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Die .Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Fe'ertage auS^ensm-nm. Man °bonmriVorausb.zahl g^ qzringerlohn in Fuldo Mt d-n Mustrirten S°nutagsblM-m .Im Zm.l.enke.se ^st°t^d-e .Ful^ 3^-e^j ^Lannoncen 10 P!g.; bei Wiederholungen entspr-ch-nd-r Rabatts

Familienleben seine ferneren Tage ver­bringen, möge es, wenn es ihm einst ver­gönnt sein wird, die Krone des Staates und Reiches zu tragen, für alle An­liegen und Sorgen des Volkes ein fühlendes Herz bezeigen und Recht und Gerechtigkeit über Alle wal­ten lassen für und für. Dann wird ihm das Herz des Volkes in dankoarer Liebe entgegenschlagen!

* Dem Kronprinzenpaare!

Heute ist ein viertel Decennium vergangen, seitdem Kronprinz Friedrich Wil­helm, der Sohn unserS Kaisers und Königs, sich mit der Prinzeß Royal von England, Viktoria vermählte.

Das preußische unb deutsche Volk läßt diesen Tag md)t vorübergehen, ohne dem Thronerben, dem zukünftigen Kaiser und Könige seine Ehrfurcht, seine Treue und Loyalität zu beweisen. Das Volk vereinigt sich mit seinem Herrscherhause in der Freude ob des frohen Ereig­nisses, aber auch im Gebete für das fernere Wohlergehen des Jubelpaares und für das Gedeihen und die ruhige, friedliche Entwickelung des Vaterlandes.

Leider hat der unerbittliche Tod den« lauten Jubel und all' den frohen Festen, welche der Hof zu feiern gedachte, ein jähes Ende gemacht. Am Vorabende des schönen Segensfestes stand der Kronprinz und seine hohe Gemahlin an dem Sarge des Prin­zen Karl von Preußen, und sie, wie der Kaiser Wilhelm, werden nicht ohne tiefe Bewegung über die unergründlichen Rath- schlüfle des Herrschers aller Herrscher nach­gedacht haben. —

Möge das hohe Paar in glücklichem

* Offieiöse Anwandlungen.

Die .Norddeutsche Allgemeine' gibt folgenden Herzenserguß der .Kölnischen Zeitung' wieder:

„Zu den verschiedenen bereits vorliegenden An­trägen" — sagt das rheinische Blatt — „hat das Centruin jetzt noch eine Interpellation gefügt wegen des Vorfalls, daß katholische Mrlilar- niannschaften in Kose! in den Gottesdienst eines Staatspiarrers" kommandirt worden seien. Eine ähnliche B-sch'verde ist wiederholt auch schon trüber vom Centrum vorgebracht worden, indcpen begnügte man sich, sie beim Militüretat vorzutra- aen und eine Antwort des Kriegsministers entgegen zu nehmen. Schwerlich ohne Absicht ist diesmal die feierliche Form der Anfrage an den Reichs­kanzler gewählt worden. Die verschiedenen Vor­stöße, die das Centrum in den letzten Tagen un­ternommen, deuten wohl nicht darauf hin, daß erfolgversprechende Verhandlungen zwilchen Staat und Kurie im Gange sind, und das Schreiben unseres Kaisers an den Papst dürste eher einen Versühnungsversuch erfolglos abgeschlossen als ein­geleitet haben."

Das ofsiciöse Blatt bemerkt hierzu: „„Die Schlußfolgerung der .Kölnischen Ztg.', Comptoir war, wenigstens vor Mittag. Slm Dienstag kam und ging er sowohl in die Fabrik, als in seine Wohnung, ganz nach seiner Gewohnheit; Abends gegen 7 Uhr verließ er seine Wohnung und seitdem ist er noch nicht heimgekehrt, wie Sie wissen.

Als Karl die Sache von der Seite ken­nen gelernt hatte, wurde ihm doch bange um seinen Vetter. Er wollte jedoch dem Herrn Bartel diese Angst nicht merken lassen und sagte deshalb in zuversichtlichem Tone:

„.Herr Bartel, wir wollen uns noch keiner unnöthigen Angst hingebcn. — Allerdings hätte ich gerne mit meinem Vetter gesprochen, um ihm einen sehr merkwürdigen Unfall, den ich gestern mit meiner Schwester hatte, mitzutheilen. Da ich nun einmal mit Ihnen zusammengekommenbin, so will ich nicht anstehen Ihnen das Geschehene kurz zu erzählen."

„Herr Arnweiler, ich fürchte .... doch es wird wohl Niemanden ein Unglück zuge­stoßen sein?"

