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Montag, den 15. Januar 1883.

M 11

Fuldaer 101 Zeitung.

Die .Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Man abonnirt gegen Vorausbezahlung zu Fulda in der Ervedition, Buttermattt Nr 11'2/auswärts bei den Postämtern. Der vierteljährliche Abonnementspws beträgt ausschl.ehl.ch Brmgerlohn ,n Fuwa 1 Mk 50 Pfq. mit Brinqerlohn 1 Mk. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mk. 50 Psg-, ^ins Haus gemacht 1 Mk. 90 Pfg. Mt den illustrirten Sonntagsblättern ,Jm Familienkreise' kostet die ,Fuld. Ztg.' vierteljährlich in Fulda Mk. 1.90; auswä^s am Postschalter M. 1.75 ; tnä Hg^s gebracht M. 2.15. — Inserate: Die Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10Pfg.; bei.Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Notiz.

Unseren verehrten Abonnenten Folgendes zur Mittheilung:

1) Die.Fuldaer Zeitung' wird von nun an so früh fertig gestellt, daß sie mit den Mittags-Schnellrügen, statt mit den Abend- zügen, nach auswärts expcdirt werden kann. Die Postabonnenten erhalten dement­sprechend die Zeitung von jetzt ab am Tage der Ausgabe selbst, nicht, wie bisher, am Tage nach dem eigentlichen Erscheinen.

2) Von Montag, den 15. Januar, ab wird die Zeitung nicht mehr, wie bisher, vom Tage nach der eigentlichen Ausgabe, sondern vom Ausgabetage selbst datirt.

3) Annoncen können daher nur dann Aufnahme finden, wenn fie am Morgen des Ausgabetages vor S Uhr ausgegeben wer­den. Größere Anzeigen werden bereits Tags vorher erbeten.

4) Diejenigen Stadtabonnenten, welchen die Zeitung nicht spätestens nm 6 Uhr Nachmittags zugestellt wird, bitten wir um betreffende Anzeige, damit wir Remedur eintreten laffen können.

Redaction & Expedition der ,Fuld. Ztg.'

Politische UederM.

Deutsches Reich.

Fulda, 15. Januar.

* (Zeitungsstimmen über den Ge­schäftsaufschwung.) Das .Deutsche Tageblatt' schreibt: Ein so rückhaltsloses Anerkenntnis des heilsamen Einflusses, wel­chen die neuere Zollgesetzgebung auf die witthschaftlichen Verhältnisse ausgeübt hat, ist in keinem der bisher erschienen sächsischen Handelskammerberichte niedergelegt worden,

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Hans Werlrnann.

Original-Novelle von Richard Fröhlich.

(Fortsetzung.)

Die Alte erwiderte den freundlichen Gruß des Hans in inürrischem Tone, denn sie war dem Hans nie gewogen geivesen.

Hans achtete aber nie darauf und redete den Waldmichel an:

„Hör' einmal, Michel, Du würdest mir einen großen Gefallen erweisen, wenn Du auf die Rückkehr des Tannenhofer Wagens achtetest; Du gehst ja heute doch nicht hau- siren, und der Wagen wird wahrscheinlich erst gegen Abend von Marnheim zurück­kehren."

„Gewiß", erwiderte Michel, „das werde ich thun." Die Alte brummte etwas zwischen den Zähnen von Faullenzern, Tagedieben, die sich aufwarten laffen.

Beiden merkten nicht darauf und vernetzen die Hütte. Hans schlug sich seit- wärts in den Wald, schon im Voraus ent­zückt _bei dem Gedanken, daß er nach den getroffenen Vorkehrungen die Sicherheit habe, nicht vor der Rückkehr des Wagens zum Tannenhofe zu gehen, und bort auch Elise anzutreffen; Michel dagegen trat wieder in

wie ihn der eben erschienene industrielle Theil des Jahrberichts der Handels­und Gewerbekammer zu Chemnitz enthält. Als besonders günstig werden in unwiderleglicher Weise die Mittungen des Schutzzolles hinsichtlich des Maschinen­baues und verwandter Zweige, als recht günstig aber auch hinsichtlich einer größeren Anzahl anderer Industriezweige bezeichnet.

Die .Berliner Börsen-Zeitung' schreibt: Günstige Nachrichten über den Auf­schwung der Industrie sind in den letzten Monaten des Jahres 1882 aus allen Pro­vinzen Preußens eingetroffen. So wurde u. A. aus dem Regierungsbezirk Frankfurt berichtet, daß die meisten Etablissements gut beschäftigt waren, viele ihre Aufträge kaum zu bewältigen vermochten und alle, wenn auch nicht hohe, so doch hinreichend lohnende Preise erzielten. Auch zeigte sich, worauf besonders Gewicht gelegt werden muß, überall eine wohlthuende Zuversicht und Liebe für das Geschäft, welche in den letzten Jahren stark erschüttert und theil- weise gänzlich geschwunden war. Betriebs­einstellungen kamen fast gar nicht'vor; im Gegentheil sind neue Anlagen entstanden und das Arbeitspersonal mehrerer größerer Etablissements wurde erheblich vermehrt. Vor Allem aber hatten die Arbeiter vollauf zu thun und Feierschichten kommen kaum irgendwo noch vor. Wie diese günstigen Verhältnisse auf die Lage der Arbeiter ein­wirken, geht aus dem einen Beispiel hervor, daß in einer der bedeutendsten Maschinen­bauanstalten die Zahl der Arbeiter sich in­nerhalb eines halben Jahres zwar nur um die Hütte. Die Mutter empfing ihn barsch und rauh:

