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Donnerstag, den 18. Januar 1883.
Fuldaer W8 Ieitung.
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Kedaction, Expedition und Perlag der Iuld. Ztg?
Se. Bischöfl. Gnaden haben an die hochwürdige Pfarrgeistlichkeit der Diöcese . Fulda nachstehendes Circular erlasien:
„Fulda, den 15.Januar 1883.
Der 25. dieses Monats ist für unser Hohes Kaiserhaus ein Tag festlicher Freude; an diesem Tage vollendet das erlauchte Aronprinzliche Paar das 25. Jahr eines glücklichen, gesegneten The- bundes. Um auch unserer freudigen Theil-
Hans Werlmann.
Original-Novelle von Richard Fröhlich.
(Fortsetzung.)
Als Hans den Hof verließ, hatte er schon die Zuneigung der Frau und Kinder gewonnen, nur der Tannenbauer selbst schien ein wenig verdrießlich, daß sein Liebling, der Vetter aus der Stadt, nicht zu Ehren gekommen war.
Im Laufe des Gesprächs äußerte der Alte jedoch, daß der Hans einmal eine gute Partie sür die Elise sein würde. Elise wurde bei diesen Worten roth, Emil dagegen erblaßte vor Aerger und innerer Wuth. Der Alte dachte gar nicht daran, daß der Vetter seine Augen auf Elise geworfen haben könnte, die nahe Verwandtschaft hatte einen solchen Gedanken niemals bei ihm auskommen lasten.
Früher, als sonst, verließ Emil in sehr gereizter Stimmung den Tannenhof, er würdigte Elise keines Wortes mehr.
Außer Elise hatte Niemand etwas von dieser plötzlichen Veränderung in dem Benehmen Vogts bemerkt. Voll von Rachegedanken war er nach Hause zurückgekehrt. Unterwegs hatte er seinen Mißmuth und keinen Aerger beim Weine zu vergeffen gesucht, jedoch, je schwerer sein Kopf wurde, desto mehr steigerte sich seine Gereiztheit.
nähme an diesem frohen Familienfeste unseres allverehrtcn Kaiserhauses Ausdruck zu geben und zugleich über das Hohe Jubelpaar den Segen des Himmels für seine fernere Lebenszeit herabzuflehen, verordne ich hiermit, daß an diesem Tage, den 25. d. UI., mit dem Pfarrgottesdienste ein feierliches Te Deum verbunden und die Feier den Gläubigen am vorhergehenden Sonntage in angemessener Weife von der Kanzel mitgetheilt werde.
Der Bischof von Fulda
ch Georg.
Politische Ueverficht.
Deutsches Reich.
Fulda, 18. Januar.
* (Die englische Note bezüglich Egyptens), welche vor einer Woche der Pforte und gleich darauf auch der egyptischen Regierung übergeben worden ist, ist am Samstag endlich auch den Cabineten der anderen Großmächte zugegangen. Laut der .Times' hebt dieselbe zunächst den Wunsch der englischen Negierung hervor, die Occu- pationstruppen aus Egypten zurückzuziehen, sobald die Nothwendigkeit der Anwesenheit derselben durch die Organisirung ausreichender Mittel zur Aufrechterhaltung der Autorität des Khedive beseitigt fei. Bis dahin erachte sie es für ihre Pflicht, dem Khedive solche Vorschläge zu machen, wie sie eine befriedigende, dauernde und den Bedürfnissen der Zukunft entsprechende Neuordnung der Dinge in Egypten erfordern dürfte. Die Als er endlich gegen Mitternacht heimgekehrt war, durchmaß er noch zwei Stunden in der größten Aufregung das Zimmer.
Die halbe Nacht hindurch war er wie wahnsinnig.
„Die Natter, das falsche Weib, die elende Heuchlerin," das waren die Worte, die über seine Lippen kamen.
„Rache, Rache!" schrie er zuweilen laut aus, „Rache!" Endlich übermannte ihn der Schlaf, und in schrecklichen Träumen verbrachte er die Nacht.
