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HanS Werlmann.

Original-Novelle von Richard Fröhlich.

(Fortsetzung.)

Die Eltern hatten schon lange die wachsende Liebe der jungen Leute bemerkt. Sie waren da­mit einverstanden und wurden nicht müde, die guten Eigenschaften des Hans zu preisen. Sie blickten in der Verbindung der beiden jungen Leute ein Mittel, das große Unrecht einigermaßen zu sühnen, welches dein Hans zugefügt worden war.

An einem Sonntage im Juli kam Hans in einer besonders feierlichen Stimmung in den Tannenhof und wünschte den Tannenbauer und seine Gattin Absicht^ ^"chen. Die beiden erriethen seine

Hans brauchte deshalb nicht viel Worte zu ma­chen. Seine künftigen Schwiegereltern riefen Elise in das Stübchen hinein, und theilten ihr den eh­renden Antrag des jungen Försters mit und fragten sie um ihre Antwort.

Elise war roth geworden, als sie so offen von der Liebe, die Hans ihr entgegen getragen, spre­chen hörte, und schlug ihre Augen zu Boden, doch auf ihrem vor Freude strahlenden Antlitz lag die Antwort ausgeprägt, und es bedurfte kaum des leisen „Ja, ich liebe ihn", das sie mit zitternder Stimme aussprach, um die frohen Eltern von dem

die Minister des Königs und machen damit noth- wendig den Eindruck, daß man durch die heraus­fordernde Schärfe der Form der Regierung jedes Entgegenkommen abschneiden oder, was dasselbe ist, zu einer Demüthigung unter Scheltworten des Centrums stempeln will."

Die eben eintreffende Nachricht, daß^der kaiser­liche Brief erst gestern zu Händen des Pa fi­st es gekommen ist, hat dem Cultusminister nach­träglich in seiner Weigerung, den Inhalt der Antwort vor dem Eintreffen in Rom bekannt zu geben, materiell Recht gegeben. Seine for­melle Begründung der Antwortverweigerung bleibt dabei trotzdem durchaus ungerechtfertigt, nach den letzten Ausfällen der Officiösen war der Verdacht, die Nachricht sei unbefriedigend ausgefallen, nur zu berechtigt, und Abg. Dr. Windt- horst wollte beim Eintritt in die Kultusetat-De­batten darüber Gewißheit haben. — Allen Anzeichen nach dauern die Verhandlungen fort, und bezeichnet die kaiserliche Antwort keinen Abschluß.

* Nach einer telegraphischen Meldung erklärt der .Osservatore Romano' indem er sein Urthäl über die letzte Culturkampfdebatte im p kubischen Landtag bis nach der Ankunft des ste­nographischen Berichts reservirt, der Vatican über­nehme keinerlei Verantwortlichkeit für die Centrums­partei. Wir übernehmen natürlich keinerlei Ga­rantie für die Richtigkeit dieser Meldung.

Berlin, 2(LFebruar.

* (Die Jsteinnahme an Zöllen, Ver- brauchssteuern and a>.» ri n Posten) be­trug abzüglich der Vergütungen und BerwaltungS- kosten in der Zeit von Anfang April 1882 bis Ende Januar 1883 277,567,934 oder 18,132,961 Mk. weniger als in der entsprechenden Vorjahrs­zeit. Wie gewöhnlich, entstammt der Ausfall der Rübenzuckersteuer, welche 32,674,033 Mk. weniger eingebracht hat. Dagegen hatten alle übrigen Posten bis auf Spielkartenstempel, der auch 44,197 Mk. weniger eingetragen, Mehreinnahmen, so Zölle 7526,620 Mk., Tabaksteuer nahezu fünf Millionen, Salzsteuer 560,098, Branntweinsteuer 987,832, Brausteuer 545,337 Mk. Ferner hat- zu überzeugen, was sie bisher nur geahnt und ge­hofft hatten.

