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M 2S«. Sonnabend, den 16. December 1882.

Fuldaer fll Leitung.

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auf die Fuldaer Zeitung^ pro I. (Quartal 1883 werden jetzt schon von allen poftanftalten und (and- briefboten entgegengenommen.

Deutsches Reich.

* Berlin, 14. Dec. Das Befinden der Kaiserin betreffend, sagt die ,Prov.- Corr.', das Befinden Ihrer Majestät sei den Umständen entsprechend nicht ungünstig und in fortdauernder Besserung begriffen. Die hohe Frau hat daher auch Besuche empfangen und wiederholt Ausfahrten un­ternehmen können.

— In der heutigen (28.) Sitzung des Reichstages ergriff vor dem Eintritt in die Tagesordnung der Bevollmächtigte zum Bundesrath, König!, bayer. außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister Graf Lerchenfeld-Koefering das Wort, um mit Rücksicht auf den gestern vomAbg. Windt- h o r st an den Bundesrath gerichteten Appell zu erklären: Die bayerische Regierung habe stets den Muth gehabt, gemäß ihrer Ansicht zu votiren. Ob sie am 5. Juni abweichend votirt habe, wie der Abg. Dr. Windthorst anzunehmen scheine, darüber Auskunft zu geben, habe die bayerische Regierung keine Veranlassung.

Der Abg. Dr. Windthorst erklärte sich damit befriedigt, daß seine Worte an der betreffenden Stelle gehört worden seien. Die bayerische Regierung habe ermessen, daß sie

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Gefunden.

Original-Novelle von A. Linden.

(Fortsetzung.)

Auch Gräfin Ademare fiel in ihren Halb­schlummer zurück; der Papagei kletterte mit scharfen Pfoten am Vorhang in die Höhe, schaukelte sich in dem Messingringe, der oben die Gardine zusammenfaßte und rief plötz­lich mit kreischender Stimme: „Manuela vergib!"

Mit einem gellenden Wehruf, als ob ein Geist ihr gerufen, schreckte die Gräfin noch einmal empor; wie im Irrsinne rollten ihre Augen umher, die Mulattin kniete erschreckt zu ihren Füßen, der Papagei kniff behaglich die klugen Augen zu und rührte sich weiter nicht.

Da drang das Nothsignal der gefährdeten Seefahrer zu bem Ohre der kranken Gräfin. Sie griff nach den Händen der schwarzen Dienerin: „Hörst du Gytta, das Schiff geht unter, Manuela stirbt," rief sie.

„Schön' Manuela lang schon todt sein!" entgegnete Gytta klagend, „aber ein Schiff sein in Gefahr dort auf dem Meere!"

Die Gräfin besann sich, daß ein Traum sie gefoltert haben mußte, und das zweite Nothsignal, das eben ertönte, gab ihren Ge­danken die Richtung, die auch die ihrer Tochter verfolgt hatte.

nichts sagen wolle; aber gerade darüber habe er sich beschwert. Der Abg. Dr. Hänel wünschte, daß die einzelnen Vertreter der Bundesregierungen öfter so wie heute das Wort ergreifen möchten; das würde sehr zur Klärung der politischen Situation bei­tragen, während der Abg. Frhr. v. M in­nig ero de gerade das Gegentyeil für er­wünscht hielt. Der Abg. Dr. W i n d t h o r st erklärte es ebenfalls für vortheilhaft, wenn die Regierungen, die abweichend votirt hät­ten, ihre verschiedene Ansicht im Reichstage darlegten.

Hierauf folgt die Fortsetzung der gestern begonnenen Berathung der Darlegungen über die Anordnungen, welche von der Königlich preußischen, der Königlich sächsischen und der hamburgischen Regierung auf Grund des §. 28 des Gesetzes vom 21. Oct. 1878 gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie unter dem 21. Juni, 25. October und 25. November 1882 mit Genehmigung des Bundesrathes getroffen worden sind. Der Abg. Dr. Hänel führt aus, die Regierung hielt viel zu viel auf das Social istengesetz. Der Reichs­tag könne zur Lösung der socialen Frage nichts thun, da er nur kritisiren, aber nichts beschließen dürfe. Die Fortschrittspartei werde dem socialdemokratischen Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustan­des zustimmen. Minister o. Putt- k a m e r entgegnet, die Regierung er­warte nicht, daß der Kern der Social­demokratie durch das Socialistengesetz zerstört werde. Dieses Gesetz habe trotzdem seine gute Wirkung. Durch das-

Sie gab Gytta den Befehl, die Schiffer von Belle Grande aufzufordern, dem schei­ternden Schiffe zu Hilfe zu eilen; aber die Gräfin betete nicht warm für die Unglück­lichen, wie ihr Kind dies gethan. Gytta brachte den Befehl der Herrin hinab, dann kehrte sie mit der Nachricht zurück, daß die Schiffer bereits das Boot gelöst; daß die­selben an der Rettung der Schiffbrüchigen verzweifelten, diese Nachricht verschwieg die treue Schwarze.

