bringen.
Jur Bauernfrage.
Von Pfarrer Grebe in Flieden.
Altar. c r -v. , ..
Schließlich sei noch bemerkt, daß ich gern bereit bin alle erforderliche Auskunst zu ertheilen über etwaige Anfragen behufs Einrichtung von Dar- lehnskassen.
Line neue Methode des Anbindens der PferSe im Stalle.
Von einem Herrn Grimm in Coburg wird nach dem „Praktischen Landwirth" eine neue An- bindunasweise solgender Art vorgeschlagen: Ein Eisenstab sührt von der oberen Fläche der Krippe bis zum Fußboden. In letzterem ist derselbe be- estiqt und zwar in der Weise, daß man fünf Quadratdecimeter Holz von der Große emes Pflastersteines in der Mitte des Pferdestandes, dicht an der Hinteren Wand, im Fußboden etw fügt, ein Loch von der Stärke des Stabes m dei Mitte des Blockes 2-2»/2 Centimeter weit vor der Wand, einbohrt und das eme Ende de. Stabes so tief hineinsteckt, daß sein anderes End auf der Mitte der oberen, vorderen Flache de Krippe festgeschraubt werden kann und daß ober halb noch 2—21/2 Centimeter Raum zwischen de Vorderseite der Krippe und dem Stabe übrig bleck
An diesem Stab läuft ein Ring mit kurzer Ar bindekette nieder. Als Hauptpunkte dieser Anbir dunasweise werden folgende angegeben: 1) v Verlängerung des Stabes bis auf die obere vi dere wagrechte Fläche der Krippe; 2) die geboge Form des Stabes und der ihm parallele Ve schluß der unteren Stallwand; 3) die Kurze Anbindungskette. Hiernach sollen folgende < theile erziehlt werden:
1) Das gänzliche Verhüten des Einhängens n den Beinen in den Anhängungsapparat und all
und deshalb auch gerade jene Schöpfungen und i Projecte mit Mißtrauen beehrt, die für sem Wohl bestimmt sind. . . _ . .
Die wichtigsten Personen im Vereine sind der Vorsteher und der Rechner; von ihrer, Tüchtigkeit und Thätigkeit hängt zumeist die gedeihliche Wirksamkeit des ganzen Vereins ab. Wo Nicht etliche Männer sich finden, welche hierzu die Befähigung und den Willen haben, da laffe man die Sache vorderhand beruhen; denn es,ist besser, gar feinen Verein zu haben, als wenn derselbe schlecht geiltet wird. Jndeß, im Hinblicke auf das hohe Ziel, dessen Erreichung in Frage steht, läßt sich wohl annehmen, daß in jeder Gemeinde die entsprechenden Kräfte sich finden. Die Geistlichen und Lehrer vom Lande müssen die Sache in die Hande
1 nehmen. Sie genießen ja das Vertrauen des Volkes und bei Ausdauer und Liebe zur Sache werden sie ihre Mühe reichlich belohnt sehen. Das amtliche Ansehen wird dadurch nicht beeinträchtigt, sondern gestärkt und erhöht.
Mögen darum diese beiden Berufsklassen, ebensowenig wie bei der Leitung des Bauernverems, so auch bei der dieser Darlehnskassen es ablehnen, dem Vertrauen der Mitglieder entgegenzukommem Wenigstens so lange, bis der Verein hinlänglich befestigt und gesichert, mögen sie die Leitung übernehmen. Die Schwierigkeit ist nicht so groß, wie man sich anfangs vorstellt.
Wer sich in dieser für unsere Zeitlage so wichtigen Sache eingehender unterrichten will, dem empfehle ich das Buch von Raiffeisen: „w Darlehnskassen-Vereine"; es wird denen, welche die Absicht haben, einen solchen Verein zu gründen, für 6 Mark abgelaffen. Also liebe Mitbrüder, auf und fasset den Entschluß, in eueren Pfarreien solche Vereine zu gründen und so nicht blos am Heile der Seelen, sondern auch am materiellen Wohle der euch Anvertrauten nach Kräften zu ar- , beiten! Ich habe die zuversichtliche Hoffnung, daß , diese Darlehnskaffen zum Heile und Segen unseres guten Landvolkes gereichen werden, ebenso daß sich auch nach oben hin immer mehr die bleberzeugung Bahn brechen wird: der Bauernstand dürse Nicht länger mehr als „Aschenbrödel" betrachtet und behandelt werden, sondern er verdiene alle Achtung und Fürsorge, damit er nicht zu Grunde geht. Em gesunder, kerniger, gesitteter und behäbiger Bauernstand ist abgeneigt aller Soeialdemokratie und bietet die zuverlässigste Stütze für Thron und
wachsene fallen ruhig ihres Weges gehende Mm- schen an und üben sich im Schneiden und Stechen kaum geht ein Sonntag vorüber, an dem Nicht das Messer feine Rolle gespielt hat.
