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Spanien.

* Madrid, 6. Dec. Eine officielle Depesche bestätigt die Nachricht, daß der Kaiser von Marocco Spanien ermächtigt hat, Santa Cruz del Mar an der Westküste Afrika's in Besitz zu nehmen. — Die Abgg. Becerat und Moret waren bei Sagasta und forderten ihn auf, den politischen Eid abzuschaffen. Der Premier erwiderte, daß er die Schwurformel modiftciren werde, aber entschlossen sei, den Eid der Treue gegen den König und die Verfaffung aufrecht zu erhalten. Wahrscheinlich wird über diesen Punkt der Kampf entbrennen.

Provtnetelle- und Locales.

* Fulda, 9. Dec. Ein überraschendes Weihnachtsgeschenk ist dieser Tage mehreren katholischen Bürgern unserer Stadt aus Neu-Ruppin zugesendet worden, nämlich 10 mit bunten Vignetten und einem christlichen Spruch bedruckte Bildchen nebst der Bitte, dafür 1 Mk. zur Unterstützung eines pro­testantischen Missionslebrer-Seininars einzu- fenben. Zum Beweis für die Wirksamkeit Hener Anstalt wird in dem gedruckten Be­gleitschreiben ausdrücklich hervorgehoben, daß die Anstalt schon manchen jungen Lehrer ausgebildet und dadurch die Errichtung von protestantischen Schulen ermöglicht habe, so­daß gar manches protestantische Kind nicht mehr gentzthigt sei, das „Gegrüßet seist du, Maria" mitzubeten. Mit solcher Motivir- ung sollte man doch die Katholiken nicht ärgern, denen die Verehrung der Mutter unseres Herrn und Erlösers gewiß am Her­zen liegt, und nach deren Auffassung die Ehre des Sohnes beeinträchtigt, wer gegen die Verehrung der Mutter eifert.

— Die Redaction des ,Schulblatt' für Heffen-Nasiau, Hannover und Westfalen' schreibt: „Wir sind in der erfreulichen Lage, darauf aufmerksam machen zu können, daß für das Jahr 1883 eine Reihe von tüchtigen Mitarbeitern gewonnen ist. Diese verehrten Herren, für deren Wohlwollen wir schon jetzt unseren besten Dank aus­sprechen, sind theils Volksschullehrer, theils Lehrer an Präparandenanstalten, Semina- rien und Gymnasien, theils Domherren und andere Geistliche. Weit über die Hälfte der pro 1883 erforderlichen Leitartikel ist gesichert und zwar für ganz bestimmte Ter­mine zugesagt." Wir unsererseits können obige Mittheilung dahin ergänzen, daß schon mit Neujahr 1883 der innere Gehalt des Schulblattes einen höheren Grad er­reichen, und daß mit dem bezeichneten Ter­min eine neue Periode des Aufschwungs für jenes Blatt beginnen wird, weshalb wir nicht nur den Herren Geistlichen und Lehrern, sondern überhaupt allen Gebildeten, welchen die Entwickelung unseres Schulwesens und der Jugenderziehung nicht gleichgiltig ist, das Abonnement auf das genannte Blatt angelegentlich empfehlen.

— Von Sonntag, den 3. Dec., bis gestern sind in der Pfarrkirche zu B or sch für die Angehörigen dieser Pfarrei von Herrn Dompräbendaten A. Schick geistliche Hebungen abgehalten worden. Die Be­theiligung ist sowohl in Hinsicht auf Allge­meinheit als auch was Eifer, Ausdauer und erbauliche Frömmigkeit betrifft, eine recht lobenswerthe gewesen.

— Es ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß in der Bestimmung der Aufgaben für die Schüler während der Ferien nicht überall mit der erforder­lichen Umsicht verfahren wird. Es kommt vor, daß besonders die Schüler der unteren Claffen während der Ferien mit Arbeit be­lastet werden, welche sich wesentlich als Schreibwerk darstellen und nicht immer der

