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Hans Werlmann.
Original-Novelle von Richard Fröhlich.
(Fortsetzung.)
Die Drei traten unter den schattigen, weitverzweigten Baum und setzten sich (auf den weichen Rasen nieder.
Michel war nicht sonderlich erbaut, daß er die dumme Geschichte", wie er sich ans« drückte, schon zum dritten oder vierten Male erzählen sollte, jedoch gab er endlich den Bitten nach und begann:
„Als Eure Elise und Karl am Dienstag Morgen mit dem Wagen vom Tannenhofe her über die Brücke fuhren, stand Hans an einen Baum gelehnt in der Nähe der Waldhütte; sobald er den Wagen mit den beiden Schimmeln sah, zog er sich hinter das Strauchwerk zurück und trat gleich durch die Hinterthür in unsere Hütte ein. Sein Gesicht war bleich, er murmelte einige Worte, stellte seine Büchse in die Ecke und, nachdem er meine Mutter nachlässig gegrüßt hatte, trat er ohne Büchse aus der Hütte hinaus und wartete den Wagen ab."
„Michel," warf Heinrich dazwischen, „Ihr sagtet, Hans habe Eure Mutter gegrüßt; — ward Ihr denn nicht anwesend?"
„Ach, das hatte ich ganz vergeffen; —
was ich da erzähle, das habe ich erst später von meiner Mutter erfahren, ich war nicht zu Hause."
„Hm! von Eurer Mutter!" sagte Heinrich, „aber fahrt nur fort."
„Als der Wagen an Hans herangekommen war, erzählt; mir meine Mutter, trat dieser an die Wagenthür und rief in anscheinend herzlichem Tone hinein: „Guten Morgen, Frl. Elise, guten Morgen, Herr Karl. Nun wo geht's denn hin? Ich hatte heute vor, zum Tannenhofe zu kommen; dort hat mir's am Sonntag so gut gefallen, daß ich mir die Freiheit nehmen wollte, auf Ihre Einladung hin einmal vorzusprechen und mich nach dem Befinden der Familie zu erkundigen. „Karl theilte ihm mit, weshalb sie nach Marnheim fuhren, sagte aber auch, daß sie Abends gegen 9 Uhr heimkehren würden. Darauf trennten sie sich, Hans ballte die Faust, als der Wagen eben wenige Schritte weiter gefahren war, und brummte etwas zwischen den Zähnen. Was er sagte, konnte meine Mutter nicht verstehen."
„Aber, Michel, was habt Ihr denn selbst mit eigenen Augen von der Geschichte gesehen und mit eigenen Ohren gehört?" sprach Heinrich.
„Wartet nur, wartet nur, junger Herr, das sollt Ihr jetzt hören: Als ich eben von
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Redactton, Expedition und Verlag der Juld. Ztg/
politische Ueberficht.
Deutsches Reich.
Berlin, den 19. Januar.
* (Kranke Minister.) Die ,Nordd. Allgem. Ztg.' schreibt: „Der durch die Ueberarbeitung hervorgerufene Krankheitszustand des Herrn Staatssecretärs des Innern, v. Bötticher, und des Herrn Staatssecretärs
des Reichsschatzamts, Burchard, läßt befürchten, daß dieselben noch längere Zeit sich von den Geschäften werden fern halten müssen, und es ist daher eine interimistische Regelung der Stellvertretung des Reichskanzlers, welcher selbst noch leidend ist, noth- wendig geworden. Se. Maj. der Kaiser bat den preußischen Herrn Finanzminister für die Dauer der Krankheit des Herrn v. Bötticher mit der generellen Stellvertretung des Reichskanzlers in den Reichskanzler-Geschäften betraut. Fürst Bismarck hat mit Herrn Scholz gestern eine längere Besprechung über die Behandlung der Reichs-Geschäfte gehabt. Herr v. Bötticher befindet sich zwar auf dem Wege der Besserung. Nach Ansicht der Aerzte kann aber eine vollständige Genesung nicht eintreten, wenn Herr v. Bötticher nicht für längere Zeit die bisher entbehrte Ruhe genießt und sich von den Geschäften fern hält."
