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M 2«2. Donnerstag, den 7. December 1882.

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-g- Eine diplomatische Intervention zu Gunsten des Papstes.

Die ,Fuld. Ztg/ schreibt in ihrer Nro. 268, daß die.Kreuzztg.' ihre frühere Nach­richt, wonach der deutsche Botschafter in Rom bei dein italienischen Minister des Aeußern wegen des Uebergriffs der italienischen Ge­richte in die Selbstständigkeit der vatikani­schen Justiz vorstellig geworden sei, bestätige. Wir erkennen in dieser diplomatischen Inter­vention Preußens zu Gunsten des hl. Vaters eine hochbedeutsame erste Frucht der erfolg­ten Wiedererrichtung einer preußischen Ge­sandtschaft beim Vatican. Das Vorgehen Preußens ist ein ganz logisches. Von bem Momente an, wo von Berlin aus durch Be­stellung eines eigenen Gesandten bei der rö- niischen Curie die Souveränetät des Papstes feierlich anerkannt würbe, mußte Preußen auch jedem äußern Versuche, diese Souver­änetät anzugreifen oder zu durchlöchern, ent­gegentreten und verlangen, daß die Garantie, welche das neue Königreich Italien nach der Wegnahme von Rom für die persönliche Sicherheit und souveräne Stellung des heil. Vaters gegeben hat, auch erfüllt w rde. Man hatte A gesagt mit der Errichtung der Gesandtschaft in Rom, man mußte auch B sagen und die Souveränetät des päpstlichen Stuhles, die man anerkannt hatte, öffentlich vertreten. Was auch immer das Motiv des jüngsten diplomatischen Schrittes Preußens war, er hat nicht verfehlt, in Italien großen Eindruck zu inachen. Die Regierungsmänner von Revolutions-Italien waren nämlich bis­her nur deshalb so perfid gegen den Papst, weil sie denselben von Europa verlassen

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Oswin Connor.

Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.

(Fortsetzung.)

Die Vision lind die Wirklichkeit verinisch- ten sich: zwei Männer hatten die Hütte be­treten. Die fürchterliche Qual seiner Ge­danken hatte jetzt den Höhepunkt erreicht; mit einer» Satz sprang Oswin vom Schlaf auf und und schrie laut in Herzensangst: „Nein, ich bin kein Mörder! Oswin Connor kann dem Tode entgegentreten als ein Mann, aber nicht als ein mit Blutschuld B.ladener!"

„Oswin Connor, sagtet Ihr?" wieder­holte einer der Männer, welche vor ihm standen, „seid Ihr denn Oswin Connor?"

„Ich bin es," antwortete Oswin, dessen Traum noch seinen Geist beeinflußte, „ich liefere mich selbst aus. Macht mit mir, was Ihr wollt. Hängt mich, sperrt mich ein oder deportirt mich; ich will nicht wider­sprechen."

„Oswin, kennt Ihr mich?" fragte der Andere, indem er seine Reisemütze abnahm und das^Haar aus feiner Stirn strich.

„Nein, ich kenne Euch nicht," antwortete er wild.

„Ihr erinnert Euch nicht an einen alten

wähnten. Jetzt sehen die Herren auf einmal, daß man außerhalb Italiens die gegen alles Recht verstoßende Behandlung des Papstes mißbilligt und daß selbst Preußen sich ver­anlaßt findet, diese Mißbilligung öffentlich kundzugeben.

Die neuitalienische Regierung, welche die Garantiegesetze immer mehr zu einem werth­losen Papierfetzen zu degradiren suchte und nur aus Scheu vor dem Auslande deren gänzliche Annullirung unterließ, wirt) durch die preußische Note daran erinnert, daß man eine weitere Verletzung der Garantiegesetze nicht dulden werde und daß man den Herren Radiealen an der Tiber auf die Finger sieht. Ohne Zweifel wird das Vorgehen Preußens doch noch die eine oder andere Macht ver­anlassen, in Rom gleichfalls für die Souver­änetät des heil. Vaters einzutreten und ist eine diplomatische Intervention für die Zu­kunft angebahnt. Aus diesen Gründen legen wir auf die jüngste Note des Fürsten Bis­marck ein großes Gewicht. Der Arroganz und der Perfidie Neuitaliens ist ein wirksamer Dämpfer aufgesetzt und mau wird in näch­ster Zeit wenigstens so offene Verhöhnungen der päpstlichen Souveränetät unkerlaffen, wie das in letzterer Zeit der Fall war, wo man sich sogar nicht scheute, den Exeeutor nach dem Vatican zu senden und den „Herrn Pecci" zu pfänden. Freilich an sonstigen verletzenden Rücksichtslosigkeiten wird es Neu­italien gegen den hl. Vater auch in Zukunft nicht fehlen lassen und man wird auch den rohen Beleidigungen nicht Einhalt thun, die tagtäglich unter den Augen der Regierung trotz § 2 des Garantiegesetzes von einer las-

Freund, an den Sohn Eures Gutsherrn, Oswin?"

