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Sonnabend, den 2. December 1882.

Fuldaer SU Jeitung.

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M der Expwitton, Buttsrmarlt Nr. 112, auswärts bei den Postämtern. Der vierteljährliche AbonnementSpreis beträgt ausschließlich Bringerlohn in Fulda 1 Mark 5$ ?° ^8- mÜ Bringerlohn 1 M. 70 Pfg., auswärts bei den Postämtern: bei der Post avgeholt 1 Wart und 60 Pfg.. ins Haus gebracht I M. SO Pfg. »st den .Jllustnrten Sonntagsblättern' kostet dieFuld.Ztg vierteljährlich in Fulda M. 1.90; -uSwSrtS am Postschalter M.1.75; tn’8 Haus gebracht M. 2dl.

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Die katholische Kirche und die «katholische Ehe.

(Fortsetzung.)

So hoch hält die Kirche den christlichen Namen und den christlichen Charakter, daß sie ihn, wo es geht, vor einer so intimen Berührung mit dem Unglauben bewahren will: mir möchten das eher eine Vergünsti­gung nennen, welche die Kirche gewährt, als eine Last, die sie aufgelegt hat. Und so hoch hält sie auch den Tauscharakter bei den Protestanten, daß sie deren Ehen mit Juden oder Heiden ebenfals für ungiltig ansieht, wie Benedict XIV. es in dem angezogenen Schreiben förmlich erklärt. Ja, sie macht bezüglich all' der Vorrechte, welche der christ­lichen Ehe zuerkannt sind, keinen Unterschied zwischen Katholiken und Akatholiken.

Die Unauflöslichkeit der Ehe erleidet ge- mäß der heiligen Schrift (1 Cor. 7, 15) zu Gunsten des Glaubens eine Ausnahme. Wenn von zwei ungläubigen Eheleuten der eine Theil sich durch Annahme der Taufe zum Christenthum bekehrt, der andere aber nicht mehr friedlich ohne Gefährdung des christ­lichen Glaubens mit ihm zusammenwohnen will, so steht es dem neuen Christen frei, den Ungläubigen ziehen zu lassen und durch Eingehung einer neuen Ehe das erste Ehe­band zu trennen. Diese Gunst verneint die Kirche auch nicht bei den Akatholiken. Ob­wohl eine förmliche kirchliche Entscheidung nach dieser Richtung nicht vorliegt, so stimmt doch wohl die Mehrzahl der angesehensten Theologen der Vorzeit und der Neuzeit durch­aus für diese Auffassung des genannten Pri­vilegiums.

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Oswin Connor. ,

Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frcj übersetzt von Alice Salzbrunn.

(Fortsetzung.)

„Hier, Freund, trinkt," sagte ein Mann neben ihm, erschrocken über sein bleiches, abgezehrtes Aussehen.

Fast mechanisch ergriff Oswin die Brannt­weinflasche und trank in gierigen Zügen.

„Fühlt Ihr Euch jetzt besser?" fragte Heffernan höhnisch.

„Ja, viel besser," antwortete Oswin ruhig, weil er diesen Spott nicht verstand.

„Setzt Euch hierher, Freund," sagte Mac- Guire.

„Was soll ich thun, Burschen?" fragte Oswin.

„Ihr fallt Karten spielen," antwortete ein alter Bauer, und ein Gelächter der Uebrigen folgte diesen Worten.

„Gern," erwiederte Oswin, „aber ich habe keinen Heller zum Einsatz."

„Es ist der niedrigste Einsatz, um den Ihr je gespielt," sagte Heffernan.

„Nun sagt mir, was es ist! rief Oswin.

„Das niedrigste Ding — das Leben des Bösewichtes, welcher Euch aus Eurer Farm trieb, des Verwalters Lucas."

So viel haben wir also schon erkannt, daß die Vergünstigung, welche die Kirche für die christlichen Ehen ertheilt, oder als Auslege­rin göttlichen Rechtes festgestellt hat, durch sie den andersgläubigen Christen nicht vor­enthalten oder entzogen wurde. Allein mehr noch hat sie direct zu deren Gunsten gethan.

Bekannt ist, wie viele Mühen und Be- rathungen und Widersprüche es kostete, bis das Tridentinische Gesetz der Verungiltigung der geheimen Ehen und der Nothwendigkeit des Eheabschlusses vor dem Pfarrer und zwei Zeugen, wie es heutzutage vorliegt, zu Stande kain. Diese mühevollen Berathungen und jene die Rechtskräftigkeit erschwerende Clausel, nach welcher das neue Gesetz in jeder einzelnen Pfarrei verkündigt werden müßte, waren großentheils das Resultat der vorsorglichen Rücksicht und Gunst, welche man den Ehen der Andersgläubigen zuwandte. Gerade als die Wogen der kirchlichen Revo­lution am höchsten aufschäumten, als noch beständig Gemeinde um Gemeinde, Land um Land von der bisher anerkannten kirchlichen Auctorität sich losriß, konnte es Keinem bei­fallen, für diese, welche sich selber lossagten, ein förmliches Privileg aufzusiellen — das wäre höchstens für eine spätere Zeit thunlich gewesen, wo die längere Dauer bei gutem Glauben den Charakter des Abfalles verwischt hätte —; allein die Kirche wollte trotzdem auch jetzt schon sich günstig und milde erweisen, wenn es auch nur auf Um­wegen möglich sei. Der General der Gesell­schaft Jesu, Jac. Laynez, hatte, wie Palla- vicini berichtet, auf die folgenschwere Bedeu­tung des in Vorschlag gebrachten Gesetzes

„Soll Lucas getödtet werden?"