In liberalen Kreisen pflegt man alles Heil von der Bildung zu erwarten, und man errichtet Schulen auf Schulen, um die Bildung bis m die untersten Volksschichten möglichst groß zu machen. Es gibt jetzt keine Gemeinden mehr ohne Elementarschulen, und man nimmt sogar die Polizei zu Hilfe, um säumige Schulpflichtige dem Unterrichte zuzuführen. Allenthalben entstehen Fortbildung^ schulen, und die Gelegenheit zur Bildung läßt auch für die höheren Schichten der Bevölkerung nicht» zu wünschen übrig. Dennoch wächst die Rohheit, und die Achtung vor dem Eigenthume und dem Menschenleben nimmt ab. Die Bildung, wie sie jetzt gegeben wird, muß also doch nicht die richtige sein, weil sie nicht die gewünschten und noch- wendigen Resultate ergibt. Wenn aber die Ausbildung des Geistes mehr zum Verkehrten als zum Guten führt, dann muß man sich nach dem Grunde dieser Erscheinung fragen.
Rach meiner Ansicht liegt die Ursache in der unzulänglichen Pflege der Religion und der reli- qiösen Uebungen. Der Mensch muß von der ersten Stunde seiner Denkfähigkeit an religiös gewohnt werden, und die Grundsätze des ChrlstenthumS müssen ihm so in Fleisch und Blut übergehen, daß sie von selbst zur Hauptrichtschnur seines Handeln» werden. Man werfe aus den Elementarschulen alle Fächer fort, die dem kleinen Manne entbehr- sich sind, und verwende die gewonnene Zeit aus religiösen Unterricht und Uebungen. Man erziehe ein gläubiges und werkthätiges Volk, dessen Handlungen sich immer nach den Lehren de» Christen« thums richten. Wie das zu bewerkstelligen, dazu gehört allerdings eine längere Auseinandersetzung die hier nicht gegeben werden kann, doch kann ich nicht unterlassen, zu sagen, daß sich dre Sunul- tanschule damit nicht verträgt, und daß die natürlichen Organe des Religionsunterrichtes und der kirchlichen Pflege nicht nebenbei zu wirken berufen sind, sondern als Leiter aufzutreten haben. <5o lange der Staat von der Ansicht ausgeht, ihm allein gehöre der Mensch, wird diese regenerrrte Schule auf Schwierigkeiten stoßen, aber die Resultate der jetzigen Erziehung werden auch den Staat mit der Zeit zu anderen Anschauungen
(Schluß.)
