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liche Gesundheitspflege in den Tagen vom 16. bis 19. Mai d. I. in Berlin tagen.
* Würzburg, 14. Febr. Heute fand sich an der hiesigen Universität der auch in Frankfurt durch seine Vorträge nicht unbekannte Subregens des bischöfl. Knabenseminars Dr. L. E. Fischer als Privatdozent der philosophischen Facultät habilisirt. Er ist der Verfasser von „Heidenthum und Offenbarung", einem Buche, das den Namen seines Verfassers weithin bekannt gemacht hat. Fischer ist zwar kein Vertreter der cholastischen Philosophie, aber wir hoffen, daß auch ihm als Priester und Theologen das Wort des hl. Vaters betreffs der Restauration der christlichen Philosophie heilig sein und ihm als Leitstern bei seinen Vorlesungen über Philosophie dienen wird. So würde denn die hiesige philosophische Facultät, in der man sich anfangs so sehr geweigert hat, einen geistlichen Docenten anzunehmen, von nun an zwei Mitglieder geistlichen Standes zählen, Herrn Professor Dr. Kirschkamp und Herrn Privatdocenten Dr. Fischer.
Windrichtung u. Stärk«.
Richard Wagner f.
Ganz unerwartet bringt uns der Telegraph die Kunde von dem gestern Abend in Venedig erfolgten Hmscherden Richard Wagner's, des Begründers der sogen. „Zukunftsmusik". .
Dem .Börsen-Curier' zufolge starb Wagner auf dem Sessel in seinem Arbeitscabinet; seine Gemahlin und Kinder waren um ihn versaminelt. Der König von Bauern sandte noch in der Nacht ein Beileids-Telegranim und bat, seine Wünsche wegen der Beisetzung oder Ueber- führung der Leiche in die Heimath abzuwarten. In Venedig beabsichtigt man, eine allgemeine Leichenfeier zu veranstalten, zu welche,» das Sicco Marcello und die Bürgerschaft die Initiative ergreifen. Wagner hatte vor wenigen Tagen geäußert, Parsifal werde sein letztes Werk fern, und auf die Frage Warum? erwiderte er: „weil er sterben
Neueste Nachrichten.
** Wien, 15. Febr. Das Herrenhaus nahm die Garantieoorlage an.
** Paris, 15. Febr. Die Deputirtentammer nahm mit 342 gegen 132 Stimmen, entgegen dem Beschlüsse der Commission das Amendement Barbey au.
•» Paris, 15. Febr., Die Adresse der Handelsvereinigung soll die Einsetzung eines Cabinets Laon Say bezweckt haben. — Grevy conferirte nach dem Kammerbeschluß mit Ferry.
ber ab 14 Tage.
'-'Hofgeismar, 13.Febr. Alsami.d.M., Abends der Nachtwächter Jaeger in West- rtffeln wie gewöhnlich die elfte Stunde verkündete, wurde er plötzlich von einem Jndividullm überfallen, welches so gewaltige Hiebe nach dem Kopfe des I. führte, daß er sofort besinnungslos zusammenbrach. Der Blutverlust, sowie die Gehirner- schütteruug waren so bedeutend, daß nach Verlauf von zwei Tagen das Bewußtsein noch ilicht zurückgekehrt mar, und nach Aussage des behandelnden Arztes der Bedauernsiverthe -noch heute in der größten Lebensgefahr schwebt.
* Cassel, 14. Febr. Im Reichstag beantragen die beiden conservativen Parteien bei der dritten Lesung des Militäretats die Wiederein- stellung der in der zweiten Lesung abgelehnten Summe für den Bau der Husarenkaserne in Cassel. Es ist ebenfalls der Antrag eingebracht, den in zweiter Berathung abgelehnten Kasernenbau in Hofgeismar zu bewilligen.
