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ziemlich zahlreich deren Eltern zu dieser ’ schönen Feier erschienen, um Zeuge der all­gemeinen großen Kinderfreude zu sein. Alle Anwesenden fanden kaum Platz in 2 großen geräumigen Zimmern des Pfarrhauses, wo­selbst ein großer Weihnachtsbauin mit den Geschenken aufgestellt war, welche im Strahle von vielen Lichtchen glänzten. Von den Schulkindern wurden einige passende Gedichte, sowie einige Weihnachtslieder vorgetragen, worauf Herr Dr. Weber eine kleine An­sprache an die Kinder richtete und dann einem jedem sein Geschenk überreichte. Da­mit die ärmeren Kinder, deretwegen diese Weihnachtsbescheerung in erster Linie statt­fand, sowie auch die übrigen sich der allge­meinen Freude hingeben konnten, waren für diese letzteren von deren Angehörigen paßende Geschenke ins Pfarrhaus gebracht worden, welche Herr Dr. Weber auch an diese Kin­der austheilte. Die Freude war denn auch eine ganz allgemeine, sowohl für die Kinder, als auch für die Angehörigen. Dem Herrn Dr. Weber gebührt unser Dank für dieses schöne Weihnachtsfest.

Eingesandt.

4.

Bereits dreimal war an dieser Stelle die Hrage nach der Siechenhaus-Stistung für die Landbewohner des Kreises Fulda gestellt worden und die Antwort, welche die Re- daction ohne Zweifel gern an der gleichen Stelle ausgenommen haben würde, ist immer ausgeblieben. Sonderbar! Für die Stifter, wie für das Verwaltungscomitö wäre es doch ein gar erfreuliches Ereigniß und für die betheiligteü Armen eine überaus tröst­liche Hoffnung, etwa das Folgende bekannt zu geben bezw. zu vernehmen: „Die Stift­ung, welche das freiadelige Damenstift Wallenstein veranlaßt und zu einem großen Theile gegründet hat, besitzt jetzt ein Capital von 50,000 Mk. und darüber und wird bald im Stande sein, ins Leben zu treten." Fast möchte es scheinen, als ob die Sache todtgeschwiegen werden solle. Weßhalb?

Etwas verlautete inzwischen von Hören­sagen.^ Dem Vernehmen nach besteht das Comitö dernialen aus den Herren Pfarrer Schäfer, Justizrath Vietor, Hauptmann a. D. Müller und Rendant a. D. Klinker- fues. Der erste wird als Vorsitzender, der letzte, als Rechnnngsführer bezeichnet. Ist diese'Zusammensetzung nicht auffällig? Ge­wiß sind die vier genannten Herren Ehren­männer, aber es werden dieselben doch nicht das volle Vertrauen der Kreisinsassen be­sitzen. Ein Comitö für eine Stiftung zu Gunsten der fast ausnahmslos katholischen Landbewohner, ein Comitö für eine Stiftung, zu der auch Katholiken, ja Geistliche und an ihrer Spitze der Bischof, beigetragen haben, weist schon geraume Zeit kein einziges katholisches Mitglied auf! Von Anfang an hatte man die Rücksicht für geboten erachtet, demselben doch zwei katholische Mitglieder, darunter der verlebte Domdechant Hoh­mann als Vorsitzender, zuzuzählen. Woher nun dieser Wandel?

Welches aber auch immer das Comitö ist, dasselbe wird sich der Ehrenpflicht nicht entziehen können, der Oeffent- lichkeit Rechenschaft abzulegen, oder doch Mittheilung über die Sachlage zu machen, nachdem es die Oeffentlichkeit zur Samm­lung herangezogen hatte.

Die Bürgermeister und sonstigen Vertreter der Interessen, der ländlichen Bevölkerung am K r e i s t a g e sind wohl zunächst befugt, officiell nach einer Stiftung zu fragen, welche sie so nahe berührt. Der Kreistag ist in der I Lage, Mittel zu beschaffen, um alsbald die I Zwecke der Stiftung zu erreichen, wenn |

diese ihm übergeben würde. Was wollen die edlen Stifter mehr? ?

Eingesandt.

(Theater.) Freitag findet das Benefiz für Frl. LauraBorn statt. Diese junge Dame, welche durch ihr sinniges mun­teres Spiel in kurzer Zeit alle Herzen für sich gewann, möchten wir an ihrem Ehren­abend ganz besonders der Gunst des hiesi­gen Publicums empfohlen haben.

Mehrere Theaterfreunde.

Ein Brief von Johannes Janssen.

