ist noch bis nächsten Dienstag, 18. Dez. einschließlich im Vereinslokale aufgestellt. Das diesjährige Weihnachtsvergnügen des Bürger­vereins ist aus den zweiten Weihnachtsfeiertag an» gesetzt. Neben dem obligaten Tanzkränzchen ist bie Aufstellung eines Weihnachtsbaumes und eine Verloosung in Aussicht genommen.

Ö Von der gestrigen Jubiläumsfeier des Herrn Lehrer Ruppert wird uns noch Nachstehendes mitgetheilt:

Nach dem Gottesdienst hatte sich die gesammte Festversammlung in das obere Schullokal begeben. Das Fest begann mit Gesang, worauf der Hr. Land­rath ein Schreiben der königl. Regierung, Abth. für Kirchen- und Schulsachen, vorlas, wonach von Sr. Majestät dem Jubilar der Adler der Inhaber des königl. Hausordens von Hohenzollern mit der Jahreszahl 50 und von der königl. Regierung eine Ehrengabe von 60 Mark verliehen wird. Daran schloffen sich die Glückwunsch-Ansprachen des Ober­bürgermeisters als Vertreter der Stadt, des Herrn Dompfarrers Schmitt, des Herrn Kantor Hill als Senior Namens der Lehrer und Lehrerinnen der Stadt, eines Vertreters der Hünfelder Lehrer, unter denen der Jubilar einige Zeit gewirkt hatte, eines Vertreters des kathol. Lehrer-Vereins und schließlich des Herrn Kreisschulinspektors. Die Schüler hat­ten dem Jubilar einen mit Stickerei versehenen Ruhesessel und ein Festgedicht gewidmet, welche Ge­schenke mit Ansprachen zweier Schüler überreicht wurden. Die Lehrer und Lehrerinnen hatten eine schöne Wanduhr (Regulator) gespendet. Der Jubi­lar dankte Allen gerührt für die ihm gewidmeten Festgeschenke und die Theilnahme, welche feinem Jubeltage von allen Seiten entgegengebracht wor- den. Möge ihm noch eine lange Wirksamkeit be­lieben fein. — Nachmittags fand zu Ehren des Jubilars ein gemüthliches Festmahl im Ballhause statt.

Ö Gestern wurde von einigen 8 bis 12 Jahre alten Schülern, die sich an der mittleren städtischen Bleiche auf dem Eise aufhielten, eine 11 Pfd. schwere Fischotter erschlagen.

5 Der Schneefall scheint allenthalben an Stärke zugenommen zu haben. Heute Morgen hatten ver­schiedene Eisenbahnzüge Verspätung. Auch hier fällt unaufhörlich Schnee.

chü Nüst, 10. Dez. Heute Abend, kurz vor 6 Uhr, brach in der A. Franke'schen Scheune Feuer aus und legte dieselbe innerhalb 1 Stunde in Asche. Dank der herrschenden Windstille wurde das entfesselte Element auf feinen Herd beschränkt. Die Feuerwehren von Mackenzell, Rückers, Hün­feld und Sargenzell waren rasch zur Stelle, hat­ten aber nicht die Befriedigung, durch ihre ener­gische Thätigkeit einen wesentlichen Erfolg erzielt zu haben. Die Entstehung des Feuers betreffend, so steht der Bauer A. Franke im Verdacht, die Scheune angezündet zu haben und ist vom Gens­darm Steindaum sofort festgenommen. — Ich bemerke noch, daß auch der Herr Landrath von Wegener auf der Brandstelle erschien. — In der Nacht von Sonntag auf Montag ist in Ober» selb bei Michelsrombach die Scheune des Kaspar Michel abgebrannt.

• Rumpenheim, 10. Dez. Donnerstag, den 20. d. M. findet die alljährliche übliche Hofjagd hier statt, und werden voraussichtlich als Gäste des Landgrafen Friedrich von Heffen viele hohe Herr­schaften von Darmsiadt, Frankfurt, Hanau u. f. w. Theil nehmen. Die ältesten Leute wiffen sich nicht zu erinnern, daß es je so viel Hasen gegeben hat, als dieses Jahr, und machen wegen der bevorstehen­den Jagd freundliche Gesichter, da die Unmaffe von Hasen den Winterfrüchten, zumal dem Roggen, sehr geschadet Haven. (H- M. Ztg.)

