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Inserate: Die vierspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; be, Wiederholungen entsprechender Rabatt. ----------------

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Für den Monat März eröffnen wir ein oesonderes Abonnement zum preise von 50 pfg. ohne Bestellgeld.

wir machen darauf aufmerksam, daß von morgen ab ein neues Feuilleton: „Die Awillingsbrüder", von Erich wasserström beginnt.

Politische Ueberficht.

Deutsches Reich.

Fulda, 28. Februar.

* Die .Frankfurter Zeitg/ schreibt in ihrem gestrigen Abendblatt:

„Die Antwort des Kaisers ist also in Rom eingetroffen und dem Papste bereits über­reicht worden. Hoffentlich wird fie bald veröffentlicht, und dann erst wird man genau wiffen, wie es zwischen Regierung und Vatikan steht. Einstweilen liegt in einem in urkräftigem Tone geschriebenen Artikel der .Norddeutschen All­gemeinen' ein weiterer Beweis dafür vor, daß die Regierung in dem Centrum, oder genauer in dem Centrum mit Windthorst an der Spitze, das Frie- denshemmniß erblickt. „So lange das Centrum seiner — Windthorst's — Führung folgt, kann die Regierung auf Frieden nicht rechnen" — predigt die.Norddeutsche". Aber sie predigt tauben OhrLn; wir haben neulich gesehen, daß das Centrum von der Perle von Mep­pen nicht lassen will. Sehr beachtenswerth ist der Gegensatz, in welchen der Offiziosus die „zornige Grobheit" der Centrumsführer zu der „wohlwollenden Höflichkeit" der päpstlichen Schreiben und der Note Jacobini's bringt. Es leuchtet — so argumentirt er weiter — aus die­ser Form der Wunsch nach Verständigung hervor, wenn man gleich die Bedingungen für diese Ver- tändigung sich so günstig als möglich herauszu- chlagen hoffe. Wollte man aus dieser Aeußerung >en Schluß ziehen, so würde derselbe dahin lauten, daß man in Berlin die Ansprüche, welche die

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Hans Werlmann.

Original-Novelle von Richard Fröhlich.

(Schluß.)

Unterdeffen schritt der Bau der Kapelle, für die Michel Vogt das reichliche Kapital zurückge- laffen hatte, immer mehr voran, und vor Ende des nächsten Sommers war derselbe vollendet.

An dem Tage, wo die Votivtafel mit der von Michel bestimmten Inschrift in die Mauer einge- laffen wurde, war die ganze Familie des Försters und des Tannenbauers anwesend.

Als der Tannenbauer die Inschrift las, traten ihm die Thränen in die Augen und er sprach, in­dem er Hans und Elise bei der Hand nahm: „Ich hatte auch des Himmels Rache verdient, doch statt mich zu strafen, beschenkte er mich mit einem Glücke, das ich kaum zu faffen vermag."

Fünf Jahre sind vergangen. In dem Forst­hause hört man den ganzen Tag Kinderstimmen, die um die anmüthige Förstersfrau herumspringen und ihre kindlichen Spiele treiben. Es ist ein Knabe von drei und ein Mädchen von vier Jahren. Hans und Elise haben kein größeres Glück, als wenn sie in der Abenddämmerung zusammen in der Laube sitzen und sich von vergangenen Leiden und Freuden erzählen und die Spiele der mun­tern Kleinen betrachten können. Die beiden Kinder find ihren Eltern wie aus inm Gesichte geschnitten;

Kurie geltend macht, immerhin hoch findet, daß man aber die Friedensliebe und das Entgegenkommen des Papstes anerkennt. Es ist dann auch bezeichnend, daß, während so­fort nach der Publikation der Note Jacobinis man darüber einig war, daß die Verhandlungen dem Abbruch nahe seien, heute sich wieder eine opportunistischere Auffassung der Sachlage geltend macht. Es kommt nur darauf an, ob der Frieden mit der Kirche seitens der Regierung nicht von dem Wohlverhalten des Cent­rums abhängig gemacht wird. Auch darüber wird möglicherweise das kaiserliche Antwortschreiben Licht verbreiten."

Diese Ausführungen sind unserer Meinung nach durchaus zutreffend. Die ,Franks. Ztg.' urtheilt insbesondere darin sehr richtig, daß alle noch so feinen diplomatischen Kunstgriffe nicht im Stande sind, in den im Kampf um dieFreiheit der Kirche aufgebauten und unüberwindlich befestigten Thurm des Centrums eine Bresche zu schießen. Mögen auch die Mitglieder des Centrums inpolitischen Dingen oft getrennt stimmen, — es ist dies ja nur ein glänzender Beweis für die Freiheit und Unab­hängigkeit der Meinung —, mag auch das prak­tische Urtheil der Einzelnen hin und wieder ab­weichend ausfallen, im Kampf um die Prinzi­pien, welche die Centrumspartei zusammengeführt haben, im Kampf um die Freiheit der Kirche wird man stets Alle auf ihrem Posten finden, folgend dem Commando der bewährten Führer.