Der glückliche Hans erfaßte vorab die Hand der lieben Braut und kniete mit ihr nach alter schöner Sitte vor den vergnügten Eltern nieder, um ihren Segen zu erbitten.

„Wenn ihr stets Gott vor Augen haltet" sprach die alte Mutter gerührt, „dann wird Euch sein Segen nicht fehlen."

Hans hatte schon die Einwilligung seines Vaters erhalten. Der alte Förster, der an dem Tage, wo die beiden Familien vereint in dem Förster­hause zusammen gekommen waren, mit dem alten Tannenbauer über die Zuneigung der beiden jungen Leute gesprochen hatte, war die Zustimmung der Eltern Elisens gewiß gewesen und hatte seinem Sohne versprochen, er werde ihm nach dem Tan­nenhofe folgen.

Als die glücklichen Eltern eben den feierlichen Act vollzogen hatten, trat der alte Werlmann ein. Er umarmte mit Thränen in den Augen das schöne Brautpaar und gab ihm seinen Segen.

Alle waren der Meinung, daß man die Hochzeit nicht so lange aufschieben und sie am besten noch im Laufe des nächsten Herbstes halten möge. Elise äußerte den Wunsch, man solle den Tag wählen, wo im Walde das Attentat gegen sie versucht worden sei, und die Anderen gaben mit Freuden ihre Zustimmung zu diesem schönen Plane.

ten, um noch auf andere Einnahmeposten zurück­zukommen, der Wechselstempel einen Ausfall von 40,928 Mk., die Stempelabgabe für Werthpapiere dagegen ein Mehr von über fünf Millionen, Post- Thelegraphie von 503,507,^Reichseisenbahn von 954,024 Mk.

* Darmstadt, 25. Febr. (Denkmünze.) Der Großherzog von Heflen-Darmstadt hat laut Erlaß ein Ehrenzeichen gestiftet für Ver­dienste während der Wafiersnoth 1882 und 1883. In der von der .Darmstädter Ztg/ veröffentlichten Liste der Beliehenen befinden fich Prinz Heinrich von Hessen und der Gou­verneur von Mainz, v. Woyna.

Oesterreich - Ungarn.

• Wien, 25. Febr. (Die Lage der par­lamentarischen Mehrheit) gestaltet sich mit jedem Tage schwieriger. Fährt sie in der Nach­giebigkeit gegen die Regierung fort, welche sich nicht von Grundsätzen leiten, sondern nur von den Wogen der Zweckmäßigkeit tragen läßt, so läuft sie Gefahr, ihre Stütze in der öffentlichen Mei­nung zu verlieren. Fragt fich doch heute schon die conservative Wählerschaft, was denn ihre Er­korenen bis zur Stunde erreicht und durchgesetzt hätten. Die Mehrheit durchlief eine ^schier end­lose Reihe von Täuschungen. Der LegalisirungS- zwang ist geblieben, das Institut der staatsanwalt­lichen Funktionäre nimmt wie vor und ehe, ohne das Geringste zu leisten, jährlich eine halbe Million Gulden in Anspruch. Die Neuschule hat sich als ein Noji INS tangere erwiesen, für welches die Regierung einsteht. Die Schul-Novelle, welche fc eben im Herrenhaufe discutirt wird, stellt sich als nahezu werthlos heraus. Zum Unglück vermag sich die Mehrheit von den zarten Rücksichten auf die Regierung eben so wenig loszuringen, wie die konservativen Pairs. Wie heute die Dinge stehen, scheint uns die Lage der Baierischen Abgeordneten­kammer, welche wir früher tief beklagten, noch be- neidenswerth. Minister Lutz zeigt minstens einiger­maßen guten Willen, während Herr v. Conrad eine Volte um die andere schlägt. Wir wüßten kaum, wie die Dinge unter einem liberalen Mi«