Correctur unterzogen werden. Das Pro- vincialschulcollegium HÄ sich daher veran­laßt gesehen, durch Verfügung vom 28. No- >ember an die sämmtlichen Directoren (Rec- roten) -der höheren Lehranstalten der Pro­vinz Brandenburg folgende Anordnungen zu treffen: 1) Eigentliche Ferienaufgaben sind nur während der Sommerferien und zwar in möglichst beschränkter Weise und stets im Anschluß an die laufenden Arbeiten zu geben. 2) Die Classenordinarien haben vor Dem Beginn der Sommerferien diese Auf­gaben zusammenzustellen, im Claffenbuch zu verzeichnen, und den Directoren zur Ge- nehmigung vorzulegen. 3) Für alle übrigen Ferien fallen die eigentlichen Ferienaufgaben ort. Es sind von den Schülern nur die gewöhnlichen fortlaufenden Arbeiten zu ver­gangen. 4) In den mittleren und noch mehr in den oberen Claffen sind die Schüler zu einer angemeffenen Selbstbeschäftigung, insbesondere zur Privatlectüre anzuweisen und anzuhalten. 5) Jin Falle, daß Schüler während der Sommerferien verreisen, ist bei öer Controle der Ferienarbeiten gebührende Rücksicht hierauf zu nehmen.

— Der großherzoglich - weimarische Landtag', der in der Regel im Januar zusammenzutreten pflegt, wird diesmal, dem Vernehmen nach, erst später versammelt werden. Gründe verschiedenster Art spre­chen für den späteren Beginn der Session, zumal der Staatshaushalts-Etat für die erst mit dem 1. Ja'rwül: 4884 beginnende Etats­periode noch rechtzeitig fertig gestellt werden kann. Auch vor zwei Jahren trat der Land­tag, statt im Januar, erst im Herbst zusammen.

Auf Anregung der Großherzogin hat der Vorstand der Frauen-Vereine für Sachsen-Weimar einen Aufruf veröffentlicht mit der Bitte um Sammlung von Geldbei­trägen für die durch das Hochwaffer heim- gesuchten deutschen Länder.

• Hersfeld, 4. Dec. Am 1. d. M., Nachmittags 2 Uhr, fand programmmäßig die Prämiirung der Lehrlingsarbeiten statt, wozu als Vertreter der Regierung Herr Re­gierungsrath Schwarzenberg erschienen war. Außerdem hatte sich noch ein sehr zahlreiches Publicum eingefunden. Nachdem Herr Negierungsrath Schwarzenberg einige Worte geredet hatte und nach einer Ansprache des Herrn Dr. Müller nahm der feier­liche Act der Preisvertheilung seinen Anfang. Von den 36 Preisen (inet. „Anerkennung") fielen 12 den Schneiderlehrlingen zu.

* Gelnhausen, 7. Dec. Wie man hört, soll am vergangenen Sonntag Abend ein Mann von Hof-Eich Namens Schneider von einem ihn auf dem Wege von Hailer nach Hof-Eich begleitenden Manne von Geis- litz bei dem sogenannten Weisenrain die Summe von 9 Mark abgenommen und ihm verschiedene Verletzungen beigebracht worden sein. Der Thäter soll bereits verhaftet sein. — In Altenhaßlau gerieth ein Vater mit seinem Sohne in Streit und soll der Vater feinen Sohn mit einem Dreschflegel derartig zugerichtet haben, daß an feinem Aufkommen gezweifelt wird. (Han. Ztg.)

Kirchliches.

Wir machen ausdrücklich darauf aufmerk­sam, daß morgen, 10. Dec., Sodali- täts-Gottesdienst stattfindet. In der ,Wochen-Beilage' ist die betreffende Notiz vergeffen worden.

Vermischtes.

* In der vorigen Woche war im Schaufenster eines in Rom ansässigen deutschen Goldarbeiters eine prachtvolle 70 Centim. hohe Mon str a nz in romanischem Stil ausgestellt, welche in hohem Grade die Bewunderung aller Vorübergehenden hervorrief. Der Schöpfer des Kunstwerks ist Meister Witte, Goldschmied der Stistscapitels in

