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* Stimmen der nichtkatholischen preffe über den papstbrief.

Die Stimmen der nichtkatholischen Presse über den Papstbrief weichen sehr von einander ab. So schreibt die »Frankfurter Zeitung': „Zu derselben Zeit, wo Offiziöse und Centrumsorgane sich über die Frage streiten, warum der Kirchenconflict nicht nach württember- gischem Muster beglichen werde, theilt die Kurie zwei recht interesiante, auf die Verhandlungen zwischen Staat und Kirche bezügliche Actenstücke mit, die beweisen, daß Regierung und Kurie sich schrittweise entgegenkommen. Wir meinen die Briefe des Papstes an den Kaiser, von welchen insbesondere der zweite, vom 30. Januar datirte um so größerem Interesse begegnen muß, als über seinen Inhalt die verschiedensten Versi­onen colportirt wurden, Versionen, die zum Theil nichts weniger als den baldigen Frie­densschluß voraussetzen ließen. Diesen Gerüchten und Combinationen ist jetzt die Spitze abgebrochen; wir haben das päpstliche Schreiben im Wortlaut vor uns und wisien, daß es eine nicht unwichtige Concession an den Staat enthält, insofern es den Entschluß des Oberhauptes der katholischen Kirche, den Bischöfen die Erstattung der Anzeige zu erlauben, mittheilt; gegen Conces- sionen staatlicherseits natürlich, denn der Papst hält daran fest, daß pari passu vorgegangen werde. — — — Aus der Veröffentlichung ergibt sich ferner die wichtige Thatsache mit Sicherheit, 'daß seit dem 30. Januar nicht etwa eine Stockung oder ein Abbruch der Verhandlungen stattgefunden hat, sondern daß diese fortdauern; ja es hat den Anschein, als ob die preußische Re­gierung bereits im Prinzip die Anerbietungen und Bedingungen des Staatssecretärs Jacobiui accep- tirt hätte. Die Publication ist auf Wunsch Preußens erfolgt; die Kurie wäre diesem Wunsche nicht nachgekommen, wenn inzwischen die Derhältniffe sich ungünstiger gestaltet hätten."

Die ,Kreuzzeitung' meint, indem sie darauf hinweist, daß in dem Briefe des Papstes und in

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Hans Werlmann.

Original-Novelle von Richard Fröhlich.

(Fortsetzung.)

Der Empfang war herzlich, «berauch rührend. Der alte Förster konnte kaum die Thränen zurück­halten, als er den theuren Sohn, den er so oft im Gefängniffe besucht, und befielt ehedem so frische gesunde Farbe er mit tiefem Kummer immer mehr hatte schwinden sehen, endlich, endlich wieder frei in seine Arme schließen konnte. Hans und Paula waren wieder selig vor Freude und Lust. Die Schwester wußte dem lieben Bruder nicht ausführlich genug zu schildern, wie sehr sie um ihn bekümmert gewesen, und welche Mühe es ihr gekostet, bei ihren Besuchen ihn durch ein hei­teres Wesen aufzumuntern.

Der Untersuchungsrichter erschien auch in der Wohnung des Inspektors, um dem glücklichen Hans nochmals die Hand zum Abschied zu drücken. Der alte Herr schüttelte auch dem Förster die Hand und wünschte ihm Glück, daß er einen so braven Sohn besitze. Paula zeigte eine gewisse Scheu vor dem Beamten; sie konnte sich noch immer des Gedankens nicht entschlagen, daß eres ja gewesen, welcher ihren Bruder hatte verhaften lassen. Und wenn sie an jene bittere Stunde dachte, wo ihr Hans so plötzlich war hinwegge­führt worden, dann traten ihr noch jetzt die Thrä-

dem Schreiben Jacobini's das Maß der Abände­rung der Maigesetze bezeichnet sei, welches die Kirche verlange, damit erreicht sei, was die Re­gierung vernünftiger Weise durch die Verhand­lungen mit Rom habe erreichen wollen und der Staat müsse nunmehr seinerseits gesetz­geberisch vorgehen.

Die officiöse Presse bewahrt gegenüber den veröffentlichten Actenstücken noch Stillschweigen. Wenigstens hat sie bisher noch keinen selbst­ständigen Comentar zu denselben gebracht. Characteristisch ist jedoch ohne Zweifel, daß die gestrige Morgen-Nummer der ,Nordd. Allgem. Ztg.' in ihrer Journal-Revue nur solche Zeitungs­stimmen wiedergibt, welche den Glauben an einen günstigen Fortgang der Sache zu erkennen geben. Wenn das officiöse Blatt neben der .Ger­mania' auch das .Berliner Tageblatt' citirt, wel­ches mit seiner optimistischen Auffassung der Lage der Verhandlungen mit Rom eine scharfe Kritik der Centrumspolitik und der .Germania' verbindet und namentlich letzterer vorhält, wie sie noch vor einigen Tagen dem Papstbriefe ganz widersprechende Grundsätze ausgestellt habe, so muß man diese Seitenhiebe Herrn Pindters bekannter „Sym­pathie" für das Centrum zu gute halten. Be­merkenswerth ist vor Allem, daß die ,Nordd. Allgemeine' bisher mit keiner Silbe die nachstehende gehässige Auslaffung der .Nationalzeitung' er­wähnt hat.