* Cassel, 14. Febr. Dem hiesigen Museum ist von dem nach dem westlichen Theile Nordamerikas ausgemanderten Herrn Heinrich Coll- manu, dem Sohne des hiesigen Hauptagenten Herrn H. P. Collmanu, ein Jndianer- häuptlingsanzug geschenkt worden. Derselbe j ist von dem vor einiger Zeit in einem Scharmützel mit den Unionstruppen gefallenem Indianerhäuptling „Redsun", der dem Stamme der Apaches angehörte, getragen worden. Der Anzug selbst, Rock und Hemd, ist aus Hirschleder gemacht. Die Schuhe sind gleich mit den Beinkleidern verbunden, und die Fußsohlen aus Bärenfell gefertigt. Außer der eigentlichen Bekleidung besteht die Ausrüstung aus einem Köcher mit Pfeilen, einem Kugel-, Schrot- und Tabaksbeutel, Glasperlenketten und dem Kopfputz. Auch eine „Kötze", dicht geflochten, welche von den indianischen Frauen ähnlich wie von unseren Bäuerinnen auf dem Rücken getragen wird, und ein wasserdicht geflochtener Wasserschöpfer sind der Sendung beigefügt. Sämmtliche Gegenstände sind bereits von Herrn Hauptagenten Collmanu dem Museum übergeben worden.
» Frankfurt, 15. Febr. Der Zoologische Garten ist mit seiner Lotterie, 2. Serie, in einen Prozeß verwickelt. Ein Kaufmann bestellte nämlich 15,000 Loose, bezog aber nur 6000, in welche sogar der zweite Preis fiel. Nun weigerte er sich, den nichtbezogenen Nest zu bezahlen, unter dem Vorgeben, er habe ihn nicht fest gekauft.
» Wiesbaden, 13. Febr. In diesem Jahre wird in unserer Stadt der Congreß sür innere Medicin tagen. Der Termin ist noch nicht sest- gesetzt. Der XII. Chirurgencongreß nnrd in den Tagen vom 4. bis 7. April, die X- Ver- sammlung des des deutschen Vereins fiir offent-
erbe."
Die .Kölnische Volkszeitang' roibmet dem grotzen Componisten und Dichter folgenden Nachruf: Geboren 1813 in Leipzig, wurde er schon 1833 als Musikdirector nach Magdeburg berufen. Drei Jahre später folgte er einem Rufe nach Königsberg, begab sich von hier im Jahre 1839 nach Paris und anfangs, der vierziger Jahre nach Dresden. In die Bewegung von 1848 verwickelt, mußt« er den heimathlichen Boden als Flüchtling verlassen. 1864 vorn König Ludwig II. nach München berufen, entwickelte er eine umfassende Thätigkeit, um die Aufführung seiner Werke zu Stande zu bringen.
Welchen Einfluß Wagner sich bei dem kunstliedenden König zu verschaffen wußte, ist bekannt. Das Münchener | Eonservatorium wurde nach seinem Gutachten umgestaltet, und Hans v. Bülow, der vertraute Freund und fähigste Anhänger des Componisten, mit der Leitung der Oper in München beauftragt. Wohl den größten Triumph erlebte Wagner, als er am 21. Juni 1868 der ersten Aufführung seiner Oper: „Die Meistersinger" an der Seite des Königs in der Hofloge beiwohnte. Ein Jahr später, am 22. September 1869, folgte die Aufführung des Nibelungen-Vorspiels „Rheingold." Im Sommer 1870 ging zum ersten Male seine „Walküre" als „Erster Tag" ans der Trilogie: „Der Nibelungenring" auf dem Münchener Theater über die Bretter. Um dies- Zeit bildete sich in 'hm der Gedanke, einen festen Boden für die Verwirklichung seiner Kunstideale zu schaffen, und di- große Begeisterung, welche ihm und seinen Bestrebungen von einem Theil der musik- 1 liebenden Welt entgegengebracht wurde, begünstigte die Ausführung der Idee. Ueberall bildeten sich Wagner-Vereine, durch deren Unterftützling das Wagner-Theater m Bayreuth entstand. Dort gelangte im Jahre 18/6 fein „Nibelungenring" unter großem Andrang des Publikums zur Aufführung, desgleichen im Jahre 1882 sein „Parsifal .
Mit Vorliebe weilte' Wagner in den letzten Jahren während seiner Erholungszeit im Süden. Die reizend gelegene sicilianische Stadt Catania hat ihn längere Zeit tn ihren Mauern gesehen. Im Süden, und zwar in der alten Dogenstadt, war es auch, wo der Tod ihn anscheinend plötzlich ereilte.