Oswin schaute ihn sprachlos an, seine ge­öffneten Lippen und sein starrer Blick be- wiesen sein Erstaunen.

„Ihr rettetet mein Leben, Oswin," sagte der junge Mann, erschrocken über das ver­kommene, abgezehrte Aeußere des Bauern.

„Und Ihr machtet mich hierzu," murmelte Oswin, während er die unter seinem Rock verborgene Pistole fallen ließ, „ja," rief er mit plötzlicher Energie, „ich ging heute Nacht aus, nachdem ich geschworen, den Mann an Eurer Seite zu ermorden, Euren Verwalter Lucas; meine Seele ist meineidig, weil meine Hände nicht blutig sind."

Lucas nahm augenblicklich eine Pistol aus der Brusttasche seines Rockes und spannte sie; die Leichenblässe seiner Wangen zeigte, daß er die Gefahr noch nicht für vorüber­gegangen hielt.

„Steckt Eure Waffe ein," sagte Oswin verächtlich, „was würde mir daran liegen, wenn ich Euch das Leben nehmen wollte? Glaubt Ihr, meinesgleichen hängt am Le­ben?" Er lachte in höhnischer, bitterer Weise.

„Was ist das?" rief Leslie, „ist der Mord eine fo leichte Schuld, daß ein Mann wie Ihr nicht davor zurückschreckt?"

civeu Schandpreffe gegen den hl. jVater ver­übt werben. Um nach dieser Richtung Re­medur zu schaffen und den Papst in Rom vor Insulten und Rohheiten zu schützen, müßte Europa freilich noch ganz entschiedener einschreiten, als dies in der preußischen Note gescheheil ist.

Nun, jetzt ist wenigstens der Anfang ge­macht für einen diplomatischen Schutz des hl. Vaters und wenn wir die Stelle in der preußischen Thronrede, betreffend die Wieder­anknüpfung des diplomatischen Verkehrs mit der römischen Curie, recht verstehen, so würde Preußen zur Zeit jeden Schritt unterstützen, der zur Wahrung der Souveränetät des Papstes von den Mächten geschieht. Es wäre zu wünschen, daß man im preußischen Abgeordnetenhause seitens des Centrums die Frage berühren und die Regierung zu einer Erklärung nach dieser Richtung bestimmen würde. Ein Anlaß hierzu ist durch die er­wähnte Note gegeben und das Centrum könnte unter dem Ausdrucke der Anerkennung für diesen ersten Schxitt die Negierung zu einem weiteren Schritte aniniiren. Die rö­mische Frage käme dadurch auch zur öffent­lichen Discussion in einem Parlamente und würde dies auch in anderen Ländern Anlaß zu Interpellationen geben. Es ist an der Zeit, daß man sich in Europa mit dieser Frage beschäftigt. Die Ehre der Katholiken, aber auch die Ehre aller Monarchen ist da­bei engagirt. Letztere können es im eigen­sten Interesse aus die Dauer nicht dulden, daß ein von allen Mächten anerkannter Sou­verän wie der hl. Vater in seinen Rechten täglich bedroht und die internationalen Ge^

„Das Land," flüsterte Lucas, „ist wirk­lich in fürchterlichem Zustand, das Eigen- thumsrecht existirt nicht mehr unter uns. Dieser Mensch, weil er seine Farm verlor — "

„Haltet ein, Herr I" rief Oswin heftig, ich läugne nichts von meiner Schuld, aber legt mir nicht mehr zur Last, als wahr ist. Durch Mangel und Elend bin ich tief hinab- gefunten, durch Verlassenheit und Gottver- gesfenheit noch tiefer — aber als ich schwor, Euch in dieser Nacht das Leben zu nehmen, geschah es nicht aus meiner eigenen Rache."

„Ha! Dann ist es eine Verschwörung!" rief Lucas schnell, „Ihr müßt uns Alles ge­stehen, ober Ihr werbet härter bestraft wer­ben."

Oswin's einzige Antwort war ein bitteres Lachen, unb von bem Augenblick an sprach er kein Wort mehr. Schon bie Anbeutung, baß er zum Angeber werben sollte, empörte ihn, unb er war fest entschloffen, eher Alles muthig zu ertragen, als solchen Vorschlag nur anzuhören.

Sie kehrten nach Galway zurück, sobald es bem Postknecht gelungen war, einen Kummet wieberherzustelleu, besten zufälliges Zerbrechen bas Erscheinen bes Gutsherrn und feines Verwalters in ber Hütte veranlaßt hatte, Oswin begleitete sie, ohne ein Wort zu sagen

So lange Lucas anwefenb war, öffnete