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LerenTabak- und Cigarrenfabrik sind neuerdings arößere Tabakdiebstähle verübt worden. Ein der Thal dringend verdächtiger Arbeiter ist ver­haftet und sollen bei einer bei demselben vorge- nommenen Haussuchung größere Tabakvorräthe ge­funden worden sein. — Im Hause eines Oeko- nomen wurde heute beim Entleeren der Dunggrube eine männliche Kindsleiche aufgefunden. Des Verbrechens verdächtig wurde ein früheres Dienst­mädchen verhaftet und soll dasselbe auch bereits ihre scheußliche That eingestanden haben. (H. Ztg.)

* Hofgeismar, 20. Sept. In der am Mitt­woch Nachmittag stattgehabten Bürgerausschuß- fitzung wurde die Wahl des Stadtraths vollzogen. Dieselbe fiel auf die Herren Jul. Koppen, Theod. Sander, Heinr. Niemeyer, Karl Müller, Gerechtsen. und Aug. Breidenbach.

* Hofgeismar, 21. Sept. Gestern Nach­mittag hatte der die Turnübungen der hiesigen Bürgerschule leitende Lehrer Herr K. das Unglück, daß die Reckstange, an welcher er eine Hebung zeigte, plötzlich brach, wobei Herr K. zur Erde stürzte und im Gesicht erhebliche Verletzungen erlitt.

* Kassel, 22. Sept. Die von Ihnen bereits erwähnten wasserdichten Uhren sind nun auch hier bei Herrn Uhrmacher Kochendörffer in der Unteren Königsstraße im Schaufenster ausge­stellt. In einem Bassin schwimmen die Gold­fische um diese völlig von Wasser umgebenen, ruhig und richtig weitergehenden Uhren. In bis auf 60 Grad erhitztem Wasser, ja selbst in Pet­roleum gesetzt, werden die „Impermeables nicht in ihrem Gange gestört.

* Kassel, 20. Sept. Heute Vormittag gegen 10 Uhr stürzte plötzlich das alte Gebäude des „Hotel zum Ritter", das abzubrechen man seit einigen Tagen begonnen, zusammen, wodurch drei Arbeiter verschüttet wurden. Glücklicherweise sind, wie die ,Kass. Ztg/ meldet, die Verletzungen, welche einer derselben in Folge dessen erhielt, nur un­bedeutend. Der Mann hat fast 20 Minuten unter dem Schutte gelegen. Ein großer Theil der Straße zunächst dem „Ritter" war alsbald mit einem so dichten Staubqualm angefüllt, daß man die Hand nicht vor den Augen sehen konnte.

* Frankfurt, 23. Sept. Zu Ehren des am 23. ds. vor hundert Jahren geborenen Peter von Cornelius ist heute int Städel'schen Museum, das eine Reihe von Originalwerken des Malers enhält, eine besondere Cornelius-Ausstellung ver­anstaltet.

*München, 22. Sept. Kardinal Howard ist heute Vormittag nach Innsbruck abgereist.

Die Sparkassen im Regierungsbezirk Kassel.

Die königliche Regierung veröffentlicht eine Zusam­menstellung der Nachweisungen über den Geschäftsbe­trieb und die Resultate der Sparkassen im Re­gierungsbezirk Kassel für das Rechnungsjahr vom 1. Januar 1882 bis 31. Dezember 1882. Darnach war der Betrag des booten Kassenbestandes om Schluffe des Rechnungsjahres in Summa:

Mk. Pf.

a. der städtischen Sparkassen . . . 472542 69

b. der Kreis- und Amts-Sparkassen . 240903 72

e. der Bezirks-Sparkassen .... 124619 85

d. der Flecken-Sparkassen . . , . 4901 71

e. der Privat-Sparkassen..... 3821 91

in allgemeinen Sparkassenfonds, während die Reservefonds sich belaufen

zu a. auf Mk. 12733 02 Pf.

„ b. „ „ 23448 95 „

H 0. „ „ „

„ d. „ „ 4901 71 „

„ e. „ „ 3821 71 „

Es be" ehen 37 städtische, 5 Kreis- und Amts-, sowie ^ Bezirks und Fleckensparkaffen. Die Einlagen bei den- lelben am Schluffe des Jahres 1882 betrugen die Gesammt- tumme von 44,674,897 Mark, gegen das vorhergehende Jahr -m Mehr von 2,943,165 Mark. Im Laufe des Jahres waren 10,041,690 Mark neu eingelegt und nur 8,201,667 Statt zutückgezahlt worben. Den bedeutendsten Einlagen- ^Aand haben die städt. Sparkassen in Marburg mit 4,838,263 Mark, Hünfeld mit2,737,311 Mark, Gudens- °erg mit 2,689,443 Mark, Fulda mit 2,491,754 Mark, d 2,063,383 Mark, Hofgeismar mit