» Wahlershausen, 9. Dez. Unter der Ju­gend unserer Dorfschaft sind in nicht unbebeuten» bem Grade die Masern und Anfang von Diphteritis ausgebrochen und hat dieserhalb eine Klaffe der

parlamentarisches.

Berlin, Montag, 10. Dezember.

Das Abgeordnetenhaus berieth heute zunächst in der zweiten Lesung des Etats das Extraordinarmm der landwirthichaftlichen Verwaltung, in welchem nur der Betrag von 200,00(1®., welcher für Förderung der Land- und Forstwirthschast in der Eifel ausgeworfen ist, zu einer Debatte führte.

In derselben forderte Abg. PrrNz Arenberg für die weiteren Meliorationsarbeiten in der Eiiel einen Or- aanisationsplan und höhere Aufwendungen von Geldmitteln.

Ebenso forderte Abg. Mooren die Erhöhung der ausgeworfenen Summe auf das doppelte, um mit dieser Summe die Hausindustrie zu heben und so auch moralisch auf die gedrückte Lage seiner, des Redners, Heimath zu wirken. Die Nebertragung des preußischen Konsolidations­verfahrens auf die Rheinprovinz hält dieser Abgeordnete, ebenso wie seine beiden rheinischen College», die Abgg. Broekmann und Biesenbach, für schädlich und für unver­einbar mit dem rheinischen Erbrecht. . .

Abg. Knebel brachte verschiedentlich- Spezialdesidenen bezüglich der Verwendung der vorhandenen Geldmittel vor.

Diesen Wünschen gegenüber erklärte der Herr Mi­nister Lucius, daß die jetzt gewährten Geldmittel gleich­sam Nur als eine erste Rate anzusehen seien, daß sie zu Meliorationen, Aufforstungen und zur Gewinnung von Futter- und Streumaterial verwendet seien, und daß sich ein fester Organisationsplan für jetzt nicht feststellen lasse. Das Konsolidationsverfahren der alten preußischen Pro­vinzen rühmte der Herr Minister als ein auch für die linksrheinischen Lande ausführbares und sprach die Hoff­nung aus, daß es sich möglichst bald auf die linksrheini­schen Lande werde übertragen laffen.

Verschiedene rheinische Abgeordnete erklären ein solches Gesetz für die Rheinprovinz für inopportun. Der Titel wird bewilligt, ebenso der Etat der Gestütverwaltung. Beim Etat der Gestütverwaltung nahm der Minister Gelegenheit, das Verlangen nach einem eigenen Landgestüt für die Pro­vinz Sachsen zurückzuweisen; dasselbe ist bekanntlich augen­blicklich in Neustadt a. D. mit demjenigen der Provinz Brandenburg zusammengelegt. .

Bei dem Etat Lotterieverwaltung bringt Abg. Dr. Stern (Frankfurt) die Anomalie zur Sprache, daß das Spiel in außerpreußischen deutschen Lotterien immer noch verboten sei und bestraft wird.

Abg. v. Fürth meint, auch Ankündigungen fremder Lotterien müßten verboten werden. Abg. v. Ludwig hält die Vermehrung der Loose und die Erleichterung des Spielens durch kleinere Antheile für geboten.

Der Regierungskommiffar erklärt, es sei m den letzten Jahren gegenüber verschiedenen Anregungen aus dem Hause seitens der Regierung nichts geschehen.

Die Abgg. v. Rauchhaupt und Dr. Windthorst wollen ein Verbot der Lotterien durch Reichsgesetz, ebenso Dr Löwe, der, so lang- das nicht erreichbar ser, tue Vermehrung der Loose oder die Aufhebung des Verbots fremder Lotterien für nöthig hält.

Abg. vr. Löwe kündigt einen Antrag betreffs des Verbots aller Lotterien durch Reichsgesetz für die dritte Lesung an. . . , , , ...

Bei dem Etat der Seehandlung wird mehrfach über die schlechte Rentabilität der Bromberger Mühlen geklagt. Ein Verkaufsantrag wird nicht gestellt.

