Seitens der Expedition wurden bis heute an
hineingeschleudert wurde. Die Kleine hat nun heute die Reise nach der neuen Welt, wo ihre Eltern wohnen, allein angetreten. Es wurde von dem Capitain Barends, welcher die „Westphalia" führt, in liebevoller Weise ausgenommen.
daß der Steuermann ein Umschlagen des überfüllten Bootes befürchten mußte.
Zwei Stunden mußte die unglückliche Frau der Nähe des Jupiter entdeckt worden, in ihrer Lage verharren, dann endlich hatte man ein Mittel gefunden, sie an Bord zu
Zum Untergang der .Cimbria*.
Wir entnehmen den „H a m b u r g e r N ach- richten" noch folgende Detailschilderung über das große Seennglück. Das Blatt schreibt: Unter den geretteten Paffagieren der „Cirn- bria" befanden sich ein gewifler Pfeifenkopf und Ehefrau, welche beide mit den ersten 39 Geretteten in Cuxhaven gelandet wur
den. Nach der Erzählung des P. hat der- I selbe folgendes erlebt: Etwas nach 2 Uhr erwachte Pfeifenkopf, der im Zwischendeck lag, durch schrilles Pseisen, welches an Bord der „Cimbria" abgegeben wurde, und verspürte bald darauf einen furchtbaren Stoß. Da er gleichzeitig ivüsten Lärm vernahm, wurde es ihm sofort klar, daß etwas Schreck- I licheö geschehen sein müsse. Während er mit außerordentlicher Schnelligkeit in seine I Kleider fuhr, fiel ihm zu seinem Entsetzen ein, daß seine Ehefrau am vorhergehenden Abend wegen eines Fußübels in das Schiffsspital gebracht wordeu sei. Voll Angst stürzte | er zur Thür hinaus, vermochte aber anfänglich nicht vorwärts zu dringen, indem sich die unglücklichen Menschen dergestallt zusanimendrängten, daß nach der Ansicht | Pfeifenkopfs mehrere erdrückt und zertreten worden sein müssen. Seine Angst wuchs von Secunde zu Secunde, denn man fühlte das Sinken des Schiffes, in welches bereits große Waffermengen eingedrungen waren. | Das Spital lag aber noch weit entfernt. Pfeifenkopf mußte erst mehrere Gänge passiren. Endlich gelang es ihm, sich hindurchzuwinden; mit fieberhafter Angst eilte er auf das Spital zu. Noch einmal wurde er zurückgedrängt; dann gelangte er in das Krankenzimmer. Er wanderte von Bett zu Bett, musterte in | dem Halbdunkel jeden einzelnen, aber seine ] Frau war nicht mehr dort. Verzweifelnd stürzte er aus dem Krankenzimmer. Es gelang ihm mit unsäglicher Mühe, sich aus das Deck zu arbeiten, wo er seine Frau zu finden hoffte, indem er glaubte, daß sie jemand hinaufgetragen habe. Auch die Frau suchte lange Zeit jammernd nach ihrem Manne umher; das Hinterdeck des Schiffes lag bereits im Wasser und jeden Augenblick konnte es sinken, da endlich gewahrte er seine Frau, welche hülflos neben der Com- i mandodrücke lag. Die unglückliche Frau hatte i trotz ihrer furchtbaren Schmerzen das Verdeck erreicht. Pfeifenkopf hob sie auf und trug sie nach dem Vorderdeck. Hier sah er noch das Licht des Sultan, welcher seiner Ansicht nach auf die Cimbria zuschwanim, dann aber wieder zurückdampfte. Als P. noch um seine Frau beschäftigt war, schlug eine Sturzwelle über Bord und Beide wurden nach zwei verschiedenen Richtungen fortgeschleudert. Pfeifenkopf schwamm bald an ein etwa 200 Schritte von der Cimbria entferntes Rettungsboot, welches ihn sogleich aufnahm; seine Frau hielt er für verloren. Diese trug aber zu ihrem Glück einen weiten Pelzmantel, derselbe hielt sie über Wasser und sie wurde nach dem Boote hin verschlagen, in welchen, sich ihr Ehemann befand. Sie klammerte sich an den Rand des Bootes fest und wurde so im Waffer mit fortgeschleift. Der Steuermann, welcher das Boot befehligte, versuchte, die Frau an Bord zu ziehen. Der Körper war jedoch in Folge des durchnäßten Pelzmantels und der Kleider so schwer,
nehmen. Pfeifenkopf und seine Ehefrau wurden nun unter die Sitzbänke gelegt und mußten in dieser schlimmen Lage ausharren, bis sie endlich nach langen und bangen Stunden mit den übrigen Paffagieren am Bord der Theda Aufnahme fanden. Kurz bevor Pfeifenkopf das Boot bestieg, bemerkte er noch den Sultan in einiger Entfernung. Wie wir bereits berichteten, landete unter den ersten 39 Geretteten in Cuxhaven auch ein lOjähriges Mädchen, welches mit seiner Tante am Bord des Schiffes war; die Tante ertrank, während das Kind, von einer Sturzwelle erfaßt, direct in das Rettungsboot
verschiedene Hilfscomits's in Tyrol 616 Mk. und desgleichen am Rhein und Main die Summe von 1259 Mk. 80 Pf. zur Verkeilung an die Ueber-
* (Neuer Komet.) Aus der Sternwarte von Puebla ist ein neuer Komet in
Vermischtes.
