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Sonnabend, den 27. Januar 1883.

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Die ,Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Svn^^und S-irrta^ ?nngerlo

H. Der Fürst-Primas von Ungarn «nd die /Norddeutsche Allgemeines

Cardinal Fürst-Primas Simor, der bekanntlich vor Kurzem in Rom ge­wesen, veröffentlicht einen Hirtenbrief an seine Diöcesanen, in welchem er die erhabene Persönlichkeit des Papstes Leo XIII. schildert, „dessen Weisheit und Wiffenschast seine Encykliken verkünden, der würdig ist der Majestät der römischen Päpste, dessen unbeugsamer, bezüglich des Wesens der Sache starker, hinsichtlich der Modalitäten zarter Geist durch seine hervor­ragenden Thateu bewiesen wird." Im wer- teren Verlaufe spricht der Cardinal die Zu- versicht aus, daß die göttliche Vorsehung den päpstlichen Stuhl inmitten seiner Drangsale unterstützen werde und fährt sodann fort: .Ist es etwa, um Anderes nicht zu erwäh­nen, nicht unter Gottes Schutz geschehen, daß gerade in den Tagen, die ich in Rom verlebt, der Kaiser der Russen durch ein mit dem hl. Stuhle abgeschlossenes Neberein- kommen den Frieden mit der Kirche unb, mit seinen katholischen Unterthanen in seinem Reiche wiederherstellte? Um so auffallender und bedauerlicher ist es, daß die katholische Kirche im deutschen Reiche noch immer aller Rechte beraubt, unter dem Joche der ungerechten, das katholische Gewissen ver­letzenden Gesetze seufzt, durch diese Gesetze und andere Mittel so sehr gebeugt wird, daß noch jetzt die Priester nur deshalb vor die Gerichte geschleppt und bestraft werden, weil sie gegen den Willen der bürgerlichen Be­hörden das Meßopfer gebracht oderdas Allerhei­

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Hans Werlmann.

Original-Novelle von Richard Fröhlich. (Fortsetzung.)

5. Kapitel.

Des jungen Amweilers Heimkehr.

Der qutmüthige Michel hatte an dem Nachmittage, wo er auf dem elbe nut dem Tannenbauer und Heinrich unter der alten Weide zusammentraf, fernem Versprechen ge­mäß den weiten Weg nach Marnheim ge- mackt um sich nach Karl umznsehen. Ge­rade unter dem alten Thore, das in Marn­heim hineinführte, stieß er unerwartet auf Karl der eben hermkehren wollte. Ohne sich zu besinnen, kehrte Michel mit ihm um Müdigkeit kannte der Michel überhaupt nicht, er machte so viele Fußtouren, daß er sich allmählich an die beschwerlichsten Reisen ge- "°Unterwegs theilte Michel deni jungen Bauerssohne seinen Verdacht gegen den Hans mit Karl war wie angedonnert, als er die verschiedenen Momente anführen horte, dre aeaen den jungen Werlmann zeugten. Die Enählunq des Waldmichel ließ jetzt noch inehr als vorhin dein Tannenbauer und Heinrich gegenüber, die immer mehr, sich steigernde' Abneigung gegen Hans hervottre-

ligste gespendet oder Tobte begraben haben. Es gereicht der Geistlichkeit jener Gegenden sicher­lich zuni ewigen Ruhme, daß die Bischöfe und die meisten Priester sich eher aller ihrer Rechte berauben, von ihren Sitzen vertreiben, exi- liren und verspotten ließen, als daß sie die Rechte der Kirche aufgegeben, sich von der Lehre Petri entfernt hätten und, wie der hl. Cyprian sagt, sich gleich Trieben von dm Wurzeln losgelöst Hütten." Zum Schluffe spricht der Cardinal die Hoffnung ans, daß cs den unaufhörlichen Bemühungen deö hl. Vaters gleichwie in Rußland so auch im deutschen Reiche mit Hilfe Gottes gelingen werde, die Ruhe und den Frieden in der Kirche herzustellen.

Die .Germania' brachte, gleich andern katholischen Blättern, in ihrer gestrigen Morgen-Nummer einen Auszug dieses Hir­tenschreibens. Das bringt die ,Nordd. Allg. Ztg.' ganz gewaltig in Harnisch. Sie schreibt:

„Eine derartige tendenziöse und die Thatsachen entstellend e Kundgebung von Seiten des ersten katholischen Geistlichen eines *t> cf reu n drl en St ao t e s kann nicht verfehlen, bei uns einiges Aufsehen zu erregen. Der Kardinal Simor ist Fürst- Primas von Nugarn und also das be­rufene Organ der ungarischen Ka- tholizität. Die Frage, ober die Meinung der Mehrheit der' ungarischen Katholiken wiedergegeben hat, dürfte für uns von Interesse sein und wird ohne Zweifel des weiteren besprochen werden.".