Der Etat der Archivverwaltung wurde nach kurzer Debatte genehmigt. Morgen 11 Uhr Fortsetzung.

»(Zur Rrrnreise des Kronprinzen) bringt bas ,D. M.-Bl.' aus Berlin folgende Mittheilimg: Der Kultusminister, Herr v. Goßler, ist Sonntag früh vom Reichskanzler aus Friedrichsruh zurück- gekehrt und schon Nachmittag 2 Uhr 30 Min. ging ein Kourier mit wichtigen Aktenstücken nach Rom, zu dem preußischen Gesandten am Vatikan, Herrn v. Schlözer. Depeschen und Briefe vom Auswärtigen Amt an den Kronprinzen gehen direkt nach Barcelona ab. Diese Eile bezieht sich, wie wir hören, auf die Wohnungsfrage. — Wie der .Franks. Ztg.' aus Berlin gemeldet wird, sollte der Kultusminister v. Goßler gestern nach Genua abreifen.

Oesterreich - Ungarn.

* Agram, 10. Dez. (®er neuernannte Banns von Kroatien) Graf Khuen-Hedervary übernahm heute die Landesregierung. Der Land­tag ist zum 17. Dezember einberufen worden.

Frankreich.

• Paris, 9. Dez. (Ein dem Marinemi­nister zugegangenes Telegramm) meldet, daß das Transportschiff „Korreze" mit der für Tongking bestimmten Artillerie am 29. November in der Bai von Along angetommen ist.

* (Japan und China.) Dem .Observer' wird unter dem 9. Dez. gemeldet, die japanesische Regierung habe die ihr von China betreffs Ab­schlusses einer Offensiv- und Defensivallianz für die Eventualität eines französisch-chinesischen Kriegs gemachten Eröffnungen nicht angenommen, wohl aber versprochen, daß sie den französischen Kriegs­schiffen die Entnahme von Proviant und Kohlen in den japanesischen Häfen nicht gestatten werde.

(England.

• London, 10. Dez. (Eine Meldung aus Hongkong) vom 3. d. Mts. besagt: Ein von den Anamiten und Chinesen auf Haiphong beab­sichtigter nächtlicher Angriff wurde durch einen Ausfall der Franzosen unter Koronats-Befehl ver­eitelt, wobei die Anamiten und Chinesen zersprengt wurden und etwa 50 Todte und 100 Verwundete verloren. Die Franzosen hatten 2 Verwundete.

Italien.

• Rom, 10. Dez. (Zum Besuche des Kronprinzen.) Wie die deutschen, so ver­suchen auch die italienischen Offiziösen, den Besuch beim Papste als eine Nebensächlichkeit hinzu­stellen.

»Rom, 10.Dez. (Der päpstliche Prälat Savasere) hat nach einer Meldung des ,W. T. B.' auf feine Prälatenwürde verzichtet und ist zum Protestantismus über getreten. Der liebertritt des­selben erfolgte in der amerikanischen Kirche von St. Paul, wo der Rektor Dr. Nevin die kirchliche Zeremonie vollzog.

(Egypten. 1

* Kairo, 9. Dez. (Neue Niederlage der Engländer.) Telegramm des „Reuter'schen Bu­reau": Aus Aden eingegangene Nachrichten mel­den, daß am 5. d. M. fünf Kompagnien egypti» scher Truppen bei einer nach Suakim zu ausge» führten RekognoSzirung von den Aufständischen an­gegriffen und nach heftigem Kampfe vollständig ver- nichtet wurden. Das Geschütz, welches die egypti- schen Truppen mit sich führten, fiel in die Hände der Aufftändischen.

* Kairo, 10. Dez. (Weitere Nachrichten über die neueste Niederlage egyptischer Truppen bei Suakim) besagen, Kundschafter hätten in Suakim gemeldet, daß eine nur einige Hundert Mann zählende feindliche Truppe sich in der nächsten Nähe der Stadt gezeigt habe. Mah­mud Pascha entsandte darauf fünfhundert Mann Negertruppen und zweihundert Baschibozuks gegen den Feind, blieb aber selbst in Suakim zurück. Der Zusammenstoß mit den Aufständischen erfolgte etwa 3 Stunden von Suakim entfernt. Die egyp-

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