1'9(3,326 Mark, Schlüchtern mit 1,822,301 Mark, ««ffel mit 1,683,855 Mark, Rinteln mit 1,244,569

Melsungen mit 1,143,343 Mark, Oldendorf 1,134,298 Mark und Fritzlar mit 1,050,662 Mark: ??.nau 764,225 Mark. Unter den Kreis- und Amtsspar- den stärksten Einlage-Bestand Eschwege mit ^211,866 Mark, Hofgeismar mit 1,590,955 Mark, 1 mit 1,537,535 Mark, Ziegenhain mit

.'946 Mark. Unter den Bezirkssparkaffen steht Vöhl ^£75,830 °ben an, welcher dann Hilders an Rhon mit 437,492 Mark folgt, Orb mit 437,892

sparkassen hatte Klein-Schmalkalden 12,217 Mark und Steinbach-Hallenberg 19,747 Mark Einlagen. — Bei der städtischen Sparkasse in Fulda, welche im Iahte 1825 gegründet wurde und von sämmtlichen 57 Sparkassen des Regierungsbezirks den größten Reservefond (587,271 Mk.) aufzuweisen hat, beliefen sich die Einlagen am Schluffe des Jahres 1881 auf 2,341,763 Mk. Der Zuwachs während des Jahres 1882 betrug durch neue Einlagen 501,646 Mk. sowie durch Zuschreibung von Zin­sen 79,450 Mk., so daß also nach Abzug der Ausgaben im Jahre 1882 für zurückgenommene Einlagen im Betrage von 431,106 Mk. die Einlagen nach dem Abschlüsse des Jahres 1882 die Summe von 2,491,754 Mk. erreichten. Aus dem Reservefond sind zu öffentlichen Zwecken 31,100 Mk. verwendet worden. Die Vetwaltungskosten betrugen nur 2782 Mk. — Der Reservefonds sämmtlicher Sparkassen betrug 2,672,754 Start; die Zinsüberschüsse betrugen am Ende des Jahres 5,291,186 Mark. Aus dem Reservefonds wurden zu öffentlichen Zwecken bei den städtischen Spar­kassen verwendet im Jahre 1882 ein Betrag von 103,787 Mark, seit dem Bestehen der Kassen 946,654 Mark. Der Zinsfuß für die Einlagen variirt zwischen l'/s und 4l/s Prozent, während jene der ausgeliehenen Kapitalien sich zwischen 3’ z und 6 Prozent bewegen. Aeußerst gering sind die Vetwaltungskosten, die im Ganzen nur 123,852 Mark betragen bei sämmtlichen 49 Sparkassen und bei nahezu 100,000 Einlegern (richtig 99,269).

Vom Kaisermanöver.

Homburg, 22. September.

Der Kaiser stieg bei Bommers heim zu Pferde unb erwartete hier die Könige und die Fürstlichkeiten, ritt dann die einzelnen Fronten der in Rendezvoilsstellung stehenden Kolonnen des 11. Armeekorps ab, welche auf dem Abschnitt bei Boin- mersheim, Kahlbach und Bonames zunächst gegen den markirten Feind in der Richtung über Nieder- eschbach und Gonzenheim vorzugehen hatten. Die Bewegung begann mit dem Herausziehen der kom­binierten Kavallerie-Division, die hinter der Hü­gelkette gedeckt auf dem linken Flügel stand und dem Vorgehen der Kavallerie gegen Obereschbach. Darauf folgte ein Jnfanterieangriff unterstützt von großen Artillerienmssen gegen Obereschbach. Der markirte Feind in der Stärke eines Armeekoips wurde gezwungen, auf Obererlenbach auszuweichen und dort eine neue Vertheidigungsstellung einzu­nehmen. Mit Einnahme derselben endete das Ge­fecht. Der Kaiser begab sich während desselben auf die Anhöhe östlich von Gonzenheim, während die Könige und Fürstlichkeiten zu den Truppen ritten, um die Bewegungen genau zu beobachten. Die Kaiserin hielt in der Nähe des Kaisers. Um 12 Uhr trat starker Regen ein. Der Kaiser und die Kaiserin kehrten kurz vor 2 Uhr nach Hom­burg zurück. Der König von Spanien legte den Rückweg zu Pferde zurück. Zu dem Diner für die Spitzen der Civilbehörden, welches heute im Kurhause stattfand, hatten auch der heute hier eingetroffene Polizeipräsident v. Madai und der Baron v. Rothschild aus Frankfurt a. Main Einladungen erhalten.

