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Dienstag, den 5. December 1882.
Fuldaer SU Altung.
Di« ,Fuldaer Rettung' erscheint tiiglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Ran abonnirt gegen Vorausbezahlung zu Fulda ft der «rpebition, Buttermarkt Nr. 112, auSwirt« bei den Postämtern. Der vierteljährliche LbonnementSpreiS beträgt ausschließlich »ringerlohn tn Fulda 1 Mark «nd 50 Pfg., mit »ringerlohn 1 R. 70 Psg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post abgeholt 1 Mark und SO Pfg.. ins HauS gebracht 1 M. 90 Pip. Mit den .Jllustrirten Sonntagsblättern' kostet dieFuld.Ztg vierteljährlich in Fulda M. 1.90; auswärts am Postschalter M. 1.75; in'S HauS gebracht M. 2.15. Inserate: Die P^itzeile oder Äderen Raum 15 Pfg., sog. Platzannoncen 10 Pfg.; bei Wiederholungen entsprechenden Rabatt.
O Die katholische Kirche und die «katholische Ehe.
(Schluß.)
Was aber hier besonders hervorgehoben zu werden verdient, und was die vernünftig denkenden Protestanten um so versöhnlicher gegen die Kirche stiminen muß, ist dies, daß bei all diesen Verordnungen und Erklärungen zwar protestantische und gemischte Ehen gemeint sind, daß aber in erster Linie die Kirche gerade die Ehen der Protestanten berücksichtigte und ihnen milde und günstige Praxis angedeihen lassen wollte. Aus der Giltigkeit der protestantischen Ehen wurde auch auf die Giltigkeit der gemischten Ehen geschloffen, auch wenn die vom Trienter Concil vorgeschriebene Form nicht beobachtet sei. Diese Schlußfolgerung ist unter Anderem zu lesen in dem Gutachten der Gelehrten, welches der oben genannten Erklärung Benedict's XIV. voraufging und welches der Papst zu dem seinigen gemacht hat. Die innern bestimmenden Gründe finden sich in zahlreichen nioral-theologischen und kirchenrechtlichen Schriften; sie sind kurz in dein allgemein anerkannten Princip enthalten : Wenn bei einem untheilbaren Contracte dem einen Theile eine rechtliche Vergünstigung zukommt, so wird diese auch auf den andern Theil übertragen. Wir begnügen uns, statt aller anderen Autoren die Worte Benedict's XIV. selbst in seinem Werke de synodo dioecesana (I. 6 cap. 6 n.) anzuführen, wo derselbe mit Rücksicht auf die von ihm als Papst erlassene Erklärung über die Ehen in Holland sagt: „Nach Feststellung des Fragepunktes wurde in der Berathung
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Oswin Connor.
Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.
(Fortsetzung.)
Als Oswin das Thal erreichte, lagerte Finsterniß weit und breit, kein Stern war zu sehen, große Wolkenmassen bedeckten den Himmel und hingen schwer auf den Berggipfeln. Es regnete nicht, aber der Wind trieb zuweilen den Nebel hinab, welcher zeigte, daß die Luft mit Feuchtigkeit beladen. Die Regengüsse der letzten Tage hatten die Erde erweicht und schlammig gemacht. Es war ein trauriger Abend, aber noch trauriger war das Herz des Unglücklichen, welcher mit der Mordabsicht langsam nach der Geineindewiese ging. Beim Hinuntersteigen an der Seite des See's betrachtete er das kleine Dorf, wo noch einige Lichter blinkten, die schimmernden Sterne in einer schlichten Heimath. Was würde er nicht gegeben haben, um dort der geringste Bauer, der ärinste, sich mühselig durch das Leben schleppende Taglöhner zu sein! Er wendete sich schnell hinweg, preßte seine Hand fest auf das schlagende Herz und ging eilig weiter. „Es wird bald vorüber sein," sagte Oswin und wollte nach der frommen
mit Einmüthigkeit entschieden, daß ebenso, wie die von zwei Protestanten ohne Gegenwart des Pfarrers eingegangenen Ehen für giltig erklärt seien, auch diejenigen für gil- tig erachtet werden müßten, welche zwischen einem katholischen und einem protestantischen Ehetheil in derselben Weise an gleichem Orte geschlossen würden: denn wenn der eine Ehetheil wegen seines Wohnsitzes und wegen der (religiösen) Gesellschaft, der er angehört, von dem Trienter Gesetze ausgenommen ist, so wird diese Ausnahme, welche zu seinen Gunsten da ist, dem andern Ehe- theile mitgetheilt, und zwar auf Grund der Untheilbackit des Vertrages, gemäß welcher die Ausnahmevergünstigung, die dem einen Contrahenten zukommt, auch nach bürgerlichen Gesetzen, auf den andern Contrahenten ausgedehnt und übertragen wird."