Aus der Zahl der seiner Feder entflossenen Opern heben wir folgende hervor: Cola Rienzi, Fliegender Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Tristan und Isolde, Nibelungen-Trilogie (Rheingold als Vorspiel, Walküre, Siegfried und Götterdämmerung). Außer den Librettos zu seinen Opern verfaßte er auch eine Reihe kritisch-ästhetischer Schriften über Musik. Wie feine musikalischen Leistungen, erfuhren auch diese Schriften bei einem Theil der Musikkenner großen Widerspruch. Gewaltiges Aufsehen und zahlreiche Gegenschriften rief namentlich feine Broschüre : „Das Judenthum in der Musik." hervor. Vor- wiegend polemischer Natur waren die weiteren Schriften: „Ueber das Dirigiren" (1870) und „lieber Schauspieler und Sänger" (1872.) Viel Anklang fand seine schon zwei Jahre früher erschienene Jubiläumsschrift: „Beethoven." Eine Gesammi-Ausgabe der Wagner'schen Schriften ist unter dem Titel: „Gesammelte Schriften und Dichtungen" in Leipzig erschienen.
Richard Wagner zählt jedenfalls zu den bedeutsamsten Erscheinungen aller Zeiten im Reiche der Tonkunst. Sein Hauptbestreben war, die deutsche Musik national zu gestalten. In seinen Werken hat er fortgesetzt, was K. M. v. Weber in „Freischütz" und „Euryanthe" begonnen; er
20 Selbstmorde monatlich in der Arm« »u rechnen ist, die jährliche Zahl also zwischen -- und 300 beträgt. Solche Erscheinungen muffen Beran inffutta dazu geben, in jedem Einzelfall, wo irgend ein Zusauunenhang zwischen Selbstmord und Mißhandlung „nrRanken scheint, dem auf das Genaueste nachzugehen, wette» Umfange zu veröffentlichen. _ .
Hierauf erwiderte Knegsrnnnster v. Kamele. Was die Zahl der Selbstmorde in der Armee betrifft, so Wird auf sic stets große Aufmerksamkeit gewendet. Es ist ganz natürlich. (?) daß in gewissen Zeiten sich die Selbstmorde mehre». Das ist aber nicht immer eine Folge schlechter Behandlung, sondern einer ganz merkwürdigen Geniuths- ftimmuna, die eintritt, wen» die Leute von Hause wegge- werben. Daß die Zahl der Selbstmorde m der Armee stärker sein sollte als in der übrigen Bevölkerung, mufe bestritten werden, denn bei der übrigen Bevölkerung sichle» Frauen und Kinder mit, bet denen Selbstmorde Mener sind als bei jugendkräftigen jungen Mannern
An der Diskussion beteiligen sich ferner noch die Abgg. Stöcker, Wendt, Möller, von Koller, von Kar- dorsf, sowie General von Verdy, ohne jedoch emen erheblich neuen Beitrag Sur Klachellung des ursächlichen Zusammenhanges dieser erschreckenden Selbstmordstatistik ’U Äb^Dr. Reichensperger unterzog die neuen Reichspapiergeldscheine einer abfälligen Kritik. Auch die Nuswanderungsfrage wurde wiederum berührt. 3lbg. Dr Lingens verlangte eine größere Fürsorge für die materiellen und sittlichen Jntereffen der Auswandererer. 3» der morgigen Sitzung wird das Eptraordinarium des Etats zur Berathung kommen.
Literarisches.