Die Auffahrt der Fürstlichkeiten zum Diner im Kurhaus erfolgte unter strömendem Regen. Die Arrangements zur Festtafel waren dieselben wie gestern. Se. Majestät der Kaiser war zuerst im Kurhaus erschienen, um hier die Fürstlichkeiten zu empfangen. In der um 7 Uhr im Kurhause be­ginnenden Vorstellung gelangten ein Ballet und vier kleine Theaterstücke, darunter: „Er ist eifer­süchtig" und „Der Kopf auf dem Bilde" durch das Personal des Wiesbadener Hoftheaters zur Aufführung.

Homburg, 23. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz und die Frau Kronprin- zessin sowie die sämmtlichen hier anwesenden Fürst­lichkeiten, Prinzen und Prinzessinnen evangelischer Konfession begaben sich heute Vormittag um 10 Uhr in die Schloßkirche zum Gottesdienste. Der Prinz von Wales und die englischen Prinzen be­suchten den Gottesdienst in der englischen Kirche. Der König von Sachsen hörte in der katho­lischen Kirche Mittags Messe und Predigt. — Der König von Spanien wohnte heute Vor­mittag 9-/z Uhr mit Gefolge dem Hochamte und der Predigt in der katholischen Kirche bei. Am Eingänge zur Kirche wurde der König von dem Pfarrer Menzel ehrfurchtsvoll begrüßt. Das Wetter hat sich aufgeklärt. —

Die Kaiser-Manöver-Rennen des 11. Armeecorps nahmen auf der großen Wiese zwischen Homburg und Domholzhausen heute in Gegenwart aller frem­den Könige, Fürsten und Offiziere einen glänzen­den Verlauf. Das Publikum zählte nach Tau­senden. Der Kaiser vertheilte die Ehrenpreise. Im Corpsversuchs-Jagdrennen siegte Lieutenant

j „vtuin-i/ , -pytTvu Iirren. ^)iki rvuijei8 Jagdrennen siegte Lieutenant Lang's „Sexton" und im Homburger Jagdrennen war wieder Lieute­nant Lang auf von Oertzen's „Starlight" erster Sieger. Es liefen je elf und sechs Pferde. Bald nach 4 Uhr kehrte der Kaiser mit Gefolge in das Schloß zurück. — Der Kaiser hat den König von Spanien zum Chef des Schleswig-Holstein'schen Ulanenregiments ernannt, welches gegenwärtg in Straßburg garnisonirt.

Morgen Montag, beginnt Vormittags 10 Uhr Feldmanöver in zwei Abheilungen gegen einander zwischen Großkarben und Heldenbergen. Die Truppen beziehen in der Nacht von Montag auf Dienstag Bivouacks.

Festprogramm der Stadt Riidesheim zur Einweihung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald.

Der Festplatz und die Festhalle liegen oberhalb der Stadt am Rhein auf der sogenannten Bleiche, mit herrli djer Aus sich auf den Rhein und das Nationaldenkmalt.

I. Vorfeier. Donnerstag, 27. Sept.: Abends 6 Uhr: Festgeläute, Böllerschüffe. 7 Uhr: Beleuchtung des Rheinufers mit Theertonnen vom Mäusethurm bis Geisen­heim. Beleuchtung des Hiniethauspfades durch Theer­tonnen. Freudenseuet auf dem Kreuzberg, Ramstein, der Ley, Vogletstuh, dem Leingipfel, der Rossel und Beleuch­tung der Burg Ehrenfels; 7>/« Uhr: Illumination der Stadt. Bengalische Beleuchtung der Kirchthürme und Bur­gen; 7i 8 Uhr: Korso mit Musik und Gesang auf festlich beleuchteten Dampfern auf dem Rhein; 81-, Uhr: Fackel­zug der Züniie und Vereine, Serenade. 9 7, Uhr: Ge­sellige Unterhaltung in der Fesshalle. Bingen, Bingerbrück, Geisenheim, Aßmannshausen, Kempten und andere Rhein­orte werden sich auf gleiche Weise Abends 7 Uhr durch Beleuchtung des Ufers, der Höhen, Thürme, Villen, Bur­gen u. f. ro. betheiligen und Freudenfeuer auf allen sicht­baren Bergkuppen leuchten.