Am andern Morgen war er zwar etwas ruhiger geworden, jedoch die Rachegedanken kamen immer wieder.
Am Abende sah er den Waldmichel durch die Stadt ziehen, er folgte ihm und sah, daß er in einer Herberge einkehrte.
Es war ihm klar, daß derselbe an dem betreffenden Tage nicht heimkehren würde.
Sein Entschluß stand fest, er eilte zu seiner alten Amme hin, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als er ihr die Sachlage auseinandergesetzt hatte, brach das alte 'Weib in ein heiseres Lachen aus, sie war froh, daß gerade der verhaßte Hans in die Geschichte verwickelt war. Auch war sie der Elise nie zugethan gewesen: dieselbe hatte der Alten, welche auf dem Tannenhofe ein Almosen forderte, als kleines, unvernünftiges
Note empfiehlt eine internationale Ueberein- kunft über die freie Durchfahrt von Schiffen durch den Suezcanal, doch soll in Kriegszeiten die Zeitdauer des Aufenthalts von Kriegsschiffen einer kriegführenden Macht in dem Suezcanal beschränkt werden, auch eine Einschiffung von Truppen und Munition nicht gestattet sein. Die Note schlägt ferner mehrere fiscalische Veränderungen behufs Erzielung von Ersparnissen vor, sowie eine gleichmäßige Besteuerung der Ausländer und der Eingeborenen, die Besetzung der höheren Stellen in der egyptischen Armee durch englische Officiere, die Ernennung eines europäischen finanziellen Rathgebers des Khedive an Stelle der bisherigen Controle und mehrere andere administrative Reformen. Die französischen Journale halten es für wahrscheinlich, daß behufs Verständigung über die erwähnten und etwaige sonstige Reformen ein Corigreß werde zusammenberufen werden. In hiesigen Regierungskreisen hingegen glaubt man nicht, daß dieser Wunsch der Franzosen in Erfüllung gehen werde. Die Verständigung dürfte vielmehr von Cabüiet zu Cabi- net erfolgen. — ' Der Khedive hat am Samstag das Teeret wegen Entschädigung der bei den Unruhen in Egypten zu L-chaden Gekommenen unterzeichnet.
Berlin, den 15. Januar.
* (Die Fortschrittspartei) brachte den Antrag ein, den Kanzler zu ersuchen, die Beschwerden, die unter den Kaufleuten, Industriellen, Handwerkern und Landwirthen über das Gesetz der Reichsstempelsteuer auf Schlußnoten und Rechnungen und die dazu gehörigen Ausführungsbestimmungen Kind die Thür gewiesen, das konnte sie ihr nicht vergessen.
„Weißt Du", sagte Emil, „was ich vor- habe? Ich will der Elise den Garaus machen." Bei diesen Worten lachte er bitter und höhnisch.
„Wenn ich sie nicht haben soll", fuhr er fort, dann soll der eingebildete Laffe sie auch nicht haben."
Das Weib war bei diesen Worten ver- stutzt geworden, an einen Mord hatte sie noch nie gedacht, wenn sie auch früher mit dem Auswurfe des Volkes verkehrt hatte.
„Nein, Emil, das geht nicht", hatte sie gesagt, „das wäre ja ein Mord!"
„Pah! ein Mord! die Elise Hais um mich verdient, sie hat mich hintergangen." -
„Im Nebligen," sieh' mal hierhin, das ist für Dich, wenn Du den Mund hältst und mich ein wenig unterstützest."
Dabei hielt er der Alten einen schweren Beutel vor die Augen. Tas wirkte.
Alle Gewiffensscrupel waren wie wegge- blasen. Der Alten war Alles recht. Sie versprach, den Michel gegen Hans aufzureizen und ihm allerlei erdichtetes Zeug einzureden, um Michel zu dem Glauben zu bringen, Hans habe ihn hintergangen.
Morgen früh fährt der Wagen vom Tannenhofe nach Marnheim, morgen Abend