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Gestern Vormittag ver-

* Kassel, 5. Nov.

- Kassel, 5. Nov. Gestern Abend feierte die Firma V. Oppenheim (Roßhaarspinnerei) da­hier unter großer Betheiligung von Bekannten und Geschäftsfreunden das 50jährige Jubelfest ihres Be­stehens in den festlich dekorirten Sälen des Arber- ter-Fortbildungsvereins.

* Bornheim, 5. Nov. Gestern Abend km) ' . • l re*. <____ .ff, 1COamwz

mazeuten; 5 Techniker zogen die Arbeit mtt Hacke und Spaten in Wilhelmsdorf dem Stromerleben vor.

Berlin, 5. November.

(Das österreichische Kronprinzenpaar) ist 9 Uhr 37 Min. Abends mittelst Extrazuges hier eingetroffen. Am Anhalter Bahnhof waren anwesend: der Kaiser, die Prinzen Friedrich Karl, Leopold, Wilhelm in österreichischer Uniform mit Stephansorden. Zur Ehrenwache wurde das Franz- re qiment gestellt. Beim Einfahren des Zuges m- tonirte die Franzerkapelle die österreichische Hymne.

man noch nicht. Der alte Graf scheine zuerst nicht ganz einverstanden gewesen zu sein, und hätte es etwas Szene zwischen beiden abgesetzt. Das Merkwürdigste aber bei der Sache fei, daß eines Morgens der Schulte Optenholt mit dem Grafen eine lange Unterredung gehabt habe und kurze Zeit darauf der junge Herr, der seit seiner Ankunft sehr trübselig ausgesehen habe, freudestrahlend zu der Gräfin geeilt sei und diese den Schulte zum zweiten Frühstück eingeladen habe. Er habe mit eigenen Augen gesehen, wie Franz mehrere Flaschen von dem alten Cliqnot in's Speisezimmer getragen habe. — Der Graf sei nun mit seinem Sohne vor mehreren Tagen abgereist und wolle die alte Lisbeth auf das Bestimmteste wiffen, daß diese Reise einem Besuche bei der Braut gelte.

Der Drachenwirth war nun ein zu vorsichtiger Mann, um die Neuigkeit gleich an die große Glocke zu hängen. Nur seinem Nachbar, dem Apotheker, vertraute er dieselbe unter dem Siegel der Ver­schwiegenheit. Der Apotheker war durchaus keine Plaudertasche, denn er führte oft das Wort im Munde: „Geistliche, Apotheker und Aerzte muffen verschwiegen sein, wie das Grab."

Es lag indessen kein Grund vor, warum er diese Neuigkeit seinem Schwager, dem reichen Holzhänd­ler, nicht so en passant mittheilen sollte, natürlich unter der Bedingung, seiner Frau nichts davon verlauten zu lassen.

(F»rtsetzung folgt.)

Aus Stadt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 6. November.

Frankreich.

• Paris, 5. Nov. (Der deutsche Bot­schafter) Fürst Hohenlohe besuchte gestern Grevy und hierauf auch Ferry und Challemel- Lacour. ~

• Paris, 5. Nov. (Aus Tongking.) Eine Depesche Harmand's von gestern bestätigt, daß Ningbing und Kuangyen von den Franzosen wider­standslos besetzt wurden. Der Vertrag von Hue ist im Centrum des Deltas ausgeführt, nur rn den beiden Nordprovinzen wird seine Ausführung durch den Feind verhindert. Admiral Courbet übernahm am 25. Oktober den Oberbefehl. Der Adjutant des Gouverneurs von Cochinchina, Schiffs­lieutenant Deleschaut, begab sich nach Hue, um dem König von Annam Geschenke und Orden zu überbringen. — Wie der,Temps' erfährt, würde die nächste Sendung nach Tongking aus einer Trainkompagnie und Wagen bestehen.