* (Hochzeitsjublläum.) Was die dem kronprinzlichen Paare dargebrachteu Geschenke anbelmigt, so hat der Kaiser u. A. ein schweres Silberservice gewidmet, die Mitglieder deS Hofstaates bringen einen kostbaren Flügel dar; die Hofdamen der Kronprinzessin haben gemeinsam eine prächtige Tischdecke gestickt. Interessant dürfte eS sein zu erfahren, daß nach dem ,B. T/ an das Kronprinzenpaar am Mittwoch schon 1091 Briefe und Depeschen an- kamen und daß bis Donnerstag Nachmittag 2 Uhr bereits 800 Briefe und 300 Telegramme eingegangen waren. — Von den milden Stiftungen, die zu Ehren des Tages gemacht wurden, wird berichtet: „Die von einem Centralcomitv durch ganz Deutschland gemachten Sammlungen haben den Betrag von etwa 800,000 Mark ergeben. Dieselben sollen zu einem wohlthätigeu Zweck verwendet werden, deffen Bestimmung dem kronprinzlichen Paare überlassen ist.
* (Der Komponist der „Martha", Friedrich Freiherr v. Flotow) ist am 24. Januar in Darmstadt, wo er noch vor vierzehn Tagen einige feiner Kompositionen zum Besten der Ueberschivemmten aufgeführt, plötzlich gestorben.
Knülle Nachrichten.
** Berlin, 26. Jan. Der heute von den Abgeordneten Kardorff , Schröder, Schalscha undMinnigerode eingebrachte Antrag auf Abänderung des Münzgesetzes ist unterzeichnet von 37 Mitgliedern des Centrums und 11 der Reichspartei, von 17 Konservativen, 9 Nationalliberalen, 6 Elsaß-Lothringern und 1 „Wilden".
** Paris, 26. Jan. Die Ausweisungs- Angelegenheit ist noch feinen Schritt weiter gediehen. Conseilspräsident Duclerc ist erkrankt; dadurch entsteht eine neue Schwierigkeit, weilDuclerc derKammerberathung selbst wird beiwohnen müssen. Die Gerüchte über legitimistischc Anschläge verlieren sich, nachdem die verschiedenen Prophezeiungen nicht in Erfüllung gegangen sind und Graf Chambord ein ganz bestimmtes Dementi gegeben hat.
* Bologna, 26. Jan., 9Uhr20Min. Abends. (Franks. Z tg.) Im Vorhofe des Palastes Albergati, der Wohnung des österreichischen Konsuls, explodirte eine Petarde. Zwei Personen wurden verhaftet.
