Wurde auf einer Schaukel von Schwindel befallen, stürzte herab und verletzte sich nicht unerheblich, indem es wider einen Baum geschleudert wurde. Ein junger Mann stolperte über eine Baumwurzel und fiel mit dem Kopf in ein Bierglas, wodurch er sich eine große klaffende Wunde zuzog, welche er in Niederrad zunähen lassen mußte. — Ferner ging ein Pferd mit einem Fuhrwerk durch, jagte durch den Wald, zertrümmerte den Wagen, nachdem es vorher noch eine Menge Gläser, Teller, Flaschen 2c. vernichtet hatte.
* Weimar, 17. Mai. Der diesjährige Ver- bandstag der thüringischen Vorschußvereine findet am 12. und 13. Juli in Meiningen statt. Die Anwaltschaft wird durch den Reichstagsabgeordneten Lud. Parisius vertreten fein. — Der des Mordes an dem Rentier Geyer in Apolda verdächtige Adam Hieronymus ist am 15. in das Gefängniß des hiesigen Landgerichts zu weiteren Untersuchung eingeliefert worden.
* Koburg, 16. Mai. Die ständige Deputation des deutschen Juristentages hat am Pfingstmontag zu Koburg unter dem Vorsitze des Prof. Gneist Themata für den nächsten Juristentag berathen und beschlossen, daß derselbe nicht in diesem Jahre, sondern erst im nächsten Jahre stattfinden soll.
* Aus Thüringen, 15. Mai. Wie der ,M.Z.' aus dem Schleusinger Kreise berichtet wird, hebt sich die Porzellan-Fabrikation in erfreuli cher Weise. SämmtlicheFabriken sind reichlich mit Aufträgen versehen, die meisten mit Artikeln für den nordamerikanischen Export. Die neuerdings beschlossene Erhöhung des Eingangszolles von 50 auf 65 pCt. des Werthes erregt in» deß die Besorgniß mancher Fabrikanten. — Der thüringische Städtetag hat in seiner kürzlich abgehaltenen Jahresversammlung den Beschluß gefaßt, die Wiedereinführung der Prügelstrafe in den Korrigendenanstalten als nothwendig zu empfehlen.
* Würzburg. 17. Mai. Der König Halden vom hiesigen Schwurgericht am 30. Januar d. I. wegen Mordes zum Tode verurtheilten Taglöhner Johann Geiger von Unteraltenbuch zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. [(Seiger hatte den Forstgehülfen Laudensack von Altenbuch im Walde erschossen.)
* Aus dem Rheingau, 16. Mai. Der Weinstock steht in unserem Gau ganz vortrefflich. Daß derselbe durch die bisherige rauhe Witterung in seiner Entmicktlung etwas zurückgehalten wurde, dürfte mehr vortheilhaft, als nachtheilig für denselben gewesen fein. In den jetzigen warmen Frühlingstagen treibt der Weinstock, da er noch die nöthige Feuchtigkeit besitzt, überraschend schnell. In besonders günstigen Lagen sind die jungen Triebe schon ziemlich lang. Im Berg und in anderen vorzüglichen Lagen des Rheingaus ist die Entwickelung der Gescheine eine solche, weiche zu den schönsten Aussichten berechtigt. Mögen doch die diesjährigen Hoffnungen endlich zur Wahrheit werden.
* Köln, 17. Mai. Das 60. Niederrheinische Musikfest hat am 14., 15. und 46. Mai hier stattgefunden und wurde gestern mit einem 3. Coneert geschloffen, in dem sich vorzugsweise Solisten hören ließen. Unter denselben ragte hervor eine Violin- virtuosin Soldat, eine 19jjäbrige Grazerin — eine deutsche Tua, die im Vortrag des Mendel- sohu'schen Coneertes weibliche Grazie, behende Technik und süßen, schmeichlerischen Ton entwickelte.
Vermischtes.
»*, (Ein deutscher Indianer), und zwar ein echter, ist dem .Clevelander Anzeiger' zufolge jüngst in seine Heimath Wesselburen im Holstein- schen heimgekehrt. Derselbe hat sich während einer langen Reihe von Jahren bei den Indianern aufgehalten und entging auch einmal gelegentlich seiner Gefangennahme durch einen anderen Stamm nur dadurch dem Skalpiren, daß er des betreffenden Zndianerdialektes vollkommen mächtig war. Im Herbste vorigen Jahres übersandte dieser Pseudo-Indianer seinen Eltern sein Bild- niß in vollständiger, federgeschmückter Ausstattung, jedoch mit der Mittheilung, daß er sich derzeit wieder unter eivilisirten Menschen befinde und über kurz oder lang nach Deutschland heimkehren werde.
K. (Ein kleines Reiseabenteuer) widerfuhr der von Trient nach Venedig reisenden deutschen Kronprinzessin und ihrer Tochter. Die
Frau Kronprinzessin, welche auf dem Wege mit einer ungeheuren Menge von Blumenbouquets und Kränzen bewillkoinmt worden war, führte die duftigen Spenden in ihrem Wagen mit sich. An der Grenze wurde die Karosse durch die italienischen Zollbeamten visitirt und die darin vorgefundenen Blumen konfiseirt. Trotzdem Graf Seckendorf den Douaniers auseinandersetzte, daß die Bouquets den Prinzessinnen gehörten, ließen sich die Wächter des Gesetzes nicht irre machen und zerstörten die Blumen, indem sie dieselben auseinanderriffen und in alle Winde streuten. Momentan ist an den italienischen Grenzen eine Pflanzensperre in Kraft. Die Zollbeamten hatten das Importverbot in ihrem Eifer auch auf Blumen ausgedehnt.
Neueste Nachrichten-
* * Fulda, 18. Mai. Der .Germania' geht von ihren römischen Korrespondenten folgendes Telegramm zu: „Die Antwort auf die Note der preußischen Regierung ist an Herrn v. Schlözer übersandt." — Der.N. Fr. Pr.' wird aus Roin gemeldet, die Antwort der Kurie ans die preußische Note werde die Erklärung enthalten, die Abschaffung der Strafbestimmungen sei kein Acquivalent für die Bewilligung der Anzeige- pflicht; die Kirche müsse für weitere Verhandlungen Vie Revision der Maigesetze als Bedingung fordern.
* * Paris, 17. Mai. Die meisten Abendblätter melden, der Zustand des Grafen Chain- bord sei hoffnungslos
Marktbericht
Meteorologische Kkodachlungcn der Station Fulda.
Weizen a 100 Kilog.
Roggen „ „
Hafer „ „
Gerste „ „ „
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Me 18 15 12
M, 'm.
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16. Mai bis
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