Wenn wir daher unsere Meinung sagen sollen über die Mischehen, welche den mehrwöchentlichen Zeitungsstreit hervorgerufen haben, die Mischehen in der sog. Delegatur, die der Breslauer Diöcese zugewiesen ist, so glauben wir, daß, trotz der in den sieben- ziger Jahren erfolgten Verkündigung der Tridentinischen Vorschrift, nicht nur die rein protestantischen, sondern auch die gemischten Ehen ohne Gegenwart des katholischen Pfarrers wahre und giltige Ehen im vollen Sinne des katholischen Begriffes werden und bleiben. Wenn daher der römische Stuhl die Ermächtigung gab, die Clementinische Vergünstigung auf den Delegaturbezirk auszudehnen, so dürften wir wohl nicht fehlgreifen, wenn wir für diese Gegenden den Sinn der Clementinischen Vergünstigung Gewohnheit seiner Landsleute hinzufügen: „Gott sei Dank dafür!" Aber die Worte blieben ihm im Halse stecken, und der fürchterliche Gedanke blitzte auf: „Soll ich „Gott sei Dank" sagen, wenn ich im Begriff bin, das Bluteines Seiner Geschöpfe zu vergießen."
Er setzte sich auf einen Felsblock neben dem See; an dieser Stelle führte der Weg dicht am Ufer vorüber und Niemand konnte seinen Blicken entgehen. Er hatte oftmals Knabe auf diesem Steine sitzend gefischt, oder zur Mittagszeit seine Kartoffeln gegessen und sagte jetzt zu sich selbst: „Der Sitz ist ein alter Freund, ich will meine letzte Nacht auf ihm zubringen." Denn er hielt sein Leben für abgeschloffen; nach vollbrachtem Morde wollte er nicht fliehen, sondern sich selbst angeben. Das Leben hatte keinen Werth für ihn. Der Hohn der Verschworenen hatte ihn in das Netz gelockt, aber die That war nicht seines Herzens Wunsch.
Im Laufe der Nacht verschwanden die Wolken; der Wind erhob sich zum Sturm und trieb sie schnell durch die Luft; die Wellen des See's schlugen heftig an das niedrige Ufer, während der Sturm durch die Bergschluchten heulte und über die öde weite Wiese rauschte. Die blaffe Scheibe des Neumondes wurde zuweilen zwischen den
genau nach der „Erklärung Benedict's" verständen, als dessen Ausdehnung sie sich einführt, nämlich als eine authentische Erklärung deffen, was schon rechtsgiltig war, nicht als eine Nechtsvergünstigung, die bisher noch nicht vorgelegen. Will aber Jemand sie absolut als eine neue Rechtsvergünstigung ansehen, so mag er sie als ein sog. diepensatio ad cautelam betrachten, die nur zur größern Beruhigung, nicht aus eigentlicher Nothwendigkeit ertheilt zu werden pflegt.
Später, um die Zeit der Kölner Wirren unter dem Erzbischöfe Grafen v. Spiegel, wo der Streit zwischen Kirche und Staat sich formell auf die gemischten Ehen zuspitzte, hat der römische Stuhl sowohl für die Diöcesen der von Preußen neu erworbenen Landestheile Rheinland und Westfalen wie für andere Länder in der ertheilten Dispens einfach blos die Mischehen genannt. Diese Dispens wurde eben dem hl. Stuhle fast mit Gewalt abgezwungen, wie Pius VIII. in seinem denkwürdigen Schreiben, das der Dispensertheilung vom 25. März 1830 beigefügt wurde, ausdrücklich erklärt; unter solchen Umständen aber pflegt mmi dem Dränger nicht noch etwas Ueberschüssiges nachzuwerfen.
Wir dürfen also wohl sagen, die Kirche sei in Behandlung der Protestanten, wo ihre Ehen und die gemischten Ehen in Frage kamen, bis zu einem Grade der Milde und Rücksicht vorgegangen, der etwas Anderes als den Zorn und die Verunglimpfungen von Seiten der Andersgläubigen verdient hätte. Vollständig grundlos erscheint die
ziehenden Wolken sichtbar; zu schwach die Erde zu beleuchten, ließ er nur die schwebenden Wolkenmaffen erkennen.
„Hier will ich es thun," sagte Oswin, als er am dunklen Felsenufer stand, „hier, an dieser Stelle."
Er saß einige Minuten lang aufmerksam horchend; der Sturm überläubte jedes andere Geräusch, doch glaubte er immer das Rollen der Räder und den schnellen Trab eines Pferdes zu hören. Die bewegungslose Stellung, die Nachtkälte und noch niehr die Schwäche, welche die Entbehrung und der Hunger vieler Tage her- beigesührt, erstarrten seine Glieder und machten ihn fast zur geringsten Anstrengung unfähig. Deshalb verließ er den Felsen und ging den Weg entlang; zuerst dachte er nur daran, sich durch die Bewegung zu beleb, n, aber halb unbewußt entfernte er sich fast eine Viertelstunde von der Fischerhütte, vo c welcher der Pferdewechsel vorgenommen werden sollte.
Gerade im Begriff umzukehren, bemerkte er in geringer Entfernung vor sich die Mauern einer halbzerfallenen Hütte, welche früher dem alten Hufschmied gehört hatte. Das Dach wartheilweise eingestürzt, Thüren und Fenster fehlten, nur ein halber Fensterladen war übrig geblieben und wurde vom