Wie die Geringen ihre Zehner so^sollen auch beziehen ja
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WSpud* ihre Kapitalien zuweisen, so.«^»mL?de?Räch- uiss erfordert, ist gleichsam eine Pflicht der Nächstenliebe. Die Geringen in dem Vereine wollen ja kein Almosen von ihnen; sie dürfen mdeß bean- svruchen von den mit zeitlichen Gütern mehr Ge- y™, daß st- IHM» behilflich sind, vorwärts >u
'“Sm auf ei«e Queue des Geldlich»- E ich I ; 6te, «ufmelfiant machen, die zwar nicht mächNg, aber dmnoch eine I»"»le Bedettlun, sttr die I > kunft hat, es sind die Pfennige der Kinder. Auch ihnen wird Gelegenheit geboten, ihre Pfen nia? die sie von Vater nnd Mutter, von Pathe oder' Pathin, vom Messedienen ober für andere Dienstleistungen erhalten haben, rentbar anzulegen. Ich habe diese Pfennig-Sparkasse für Kinder <m- | gelegt und schon recht schöne Resultate erzielt. Es werden gedruckte Marken (Bons) zu 5,,10, 20, 25 Pfennigen ausgegeben. Liefert en to Marken (Bons) bis zu 1 Mark ab so erhalt «dost« ein Sparkassenbuch, lautend auf 1 Mark. Mit der Schule als solcher haben diese Psenmg-Sparkassen nichts zu thun. Außer der Schulzeit aber übernehmen es die Lehrer mit Vergnügen, solche 5, K) 20 Pfennigbons ihren Schülern gegen o, 10, 20 Pfennige auszuwechseln. Diese Pfennig-Sparkasse ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung, dem leichtsinnigen Geldausgeben seitens der Kinder wird vorgebeugt: es ist ja bekannt, daß Kim der kein Geld verwahren können, wir wissen s ja aus unserer eigenen Jugendzeit. Die Kinder ter« nen frühzeitig die Tugend der Sparsamkeit und Enthaltsamkeit. Früher standen sie an Markttagen um die Buden herum, welche Dmge zum Raschen feilbieten, und überlegten was sie Alles für die gesammelten Pfennige kaufen sollten — das fallt nun weg. Sie lernen den Werth des Geldes kennen vermeiden unnöthige Ausgaben und gewöhnen sick von Jugend auf an die Beherrschung der Genußsucht. Lehrern und geistlichen bietet sich aus diese Weise Gelegenheit, auch außerhalb der Schule in erziehlicher Weise auf die Kinder emzuwirken. LanÄchenur nicht übe!:
ist sie eine recht ernste und pädagogische. Diese genannten Einnahmequellen werden nun freilich E ausreichen, um die Nachfragen befriedigen zu können. Gerade in der ersten Zeit des Bestehens haben diese Vereine mit Geldmangel zu kämpfen. Warum nach §39 der Verordnung vom 5. ^uli 1875 die Einlage von Mündelgeldern m solche Darlehnskassen nicht statthaft ist werf- ich> nicht Sie sind gewiß ebenso sicher m diesen Kassen, wi in den städtischen angelegt, und wurden die Vormünder Zeit und Mühe sparen. Die Anfrage ist, wie ich aus Ersahrung weißgroßeralsdas Angebot. In Folge dessen ist der Anschluß an eine landwirthschaftl. Creditbank als Geldausgleichungs- stelle nothwendig. Wir haben uns der landwirty- chaftlichen Creditbank in Franksurt a. M. angeschlossen, von wo wir jeder Zeit Geld zu 5°/c> erhalten bis zu 20,000 Mark. Leider müssen wir dann die Darlehen auf ö'/a °/o erhöhen, um nicht umsonst zu arbeiten. Jndeß hoffe ich, daß nut der Zeit der Werth und die Sicherheit, welche unser Verein den Gläubigern bietet, mehr bekannt wird und sodas Mißtrauen schwindet, welches ein unglückseliges Verhängmß für den Bauernstand ist, der häufig für sich selbst kein Selbstvertrauen hat
Beiblatt zu Nr. 42 der .Fuldaer Zeitung
---“ Donnerstag, den 22. Februar 1883. ____
Vom Rheine, 20.Febr. Vor einigen Tagen standen vor dem Schwurgerichte zu Düsseldorf drei Strolche, welche einen Mann überfallen und kalten Blutes erstochen hatten. Das Menschengefuhl, welches sich zu dem Humanismus m der jetzigen Ge- setzgebung nicht leicht emporzuschwingen vermag, erwartete eine schwere und exemplarische Strafe; aber die Mörder kamen mit drei Jahren davon. Wenn man erwägt, daß ein Dieb, welcher sich nur an leblosen Dingen vergriffen und kem Men- schenleben beschädigt hat, oft ein gleich hohes Strafmaß erhält, so will es dem Nichtjuristen scheinen, als ob Mörder und Messerhelden zu gelinde bestraft würden. Das Eigenthum kamt von dem Diebe wieder ersetzt oder von dem Bestohlenen wiedee erarbeitet werden, aber das Leben ist für immer hin, und schwere Verwundungen ziehen oft jahrelanges Siechthum nach sich.
Es ist leider eine traurige Wahrheit, daß sich die Messeraffairen in unserer hachcultivirten Zeit mehren, und daß die Rohheit fortwährend zu- nimmt. Ich habe noch die idyllische Zeit gekannt wo man monatelang von einem Messerattentate gesprochen hätte. Ein Grausen überlief Jeden, N z Ä Ä sä*, -um