Wie man cs nehmen will, doch ich will Ihnen schon im Voraus erklären, daß die Geschichte noch ziemlich glüül'.ch abgelausen ist- Vorgestern Abend kehrte ich mtt mei­ner Schwester Elise von dem Begräbnisse meines Onkels von Langenburg zuruck. Mtt- ten im Walde wurden die Pferde scheu, ein.Mann sprang aus dem Gebüsch hervor

ist möglicher Weise eine falsche; sie geht jedenfalls von einer mangelhaften Kenntniß der Politik des Centrums aus. Dasselbe hat von jeher „Vorstöße" gemacht, wenn die Verhandlungen zwischen Staat und Kurie „erfolgversprechend" waren. Die Fraction hat es dann stets für ihre Aufgabe erachtet, einen erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen um jeden Preis zu verhindern. (! ! !)

Wir halten die Annahme für richtiger, daß das Cent rum auch in dem hier in Rede stehenden Falle seine alte Taktik befolgt hat, und dafür spricht auch die Thatsache, daß der Briefwechsel zwischen dem Kaiser und dem Papste keineswegs abge­schlossen ist, sonder eine Antwort der Kurie aus das letzte Allerhöchste Schreiben erwartet wird.""

Diese höchst wunderliche ofsiciöse Auslas- sung kann uns im Ernste nicht stutzig machen, solche „Vorstöße" der .Norddeutschen' sind nichts Neues mehr. Sie haben oft genug dazu gedient, eine augenblicklich in gewißen Kreisen obwaltende „Verstimmung" gegen das Centrum als politische Partei zu maskiren.

Das wäre denn nun das z weit e äu ßer e Symptom eines momentanen Grolls auf die katholische Partei! Die erste Stimme ließ sich bekanntlich in der,Weser-Ztg.' ver­nehmen, während, wie wir gestern aussührteu, sonderbarer Weise die ,Frkf. Z.' dem Centrum eine zu große Nachgiebigkeit gegenüber dem Militarismus der Regierung vorwirft. Wir geben uns gar nicht die Mühe, den inhaltlosen Vorwurf, das Centrum und richtete ein Pistol nach der Wagenthüre hin. Der Schuß fiel, streifte Elise den Oberarm und drang durch die entgegenge­setzte Seitenwand des Wagens".

„Weich' eine Bosheit! Himmel!" preßte Herr Bartel hervor, als Karl geendet. „Haben sie noch keine Ahnung davon, wer der Thäter gewesen ist?"

„Nein, ich kenne wirklich keinen Menschen, der meiner Schwester und mir feindlich ge­sinnt sein könnte. Ich habe die Sache so­eben bei der Behörde angezeigt, welche die weiteren Schritte veranlaßen wird. Ich hofie . . . ."

„Während Carl sprach, klopfte es, die Th'üre wurde geöffnet, und das Stuben­mädchen meldete einen Mann an, der dem Herrn wichtige Mittheilungen über das Ver­bleiben des Herrn Vogt machen könnte.

„Laßen Sie den Mann eintreten", sagte Herr Bartel zu dem Stubenmädchen, und Sie, Herr Arnweiler, werden doch hoffentlich noch bleiben und hören, was der Mann über ihren Vetter zu sagen weiß."

„Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie cs mir gestatten wollen."

Der Mann trat ein; seine zerlumpte Kleid­ung und sein gemeiner Gesichtsausdruck ver- riethen einen heruntergekommenen Menschen.

(Fortsetzung folgt.)

10

Hans Werlmanrr.

Original-Novelle von Richard Fröhlich.

(Fortsetzung.)

„Ich weiß zwar nicht, wie ich mir die Sache erklären soll", begann Karl, „jedoch habe ich meinen Vetter bisher als einen sehr vorsichtigen, kalt berechnenden und dabei friedlichen Menschen gekannt; ich glaube nicht, daß er durch seine Schuld irgend einen Unfall erlitten hat ....... ,

„Ja. das ist wahr, mein lieber Herr Arnweiler, das Zeugniß muß ich ihm geben. Jedoch seit dem-verfloßenen L-onntage war er niemals gut aufgelegt ; wenn er zuweilen in Geschäftssachen zu mir aus s Comptoir kam, stand er fast immer m Gedanken ver­tieft an seinem Pulte und zeigte em fin­steres Gesicht. Ich habe seit Sonntag keme Geschäftsfrage endgültig mit ihm besprechen können. Auch sagte seine Hausha erm daß er in der Nacht von Sonntag erst spät Abends heinigekehrt, daß er nach seiner Heimkehr noch ungefähr zwei Stunden aus seinem Zimmer auf- und abgeschritten sei. Sie will ihn sogar mehrere Male laut haben aufschreien hören. Den anderen Tag über hat sie Herrn Vogt nur Abends sehen, als er heimkehrte, jedoch weiß ich ganz gut, • daß er mehrere Male auf. dein