Der Sturm erreichte jetzt eine solche Heftigkeit, daß von dem zerstörten Thurme zur Linken des Schloffes gewaltige Mauer­steine herabgestürzt wurden, Ziegeln und Fenster fielen klirrend zu Boden, und die Disteln, die schon lange Jahre um die Reiterstatue Karl's des Großen wucherten, knickten in dem gewaltigen Drucke der Luft; Das schwarze schäumende Waffer fluthete beinahe über die schützenden Dämme, und selbst die geläuterten Wasser des Bassins kräuselten wild den sonst so glatten Spiegel.

Im Schloß wurde Alles laut. Diener und Zofen flüchteten sich erschreckt in die große Halle und riefen den muthigen Schiffern Segenswünsche nach. Diese lösten mit küh­ner Hand die Ketten vom Ufer, jedoch der Strudel erfaßte das schwanke Schiff und

selbe sei die Verbreitung socialdemokratischer Ideen unter dem Landvolk verhindert wor­den. Dazu kräftig mitzuwirken sei die Re­gierung verpflichtet. Deshalb müsse sie von den ihr gebotenen Machtmitteln, speciell auch von der Ausweisung der Agitatoren Ge­brauch machen. Windthorst beklagt die revolutionäre Sprache der Socialdemokraten. „Wer mit dem Schwerte droht, wird mit dem Schwerte niedergehauen." Der social- demokratische Antrag wird abgelehnt.

— Die ,Nordd. Allgem. Ztg.' meldet: Es verlautet, die englische Regierung werde den Confereuzmächten die Vorschläge dem­nächst mittheilen, um die Sicherheit der Schifffahrt auf dem Suezcanal unter inter­nationalen Schutz zu stellen. Es sei zu hof­fen, daß die Vorschläge ein freundliches Ent- genkommen finden werden. Im Sinne der Gerechtigkeit würden auch die Interessen der an der Conferenz nicht betheiligten Staaten, welche aber bei der Schifffahrt im Suezca­nal durch Colonialbesitz interessirt sind, zu befürworten sein. Es heiße namentlich, die Niederlande und Spanien wollten in dieser Richtung Wünsche äußern, welche wohl eine entgegenkommende Ausnahme finden würden.

— lieber die gestrigen Berathungen des evangelischen Oberkirchenraths mit dem Sy­nodalrath berichtet die .Kreuzzeitung', daß in Sachen der Mischehen eine von den Kan­zeln zu verlesende Ansprache an die Gemein­den zu erwarten sei, worin diese zur Treue im Bekenntniß auch auf dem Ge­biete derEhe ermahnt werden, außerdem eine nähere Anweisung an die Geistlichen und Gemeindekirchenräthe für das Verhalten klemmte es zwischen die nahen Klippen des Ufers. Aber die Männer kannten die Tücke der Stürme an den felsigen Küsten, auch hatten sie Hebung in der Art, sich von ihnen zu befreien, sie gaben den Versuch noch nicht auf.

Gräfin Ademar fand die Ruhe nicht wieder, die ihr nur kärglich in den Nächten zugemessen war, doch wurde ihre Bewegung stiller, ihr Blick ruhiger. Sie strich mit der Linken die reichen Spitzen ihres Nacht­kleides von dem rechten Handgelenke und löste eine breite Armspange von Goldblech, auf der eben ein Medaillonbild sichtbar war. Das Licht der Ampel, durch das blaue Glas gedämpft, warf einen trüben, frostigen Schein über das reizende Antlitz eines etwa fünfjährigen Kindes, welches lächelnd aus dem kleinen Goldrahmen des Miniaturbildes hervortrat. Es konnte dieses Kind nicht Flennice sein, denn die dunklen Augen tru­gen jenes lebhafte Gepräge von Geist, bei­nahe von Kühnheit, zu denen Fleunicen's müde Züge eher in schroffem Gegensatz standen.

Die Blicke der Gräfin ruhten mit einem Ausdruck auf dem Bilde, der nicht Liebe war, aber doch von einem ungeheuchelten angstvollen Interesse zeigte, auch drückte sie das Bild au ihre Lippen, wobei sie kaum hörbar sagte: