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Freitag, den 5. Januar 1883,
Zeitung.
h im “nö ^rrage ausgenommen, «an abonnirt gegen BorauSbezahlung ,u Fulda
»d« «nEtion, Bu^rmartt Nr. 112, auSwSrtS bei ^fftatetn. tec vierteljährliche «bonnementSpreiS betrügt auSschließli» Bringerlohn in Fulda 1 »art • S? Vringerlohn 1 M. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Marl und 50 Pfg., Tng Saug aebrackt i to qn ®fn
■tt den -ostet dieFuld Ztg vierteljährlich in Fulda M. l.§0; «utototg am Postschalter &5* Sfi KJ» S
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Einladung zum Abonnement
auf das 1. Quartal 1883.
Die »Fuldaer Zeitung' erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen, und kann von der hiesigen Expeditton und durch alle Postanstalten wie folgt bezogen werden:
a)»FuldaerZeitung': Preis: 1 Mk.S«Pf. vierteljährlich (ohne Bestellgeld).
b) ,Fuldaer Zeitung' mit den illustrirten Sonntagsblättern ,Jm Familienkreise'; letztere enthalten spannende, im kath. Geiste geschriebene Originalromane, Novellen, Erzählungen und schöne Illustrationen. Preis: 1 Mk. 75 Pf. vierteljährli ch (ohne Bestellgeld).
wir machen unsere verehrten Abonnenten darauf aufmerksam, daß die bisherige wochen- Bei läge unserer Zeitung einstweilen nicht mehr erscheinen wird. Dagegen ist die „Fuldaer Actten- Druckerei" bereits der Frage näher getreten, ob nicht die Herausgabe einer größeren Wochen- schriftvorzugsweise religiösen und'erbaulichen Inhalts als Beilage zur .Fuldaer Zeitung' für unseren Leserkreis zweckmäßig und ersprießlich sein würde.
wir hoffen, daß schon mit dem Beginn des 1. (Quartals eine solche Wochenbeilage in's Leben treten wird.
* Neue Steuerpläne.
II.
Licenzsteuern.
Die von dem verflossenen Finanzminister Bitter geplante Gewerbesteuerreform ging von dem doppelten Gedanken aus, einestheils die Gewerbesteuer möglichst von denjenigen Sätzen und Umlagenormen zu befreien, welche eine Ueberwälzung auf die Consumenten und Abnehmer nothwendig zur Folge haben, an« derntheils die Gewerbesteuer nur noch um«
Gefunden.
Original-Novelle von A. Linden.
(Fortsetzung.)
An demselben Abend entdeckte Graf Chari d' Anbret dem Grafen Walo Belle-Grande seine Liebe zu Hortense. Der blinde Greis sah wiederum eine Hoffnung schwinden, einen Wunsch unerreicht, aber sein langes erfahrungsreiches und hartes Leben hatte ihn mit solchen Empfindungen längst vertraut gemacht, vielmehr ihn daran gewöhnt. Keine Miene, kein Wort Graf Walo's verrieth eine getäuschte Erwartung. Er hatte seines Sohnes letzten Willen geehrt und ihn zu erfüllen gestrebt; der Widerstand kam von dem Creolen, und dieser hatte das Recht, ein Versprechen aufzulösen, welches man ihm als Kind abgefordert und welches das Schicksal selbst zur Hälfte vernichtet hatte.
Im Herzen beklagte Graf Walo, daß er ferne Enkelin schutzlos zurücklassen müsse, wenn bald — darüber war kein Zweifel — sein lang schon erloschenes Auge sich zur letzten Ruhe schloß, wenn Gräfin Adenare für ihr krankes Gemüth im Jenseits Heilung fand. Auch hierüber konnte er sich nicht täuschen; denn die Kräfte der Gräfin schwanden mit jener leisen, für den oberflächlichen Beobachter oft kaum bemerklichen, aber un-
zulegen als besondere Steuer vom fundirten Einkommen aus dem gewerblichen Capital- gewinn, damit sie als Steuer vom fundirten Einkommen neben der Steuer vom allgemeinen unfundirten Arbeitseinkommen (Clas- sen- und Änkommensteuer) zu rechtfertigen bleibt.
Finanzministec Scholz kehrt mit seinem Vorschläge einer „gewerbesteuerartig als Vertriebssteuer umgelegten Besteuerung mehrerer geeigneter Artikel des Massenverbrauchs" zu den längst vergessenen und aufgegebenen, dein Bitter'schen Reformplane conträr entgegenstehenden Traditionen der preußischen Steuergesetzgebung in den ersten Jahrzehnten nach den Freiheitskriegen zurück.
Damals brachte die finanzielle Rothlage den preußischen Staat dahin, Gewerbesteuern in einer solchen Höhe umzulegen, daß eine Abwälzung dieser Lasten auf das consumi- rende Publicum unumgänglich war. Rach diesem Grundsatz waren z. B. die Gewerbesteuern der Bäcker und Metzger veranlagt, für deren Höhe, gerade so wie bei den nun in Aussicht genommenen Vertriebssteuern, die Bevölkerungszahl der betreffenden Gemeinden maßgebend war.
