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Donnerstag, den 11. Oktober

1883

Jfulhaa

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Der Erbe.

» *****

* Partei mit und ohne Programm.

Wir schlossen in voriger Woche einen Artikel mit den Worten, daß die National-Liberalen zu Allein und Jedem zu haben seien, wenn man sie nur eine Rolle spielen laffe. Gerade in den letzten Tagen hat sich dieser Satz wieder einmal auf's Beste bewährt. Es zeigt sich, daß die Partei, welche gewöhn- hertsmäßig Kompromisse schließt und mit gebücktem Rücken nach Oben hin ihre Aufwartung zu machen pflegt, nicht einmal abwarten kann, bis man sie als Helfershelfer nöthig hat, sondern, daß sie sich wie „Pfeffermann" in dem bekannten Lustspiel „Unsere Frauen" zu jedem vorkommenden Dienste freiwillig anbietet und im Voraus für alle Fälle proinpteste Bedienung verspricht.

Original-Novelle von Wilhelm van Linn. | Manches verdächtige Schreiben war ihm von seinem Helfershelfer überbracht worden, der eme große Gewandtheit darin besaß, einen Brief zu öffnen und wieder zu verschließen, ohne daß ne aerinalte Spur davon zu entdecken war doch bis dahin hatt/seine Befürchtung sich nicht bet* Dayin yaue i der rohen Hoff.

™ daß Ä“ wiTtUd) tobt Kt« wütbo, atä der Bote eines Tages ihm em Schreiben für den Grafen überbrachte, welches

SBran ein Hauplorgan bet Slahonaltbetalett n& zu dem Satze versteigt „das nationale Pro aramm des Reichskanzlers und aller gcschlcht uh gebildeten deutschen Patrioten sei dasselbe un diermit fei thatsächlick die in keinem §alle versagende LlU iür das politische Verhalten der National-

partei gegeben, so weiß man gerade genug. Die „Nationalpattei" (da» Beiwörtchen „liberal" scheint man nachgerade für überflüssig zu halten, was ledenfalls ein kleiner Anflug von Ehrlichkeit ist) braucht uns deshalb nicht mehr zu versichern, daß sie „ohne Formulirung für alle konkreten Fragen ein positive» Programm" habe; sie kann ja unmöglich voraussehen, wie sich das „nationale Programm" Bismarcks im Laufe der Zeit verändett und gestaltet. Die Lösung aller Fragen „im Sinne der starken nationalen Ein- heitSpersönlichkeit" ist nunmehr das Fraktions- Ideal. Es klingt fast wie Selbstverhöhnung, wenn eine nationalliberale Stimme sich jetzt sogar dahin vernehmen läßt, es sei zu beklagen, daß die Verschiedenheit der Ansichten noch so oft zur Sezession und nicht zum Kompromiß führe, und wenn dieser nationalliberale Held geradezu die Behauptung aufstellt: „Der vielverspottete Kompromiß ist Re Voraussetzung der Existenz und de» Fortschritts des deutschen Staates".

Dieses Jammerbild einer Pattei verdient, alledem den Namen: „Partei \ n

Programm". Sie vety*- W auf ven Luxus eines eigenen Programm» und verpflicht t sich auf das reichskanzlensche Programm, das sogenannte „Programm aller geschichtlich gebildeten deutschen Patrioten". ___ _ ■:

°d-i *€£*£ 'ÄÄ b« ff St bitten Sbeett nicht lügen tr i lh et sich wohl auch zur Sezession, ""‘zrtnnuug »«« bet „»llmnlpattti" entiiihe-

0™ b e Dfiette btt „Wwmlmtt.it- an g-eig-

Die Mn. Kg.' st-h> «

Unjail-etstchetnng .mit HM bet »M— allenfalls auch ohne Centrum uno

<JI _ w Staude gebracht, ja sie glaubt bereits mMheilm^u können, baß „gutem Vetnehmenmch

der Reichskanzler nunmehr überzeugt fei, daß die Reichsregierung mit ihren sozialpolitischen Plänen sich zu einem etwas langsameren Tempo werde entschließen müssen, und daß in Folge dessen die Alters, und Invalidenversicherung den nächsten Reichstag noch nicht beschäftigen werde. Ob das Kölner Blatt wohl berichtet gewesen ist, wird ab- zuwatten sein, die neuesten Auslassungen der Re- grerungSpresse schienen ja allerdings auf ein „langsameres Tempo" in der Durchführung der kaiserlichen Botschaft vorbereiten zu wollen. Was

mit ^esem „langsameren Tempo" auf sich haben würde, wird man leicht verstehen wenn man bedenkt, daß die kaiserliche Botschaft grade ern Hauptgewicht auf die der arbeitenden Klaffe alsbald zu gewährende Staatshülks.<Ht legt hat, und daß absolut kein ‘ c"^., zu dem langsamen Tempo ' .