— Die .Germania' föxfttr

„Von allen Seiten gehen der Centrumsfraction, theils zu Händen des Vorsitzenden Freiherrn v. Schor lern er-Alst, theils zu Händen des Abge­ordneten Dr. Windthorst schriftlich und tele­graphisch von Vereinen, Versammlungen und ein­zelnen Personen Zustimmungsäußerungen in Be­treff des Verhaltens der Fraction und deren Red­ner bei den Debatten über den Cultusetat zu. Alle diese Mittheilungen legen Zeugniß ab von der großen Begeisterung, dem frischen Muthe, welche die katholische Bevölkerung durchdringen, namentlich aber auch davon, wie fest das Ver­trauen der katholischen Wähler zu ihren gewählten

Paula gleicht dem Vater, Karl der Mutter. Der alte Förster, deffen Haare allmählig weiß geworden sind, und dessen Gestalt von der Last der Jahre immer mehr gebeugt wird, steht dann oft unter der Hausthür mit seligem Lächeln und schaut das Glück seiner Kmder, den Jubel seiner Enkel. Dann denkt er wohl zurück an vergangene Zeiten, wo er mit seiner seligen Gattin, die drinnen in der Stube so heiter auf das Glück ihrer Kinder herabzublicken scheint, dasselbe Glück genoß, und eine stille Thräne stiehlt sich aus den Augen des Greises, während er sein schwarzes Sammetkäppchen vom Haupte nimmt und mit gefallenen Händen den Segen des Himmels über seine Nachkommen herabfleht.

Auf dem Tannenhof ist man mit den Vorbe­reitungen zu einer Doppelhochzeit beschäftigt.

Als Paula nach drei Jahren, eine schöne, blüh- hende Jungfrau, für immer ins Vaterhaus heim- kehrte, fand Heinrich oft genug Gelegenheit, sie zu sprechen, und ihr gewinnendes Aeußere nicht allein, sondern noch mehr ihre entwickelten geistigen Eigen­schaften hatten die Liebe Heinrichs immer stärker angefacht. Endlich vor zwei Monaten halte er, der Zustimmung Paulas gewiß, seine alten Eltern uni) den greifen Förster um die Einwilligung zu ihrer Vermählung gebeten. — Sein Bruder Karl hatte in Marnheim die Zuneigung eines Mädchens aus achtbarer Familie gewonnen, und die Ver­wandten, die gegen die Wahl Karls nichts einzu-

Vertretern, trotz aller Versuche, dasselbe zu stören, begründet ist."

In Bezug auf die beiden von uns vorgestern in dem Artikel „Gedankenspäne" besprochenen ofsiciösen Entrefilets bemerkt die .Germania' Fol­gendes :

„Der Ausfall auf den Abg. Windthorst ist nicht mehr werth, wie alle früheren Verleumdungen dieses auf Seiten der Officiösen „bestgehaßten" Mannes. Aus dem Parlamentsbericht hat alle Welt ersehen, daß das Verbrechen des Abgeord­neten Windthorst darin besteht, die Einwohner der Provinz Posen zur Verträglichkeit ermahnt und für die Beschwerden der Polen eine ruhige und gerechte Prüfung erbeten zu haben. Wenn das „antinational" sein soll, dann müßte Härte und Unrecht national fein! Es ist bedauerlich, daß die Regierung sich mit dem Abgeordneten v. Tiedemann identificirt, deffen Auftreten mehr an den Ton des Abg. Hundt von Hafften erinnert, als an die Sprache, welche man von verantwort­lichen Ministern Sr. Majestät zu erwarten berech­tigt ist. Damit gehen wir über diesen wenig im- ponirenden Verdächtigungsversuch zur Tagesord­nung über.

„Die Hauptsache in der obigen Notiz ist die Apo­strophe an die Liberalen. Ohne Widerspruch zu finden, haben liberale Blätter berichtet, daß Herr v. Bennigsen in mündlichen ober schrift­lichen Unterhandlungen mit dem-Reichs­kanzler steht......

„Auch die Zustimmung der Regierung zu den Steuerbeschlüssen der Commission, das Zischen der Conservativen bei der bezüglichen Rede des Finanz­ministers, die Polemik der Officiösen gegen die Conservativen und andere Einzelheiten werden auf die veränderte Stellung des Herrn v. Bennigsen zurückgeführt. Wir müffen vor der Hand dahin gestellt sein lassen, in wie weit Herr v. Bennigsen das Steuerconcept der Regierung corrigirt hat. Was das kirchenpolitische Concept an­geht, so scheint allerdings die Kritik, welche Herr v. Bennigsen im vorigen Frühjahr dem Reichs­kanzler angedeihen ließ, bisher den Sieg behauptet zu haben über die Politik des Herrn v. Goßler, wenden hauen, erlebten somit das seltene Glück, an einem Tage zwei glückliche Brautpaare auf ewig mit einander vereinigen zu können. Der alte Tannenbauer lächelte still vergnügt an dem Hochzeitstage und sprach im Anblick des Glückes, das er nunmehr alle seine Kinder genießen sah, unter Thiänen der Rührung und Freude:

„Das ist des Himmels Rache!"

Neue Rüchenregeln.

.».(Ochse am Spieß gebraten.) Mau steckt den Ochsen, nachdem man ihn abgezogen und ge­salzen hat, an einen starken Spieß und dreht ihn an demselben so lange über offenem Feuer, bis er braun und gar ist. Manche nehmen ihn vorher aus. Dazu gibt man Salzgurken ober Preißel- beeren. Reicht aus für eine starke Familie zu Mittag.

(Leichten Mosel zu erzeugen.) Man zieh: Wasser über Hobelspänen ab, setzt auf hun­dert Liter fünf Liter Essig, drei Stückchen Zucker, ein Stückchen Mandelseife und eine Gewürznelke zu und überläßt dann das Ganze sich selbst. Nachdem es ausgegohren hat, zieht man es auf Flaschen und kann es dann dreist als Zeltinger­trinken. Durch Zusatz von Gyps und rothen Malvenblättern läßt sich der Zeltinger leicht in Saint Julien, durch Sympzusatz in Malaga verwandeln.