X X Die Kgl. Regierung hat bis zur Wieder- befetzung der vakanten Stadtpfarrstelle den Herrn Dompfarrer Schmitt mit der Wahrnehmung der Lokalschulinspektion der stadtpfarrlichen Schulen be­auftragt. Dem Vernehmen nach sind über die definitive Wiederbesetzung der Stadtpfarrstelle, welche bekanntlich staatlichen Patronates ist und daher ungeachtet ver maigesetzlichen Bestimmungen besetzt werden kann, Verhandlungen noch nicht gepflogen worden und soll die Ernennung eines neuen Stadt- psarrers für die nächste Zeit noch nicht in Aus­sicht stehen. Das Seelsorgebedürfniß der Stadt­pfarrei ist ja auch durch die drei Stadtkapläne

auf zwei Fälle (je ein Schaf in den Heerden in Steinhaus und Rückers) dasselbe erfolgreich durch­geführt ist, macht der Kgl. Landrath in einer eben publizirten Bekanntmachung darauf aufmerksam, es liege im Interesse der Schafhalter, daß die Schafe' genau beobachtet werden, und beim Ankauf von solchen eine sorgfältige Untersuchung stattfindet, ob dieselben räudefrei sind, damit nicht durch Nachlässigkeit oder den Untertrieb räudiger Schafe unter eine reine Heerde der Wiederausbruch der Räude hecheigeführt wird. Gleichzeitig werben die Bestimmungen des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880 über die Verpflichtung zur Anzeige von dem Ausbruch der Seuche oder vom Seucheverdacht in Erinnerung gebracht.

n Traisbach bei Fulda, 6. Nov. Den Ein­wohnern unseres Dorfes hat der Tod am diesjäh­rigen Allerseelentage ein sehr ergreifendes Vergiß­meinnicht verabreicht durch das unter erschütternden Umständen eingetretene Hinscheiden des 18jährigen Jünglings Karl Sauer. Derselbe folgte seinem 15jährigen Bruder Wilhelm nach einem Zwilchen- raum von nur 9 Tagen in die Ewigkeit. Beide Jünglinge starben fast plötzlich nach zwei- bis drei- tägigem Unwohlsein und waren, wenigstens dem Aus­sehen und ihrem Befinden nach, kerngesund gewesen.

fr Hünfeld, 5. Nov. Gestern erfreute der hiesige katholische Gesellenverein ein zahlreiches Pub­likum durch eine wohlgelungene theatralische Abend­unterhaltung, die in dem an komischen Szenen reichen Drama „die ungleichen Brüder", unter Leitung des Herrn Lehrers Lang aufgefuhrten Gesängen und in Deklamationen bestand. — Die von der hiesigen Darlehnskasse, speziell durch die rastlose Thätigkeit des hiesigen Kaplans Herrn Kramm in's Leben gerufene Pfennigsparkaffen haben soweit wie bekannt, nun an allen zum Ge­biete des Hünfelder Darlehnskassenvereins gehörigen Orten ihre Thätigkeit begonnen. Die Herren Leh­rer des Bezirks nehmen sich dieses gemeinnützigen Instituts überall mit Eifer an.

• Hanau, 5. Nov. Heute begann die 3. diesjährige Sitzungsperiode des Schwurgerichts. Als Vorsitzender fungirt der Landgerichts-Direktor Brand. Zur Verhandlung steht ein auch in der .Fuldaer Zeitung' seiner Zett besprochener Fall dessen Schlußdrama sich in Fulda ab,pielte. Angeklagt ist der Bildhauer Gg. Meyer aus Hannover; derselbe ist beschuldigt, am 2o. Nov. 1882 in Rorschach — Kanton St. Gallen — aus dem Gasthof zum Rößli die Betten aus 3 Bettstellen im Werthe von etwa 93 Mark ge­stohlen und sodann diese drei Bettstellen in Brand gesetzt hierdurch aber das Gasthaus zum Rößli in Brand zu setzen versucht zu haben. Ange­klagter bestreitet diese Anschuldigungen. Am 27. Dezember 1882 wurde Angeklagter in Fulda

Deutsches Reich.

Fulda, 6. November.