von 3 Millionen Mark für Gewährung von Bei- . hülfen an Gemeinden und Private zur Beseitigung I der durch Wasserfluthen im Stromgebiete des Rheins in den letzten Monaten verursachten Schaden auch das Kinzigthal als zum Stromgebiete des Rheines gehörig angesehen werden solle. D.e Gememdevor- stände der in der Kinzigniederung regenden Orte sollen daher sofort die nöthigen Untersuchungen über die Ausdehnung und den Umfang derWafferschaden, I welche ihre Gemeinden und die einzelnen Bewohner I derselben betroffen haben, anstelle« lassen und unter I näherer Darlegung dieselben be» den betreffenden I "andrathsämtern anmelden. Bei einem gemeinsamen I und thatkräftigen Zusammengehen in dieser Sache ließe sich nicht bezweifeln, daß es gelingen werde, auch den schwer betroffenen Kmzigthal-Bewohnern die Wohlthat des beschlossenen Unterstützungs-Gesetzes zu sichern und die Aufmerksamkeit der Staats- I regierung auf die Heilung der entstandenen Schäden zu lenken. («• M.-Ztg )
=» Hofgeismar, 23. Jan. Dem ,Caff. Journ.' I wirb von hier geschrieben: Für gewöhnlich freuen I wir uns barüber, baß bas Jahr 1882 eine gute I Mittelernte gebracht habe. Im Genüsse derselben halten wir namentlich eine größere Roth für un- I möglich. Das kann indessen nur ganz bedingungsweise zugegeben werden; der Stand der Sache ist vielmehr ein ganz eigenartiger. Jene Ernte brachte uns einen sehr reichen Ertrag an Körnerfrüchten, sodaß die Besitzer größerer Ländereien, als solche Besitzer, welche regelmäßig Weizen. Roggen, Gerste 2C bauen, durchaus zufriedenstellende Einnahmen haben. Wesentlich anders sieht es bei den kleinen Leuten aus. Diese sind außer Stande, Körner- wüchte zu bauen, sie verlassen sich vielmehr darauf, die gewissermaßen das Brod vertretende Kartoffel fast ausschließlich zu pflegen. Letztere ist aber in einem so hohen Maße mißrathen, daß Mancher nicht einmal die Saatkartoffel wiedergewonnen hat. Richt wie früher vermochten diesmal die kleinen Leute, aus dem Kartoffelverkaufe eine Geldeinnahme sich zu verschaffen, ja was noch schlimmer, der gewonnene Vorrath an Kartoffeln wird in nicht zu langer Zeit gänzlich aufgezehrt sein. Und was dann? Die Behörden, und zwar hinab bis zur Dorf- Bürgermeisterei, mögen sich von den bevorstehen- I den Ereignissen nicht überraschen laffen, sondern jetzt schon dafür sorgen, daß vom gegebenen Zeitpunkte ab überall öffentliche Speiseanstalten ohne Verzug in Wirksamkeit treten können. Eine Bestätigung unserer Wahrnehmungen liegt zweifellos in dem Umstande, daß es vortheilhaft erschien, in mehreren kleinen — ärmeren — Dörfern unserer Nachbarschaft Brodnicderlagen, welche von Hofgeismar aus versorgt werden, einzurichten. Dem auf- j merksamen Kaufmanns ist es auch nicht entgangen, daß, während die größeren Besitzer seit dem letzten Herbste recht nette Einkäufe machten, die kleinen Leute in den Läden seit Monaten nicht mehr gesehen wurden. Für diese gingen selbst die Weihnachten spurlos vorüber.
* Biedenkopf, 25. Jan. Kaum hat die erste Lokomotive dem Hinterlande den Segen der Bahnverbindung verkündet, als schon ruchlose Hände die Zerstörung des Werkes in Scene setzen, den Segen in Unglück verwandeln wollten. In der Näh- der Wilhelmshütte wurden schwere Steine und lange Schwellen auf die Schienen gelegt, und nur durch die Geistesgegenwart des Locomotivfüh. r-cs wurde die Entgleisung eines Materialzuges verhütet.
* Frankfurt, 25. Jan. Gestern erschien ein ziemlich anständig gekleideter Bettler an der -ihüre eines sehr reichen Bankiers, der als sehr gemüth- lich, aber geizig bekannt ist. Der Bettler gab vor, den Bankier in einer dringenden Privatangelegen- b-it sprechen zu müssen. Der Bankier geht zur Thüre und wird von dem Bettler nut folgenden Worten anqeredet: „Edler Herr! Vertauschen Sie nur einen Tag Ihre Stellung mit der memeri." Der Herr ergreift bei diesen Worten wuthend die Thür und schlägt sie zu. Unglücklicher Weise stand der Bettler noch in dem Bewegnngskreis der Thure und traf dieselbe den Kopf des Bettlers derart, daß die große Scheibe in Tausend Stucken klirrend zu Boden fiel Der Bettler griff rasch nach seinem Kopf Der Bankier, in der Meinung, er habe den Bettler am Kopfe schwer verletzt, reicht demselben ein Zehn-Markstück mit den Worten: Das .st Schmerzensgeld, komme aber sobald nicht wieder". Der Bettler bedankte sich tausendmal, half die Glassplitter zusammenlesen und schlich vergnügt davon.
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schwemmten abgesandt.
Für die Ueberschwemmten am Rhein und Main: Von Herrn Bürgermeister Hau als Ergebniß einer Sammlung in der Stadt Hünfeld 245 Mk. 70 Pf. — Aus Roßdorf 6 Mk._____________________
Wrteorolog Beobachtungen d. Station Hulda.
Barom.
Millim.
-Thenn.
Celsius.
Temperaturextreme.
Mar. ! Min.
Windrichtung u. Stärke.
SBetta.
726,8
—0,4
SW 1
trübe
728,6
-0,6
0,8 -6,0
SW 1
z- heit.
735,4
—0,4
SW 1
wolkig