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M 277.

Montag, den 3. Dezember

1883.

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mit der

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werden erfolglos bleiben. Die von der .Köln.

Deutsches Reich.

Fulda, 3. Dezember.

* (Entschließungen der Regierung.) Die Regierung hat dem Abgeordnetenhause ihre Entschließungen auf die Anträge und Resolutionen aus der vorigen Session zugehen lassen. Davon interessirt uns in erster Linie die Antwort auf die Resolution betreffs der organischen Re­vision der Maigesctze, welche am 25. April aus Anlaß des Antrages Windthorst auf Freiheit der Sakramentespendung rc. beschlossen wurde. Die Resolution des Hauses lautete: „Die Erwartung auszusprechen: Die königl. Staatsregierung wolle, sobald es die mit der Kurie schwebenden Verhand­lungen angezeigt erscheinen laffen. dem Landtage der Monarchie einen Gesetzentwurf vorlegen, welcher eine organische Revision der bestehenden kirchen­politischen Gesetzgebung enthält, und in Erwägung ziehen, ob nicht in Uebereinstimmung mit den Grundgedanken dieser organischen Revision vorweg Vorsorge zu treffen sei, daß diejenigen Bestim­mungen beseitigt werden, in Folge deren Geistliche wegen Spendens der Sakramente und Meffelesens in Strafe gezogen werden." Als „Entschließung" der Staatsregierung wird Folgendes angegeben: „Die Richtung der Politik der königlichen Staats­regierung auf kirchenpolitischem Gebiete wird durch das inzwischen erlaßene Gesetz oom 11. Juli 1883 durch die bei Berathung deffelben von der Staatsregierung abgegebenen Erklärungen und durch die zur Ausführung des Gesetzes Sei- tens der letzteren gethanen Schritte gekennzeichnet." Damit erfahren wir nicht mehr, als was wir schon wiffen. Rach dem Stillschweigen der Thron- rede war freilich zu erwarten, daß diese liebet# sicht der Entschließungen auch schweigen werde. In Bezug auf den Beschluß des Abgeordnetenhau­ses vom 15. Januar 1883 wegen Bewilligung außerordentlicher Mittel für den Rothstand in der Eifel erklärt die Staatsregierung in dem eben dem Abgeordnetenhause zugegangenen Verzeichniß ter Entschließungen auf die diesbezüglichen Anträge Folgendes: Den in einigen Eifelkreisen im Win- ter 1882/83 als drohend hervorgetretenen Roth- ständen hat durch das Zusammenwirken der Staats­behörden, der provinzialständischen Organe und der

Sammelspenden der Privatmildthätigkeit vorgebeugt werden können, so daß es nicht erforderlich gewor­den ist, zu dem gedachten Behufs die außerordent- liche Bewilligung von Staatsmitteln bei der Lan­desvertretung in Antrag zu bringen. Hinsichtlich der Bewilligung von Staatsmitteln zu dauernder Aufbesserung der wirthschaftlichen Verhältnisse in den Eifelkreisen ist im Staatshaushalts-Etat für 1884/85 das geeignete vorgesehen worden. Betreffs der der Staatsregierung überwiesenen Petition wegen Verbots der Vivisektion wird Folgendes erwidert: Die Sache ist noch in der Erwägung begriffen. Es wird beabsichtigt, nach dem Beginn des Winter­semesters ein Gutachten von sämmtlichen medizini­schen Fakultäten einzufordern; außerdem ist eine Denkschrift über den Gegenstand in Vorbereitung.

* (Bei der Reichstags-Wahl in Dil­ling en) wurde Baron Freiberg (Centrum) mit 6935 von 7199 Stimmen gewählt.