Die ,Kyffhäuser - Zeitung', eine Studenten­zeitung von deutscher und christlicher Tendenz, hatte vor mehreren Wochen über Johannes Janssen eine Reihe von Artikeln gebracht. Jetzt ist dem Ver­fasser jener Aufsätze, Herrn stud. hist. Erich Lie- seg^ang, einem Protestanten, von' dem berühmten Frankfurter Gelehrten ein Schreiben zugegangen, aus welchem die ,Kyffh.-Ztg.' in ihrer soeben er­schienenen Nr. 27 Folgendes mittheilt:

„Ich wollte für Sie ein Exemplar meiner im Jahre 1861 erschienenen kleinen Schrift „Frank­reichs Rheingelüste und deutschfeindliche Politik,, beilegen. Zu meinem Bedauern habe ich keins aus treiben können, erhalte ich eins, so werde ich mir« erlauben, es Ihnen dann durch meinen hiesigen Buchhändler zuzuschicken. Was ich besonders auf den letzten zwei Seiten gesagt habe, ist noch heute meine volle Ueberzeugung und mein eifrigster Wunsch. Dem Gedanken nach ist es ganz dasselbe, wozu die ,Kyffh.-Ztg.' in Nr. 23 Spalte 2 zu meiner großen Freude die deutsche Jugend auf­fordert: „Katholiken und Protestanten" bis „eine versöhnliche Gesinnung".

Von Herzen gern unterschreibe ich Alles, was noch in den folgenden Sätzen bis zum Schluß des Aufsatzes steht. Möge Gott der Herr Ihre und Ihrer Commilitonen hierauf gerichteten Bemühungen mit reichstem Erfolge segnen. Wenn Sie mein beifolgendes Buch über Stolberg lesen wollen, so werden Sie finden, wie ernst und innig dieser große Mann auf dasselbe Ziel hinarbeitete und wie trefflich sich wärmste katholische Ueberzeugung mit wärmster vaterländischer Gesinnung vereinigen läßt. Wäre nur einmal der unselige sogenannte Cultur- kampf, der immer neuen Stoff zur 'Erbitterung der Gemüther darbietet, in Deutschland zu Ende!

Daß die kirchliche Revolution des 16. Jahr­hunderts, wie ich in meiner Schrift „An meine Kritiker" S. 21 gesagt habe, „ein wegen der Sün­den des Klerus und der Laien über die Christen­heit verhängtes Gericht" Gottes war, sollten auch alle Protestanten anerkennen. Ein Strafgericht Gottes ist aber doch wahrhaftig kein „Teufelswerk", als welches ich, wie ich wiederholt in protestantischen Blättern gelesen, jene Revolution ausgegeben haben soll. Und ferner: die Zustände, welche sich aus jener Revolution entwickelt haben, kann doch kein vernünftiger Mensch den heutigen Protestanten Deutschlands auf Rechnung setzen. Ich habe in meiner Geschichte diese Zustände bis 1555 so dar­gestellt, wie ich auf Grund langjähriger Studien aus voller Ueberzeugung glaube, daß sie wirklich gewesen, aber durch diese Darstellung irgend einen Protestanten in seinem Bekenntniß, seiner Ueber­zeugung zu verletzen, ist mir, weiß Gott, nie in den Sinn gekommen. — Aus dem Gesagten ergibt sich Ihnen leicht, geehrter Herr, was mich in Ihrer Besprechung meines Werkes sympathisch berührt hat, und wofür ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank ausspreche.

In aller Hochachtung ergebenst Johannes Janssen."

Vermischtes.

* Die Berliner Fabrik der Singer-Näh- maschinen, war bekanntlich mit den Besitzern der schottisch-amerikanischen Fabriken, welche die sogenannten Singer Originals fabriciren, in einen großen Proceß verivickelt, der zu Ungunsten der amerikanischen Fabricanten ausgefallen ist. Diese letzteren haben 300,000 M. Kosten zu zahlen. Gegenstand des Processes war im Grunde der Name Singer-Maschine. Die Amerikaner wollten darin einen Betrug sehen, der von der deutschen Fabrik begangen worden sei. Singer-Maschine, so wurde behauptet, könne nur ein amerikanisches Fabricat heißen; denn Singer sei ein amerikanischer Fabrikant gewesen und sie, die Kläger, seien die Nach­