„Ah, der Hans ist wieder hier gewesen, da hört der Michel nicht was feine Mutter sagt: der Michel läßt sich vom Hans ge­brauchen; aber wie könnte es auch anders sein? Der Hans ist ein junger Herr, hoch­gebildet und reich, der Michel ist ein armer Junge, der kaum so viel Verstand hat, daß er bei seinem Hausiren nicht alle Ellen lang betrogen wird. — Ein nettes Complott das! der Kuckuck mag wissen, welcher Streich aus­geführt werden soll. Der Michel weiß davon eben so wenig als ich, er läßt sich als blindes Werkzeug gebrauchen. — Der Hans ist ja klug und reich! —"

Michel antwortete nichts; er hatte sich an die Vorwürfe und Ausstellungen seiner Mutter so sehr gewöhnt, daß er sie leicht überhörte, ohne ein Wort dagegen zu sagen. Michel liebt seine Mutter trotz aller ihrer Fehler und Schwächen. Heute jedoch halte er den ganzen Tag keine ruhige Stunde, und als der Abend kam, und Michel zu­weilen vor die Thür trat, um sich nach dem Wagen umzusehen, da nahmen die Schimpf­reden kein Ende. —

Die Sonne war mit feurigem Glanze im .Westen untergegangen, und der Abend breitete seine dunklen Schatten über den

13 vermehrt hatte, die Arbeit aber um 79,247 Arbeitsstunden gewachsen und hier­für den Arbeitern ein Mehrlohn von 19,350 Mk. zugeflossen war.

* In ,Paris Bourse' gibt Ottomar Haupt eine interessante Zusammenstellung der Verluste, welche bei dem Verkaufe der jetzt noch circulirenden Silber mün­zen behufs Einführung der Goldwährung unter den jetzigen Silberpreisen für die ein­zelnen Länder eintreten würden. Es ist hierbei selbstverständlich, daß diese Verkäufe den Preis noch erheblich herabdrücken, daß mithin die Verluste ganz bedeutend größer fein müßten. Wir lassen hier die Liste folgen. Frankreich, Italien, Belgien . . 600 Mill. Frcs. Deutschland........110 „ „

Holland.........150 „ „

Spanien.........60 „ „

Rumänien und kleinere Staaten . 25 „ „

Vereinigte Staaten v. Nordamerika. 90 „ „

1035 Mill. Frcs.

Unberechnet bleibt der Verlust an den Scheidemünzen, von denen diese Staaten 1690 Mill. Frcs. Silber in Cireulation haben, unberechnet ferner der Verlust der weniger civilisirien Länder unb die Ertt- werthung der großen Massen von Silber- geräth und Silberschmuck. Und diese furcht­bare Werthzerstörung soll einem Princip zur Liebe unaufhaltsam weiter vorschreiten und den Wohlstand der Völker zerrütten! Es ist niemals der wirthschaftlichen Ent­wickelung ein schwereresHemmniß durch mensch­lichen Jrrthum entgegengestellt worden, als durch das Streben nach der Goldwährung. Hoffen wir, daß es gelingt, die weiteren Folgen dieses verhängnißvollen Fehlers durch Wald aus. Feierliche Stille herrschte in den Bäumen und in dem Gesträuch, und nur zuweilen ließ ein einsamer Vogel seine Stimme erschallen, nur zuweilen vernahm man den fernen Lockruf eines Rehes.

Michel stand vor der Hütte an den Nuß­baum gelehnt, der feine schützenden Aeste und Zweige über der Waldhütte ausbreitete, und lauschte gespannt auf jedes Geräusch.

Lange stand er da.

Endlich Hütte er einen dumpfen Ton, dann wieder einen. — Der Ton wurde an­haltender, lauter, es war das Rollen eines Wagens. —

Plötzlich fällt ein Schuß. — Das Rollen des Wagens verstummt einen Augenblick. Michel stehl wie angedonnett da. Es tönt ein Peitschenknall, — schneller wie vorher rollt der Wagen dahin. Michel vernimmt schon das Stampfen der Rosse, immer näher kommt der Wagen. Michel strengt seine ganze Sehkraft an, um beim Vorbeifahren die Insassen des Wagens zu erkennen. Er sieht, es ist Karl und Elise. —

Sofort eilte er in die Hütte und erzählte der Mutter, die geschlafen zu haben vorgab, den Vorgang.

Des alten Weibes Augen funkelten, aber sie sprach lanze Zeit kein Wott.

Endlich erhob sie sich u d, als ob ihr