» (Die Artikel der .Kölnischen Zeitung) über „die Aufgaben der staatlichen Kirchenpolitik" haben solches Aufsehen erregt, daß das kultur­kämpferische Blatt schon wieder zum Rückzug bläst. In Form einer Berliner Korrespondenz schreibt dasselbe: „In der Etatsberathung des Abgeord­netenhauses wurde die Kirchenfrage nur gestreift. Man erwartet eine mehr eingehende Erörterung beim Etat des Kultusininisteriums. Es wird sich dann zeigen, daß das Programm der national- liberalen Partei unverändert ist. Die vielbespro­chenen Artikel der .Kölnischen Zeitung' wurden von konservativen und klerikalen Blättern mit erkünstel­ter Freude ausgenommen. Aber diese vergaßen, aufmerksam darauf zu machen, daß jene Artikel im Eingang und als Grundlage ihrer Vor- schlüge die Z ust i m in u n g d e r K u r i e zu bestimm­ten Grenzen und Präluminarien voraussetzten, welche Zustimmung nicht bevorsteht; daß es also um Zukunftsgedanken sich handelte, von welchen die gegenwärtige Lage nicht berührt wird." Die Bemühungen des nationalliberalen „Weltblat­tes", die einmal schwarz auf weiß vorliegenden Artikel jetzt als Zukunftsphantasien hinzustellen und dadurch praktisch aus der Welt zu schaffen,

Blatt sich einfach lächerlich.

• (Das Krankenkassengesetz) trat am 1. Dezember zu einem Theile seiner Bestimmungen in Kraft. Die liberalen Blätter benutzen den Ter­min zu einem lebhaften Appell zu Gunsten der sogenannten freien Kassen.

Berlin, 2. Dezember.

* (Die Kaiserin) ist gestern Abend um 91/« Uhr von Koblenz wohlbehalten hierher zurückge- gekehrt.

• (Grundsteinlegung des Reichstags­gebäudes.) Wie der Magdeb. Ztg.' berichtet wird, ist nunmehr der Tag des Frankfurter Frie­densschluffes (10. Mai) für die Grundsteinlegung des neuen Reichstagshauses endgiltig bestimmt worden.

* Stettin, 1. Dez. (Stapellauf eines chinesischen Kriegsschiffes.) Heute Mittag ist die dritte, in Bredow erbaute chinesische Pan­zerkorvette vom Stapel gelaßen. Der Gesandte Msonapao taufte dieselbe „Tehi vuan“.

* Karlsruhe, 1. Dez. (Interpellation über den Turban'schen Wahlerlaß.) In der vorgestrigen Sitzung der zweiten Kammer stand die Interpellation Schnei­der undGenossen über den Turban'schen Mahlerlaß zur Berathung. In demselben wurden die Bezirks-Beam­ten darüber informirt, daß das Ministerium unter Billi­gung des Grohherzogs am liberalen Regierungs-System sesthalte, und aufgefordert, in diesem Sinne auf die Wäh­ler einzuwirken. Der Interpellant (Demokrat) führte aus, daß dieser Erlaß die verfaffungsmäßige Wahlfreihert be­schränkt, die Integrität der Beamten gefährdet und die Per­son drs Landesfürsten in das Wahlgetriebe heremgezogen habe. Staatsminister Turban erklärte, die freie Wahl sei durch den Erlaß nicht beschränkt worden, und letzterer sei eine Pflicht gewesen gegenüber der unklaren Lage des Landes vor den Wahlen. Dem gegenüber hält Roßhirt (kathol. Volkspartei) an der Thatsache einer Wahlbeeinflus­sung durch den Erlaß und eines Druckes der Bureaukratie auf die Wählerschaft fest. Kiefer (nationall.) vertheidigt den Erlaß. Wacker führte aus, daßder Erlaß lediglich den Zweck gehabt habe, die nationalliberale Mehrheit zu erhalten.

ließ, weich' furchtbares Unglück ihn getroffen. „Bist Du es wirklich, Alfred?" fragte ich, mit höflichem Gruße gegen die Dame näher tretend.

Ueber das Gesicht des Blinden fuhr ein nach­denkender Zug. Dann, beide Hände ausstreckend, die ich sogleich warm in die meinigen schloß, rief er fragend: „Walter von Hoheneck?" Ich schob seinen Arm in den meinigen, und wir setzten un­fern Weg fort. Mit dem natürlichen Gefühl, das gleichgeartete Frauen rafch zu einander führt, schloßen sich meine Gattin und Frau von Rauch- feld — denn das war die Dame — sofort herz­lich an einander an. Diesen Tag und den ganzen folgenden blieben wir beisammen und erzählt-n uns unsere Schicksale. Alsred von Rauchseid war ein Anderer geworden, und der streng gläubige, aber mild, tolerant und gerecht denkende Prote- stank freute sich außerordentlich über meine Rück­kehr zum Glauben und der Religion. Seine Gat- tin, eine entfernte Verwandte, halte ihm ihre Hand und ihee reiche Liebe geschenkt. Sie war ihm alles. Sie führte ihn und las ihm mehrere Stun- den des Tages vor: denn er beschäftigte sich leb­haft mit politischen und religiösen Fragen, in denen unsere Ansichten trotz der Verschiedenheit, des Be- kenntnißes vielfach übereinstimmten. Alfred war glücklich; nur einem Wunsch gab er mit rührender