Bachem'« Nooeütn-Hammlunz, Band 4, elegant solid in Calico gebunden 1 Matt, enthält:
„Die Waisen." Eine Geschichte aus den Bergen von Th. Messerer, Prächtige Gestalten treten uns in diesem frischen Gemälde aus dem baierischen Hochland entgegen. Es sind kernige Naturmenschen, deren theils gefahrvolles Leven uns Th. Mefferer, auf augenscheinlich genauer Kenntniß des schönen Alpenlandes und seiner Bewohner fußend, in fesselnder Erzählung vorfühtt. Dieselbe spielt hart an der Tproler Grenze, m jenen Hochthälern, wo der Schmuggel blüht und die Pascher in unaufhörlichem aufreibenden Kampfe mit den Grenzjägern liegen. — „Nach langem Suchen." Novelle von H. Fred. Jsine fein ausgeführte spannende Novelle, deren Schauplatz theils der polnische Theil Oberschlesicns, theils Posen ist. Ein preußischer Offizier, Lieutenant von Förster, ein Sohn der rothen Erde, geräth kurz nach der Hochzeit in Conflict mit seiner jungen Frau, weil diese ihrem in den polnischen Aufstand verwickelten und in Gefangenschaft gerathenen Bruder zur Flucht verhilft und dadurch dein Gatten die Erfüllung seines militärischen Ehrenwortes unmöglich macht. Der tiefe Zwiespalt trennt die Gatten, und Gabriele von Förster stirbt in der Verborgenheit. Durch eine merkwürdige Fügung der Ereignisse findet Förster nach langem Suchen seine verschollene Tochter wieder.
Die Vachem'sche Novellen-Sammluug kann Denjenigen, welche eine gute, sprachlich und inhaltlich gewählte und dabei doch spannende und geistreiche Seetüre wünschen, nicht genug empfohlen werden. Der Verleger I. P. Bachem beweist in der Novellen-Sammlung wieder einmal seine seltene Befähigung in der Auswahl und Sichtung des Materials. Die im Bachein'schen Verlage erscheinenden Romane und Novellen gehören ja anerkanntermaßen zu den besten Erzeugnissen der neueren Belletristik.
Die Novellen-Sammlung zeichnet sich zudem durch so niedrig gestellte Preise aus, daß jede Familie im Stande ist, die von Zelt zu Zeit erscheinenden Bändchen, ä 1 Mark, anzuschaffen. Dabei ist die innere wie äußere Ausstattung eine vornehme und geschmackvolle, der Druck klar und dem Auge angenehni.
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wollte. Dcutfchland ein nationales musikalisches $rama „eben. Sei» Feuereifer für das große Ziel, welches er sich gesteckt, ließ ihn in der Wahl der Mittel oft irren. Alles, nach seiner Ansicht dem Deutschen Fremde, suchte er-mit Stumpf und Stiel auszurotten; die mancherlei Mißgriffe, die er in seinem Wirken begangen, wodurch er Freund und Feind verletzte, tragen doch vielfach den Stempel der Ehrlichkeit; er sagte und schrieb eben gerade her- aus was er dachte, und war der furor teutomeue tn ihm erwacht, so kannte er keine Grenze». Heute wird man hoffentlich hüben und drüben sein Streben gerechter beurteilen, als dies bisher vielfach der Fall war. Freund und Feind erkennen jetzt bereits an, daß er eifrig bestrebt war, an die Stelle fremdländischer Tändelei Ernst und Gemüthstiefe zu setzen. Die Musiker aller Nationen haben die qroßentheils durch Wagner herbeigeführte Ueberlegen- h eit der deutschen Musik erkannt, studiren seine Werke und führen sie auf. In wiefern die letzten Werke des „Meisters" auf die Dauer maßgebend fein dürsten, muß die Zukunft lehren. Ob mit dem „Meister" sein Werk verschwinden wird, ober ob Nachfolger sich finden werden, die es fori- zuführen im Stande sind, das muß sich zeigen. Mcizart und Beethoven hatten keine Nachfolger ; K. M. v. Weber, fand für sein Streben, eine deutsche National-Oper zu schaffen, in Wagner einen genialen Nachfolger.__________
Aus Stabt, Provinz und Nachbargebiet.
Fulda, 15. Februar.
i * Der vormalige Sergeant Karl August Hey de ist zum Schutzmann bei der Polizeiverwaltung in der Stadt Fulda bestellt worden.
* Nach einer Mittheilung aus Cassel fallen die Ferien an den höheren Schulen mit den Ferien der Volks- und Privatschulen zusammen auf folgende Termine: Vom 19. bis 31. März, vom 2. bis 28. Juli, vom 24. September bis 6. October, vom 24. Decem-
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