die Erreichung des “llS schwer, dieser Even werden soll zu sehen, denn wenn wirklich tu-M so großem Eklat unter dem befürworten­den Schutze des kaiserlichen Namens proklamirte Sczialreform schon bei den ersten Versuchen zu ihrer Durchführung wieder fallen gelassen würde, so dürste daraus ein so wuchtiger Rückschlag aus das öffentliche Vertrauen und auch auf die all­gemeine Hastuvo, ^eüulzchxe.ickt-ir Moxi-.en entstehen, ■ / - * «tfr n»p! verspricht, muß viel halten

^Vettprechen macht Schuld." Möchte nie der Tag kommen, wo das Volk die Regierung an ein nicht ge­haltenes Versprechen erinnern muß! (Nachdr. °-rb.)

Deutsches Reich.

Fulda, 11. Oktober.

(lieber die kirchenpolitische Situa- tioni gehen wieder einmal verschiedene offiziöse «elbwn uin tStftan haben wir b-t-il« turnt tun gefaßten ossiziösen Notiz erwähnt, eme ähn­liche Version findet sich in ausgedehnterem Umfange

der G*i*l größerer Schurke

^ei' SeR " Woß der Graf, indem er das Schreiben Ck . Q-tiVmarf der Brief der Buhlerin wird

so beantwortet werden',' daß sie es wohl nicht mehr waaen wird zum zweiten Male zu schreiben Es würde eine Schande fein, wenn jemals em Nach- fnmme derselben auf Westerberg säße.

Ew. Gnaden müßte ich aber bitten.mirver-

bi, W

fÄ’tf mit nach s°-i-

In Teufels Namen beim; M« 3 )r

Halbjahr erhalten, bis ich im Besitze des -vca;° rates fein werde."

„Und bann? Louisdor," erwiderte

iem baß ich

Mtnm"i«ifeu” Würben Si™bie «I-haben,

~ (Sr f)atte eben die eingegangenen «utTe abge- neben welche der Graf nach flüchtiger Durchsicht

MSe"ÄÄet Mann mb ließ sich nicht i mill nickt behaupten, daß ich die Ferngre l

■” b«t. mit ewa« Fleiß nnb Ansbanet mag es mit ' "‘'"SÄ«'* nicht «it-t batübet teben," «Ä w»°!«gÄ«n V-tch-iMch n» fo UW -ntmüchen latai mb

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haben, um Kenntmß von dem Jnhaltezuerhaiten. J ^m Grafen hoch und theuer, dasi er m

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beit dazu geboten wurde.

Wer mit einiger Aufmerksamkeit seit Jahren die Stellungnahme der liberalen Blätter in be­stimmten Fragen und das stufenweise in raschem Tempo erfolgende Ueberspringen von Grundsatz zu Grundsatz, von Programm zu Programm ver­folgt hat, den muß das ganze lakaienhafte Ge­baren dieser Partei geradezu amkeln. Die Pattei nennt sich „national-liberal, — aber selbst dem eifrigsten Forscher wird es nicht mehr gelingen, auch nur ein Jota von wahrer Freisinnigkeit in dem thatsächlichen Aktionsprogramm dieser Partei Bennigsen-Nachfolger zu entdecken. Nachdem die Regierung die nationalliberale Vart-i -(»- dieser' trostlosen Lage immer mehr zusammenge- KmA ist. fa6t st- stch -«14 »" H-'it b« tritt vor den „allmächtigen Kanzler ^nmitder n-ii-ntsicken Bitte wieder in Gnaden als gehör fame Dienerin aufgenommen zu werden, ja, sie zur StWfÖgnt. in’ 3ulm.fl di°2°°^ | menen kleinen Unarten und Eigenwilligkeiten ganz

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