II. Hauptfeier. Freitag, 28. Sept.: Vormittags 6 Uhr: Festgeläute, Böllerschüsse; 6V, Uhr: Choral-Vor­träge; 8 bis 10 Uhr: Empfang der auswärtigen Vereine und Gäste; 10 Uhr: Aufstellung zum Empfang Sr. Maje­stät des Kaisers; 10- , Uhr: Ankunft Sr. Majestät des Kaisers; Mittags 12—1 Uhr: Weihe-Akt aus dem Nieder­wald, während desselben Festgeläute in allen umliegenden Städten und Dörfern. Kanonendonner, Salutiren der vorher im Halbkreis aufgefahrenen Dampferflotte auf dem Rheine; l'/z Uhr: Huldigung der Stadt Rüdesheim. Ueberreichung deS»Ehrentrunkes und Begrüßung der hohen Festtheilnehmer. Darnach Begrüßung Seiner Majestät durch Deputationen der Städte Mainz und Bingen in der Rheinhalle. Paradefahrt der Dampferflotte vor Seiner Majestät; 21/2 Uhr: Abfahrt Seiner Majestät des Kaisers; 4V, Uhr: Festessen der Stadt Rüdesheim im Saalbau des „Hotel Jung'' und Konzert in der Festhalle; Abends 7 Uhr: Großartige Beleuchtung des National- Denkmals und des Rheinthals vermittelst elektrischer Sonnen unter Leitung der Herren Siemens und Halske, Berlin; 8 Uhr; Festball in der Rheinhalle, der Festhalle und ver­schieden Lokalen.

III. Nachfeier. Sonnabend, den 29. Sept.: Vor­mittags 6 Uhr: Festgeläute, Böllerschüsse; GVe Uhr: Musi­kalischer Weckruf; 10 Uhr: Frühschoppen, Konzert in der Festhalle; 12 Uhr: Zug auf den Niederwald mit der Schuljugend des Rheingaus, gemeinsames Lied am Denk­mal, Ansprache an die Kinder; Nachmittags 2 Uhr: Rück­kehr und großes Kinderfest auf dem Festplatze; 4 Uhr: Volksfest, bestehend in Gesang, Tanz, Konzert und Volks­spielen; 6 Uhr: Aufsteigen zahreicher kleiner Luftballons; 7 Uhr: elektrische Beleuchtung des Nationaldenkmals; 8 Uhr: Begrüßung der angekommenen Turner und Sänger in der Festhalle.

IV. Schlußfeier. (Turn- und Sängerfest.) Sonntag, 30. Sept.: Vormittags 6 Uhr: Festgeläute, Böllerschüsse; 6>', Uhr: musikalischer Weckruf; 8 Uhr: Empfang der auswärtigen Turner und Sänger; 10 Uhr - Gemeinschaftlicher Zug auf den Niederwald, Ansprache daselbst, Absingen patriotischer Lieder, gleichzeitiger Be­ginn des Preisturnens auf dem Festplatze; Nachmittags 1 Uhr: Festessen in der Festhalle (Couvert 2 Mark ohne Wem); auf dem Festplatze: 2 — 4 Uhr Gefangsvorträge, 4 Uhr: Freiübungen und Schauturnen; 7 Uhr: Preisver- theilung, 71/2 Uhr: Großes Brillant-Feuerwerk, 8 Uhr: Festball in der Festhalle. Auswärtige Festtheilnehmer, welche während des Festes Wohnung suchen, wollen sich an die Wohnungskommission (Vorsitzender: Herr Eduard Sturm) wenden. Derselben sind hier sowie im Rheingau (Geisen­heim, Winkel, Eltville, Lorch ?c.) Wohnungen zur Ver­fügung gestellt. Ebenso in Kreuznach, welche Orte durch Extrazüge jeden Abend zu erreichen sind.

Briefkasten der Redaktion.

Nach Düsseldorf! Der Artikel über den „100. Ge­burtstag des großen Kornelius" und die gestrige Festfeier langte mit der zweiten Post frühzeitig ein. Wir mußten ihn aber wegen Raummangels bis morgen zurückstellen.

Meteorologische Beobachtungen.

Wetterbericht der deutschen Seewarte vom 23. September

Ueber Centraleuropa ist das Wetter im Westen unbe­ständig böig, vielfach mit Regenschauern, im Osten trübe und regnerisch. In Westdeutschland ist seit gestern viel Regen gefallen. In Keitum 20, in Kaiserslautern 28, in Chemnitz 30 mm. Keitum hatte Nachts starkes Gewitter mit Hagelfall. Die Temperatur ist meist etwas gesunken

Fulda, 24. September, Vorm. 10 Uhr:

Barometerstand: 742,8 Millim. (gestiegen.) Thermometer st and: 9° Reaumur.