Der Förster legte am Tage der Hochzeit feine® Sohnes sein Amt nieder. Er hatte dafür ge- gesorgt, daß es dem Hans übertragen wurde. Ueberdies hatte er bei der Regierung für seinen Sohn eine bedeutende Erhöhung des Gehalte» ausgewirkt, so daß Hans mit seiner Gattin standes­gemäß leben konnte, ohne sein Vermögen und ihre Mitgift anzugreifen. Auch hatte der Alte das Försterhaus wieder gehörig in Stand setzen kaffen, so daß es den jungen Eheleuten an nichts fehlte, was ihnen da» Leben verschönern konnte. Hans hielt den jungen Jägerburschen im Dienste, jedoch mußte er sich nach einem Revierförster umsehen, da ihm mit der Gehaltserhöhung auch ein größe­rer Waldkomplex zur Beaufsichtigung anvertraut worden war. Sein erster Gedanke war an Fritz Bucher, der ihm in seinem Unglücke so traulich beigestanden. Daß Fritz ein guter Schütze war, dafür bürgte ihm der Umstand, daß er stets Nachts mit einer Beute beladen seinen Stand verlaffen hatte. Hans ließ den ehemaligen Wilderer herbei­rufen und theilte ihm seine Absicht mit. Der Mann wußte sich vor Freude kaum zu fasten; das war das Ziel, nach dem er stets gestrebt, das er aber für unerreichbar gehalten hatte; das war seine Lust: im Walde frei und ungehindert umherzu­schweifen.

Fritz willigte deshalb gerne ein und war auch mit dem angebotenen Gehalt mehr wie zufrieden.

(Schluß folgt.)

Für den Monat März eröffnen wir ein besonderes Abonnement zum Preise von 50 Pfg. ohne Bestellgeld.

wir machen darauf aufmerksam, daß vom März ein neues Feuilleton: „Die Awillingsbrüder", von. Erich waf- serström beginnt.

politische Uebrrficht.

Deutsches Reich.

Fulda, 27. Februar.

* Die ,Nordd.Allg.Ztg.' setzt in ihrer gestrigen Abendmimnier den Versuch fort, das Centrum von dem Abg. Dr. Windthorst zu trennen. Wie wenig den Offiziösen dieser Versuch gelingen wird, wird ja die Zukunft zeigen. Insofern legen wir dem Artikel keine weitere Bedeutung bei. Etwas Anderes geht aber aus dieser Auslastung hervor, was für uns von großem Interesse ist: Man steht aus der ganzen Auseinandersetzung, daß die Re­gierung über die an den Tagen der CultuSetats- Berathung hervorgetretene Erregtheit der Centrums-' ftihrer int höchsten Grade verstimmt ist. Der Artikel beginnt wie folgt:

„Wenn man in den Blättern der letzten Tage die jüngsten Schreiben des Papstes und die Note de« Cardinal-Staatssekretärs an den preußischen iSefttnbten ins Rom liest .und damit den steno­graphischen Bericht der Budgetverhandlungen vom 23. vergleicht, so erstaunt man über den Unter­schied in der Sprache der Kurie und in der Sprache der Führer des Centrums. Aus der wohlwollen­den Höflichkeit, welche in jedem Worte des Pap­stes und seines Staatssekretärs enthalten ist, leuch­tet der Wunsch nach Verständigung mit der welt­lichen Gewalt hervor, wenn auch der Inhalt ihrer Schreiben daraus berechnet ist, die Bedingungen dieser Verständigung möglichst hoch und günstig für die päpstliche Seite auszubringen. In schroffstem Con- trast hiermit tragen die Reden der Führer des Centrums den Stempel zorniger Grobheit gegen

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1883

Dienstag, den 27. Februar

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«r, Fuldaer Feituna' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld: 1 Mk. 50 Pfg., mit den '9uR,aer ye,t“ 9 ’ 8 illustrirten Sonntagsblättern ,Jm Familienkreise' in Fulda 1 Mk. 70 M-, «uswärts 1 M. 75 Pfg

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