Der souveräne Ton, den das ofsiciöse Blatt anschlägt, „kann nicht verfehlen," auch ten, denn fast jeder kleine Anhaltspunkt wurde von Michel zu einem schwerwiegenden Beweise gestempelt. Mehrere Male wollte Karl seinen Zweifel an der seinem ehemaligen Schulkameraden zur Last gelegten Beschul­digung vorbringen, doch Michel betheuerte ihm hoch und feierlich, daß das, was er sage, alles der Wahrheit gemäß sei, daß er es theils gesehen und gehört, theils von seiner Mutter erfahren habe.

„Nein Michel", sprach Karl, als jemr seine Erzählung beendigt hatte, „ich breche noch nicht den Stab über einen Menschen, der mir bisher stets als ein edler und ver­ständiger junger Mann bekannt war, ich kenne den Hans bester als Ihr, ich habe ihn in Fällen kennen gelernt, wo an eine Heuchelei oder an Verstellung gar nicht zu denken war."

„Da hör' mal Einer, als ob ich nicht stets mit dem Försters Hans bekannt ge­wesen wäre; es gab eine Zeit, da mar mir Keiner lieber, als der Hans. Aber der Hans hat seit einiger Zeit em anderes Wesen angenommen, ist nachdenklich duster geworden ; das erklärt mir mal.

Unterdessen waren die Beiden an dem Tauuenhose angekommen. Michel hatte sich nämlich energisch geweigert in die Wald-

Politische Ucdrrficht Deutsches Reich.

in Oesterreich „einiges Aufsehen zu erregen. Es ist ja richtig, daß wir in Preußen eine solche Sprache gegenüber der Regierung nicht wagen dürfen, ohne mit Gesetz und Gericht in Conflikt zu gerathen. Ferner ist ja auch richtig, daß sich seit dem Ultimo-Gesetz Manches, wenn auch nicht Vieles, in kirchen­politischer Hinsicht gebessert hat. Daß aber ohne Entstellung der Thatsachen noch von einer Bestrafung wegen Messe­lesens und Sakramentespendens die Rede sein kann, wird doch Niemand läugnen, insbesondere da gerade jetzt wieder ein Antrag des Ccntrums auf Ab­schaffung der Bestrafung des Messe­lesens und Sakramentespendens vorliegt.

Aus den wenigen Zeilen der .Norddeut­schen' kann man fast eine Drohung mit dem auswärtigen Amt herauslesen. Wir glauben aber kaum, daß man sich in Ungarn davon erschrecken lasten wird.

iöerim, den 26. Januar.

♦ (In der Commission des Reichs­tags für den Antrag Philipps betr. Entschädigung für erlittene Straf- und Untersuchungshaft) erfolgten die ersten vorläufigen Abstimmungen betreffs der Untersuchungshaft.' Unter Anwesen­heit von 12 Mitgliedern der Commission wurde die Verpslichtung zur Entschä­digung für Untersuchungshaft mit 7 gegen 5, für Fälle der Führung des vollständigen Hütte zu gehen und Karl den Weg allein machen zu lasten.

Es war ungefähr 10 Uhr. In dem Wohnzimmer und der Gesindestube des Han­fes brannte ein Licht, fonst war es ftnster.

Als die Beiden an das große Hofthor anklopsten bellten die Hunde, alsdann er- fchieii der Tannenbauer selbst mit einer großen Laterne in der Hand und öffnete.

Endlich, endlich", begann er, „wir haben lange aus Dich gewartet; es ist Dir doch nichts Unangenehmes begegnet?"

Wie man's nehmen will, Vater", er­widerte Karl, „doch davon wollen wir später sprechen, laßt uns zunächst in die Stube gehen damit Michel und ich einen ^mbiß nehmen, denn der arme Kerl wird jeden­falls Hunger haben."

Nach beendigter Mahlzeit nahm Michel Abschied und schritt der Waldhütte zu, nach­dem ihm der Tannenbauer unter der Haus- thüre noch besonders warm die Hand ge­drückt hatte. . u. __ ,

Als der Bauer wieder in die otnbe ge­treten war und aus seinem mächtigen Lehn­stuhl Platz genommen hatte, begann Karl seinen Bericht über die Erlebnisse in Marn­heim. Alle lauschten gespannt auf feine Worte. Ais Karl geendet, seufzte der Vater- tief und rief: