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Freitag, den 3. August
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M lieber die Generalversammlung der dentschen Katholiken.
Die Nachricht, daß Heuer die Generalver-k sammlung der Katholiken Deutschlands ausfallen soll, hat allgemein schmerzlich berührt. Auf der Frankfurter Generalversammlung im vorigen Jahre war primo loco Wien als Ort der 30. Generalversammlung von einer Anzahl hervorragender Mitglieder der Versammlung, worunter Domkapitular Graf zur Lippe aus Wien und Oberhofprediger Potthoff aus Dresden zu nennen sind, vorgeschlagen worden. In Wien ist bereits im Jahre 1853 die 6. Generalversammlung mit großem Glanze gefeiert worden. Das Hauptmotiv jedoch, welches die Herren Antragsteller leitete, war dies: den Katholiken Deutschlands Gelegenheit zu geben, das am 12. September d. I. stattfindende 200jährige Jubelfest der Befreiung Wiens von den Türken mitzufeiern. Diese Befreiung errettete ja nicht allein Deutschland, sondern ganz Europa von dem bereits nahe drohenden Untergange der christlichen Kultur und Civilisation. Aber dieser wohlgemeinte uud mit großer Begeisterung von Vielen aufgenommene Vorschlag erlangte nicht den Beifall des Herrn Kommissars der Generalversammlung, welcher — gleich vielen aristokratischen Herren, besonders aus Bühnten und Oesterreich — aus politischen Gründen gegen das fernere Tagen deutscher Generalversammlungen auf österreichischem ~ Boden sind, trotzdem auf demselben bereits mehrere katholische Generalversammlungen, so noch nach dem großen Bruderkriege von 186 6 die 18. im Jahre 1867 in Innsbruck unter großer Betheiligung der einheimischen Bevölkerung abgehalten worden sind. Auch erinnern wir an die deutschen Wanderversammlungen, die, mögen sie nun politische oder nichtpolitische Ziele verfolgen, so die Künstler-, Sänger-, Schützen-, Turner-, Bienenzucht-u.s. w. Vereine nach wie vor 1866 bald auf deutschem, bald auf österreichischem Boden tagten.
Da die Generalversammlung der deutschen Katholiken nicht eigentlich politischer Natur ist, so kann
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Traum und Wirklichkeit. *)
Frei nach dem Englischen.
„Ist dies die letzte Haltstation, Kondukteur?" „Die allerletzte, mein Fräulein. Wir haben noch zwei Stunden zu fahren, ehe wir Chenworth erreichen; aber es wird keinerlei Störungen tnehr geben. Wollen Sie meinem wohlgemeinten Rath folgen, so ntachen Sie es sich bequem und halten ein kleines Schläfchen." Mit diesen Worten nickte mir der alte Kondukteur noch einmal gutmüthig zu und schloß dann die Thüre.
Ich war froh, endlich allein zu sein. Zwar hatte ich mich den Tag über sehr gut mit meinen Reisegefährten unterhalten, doch nun sehnte ich mich nach Ruhe und war entschloffen, des guten Kondukteurs Rath zu befolgen.
Ich befand niich in einem bequemen Wagen erster Klasse, der, da es bereits dunkelte, durch eine Oellampe erleuchtet wurde. Ich nahm meinen Hut ab, suchte mir eine recht bequeme Lage und schloß meine Augen. Meine Gedanken schweiften A der Vergangenheit. Ich dachte an das kleine, von wilden Reben umzogene Haus, in dem ich meine Kindheit und ersten Jugendjahre sorglos zugebracht. Ich sah im Geiste meinen guten, theuern Vater, der jetzt, ach so lange schon im Grabe schlummert. 2ch dachte an meine liebe Mutter, die nach des Vaters Tod mit Armuth und Krankheit zu kämpfen
Nachdruck verboten.
sie der Nationalitäten-Hader innerhalb der österreichischen Grenzpfähle tticht kümmern; das Mini- steriunt Taaffe würden wir ebensowenig geniren, wie irgend eine nichtdeutsche Nationalität verletzen. Es ist löblich und war von jeher Brauch bei den deutschen Katholiken, bald im Osten, bald im Westen, bald im Norden, bald im Süden zu tagen. Auch könnten wir von den Oesterreichern — wenn auch mehr negativ — und diese von uns noch Manches lernen. Und wie herzlich und herrlich wäre es vor ganz Europa erschienen, wenn die deutschen Katholiken der verschiedenen Staatenverbände sich im September zur Säkularfeier in Wien vereinigt hätten!
Aus Rücksicht auf den um die Generalversammlungen der deutschen Katholiken hochverdienten Herrn Kommissar verzichteten in Frankfurt a. M. die Antragsteller auf die Motivirung ihres zu Gunsten Wiens lautenden Antrages im Plenum; es wurde dann von anderer Seite eine Reihe von Städten vorgefchlagen und es, wie üblich, dem Herrn Kommissar überlassen und anheimgegeben, darunter die Wahl zu treffen. Daß nun aber das Tagen der Generalversammlung auf österreichischem Boden auch faktisch möglich gewesen wäre, beweist wohl schon die Thatsache, daß auf dem dem Herrn Fürsten Löwenstein gehörigen Schlosie Haid in Böhmen im vorigen Monat eine Versammlung von österreichischen und deutschen Sozialpolitikern unbeanstandet, und zwar in Ausführung eines anderweitigen Beschlusses der frankfurtsrKatholikenversammlung.ge- tagt hat.