* (Die neueste Statistik der Arbeiter- kolonie Wilhelmsdorf) weist nach, daß in der Zett vom 1. Dezember 1881 bis 1. Oktober 1883 insgesammt 1187 arbeitslose Männer in der Kolonie Aufnahme gefunden. Westfalen lieferte naturgemäß die höchste Zahl, nämlich 460, Rheinland 244, die übrigen Staaten und Provin­zen variiren zwifchen 3 und 55. Ausländer sind 19 aufgenommen, darunter 2 Deutsch-Amerikaner, 4 Oesterreicher und Ungarn, 1 Däne, 1 Schwede, 1 Russe, 1 Afrikaner aus Oran, und um Aufnahme gebeten hat neuerdings auch ein - Mahr. Von diesen 1187, meist in alleräußerster Roth und vielfach nach langem Stramerleben aufgenommen, sind, nachdem sie sich Kleider verdient und wieder arbeiten gelernt, 966 wieder abgegangen, und zwar wurden 830 durch Vermittlung des Vorstandes in Stellung gebracht, während die Uebrigen sich selbst solche verschaffen konnten, was ihnen bet vagabondirender Lebensweise nicht möglich gewesen wäre. 42 Mann entliefen mit Hinterlassung von Schulden für erhaltene Kleider. Der Bestand am 1. Oktober war 221 Mann. Unter den Aufge- no.nmenen befanden sich 772 Evangelische, 408 Katholiken und 7 Israeliten. Nur 374 besaßen noch eine feste Heimath, wogegen 813 ober 68‘/2 pCt. domizillos waren. 475 hatten bereits mit den Gerichten Bekanntschaft gemacht, und zwar waren dieselben zumeist wegen Bettelns bestraft. Die Zahl der Berufsklaffen und Gewerbe, auf welche die Verpflegten sich vertheilen, ist 75, da­runter figuriren Hand-, Fabrik und landwirthschaft- liche Arbeiter mit 352, aber auch 102 Kaufleute und Comptoiristen, 6 Lehrer, 11 Beamte, 2 Phar-

tompromittirtere Persönlichkeit schwerlich aussuchen können: Paul Bert ist eine der vielseitigsten Per sönlichketten der Republik, als Mediziner erfreut er sich eines bedeutenden Rufs, als Geschichtsfor­scher hat er auf dem Gebiete der Fälschung, (es sei nur an die dem Prinzen Friedrich K«rl unter- geschobenen Depeschen erinnert) sich wesentliche Ver bienfte erworben, unb als Chauvinist ^ « über a Tadel erhaben. Kaum einer ber heute lebenden Politiker Frankreichs hat seinen fanatischen Deut­schenhaß so offen kunbgethan. Die Gesinnung Paul Bert's in kirchlichen Fragen kennt Jeder, der be­rüchtigte Klosterstürmer und Priesterhasser verbin­det mit ausgesprochenem Atheismus eine ebenso ausgesprochene Unduldsamkeit. Darüber ist man selbst in liberalen deutschen Kreisen ewig.

dieser Mann, dessen Wahl selbst ©ambetta zur Zett als einen politischen Fehler bezeichnete, s nun zum Dank für seine dem Ministerium bewie­sene Hingabe wieder in's Kabmet berufen werden. Die nächste Folge wäre gewiß em neues Kapitel im französischen Kulturkampf.

Qrnft nir Versüauna der ver- I in der Nacht vom 15 auf den 16 Marz 1883 aus dem Fuldaer Gefängnisse auszubrechen. Cr machte zu diesem Zweck ein Loch in die Decken­wand der Zelle und entzündete darunter aus ge-

jede verwendbare Kraft zur Verfügung der ver­waisten Gemeinden der Diözese bleiben muß.

£5 Der, wie bereits gemeldet, in Konkurs ge»

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rufen hatte, ein Wink gegeben daß er verschwinden tft, teilen imr morgen mit

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äußerst still und gegen seine Gewohnheit wortkarg haben verhindert. .....

in seinem hiesigen Quartier wieder an.

— Dem .Kreisblatt' zufolge hat sich hier em Komits gebildet zur Gründung eines Fonds für den Bau einer neuen evangelischen Kirche.

— Nachdem das Heilverfahren zur Tilgung ber Schafräude im hiesigen Kreise beendet ist, und I sswErS «I WäSiÄ-

Vesterreich - Ungarn.

• (Die Einleitung einer Diszipli' ....... naruntersuchung gegen Professor Roh' Und ling) in Prag wegen seiner antisemitischen Bro schüren ist vom Senate der dortigen Umversttar abgelehnt worden. Bravo!