* (Aus Sachsen - Weimar - Eisenach.) Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog, die Erbgroßherzoglichen Herrschaften und Prinzessin Elisabeth werden sich, nach den bis jetzt getroffenen Bestimmungen, am 23. d. M. nach Berlin begeben, um der Silbernen Hochzeit des Kronprinzlichen Paares beizuwohnen. Ob auch die Frau Großherzogin, ihren Wünschen entsprechend, nach Berlin reisen wird, dürfte von dem Gesundheitszustände der hohen Frau abhängen, der namentlich mit Rücksicht auf die augenblicklich herrschende scharfe Luft einige Schonung erheischt.
— Der neu gewählte Landtag des Großherzogthums wird voraussichtlich im März einberufen werden, um einige
16. Sonnabend, den 20. Januar 1883.
Jfultair 891 Ieitung.
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Angelegenheiten, die nicht länger hinausgeschoben werden können, zu erledigen, doch wird die eigentliche Thätigkeit desselben, die Etatsberathung, bis zum Herbst hinausgeschoben werden. Endgültige Bestimmungen liegen indessen noch in keiner Beziehung vor.
(-St. A.)
* Straßburg. (Der LandesauS schuß) versammelte sich am 15. d. M. zum ersten Male im eigenen Heim, während er bisher in den gemietheten, für diesen Zweck sehr beschränkten Räumen der Bürgermeisterei seine Sitzungen abgehalten hat. Das neue Landesausschuß-Gebäude ist freilich nur ein provisorisches, und das documentirt sich denn auch in seiner allzu einfachen Gestalt, die doppelt empfunden werden wird, rvenn die projectirten Prachtbauten am Kaiserplatz erst 1
erstanden sein werden; im Innern ist das Gebäude jedoch wohnlich und zweckmäßig eingerichtet. Zum ersten Male tagte der Landesausschuß unter öffentlicher und. zwar,.wie vorauszusehen war, sehr zahlreicher Betheiligung des Publi- cums, zum ersten Male vor allem unter Anwendnng der deutschen Sprache als Geschäfts-Sprache auch seitens der Mitglieder, nicht nur, wie bisher, nur seitens
der Regierungs-Vertreter. Die Anwendung (
der deutschen Sprache verursachte am gestrigen Tage noch wenig Schwierigkeit, und wenn Herr Grad im rein ober-elsässischen Dialect sprach, so verbreitete das allerdings Heiterkeit in der Versammlung. — Die Session wurde vvm Staatssekretär, Staatsminister von Hofmann, in Vertretung des
Statthalters eröffnet. Zum Präsidenten l
meiner Tour zurückgekehrt war, trat Han^ in unsere Hütte ein, und bat mich, ich möchte doch die Rückkehr des Tannenhofer Wagens abwarten, welcher gegen Abend zurückkehren würde; er sprach dann davon, daß er gern Karl treffen wolle, wenn er am nächsten Tage nach dem Tannenhofe ginge; in dem Falle, daß der Wagen nicht zurückkehre, wolle er den Besuch aussetzen.
Ich war gerne erbötig, dem Hans diesen Gefallen zu erweisen; ich durchschallte noch nicht das Lügengewebe, welches Hans geflochten hatte. Meine Mutter erzählte mir anfangs gar nichts davon, was sie gesehen und gehört, sie war aber den ganzen Tag mürrisch und sprach in den schlimmsten Ausdrücken von Hans.
Abends gegen 9 Uhr hörte ich den Wagen von ferne herankommen; zugleich vernahm ich einen Schuß, ich merkte scharf auf, der Wagen hielt einen Augenblick inne; dann setzte er sich wieder in Bewegung und fuhr schneller, wie vorhin. Bald darauf rollte der Wagen an mir vorüber, und ich trat wieder in die Waldhütte. Auf den Wunsch meiner Mutter nahm ich noch zu der späten Stunde den Haufirkorb und ging nach Tannenweiler, um dort die Geschichte zu erzählen. Daselbst traf ich mehrere Leute, welche schon oft den Hans von seiner schlimmen