Aachen, der auch schon vor etwa drei Jahren eine herrliche Monstranz in gothischen Stilformen für die Kirche des Gottesackers in Rom verfertigt hat. Die neue Monstranz hat die Gestalt einer sechs­blättrigen Rosette, ähnlich gewissen scheibenförmigen Reliquiarien aus dem elften und zwölften Jahr­hundert, und sind die sechs Blattflächen um den zur Aufnahme der hl. Hostie bestimmten Kreis durch Riello-Medaillons ausgefüllt, welche in stil­voller Zeichnung diejenigen Hauptbegebenheiten aus dem Alten Bunde darstellen, welche Vorbilder des allerheiligsten Altarssacraments sind. Die obere Hälfte des durch einen Knauf von schöner Filigran­arbeit getheilten Schaftes bildet ein rundbogiges nach drei Seiten offenes Tempelchen, in welchem nach vorn die Statuette des Heilands, nach den Seiten diejenigen der Gottesmutter und des hl. Joseph zu sehen sind. Der Fuß ist wiederum durch sechs Riello-Medaillons geschmückt mit den Bildnissen des hl. Ignatius und anderer Heiligen aus der Gesellschaft Jesu. DaS Ganze ist von Silber, vergoldet und mit Steinen geschmückt. Das Kunstwerk gibt nicht nur Zeugniß für den feinen Geschmack und die technische Tüchtigkeit eines deut­schen Meisters, sondern auch für die Frömmigkeit des unbekannten Wohlthäters, der die Monstranz dem hiesigen Collegium Germanicum zum Geschenk ge­macht hat. Rur so viel wissen wir, daß auch der Geschenkgeber ein Deutscher ist. Das Geschenk oll „gelten als ein Act der Sühne und Genug- thuung für die zahllosen Frevel und Sacrilegien, welche während dos Culturkampfes im deutschen Vaterlande gegen das anbetungswürdigste Sacra- ment des Altars verübt worden sind, namentlich ür da- seiner Zeit in Ohlau begangene Sacrile- gium und für die noch fortwährend sich ereignenden Sacrilegien und Verunehrungen". Die Zuweisung des Geschenks an eine unter Leitung der Jesuiten tehende Anstalt soll ein Beweis sein „der Ver- chrung und Dankbarkeit des Gebers für die Gesell- chaft Jesu und ein Protest gegen die Unterdrückung uud Verfolgung, womit denselben für die dem deutschen Vaterlande erwiesenen Wohlthaten gelohnt worden"; der dabei vor andern Anstalten dem hie­sigen Collegium Germanicum gegebene Vorzug ist durch das Verlangen begründet, der „treuesten kindlichen Anhänglichkeit an den Mittelpunkt der katholischen Einheit, an den in Roni errichteten Stuhl Petri und zugleich der deutschen Gesinnung und katholischen Vaterlandsliebe des edlen Gebers Ausdruck zu verleihen." Heute wurde die Mon­stranz dem hl. Vater präsentirt, damit er sie segne. Se. Heiligkeit zeigte sich hocherfreut über die fromme Gesinnung des Gebers, spendete dem guten Ge­schmack und der Kunstfertigkeit des Meisters großes Lob und gab schließlich dem Geber nebst Angehö­rigen und dem Künstler den apostolischen Segen.

* (Für Jagdfreunde.) JnCrails- heirn (Württemberg) hat der Jagdpächter Wacker aus Gröningen Ende vor. Monats einen weißen Fuchs mit schwarzer Schnauze, schwarzen Ohren und schwarzer Ruthenspitze erlegt. Dieses gewiß seltene Exemplar wurde dem königl. Naturalien-Ca- binet Stuttgart einverleibt. (Han. Z.)

* In Europa existireu gegenwärtig 1457 Theater, die folgendermaßen auf die ver­schiedenen Länder vertheilt sind: Italien hat 348, Frankreich 337, Deutschland 194, Großbritannien 150, Svanien 160, Oester­reich-Ungarn 132, Rußland 44, Belgien 34, Holland 22, die Schweiz 20, Portugal 16, Schweden 10, Dänemark 10, Norwegen 8, Griechenland 4, die Türkei 4, Rumänien 3 und Serbien 1 Theater.

* Cassel, 8. Dec. Weizen 18 M. 40 Pf. bis 18 M. 85 Pf. Roggen 14 M. 40 Pf. bis 15 M. — Pf. Gerste — M. — Pf. bis — M. — Pf. Hafer 12 M. — Pf. bis 12 M. 60 Pf. (Alles pr. 100 Kilogr.)

Für die Ueberschwemmten in Tyrol 'gingen ein: Uebertrag Mk. 584.55 — Ungenannt 2 Mk. Summa: Mk. 586.55.

Für die Herz-Jesu-Kirche in Diez an der Lahn! Ungenannt 2 Mk.

Für die Knaben-Anstalt in Sannerz: Ungenannt 1 Mk.

Meteorolog. Beobachtungen 6. Station Iutda.

Barom.

Millim.

Therm.

Celsius.

Temperatur- extreme.

Mar. | Mtn.

Wind­richtung u.Stärke.

Wetter.

8 2 732,8 । 1,6 j | e> i ij. yeir.

|10l 735,0 0,0 3,0 -5,01 S 1 v. heit.

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