folger desselben. Jedoch haben die Londoner Gerichte, und zwar in allen drei Instanzen, die Klage zurückgewiesen. Die ^Begründung dieses zurückweisenden Urtheils, das in der ,Times' vom 14. Dec. d. I. 2 engge- druckte Spalten einnimmt, ist ebenso klar wie ausführlich und beruht auf der Jedem einleuchtenden Unterscheidung zwischen Fabri­cat und System. „Der Ruf einer Maschinenconstruction ist streng zu unterscheiden von den: Ruf eines Maschinen- fabricanten." Das Wort Singer-Maschine bedeutet aber nur eine bestimmte Art der Construction, ohne anzuzeigen, wo und von wem die Maschine fabricirt ist. Aehnlich ist's zum Beispiel mit den Bezeichnungen „Lefaucheux - Revolver", „Liebig's Fleisch-Extract" u. s. w. Die Verklagten haben dieses Wort Singer auch nur in diesem Sinne gebraucht, denn sie schreiben auf ihre Marke deutlich Fristet & Ross- mann’s Singer Machine, German Manu- facture (Deutsches Fabricat). Man kann noch mehr sagen: Die Verklagten lassen so­gar überall hervorheben, daß ihr Fabricat kein amerikanisches sei, sondern aus weit besserem Material hergestellt, geräuschloser und handlicher sei. Die Amerikaner sind also mit Recht zurückgewiesen und in die Kosten verurtheilt worden.

• Die Frau von B. sagte neulich Abends zu ihrer Kammerjungfer: „Marie, hänge meine Hüften an den Lehnstuhl, verschließe mein Auge wohl in die Schachtel, lege meine Zähne ins frische Wasser und meine linke Schulter unter die Haube und ver­wahre meinen Busen im Putztisch. Sieh Dich ja vor, daß Du nichts von allem zer­brichst."

Famttiennachrichten.

Dompfarrei.

Geborene. Den 18. Dec.: Adalbert Hermann Joseph, S. des Metzgers und Wirths Carl Theo­dor Fröhlich. Den 24.: Wilhelm, S. des Brau­meisters Conrad Oberndörfer.

Gestorbene. Den 23. Dec.: Theresia Knaf geb. Oestreich von Neuenberg, 39 I. 5 M. 2 T. Den 24.: Katharina, T. des Schaffners Philipp Voland, 4 M. 25 T. Den 24.: Peter Jordan, Bauer zu Dietershan, 35 I. 10 M. 14 T.

Stadtpfarrei.

Geborene. Den 21. Dec.: Im Entbindungsh.: Josephine Therese, unehel. T. einer Auswärtigen. Den 21.: Maria Anna, T. des Spenglers Mel­chior Hasenpflug. Den 22.: Emil August, S. des Bäckers Franz Michael. Jehn.

Gestorbene. Den 18. Dec.: Maria Kathinka Agnes Corona, led. T. des verlebten Präfectur- Rathes Freiherrn Franz Carl von Schlehenrieth, gen. von Schlereth. Den 19.: Im Landkrk.: Hermann Hühner, Taglöhner, verh., aus Abtsroda, 60 I. Den 20.: Daselbst: Johann Kraus, Tag- löhner, verh., von Steinwand, 59 I. Den 21.: M. Eva, Ehefrau des Handelsmannes Heinrich Schäfer, geb. Weismüller, 42 I. 8 M. Den 22.: Im Landkrkh.: Johann Scheer, verh., aus Hünfeld, 65 I. Den 22.: Elisabeth, led. T. des verlebten Tuchmachers Ildarn Heim, 59 I. Den 23.: Wil­helm Philipp Jacob Thomas, Schuhmacher, verh., 32 I. 4 M. Den 23.: Therese, T. des Bahnar­beiters Franz Michael Fiehres, 2 M.

Evangelische Pfarrei.

Verehelichte. Den 24. Dec.: Hermann Vogel, Gerbergehilfe, mit Jungfrau Anna Margaretha Diemerling von Petersberg.

Geborene. Den 8. Dec.: Wilhelm Hugo Paul, S. des Bahnhofsschloffers Friedrich Ferdinand Theodor Ritter.

Gestorbene. Den 19. Dec.: Heinrich Wil­helm, S. des Webers Heinrich Roth, 2 I. 2 M. 24 T. Den 25.: Johann Carl Wilhelm, S. des Fußgendarmen Johannes Burhenn zu Großenlüder, 2 I. 11 M.

Meteorolog. Beobachtungen b. Station Hulda.

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K V

Barom.

Millim.

27,10 732,6

6 733,0

28 2 735,4

Thcrm.

Celsius.

10,4 11,0

10,4 1,8

Temperatur- erlreme.

Mar.| Mtn.

Wind­richtung u.Stärke.

W 1 SSW 2 SSW 2

Wetter.

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