Daß Neisse und andere mit in Aussicht genommene Städte aus lokalen Gründen verhindert waren, die diesjährige Generalversammlung aufzunehmen, war bereits im vorigen Winter, und noch vor Neujahr, bekannt; es war Zeit genug vorhanden und geboten, sich nach anderen geeigneten Städten frühzeitig umzusehen. Auch setzen wir voraus, daß dies geschehen ist. Taö ist die Geschichte des Schicksals der heurigen „Generalversammlung". Soll nun die dreißigste Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in diesem hatte. Ach, wie bald war auch sie mir entrissen worden. Eine Waise, verbrachte ich nun ein einförmiges Leben bei Verwandten, die in einer oben Gegend wohnten, bis Reginald's Erscheinen Alles änderte. — Ich wurde seine glückliche Braut und war nun im Begriffe, die Weihnachtsfeiertage im Kreise seiner Familie zuzubringen. Es war dies mein erster Besuch und fühlte ich mich dabei nicht recht behaglich, wie es wohl jedem jungen Mädchen ergehen mag, das zum ersten Mal seinen zukünftigen Verwandten seine Aufwartung machen soll. Jedoch nach Allem, was mir Reginald von seinen Angehörigen erzählte, durfte ich auf eine liebevolle Aufnahme rechnen.
Ueber diesen und ähnlichen Gedanken schlummerte ich endlich fest ein und ein sonderbarer Traum hielt meine Sinne gefangen. Der Ort war eine Kirche, ich selbst stand mit Reginald vor dem Altäre. Alle Anwesenden waren festlich gekleidet und Freude sprach aus ihren Mienen, ich fühlte eine nie geahnte Glückseligkeit in meinem Innern. Deutlich hörte ich auf einmal den Priester sagen: „Was Gott vereint, soll der Mensch nicht trennen"; da plötzlich sah ich zwischen Reginald und mir etwas auftauchen. Es war eine Hand, eine Frauenhand, auffallend weiß, lang und dünn, mit einem hellrothen Male, das von dem Handgelenk bis zum Knöchel des Mittelfingers sich erstreckte. In meiner Aufregung suchte ich vergebens auf Reginalds andere Seite zu gelangen. Dabei warf ich einen
Jahre ausfallend Wir hoffen nein. Das ,Echo der Gegenwart' schlägt Mainz als Ort der diesjährigen Generalversammlung, selbst wenn sie erst im Oktober tagen sollte, vor. In Mainz hat bekanntlich die erste Generalversammlung der Katholiken Deutschlands im Oktober 1848 getagt. Wenn aber in irgend einem Jahre eine Generalversammlung von großen Nutzen war und von Wichtigkeit werden könnte, dann erst recht in diesem Jahre. Außer den von der.Germania' angegebenen Gründen gibt es noch eine Reihe anderer, die den Ausfall der diesjährigen Generalversammlung höchst bedauerlich erscheinen lassen würden. Die Kontinuität sollte mit Bezug auf unsere „Generalmusterungen" nur in außerordentlichen Fällen — so in Kriegsjahren wie 1870 — unterbrochen werden, sonst aber die Förderung der Werke katholischen Glaubens, christlicher Liebe in jedem Jahre aus einer Versammlung der Besten und der Eifrigsten einen stets warmen Impuls, einen fort und fort starken Anstoß erhalten. Und da nicht Friede werden will in Deutschland zwischen Staat und Kirche: so sollte unserseits der, Ruf, das Verlangen nach Frieden auch in diesem Jahre so stark wiederholt werden, daß davon die Thüren an gereiften Ministerhotels erzitterten! — Das ist, glauben wir, das Gefühl des katholischen Volkes.
Wir sind übrigens in der Lage, diesen Ausführungen des .Echo's' hinzufügen zu können, daß die Generalversammlung bereits Mitte September in Düsseldorf stattfinden wird.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. August.
* (Lut her fei er.) Die bevorstehende Lutherfeier wird in der protestantisch-konservativen Prefte eifrig besprochen und, wie anerkannt werden muß, in einer viel ruhigem und anständigem Tonart, als beispielsweise in einigen hiesigen fortschrittlichen Blättern, die für Luther ihrer ganzen Tendenz nach bloß deshalb eintreten, weil sie ihn gegen den ihnen am meisten verhaßten Katholicismns
Blick auf mein hochzeitliches Kleid, doch, o Schrecken, es war in ein Trauerkleid verwandelt. Mit einem lauten Angstschrei erwachte ich.
Ja, ich war erwacht, aber ich fühlte nicht jenes Wohlbehagen, das man gewöhnlich empfindet, wenn man aus schweren Träumen erwacht und dann gewahr wird, daß alle Angst und Sorge unnöthig gewesen. Es lag noch wie ein Druck auf mir. Ich setzte mich in die Höhe und sah mich rings um. Draußen war es stockfinster, und es wurde mir nach und nach klar, daß wir einen Tunnel passirten. Die Lampe warf in diesem Augenblick ihren Schein voll auf die andere Wagenecke, mir vis-ä-vis. In dieser sah ich die Gestalt einer Dame. Sie trug ein schwarzes Kleid und ein dichter, schwarzer Schleier verhüllte ihr Antlitz. Sie saß unbeweglich da und glich mehr einer Statue, ober gar einem Gespenst. Ich sah näher und bemerkte, baß sie eine kleine Reisetasche neben sich liegen hatte; bies beruhigte mich, denn Gespenste r reisen gewöhnlich nicht mit Gepäck, so mußte ich doch ein menschliches Wesen vor mir haben. Aber wie war bie Dame hereingekommen? War sie über mich hereingestiegen, ohne mich dabei zu wecken? Alle diese Fragen verwirrten mich, doch ich konnte .das Räthsel nicht lösen. Ich fürchtete mich, laut zu sprechen, so blieb ich denn ruhig sitzen und harrte in banger Erwartung der Dinge, die da kommen würden, indeß ich meine Augen reie bezaubert auf mein seltsames Gegenüber heftete.