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M 229.

Sonnabend, den 6. Oktober

1883

Fuldaer

mit einem gewissen Wohlbehagen ihren Lesern das

als ob dort der Handwerkerbewegung feindliche Grundsätze zum Durchbruch gekommen wären.

Es ist hinlänglich bekannt, welch' grenzenloses Fiasko dieser echt liberalen Manipulation auf dem Fuße gefolgt ist, wie die Handwerker den eigenmächtig für sie aufgetretenen Unheilstifter desavouirt und mit imponirender Einmüthigkeit die Stellung des Zentrums zur Handwerkerftage und die Beschlüsse der Katholiken-Versammlung gutgeheißen haben, wie endlich der zu einer trau­rigen „Berühmtheit" gelangte Herr Faßhauer seine bisherige Schützerin, die .Köln. Ztg.', so

türlichen Entwickelung zu Gunsten der Centrums Partei erledigt ist, und über die Handwerkerfreund­lichkeit des Centrums ivie über die Centrumsfreund­lichkeit der Handwerker ga< kein Zweifel mehr be-

Station Haidekamp war erreicht; der Zug fuhr in den Bahnhof. Noch einmal ruhte Felix an dem Herzen seines Vaters. — Die Lokomotive pfiff und fort brauste der Zug. Die Thräne, die das Auge seines Wohlthäters netzte, konnte Felix nicht mehr sehen, als er seinen letzten Abschiedsgruß hinüber­sandte.

O

Dunkle Wetterwolken zogen über den Rhein und sandten den Regen in Strömen hernieder. Zuckende Blitze durchschnitten das dunkle Gewölk und das Echo des rollenden Donners hallte von Berg zu Berg.

Aechzend trotzten die gewaltigen Stämme der Waldbäume dem Sturme, der ihre Wipfel heulend durchtobtc. Roch ein zischender Blitz, dem auf dem Fuße ein krachender Donnerschlag folgte und der Aufruhr der Elemente schien gebrochen. Am Saume der dunkeln Wolkenschicht brachen die goldenen Strahlen der Sonne hervor und verwandelten die aus dem Laubwerk niederfallenden Tropfen in un­zählige Diamanten.

In dem Walde, der eben noch von dem Heulen und Brausen des Sturmes durchtobt war, erscholl jetzt das Geschrei und der Gesang seiner befiederten Bewohner, die von Ast zu Ast hüpfend das durch­näßte Gefieder spreizten und glätteten. — Felix, der vom Wetter überrascht, aus dem Hochwalde heraustretend, in das kleine Thal hinabschritt, ahmte )as Beispiel der kleinen Waldbewohner nach und schüttelte lachend das überflüssige Raß von seinen

anderer Ausweg mehr blieb, als den vorhin so sehr breitgetretenen Fall Faßhauer im schönsten Stadium der Entwickelung gänzlich aus seinen Spalten verschwinden zu lassen. Das Kölner Weltblatt muß ja seine Leser kennen, wenn es augenscheinlich darauf vertraut, daß der liberale Philister seine Neugier über die Weiterentwickelung

* Die Handwerkerfrage und die liberale Preffe.

Kleidern. — Nach wenigen Schritten eröffnete sich ihm. der freie Blick auf das kleine Dörfchen, welches im Thalgrunde lag.

„Heimath, willkommen traute Heimath," rief er jubelnd aus, stieg den schlüpferigen Pfad hinab und durchmanderte eilenden Schrittes das Dörf­chen. Als er das Forsthaus erreicht hatte, öffnete er leise die Hausthür und verweilte lauschend einige Augenblicke an dem Eingänge der Wohn­stube. Er hörte eine Stimme, die jede Fiber sei­nes Herzens erzittern machte.

„Mutter, liebe Mutter!" — „Mein Felix!"

Mutter und Sohn hielter sich innig umschlungen. Hanna blickte unter Thränen lächelnd aus ihren Liebling, den sie als schwachen Knaben zuletzt ge- sehen und der nun als kräftiger Jüngling zurück- kehrte.

„Gute Tante Hanna," rief Felix, aus den Armen seiner Mutter in die der treuen Hüterin seiner Jugend eilend, die nicht eiliger zu thun hatte, als Felix auf sein Zimmer zn führen, die durchnäßten Kleider, mit den im Ranzen befind­lichen zu wechseln.