Die .Nationalzeitung' schreibt nämlich: „Ueber den Inhalt der Note des Cardinal-Secretärs Jacobini an den Gesandten v. Schlözer ver­nehmen wir, daß derselbe sich mit dem päpstlichen Brief durchaus deckt......Die ganze Haltung

der päpstlichen Diplomatie hat hier einen wenig erbaulichen Eindruck (?) gemacht; man bezeichnet sie als ein Muster von Doppelzüngigkeit und Hin­terhältigkeit. (? I) Es wird hierdurch meine Ihnen heute telegraphisch übermittelte Meldung, daß eine Entscheidung der Negierung über die Vorschläge des Papstes nach Rom abgegangen sei, bestätigt." Dunkel ist der Rede Sinn! Daß diese sonder­bare Faselei die Anschauungen der leitenden Kreise

nen in die Augen. Der verständige Greis merkte das zurückhaltende und kalte, ja fast furchtsame Benehmen des jungen Mädchens. Er trat auf sie zu, nahm sie bei der Hand und sprach:

„Nun mein Fräulein, Sie sind mir doch nicht böse? Ich habe ja nur meine Pflicht gethan, als ich ihren Bruder verhaften ließ, ich konnte nicht anders handeln. Denken Sie sich einmal in meine Lage, so dürfen Sie ihren Bruder nicht als den Ihnen wohlbekannten Bruder betrachten, Sie müfien ihn als einen wildfremden Menschen ansehen, dessen gute Eigenschaften Sie gar nicht kennen. Und nun denken Sie sich die Verdachtsgründe, die gegen ihn sprachen, denken sich die Aussagen des alten Weibes, — Gott wird ihrer Seele gnädig gewesen sein! — von denen ich vor der Hand annehmen mußte, daß sie auf Wahrheit beruhten; und nun nrtheilen Sie!"

„Paula war zu vernünftig, als daß sie bei einigem Nachdenken nicht zur Einsicht ihres Un­rechts gekommen wäre. Sie blickte den alten Herrn zutraulich an und sprach: „Ich danke Ihnen für die vielen Mühen, die Sie sich um die Frei­lassung meines Bruders gegeben haben. Möge der Himmel sie Ihnen vergelten!"

Dem alten Förster war es, als ob er zwanzig Jahre jünger geworden sei, als er nach der Rück­kehr in's Försterhaus all' den Jubel und all' die Freude sah, die hier entfaltet worden.

Manche der alten Bekannten und Freunde der

wiedergeben sollte, mag ein Anderer glauben, wir sind nicht so leichtgläubig.

Die .Köln. Zeitung' läßt sich wie folgt aus: „Wenn auch der volle Ausgleich nicht so schnell erreicht wird, als man vielfach jetzt annimmt, — wir glauben, daß er endlich erreicht wird, und um so früher, je weniger die Curie sich um das Centrum und befien Presse kümmert. Wäre es nach letzterm gegangen, so wären wir nicht so weit, als wir heute finb, wo Rom ben entscheidenden Schritt endlich gethan hat."

Wir halten die ,Köln. Ztg.' am allerwenigsten dazu für berechtigt, von einem Widerspruch zwischen Centrum und Curie zu rede. Das rheinische „Weltblatt" hat doch wahrlich früher laut genug den Standpunkt vertheidigt, die Regierung habe sich um Rom nicht zu kümmern, sie müsse sich an die gesetzgebenden Faktoren in Preußen halten rc. Daß die Centrumspartei auf der ganzen Linie mit d e m zufrieden ist, was Rom beschließt, darüber brauchen wir den Liberalen wohl kaum noch Vor­lesungen zu halten. Wenn der größte Theil der Centrumspresse in der Beurtheilung des kaiserlichen Briefes geirrt hat, so hat dennoch Niemand ein Recht, daraus einen Widerspruch zwischen den Anschauungen des Centrums ünd denen der Curie herzuleiten. Das Centrum ist in kirchlichen Dingen stets einig gewesen und bleibt einig. Da­gegen können alle liberalen Hetzereien nichts ausrichten.

Politische Ueberficht.

Deutsches Reich.

Berlin, 21. Februar.

(Eine Berliner Correspondenz), welche kathol. Blättern zugeht, schreibt wieder recht pessimistisch:

„Es läßt sich die Besorgniß nicht von der Hand weisen, daß die preußische Regierung die Verhand­lungen mit der Curie auf der bisherigen Basis in der That als abgeschlossen betrachtet, daß also, mit anderen Worten, diese Verhandlungen im

Familie, die auch seit dem verhängnißvollen Vor­fälle noch zuweilen das Haus besucht hatten, um dem alten Förster ihre Theilnahme zu bezeigen, waren heute gekommen, heute, wo Hans wieder frei war. — Das junge Mädchsn, das wir draußen im Garten verlassen hatten, eilte plötzlich ins Haus hinein und meldete, daß der Tannenbauer mit feiner Familie draußen den schmalen Weg durch den Wald herauflomme. In der That erschien nach einer Weile der Tannenbauer an der Garten- thür.

Die Mutter, Elise und Heinrich folgten etwas langsamer, als ob sie dem Vater Zeit laffen woll­ten im ersten Momente des Zusammentreffens, der für ihn höchst peinlich sein mußte, allein mit dem Förster und seinem Sohne zu sprechen.

Hans, der sich die Situation des alten Am- weiter lebhaft vorstellen konnte, wollte ihm das Unangenehme des ersten Zusammentreffens so viel als möglich ersparen; der junge Mann hatte die ihm angethane Kränkung schon längst vergeffen; er hatte die Schwere der Verdachtsgründe wohl erkannt, und dann dachte er auch an — Elise.

Darum strahlte auch sein Gesicht vor Freude, als er die Familie sich nahen sah, sein Auge hatte sofort entdeckt, daß auch sie anwesend war, deren Bild er tief im Herzen trug.

Hans trat ganz unbefangen und freundlich lächelnd aus dem Hause heraus, um ben Alten zu begrüßen. Der Tannenbauer wurde verlegen