Jene hohen Steuern der damaligen Zeit waren, trotz ihrer Uebertreibung, immerhin wirkliche Gewerbesteuern, und bei einer ehrlichen Gewerbesteuer will der Gesetzgeber keine Ueberwälzungen von dem Gewerbetreibenden auf seine Kunden; bei den indirecten Verbrauchssteuern dagegen, zu welchen auch die Vertriebssteuern gehören ollen, will er sie und richtet daher die Umlegung so ein, daß die Ueberwälzung leugbaren Sicherheit hin, die über das Ziel dieser schwindenden Kräfte keinen Zweifel ließen.
„Ich danke Ihnen stzr die Aufrichtigkeit, Graf, sagte der Greis. „Lassen Sie Ihre Wünsche nicht trennend zwischen die freundschaftlichen Geftihle treten, die ich Ihnen von Herzen und ohne Rücksicht auf bindende Beziehungen entgegen trug! Betrachten Sie "uch fernerhin sich stets als willkommen, stets geehrter Gast auf Belle-Grande, und wenn Sie meiner Fürsprache bei Fräulein Hortense bedürfen, fo zählen Sie auf mich."
Graf Chari beugte sich gerührt auf die welke Hand des Greises, die ihm dieser entgegenreichte. Wohl bedurfte er seiner Fürsprache , denn Graf Walo allein konnte ja Hortensen's Zweifel verbannen, er konnte ihr sagen, daß Chari's Verbindlichkeiten gelöst, daß Fleunice, Belle-Grande und alle die reichen Besitzungen aufgegeben, daß sie auf immer dahin waren, mochte nun Hortense entsagen oder nicht. Graf Chari besaß noch immer Selbstgefühl genug, um die Erreichung von Hortensen's Jawort zu hoffen. Die Opfer brachte er freudig, und freudig hoffte er auch auf des Mädchens Zusage.
Am Abend spät suchte der Greis seine Schwiegertochter auf.
Mit ruhigen, beinahe heiteren Mienen
möglichst leicht und vollständig eintritt. Grade so wie die Maisch- und Malzsteuer derart eingerichtet ist, daß der Brenner und Brauer in seinem Gewerbeeinkommen möglichst wenig belastet bleibt, muß auch eine Vertriebssteuer, welche sogar als Extrasteuer neben der Gewerbesteuer auftritt, geradezu zur Abwälzung auf das consumirende Publicum bestimmt sein, falls sie nicht eine große Ungerechtigkeit gegen die Vertriebsunternehmer enthalten soll.
Was wäre also die indirecte Folge der Vertriebssteuer-Auflegung? Nichts anderes als eine verschleierte Belastung der Wein, JBier, Branntwein, Taback verbrauchenden Bevölkerung, eine mit einem complicirten Beamten-, Abschätzungs- und Erhebungs- Apparat unnöthig beschwerte indirecte Besteuerung resp. Höherbesteuerung der genannten Consumartikel! Und nun tritt, wenn die Offiziösen recht berichten, die Regierung auch noch mit dem Vorschlag einer Reichs- tabacklicenzsteuerhervor, ein Vorschlag, welcher am besten geeignet ist den preußischen Licenzsteuerplon von vornherein un- discutabel zu machen.
Der Einführung einer preußischen Vertriebssteuer stehen aber auch verfassungsmäßige Bedenken im Wege. Der Artikel 35 der Reichsverfaffung weist alle indirecten Verbrauchsabgaben ausschließlich dem Reiche zu. Da aber, wie wir gesehen, die Licenz- steuer factisch nur verschleierte Verbrauchsabgaben darstellen, so widerspricht ihre Einführung in Preußen, wenn auch nicht formell, so doch materiell der Reichsverfassung.
empfing die Gräfin den hochverehrten Greis; sie ging ihm selbst einige Schritte entgegen' und mit der kindlichen Fürscrge früherer Jahre ließ sie ihre feine Hand über die gefurchte Stirne des Grafen spielen.
„Ich konnte kaum hoffen, Sie so wohl zu sehen, Adenare!" begann der Blinde und leitete seine müden Schritte zu einem Sessel neben dem der Gräfin; • „so darf ich wohl auch wagen, eine Frage an Sie zu richten. Wird es Sie schmerzlich berühren, wenn Fleunice oder der Graf das Bündniß nicht eingehen mögen, das wir für Sie wünschten?"
Die Gräfin horchte hoch auf; hohe Röthe flog über ihre Wangen. „Nein, nein, mein Vater, ich werde den Grafen segnen, wenn er den Ansprüchen entsagt! Laßt, o laßt mir Fleunice, sie kann, sie darf Manuela jetzt nicht mehr ersetzen!"
Die Gräfin hatte ohne Zweifel in ihrer Aufregung mehr ausgesagt, als sie wollte, denn jetzt erbebte ihre Hand, die auf dem Knie des Blinden lag.
„Ich verstehe Sie nie, Adenare, von Manuela ist lang schon keine Rede mehr, Manuela —"
„Manuela ist nicht tobt! Ihr kleiner Sarg war leer!" kreischte der Papagei und wiegte die rothen Schwanzfedern behaglich in den Falten der Bettgardine.