Glücklicher Abend, der die jo lange Getrennten wieger vereinigte. Freudestrahlend ruhten die Augen der glücklichen Mutter auf ihrem Sohn. Wenn auch Wehmuth ihr Herz beschlich, wenn sie )er trüben Zeit gedachte, wo sie unter Schmerzen ich von dem schwachen Knaben trennen mußte, so wog das Glück, nun endlich wieder mit dein in

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Die Leute, welche eben noch in dem ehe- maligen Bennigsen'schen Wahlkreise ob ihrer boden­losen Halbheit und Compromißkriecherei einem Ver­treter der Fortschrittspartei, des entschiedeneren und schneidigeren Liberalismus, das Feld haben räumen müssen, scheinen für sich und ihre Sache einen ge­wissen Trost darin zu finden, wenn sie auf andere den falschen Schein gleicher Halbheit und Unzuverlcff- figkeit werfen können. Es ist rührend, init wel­cher Leichtgläubigkeit der nationalliberale Partei­mann alles das hinnimmt, was ihm in den Pattei­blättern plausibel gemacht wird. So kommt es denn, daß sehr häufig der Fall eintritt, den wir kürzlich erst erlebt haben, daß nämlich sonst ganz verständige, aber unrettbar in national-libe­ralen Illusionen verstrickte Bürger sich plötzlich zu Vertretern der obligatorischen Innungen auf­werfen, und dabei von der Voraussetzung aus­gehen, daß ihr nationalliberales Leiborgan sich jetzt auch für dieses Institut begeistere, und zwar aus dem Grunde, weil dasselbe mehrfach die Cen­trumspartei wegen Mangels an Handwerkerfreund­lichkeit und an Unterstützung der Jnnungsideen hart angegriffen hatte. Dieser Fall ist so recht charak- teristisch für die ganze augenblickliche Stellung der liberalen wie auch der regierungsfreundlichen Presse.

Obwohl weder die Regierung noch die National­liberalen von der Zwangsinnung selbst etwas wis­sen wollen, obwohl beide zur Zeit die vom Cent­rum und den Konservativen ausgehenden, zur Stärknng der Jnuungen bestimmten Anträge be­kämpft und zu Fall gebracht haben, suchen sie jetzt das Centrum wegen seiner Stellung zur Amungsfrage und zur Frage der korporativen Organisation überhaupt bei den Handwerkern zu verdächtigen.

Aber die Handwetter sind so kurzsichtig nicht, daß sie in diese einfältige Falle gehen. Sie wissen nur zu gut, daß gerade die von der Regierung mit Hülfe der Nationalliberalen in's Werk gesetzte liberale Wirthschafts-Aera ihre Interessen in der denkbar schlimmsten Weise geschädigt hat, und daß man in der Politik Gift nicht mit Gegengift ver­treiben kann. Wenn wir die momentanen Be-

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Der Erbe.

Original-Novelle von Wilhelm van Linn.

Wenn Du einmal ein Jahr als Student verlebt hast, fuhr der Schulte fort, wirst Du vielleicht in der Lage sein, Deinen Beruf zu erkennen. Ob Deine Studienzeit etwas länger währt oder nicht gilt mir ganz gleich.

Eine einzige Bedingung knüpfe ich nur daran, nämlich die, daß Dein ganzes Bestreben darauf gerichtet sein muß, ein tüchtiger ganzer Mann zu werden und ein gläubiger Chttst zu bleiben "

„Mein theurer Vater!" rief Felix von seinem Mfuhl überwältigt, und drückte die Hand des schulten an seine Lippen.

Es war das erste Mal in seinem Leben, daß er den edlen Mann so nannte, und ahnte der Jüng- Ung nicht, welch' unbeschreibliche Genugthuung die- les eme Wort für den Landman» in sich barg. — «s dauerte geraume Zeit, ehe der Schulte fortfuhr: „Bis zum Beginn der Vorlesungen wirst Du nun oas Glück haben, bei Deiner guten Mutter zu ver- wellen. Ich brauche Dir wohl keine besonderen Gruße an sie aufzutragen; von dort erwarte ich Deine erste Nachricht." Z

Das Herz des jungen Mannes war zu bewegt, wel erwidern zu können. Schmerz und Freude rangen mit einander, ersterer, von seinem Wohl- iyater zu scheiden, und letztere, nach so langer Tren­nung seine Lieben wiederzusehen.

In der liberalen wie in der regierungsfreund­lichen Preffe macht sich gegenwärtig eine Agitation breit, welche es geradezu auf die Irreleitung und Verwirrung der öffentlichen Meinung abgesehen zu haben scheint, und der man daher unsererseits nicht scharf genug entgegentreten kann. Der Um­stand, daß die Düsseldorfer Katholiken-Versamm­lung die von gelehrten Sozial-Politikern in Haid

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du ganze centrumfeindliche Presse dazu, zu behaup­ten, eine thatsächlich bestehende prinzipielle Mei­nungsverschiedenheit innerhalb der Centrumsfraktion sei durch das Beiseiteschieben der sogen. Haider Thesen noch einmal künstlich verdeckt worden

äXm'l™Wi>i.nW»ö"„T6iMt,i‘W totmMdw ?„ tatatas nienverfammlung dre von Einzelnen angestrebte Empfehlung alsbald in's Leben zu rufender obli-

Eredittren ftüS ? Handwerkern zu servirt wird, fast lachen, wenn sich darin nicht d!r selbsi Vrot ant ,n efinen Mann, wieder jene perfiden Mittel und Mittelchen bofu.

Köln' w der bekannten, an dre mentirten, mit denen insbesondere der einst so

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