„Das ist's und wenn Euch das Spiel nicht gefällt, so geht und macht einem Bur­schen Platz, der mehr Muth hat als Ihr."

„Wer sagt, daß ich je furchtsam war?" rief Oswin jetzt durch den Branntwein er­regt, „wagt es Ludwig Heffernan mir ent­gegen zu treten? Kommt hier ehrlich her­aus und seht, ob Ihr es noch einmal sagen wollt."

„Wenn Ihr für unsere Sache seid, müßt Ihr nicht böses Blut unter uns machen; mancher tapfere Bursche hier möchte seine rechte Hand geben für das Anerbieten, wel­ches Ihr erhieltet."

„Hier, ich bin jetzt bereit," rief Oswin wild, „sagt mir, was ich thun soll und seht, ob ich will oder nicht."

Ein Hurrahruf schallte ans der Menge, alle Umstehenden streckten die Hände aus, um Oswin's Rechte zu schütteln und sein Lob ertönte von allen Seiten.

Unterdessen hatten MacGuire und Hef- fernan einige Leute aus der kleinen Gruft entfernt und frisches Holz auf das Feuer gelegt; sie setzten sich neben die Flammen und riefen Oswin. Er that noch einen Zug aus einer der ihn» ringsum angebotenen Flaschen und beeilte sich dem Rufe Folge zu leisten.

aufmerksam gemacht, und das gerade m Rücksicht auf die von der Kirche abgefallenen protestantischen Länder, für welche die Hoff­nung auf Wiedervereinigung und Annahme des Concils verschwunden schien. Dies be­wog die Väter des Concils, die Rechtskräf­tigkeit des Gesetzes von einer Bedingung ab­hängig zu machen, welche bei Protestanten voraussichtlich nicht in Erfüllung ginge, näm­lich von der Verkündigung des Gesetzes in jeder einzelnen Pfarrei. Damit waren schon damals die protestantischen Länder vom Ge­setze eximirt; daß anderswo vereinzelt Pro­testanten davon betroffen werden konnten, war zufällig.

In demselben Sinne der Schonung ging man um so mehr in der Folgezeit voran. Wo Protestanten die Spaltung von der ka­tholischen Kirche vollendet und im friedlichen oder garantirten Besitz eigener Pfarreien ihre eigenen Gemeinden gebildet hatten, da wur­den, selbst wenn das Trienter Gesetz zur Verkündigung kam, nur die Katholiken ge­bunden. Besonders lehrreich ist in dieser Beziehung die Erklärung Benedict's XIV. vom 4. November 1741 über die protestan­tischen und die gemischten Ehen in den Ver­einigten Staaten von Holland und Belgien. Der Papst erklärt beide für giltig: nur die rein katholischen hingen in ihrer Giltigkeit von der Beobachtung der Trienter Form ab. Und in dem vorhin schon erwähnten Schrei­ben vom 9. Februar 1749 hebt der selbe Papst betonend hervor: „Aus unzweifelhaften Grün­den und Vermuthungen erhellte es, daß, als die Kirchenversammlung von Trient dieses neue trennende Ehehinderniß aufstellte, die-

„Bleibt zurück und sprecht kein Wort!" rief der Anführer der Menge zu, welche sich herandrängte und murmelnd ihr tiefes Interesse bewies.

Die drei Spieler saßen zusammen, Hef­fernan flüsterte einige Worte, welchen die andern zustimmten.

„Auf den Erfolg des Unternehmens!" rief Heffernan, füllte ein Glas mit Korn- branntmein und trank es aus; dann reichte er den beiden anderen die Flasche und sie folgten seinem Beispiele.

„Wollt Ihr die Karten austheilen, Os­win?" fragte MacGuire, „Ihr seid ein neuer Ankömmling, wir lassen Euch die Wahl."

„Nein, ich danke Euch, Burschen," sagte Oswin, „einer von Euch mag es thun und ich bin des ehrlichen Spieles gewiß."

Darauf nahm Heffernan das Spiel und legte langsam fünf Karten vor jeden Spie­ler, er hielt ein, ehe er den Trumpf um­drehte, und sagte leise: „Wenn ein Mann verzagt ist, so mag er es jetzt sagen —"

„Wendet die Karte um und ärgert uns nicht," rief MacGuire, „man sollte denken, wir haben früher noch nie gespielt."

„Immer lustig!" rief Oswin, in wel­chem der Branntwein die Leidenschaft für das Spiel geweckt hatte.