Wehmuth Ausdruck - ein Mal, nur ein einziges Mal das Ange seines Kindes, eines blühenden Knaben, schauen zu können. Aber er tröstete sich mit dem Gedanken, daß Hans die Züge seiner vortrefflichen Mutter trage, und daß sie ihm deß- halb nicht fremd seien.

„Und hast Du nie wieder von Herold gehört? fragte ich Alfred, nachdem ich erkannt, daß jeder Stachel aus seinem Herzen gerißen sei und meine Frage ihn deßhalb nicht verwunde.

Er suchte hastig meine Hände und drückte sie warm. „Fritz, meinst Du? Habe ich Dir von ihm nicht erzählt? Das ist Unrecht! Er ist mir der liebste und treueste Freund geworden. Ganz in der Nähe meines Besitzthums amtet er als Kreisrichter, hochgeachtet. Er hält es für seine Pflicht, jede freie Stunde mir zu widmen. Er führt mich spazieren, spielt Schach mit mir, bringt jeden Sonntag bei uns zu: kurz, wir sind ein Herz und eine Seele. Er ist überglücklich, daß ich ihm verziehen habe. Und wie leicht war dieses Verzeihen! Ich hatte eine schwere Strafe ver- dient, und wie unendlich gütig hat Gott das an­fänglich fo entsetzliche Unglück zu meinem S.gcn gewendet. Walter, Walter, mit uns hat Gott es gar ivohl gemeint!"

(Fortsrtzunz folgt.)

haben soll, ist nichts mehr und nichts weniger als erfunden. Eingangs der bezüglichen Artikel ist im Gegentheil lang und breit die Rothwendigkeit eines selbstständigen staatlichen Vorgehens, ohne Kurie und ohne Konkordat behandelt. Durch den von Berlin aus diktirten Rückzug macht das

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<0, Den Frieden gefunden.

(Fortsetzung.)

Doch" , erwiderte Walter, „und die Lage, in der ich ihn fand, hat mir viel Trost gewährt und zugleich einen neuen Beweis geliefert von der un­begrenzten Güte und Weisheit Gottes, der alles zum Besten lenkt. Auf unserer Brautreise führte ich meine Frau an den Rhein. Bei dieser Ge­legenheit machten wir von Koblenz aus einen Ab- stecher in das Lahnthal nach Ems. Es war ge­rade zur Höhezeit der Saison, und die elegante Badewelt bewegte sich in buntem Treiben in den schattigen Anlagen umher. Plötzlich wurde meine Aufmerksamkeit auf einen Herrn gelenkt, der eine blaue Brille trug. Eine Dame von höchst an­genehmem Aeußern, wenn auch nicht gerade schön, war an feinem Sinne, und wie sehr sie es auch zu verhehlen suchte, so entging es mir nicht, daß sie seine Führerin fei. Wenn auch Jahre ver- gangen waren, fo erkannte ich in dem Blinden doch sofort Alfred von Rauchfeld. Ich zögerte, ihn zu begrüßen; ich war ja ein anderer gewor­den, und unsere Ansichten konnten, wenn er bei den seinigen geblieben, nicht mehr harmoniren. Doch es drängte mich zu dem Armen, deßen zu­friedenes, ja glückliches Aeußere nicht vermuthen

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Gemeindebeamten unter Benutzung geeigneter etats- werden erfolglos bleiben. Die von oer ,^oin. mäßiger Staatsfonds, sowie unter Verwendung der Ztg.' letzt behauptete Einschränkung und Bedmg- bewilligten Mittel und der verfügbaren reichen ung, welche am Eingang der Artikel gestanden