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Freitag, deu 1. December 1882.

Jalung

Fnldiicr

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% Die katholische Kirche und die akatholische Ehe.

(Fortsetzung.)

Aber sie hält dieselben in der Regel für unerlaubt. Ja, sagen wir's noch schärfer, sie hält sie für verderblich und unheilvoll. Und das soll nicht gehässig sein gegen die Protestanten? Wir sagen dennoch: nein. Wir geben gerne zu, es ist eine Verur- theilung des Protestantismus, d. h. seiner Lehren, und eine Läugnung seiner Gleich­berechtigung ; es liegt darin eine scharfe Spitze gegen diejenigen, welche wissentlich der geoffenbarten Wahrheit den Rücken kehren — gegen redlich gesinnte Protestanten keines­wegs. Diese verurtheilen mit uns gemischt confessionelle oder confessionslose Schulen, weil dieselben thatsächlich religionslose und gottlose Schulen werden. Wem aber Reli­gion für sich und seine Kinder noch Be- dürfniß des Geistes, Bedürfniß des ganzen denkenden und wollenden Menschen ist, der kann einer Veranstaltung das Wort nicht reden, welche naturgemäß die Religion im Herzen erstickt. Nun, sehen wir bei den Mischehen von den Folgen für die Eltern selber ab, wenn für die Kinder die Erziehung in einer confessionslosen Schule verderblich ist, wie weit mehr wird die Erziehung Scha­den leiden, wenn in der Familie selbst die Religion gar nicht oder nur in indifferenter Weise zur Sprache kommt. Es sollte dort der Keim der Religion, insbesondere warme Liebe zu ihr ins Herz des Kindes gepflanzt, und dieser Keim sorgsam geschützt, gepflegt, entwickelt werden. Wie kann das aber für's Gewöhnliche gedeihlich geschehen, wenn das

—

Oswin Connor.

Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.

(Fortsetzung.)

Die Gesellschaft stand auf und schob den Kartoffeltopf in eine Ecke, um Platz zu machen; sie bereiteten die kleine Zelle zum Empfang einiger Genossen vor.

„So sind wir fertig," sagte ein Farmer, welcher der Anführer an diesem Abend war, „es wird nicht lange dauern. Larry, habt Ihr die Karten?"

„Hier, mein Freund," antwortete ein ab­gelebter kleiner Mann und zog aus seiner Tasche ein Spiel Karten, welche vor Schmutz schwierig zu entziffern waren.

„Wo ist Samuel MacGuire?" rief der Anführer mit lauter, im ganzen Kirchhof vernehmbarer Stimme; der Name wurde von Mund zu Mund wiederholt, bis die Antwort kam: „Hier bin ich! Was soll ich?"

„Kommt, Samuel, Ihr seid immer zuerst da, wenn man Eurer bedarf."

„Das hoffe ich," sagte Samuel, als er mit einer Röthe des befriedigten Stolzes auf seiner kühnen Wange näher kam. Er war ein junger, athletischer Bauer mit vlännlich schönem, freimüthigem Gesicht.

Kind bei seinen Eltern, an denen Beiden es mit Liebe hangen muß, solche Gegensätze erblickt, die bis ins Heiligste hineingreifen? Da muß es jeder vernünftig Denkende be­greiflich finden, daß die Kirche die Misch­ehen an sich verwirft, und daß sie, falls wichtige Gründe die Eingehung einer solchen Ehe räthlich machen, unverbrüchlich festhält an der Forderung der unbehinderten Reli­gionsübung des katholischen Ehetheils und der Erziehung aller Kinder in der katholischen Religion. Da jeder Katholik seine Kirche für die einzig wahre hält, so läge in der Preisgebung dieser Bedingungen ein Ver- rath an seiner Religion, ein Seelenmord an seinen Kindern; und wollte die Kirche zu­stimmen, so wäre das ein Verbrechen, wel­ches dem geistigen Selbstmord gleichkäme. Der Protestant und der Protestantismus ist in dieser Beziehung auf leeren Principien basirt. Er tritt nicht ein für seine eigene ausschließliche Rechtmäßigkeit in Sachen der Religion — welche Consequenz oder Inkon­sequenz sich daran heftet, ist hier nicht zu untersuchen, — der Protestantismus in einer- beträchtlichen Anzahl seiner heutigen Ver­treter räumt dem Katholicismus eine wenig­stens relative Gleichberechtigung ein: daher kann er, ohne seinen Principien und reli­giösen Ueberzeugungen untreu zu werden, jene Bedingungen vollführen, die der Katho­lik fordern muß, die jedoch dieser in um­gekehrtem Sinne dem protestantischen Theile nie lassen darf. Wenn an diesen Forder­ungen des Katholiken und der katholischen Kirche die Mischehen scheitern, nun, so ist's eben kein Schaden; meistens ist es trotz

„Ludwig Heffernan! Wo ist Ludwig?" rief der Anführer.

„Hier bin ich neben Euch," antwortete ein dunkeläugiger, bejahrter Mann mit auf­geschlagenem Rockkragen, „Ihr braucht nicht so laut zu schreien — es mögen mehr Böse als Gute unter uns sein."

„Es ist kein Verräther unter uns, wenn Ihr das meintet," sagte der Anführer schnell.

„Gavan Daly! Rust Gavan Daly, hört Ihr, da draußen?"

„Er ist nicht hier — Gavan ist nicht hier," murmelte man draußen in grollen­dem Ton.

„Nicht hier!" sagte der Anführer und zerknitterte einen Zettel, von welchem er die Namen abgelesen, „wo ist er denn? Weiß Jemand wo Gavan Daly ist?"

Keine Antwort.

„Weiß es Jemand? Ist er krank? Oder ist einer seiner Angehörigen erkrankt, daß er heute Abend nicht hier ist, obgleich er es geschworen hat?"

„Ich sah ihn in einem neuen Rock früh Morgens in Oughterarde; er sagte, er wolle seinen Vetter hinter Oranmoore besuchen," antwortete ein junger Bursche außerhalb der Gruft und wurde von den Umstehen­den sogleich mit Fragen bestürmt. Die Er­zählung des Jünglings schien keineswegs be-

aller Versprechen doch nur Halbheit in der Religion; das mag einem Ungläubigen recht sein, einem gläubigen und eifrigen Christen nicht.

So viel über das Principielle der Ehe­sachen vom kirchlichen Standpunkte aus. Wenden wir uns jetzt zur praktischen Seite der Frage, zur Handhabung der Ehesachen von Seiten der Kirche. Wenn in den Prin­cipien für vernünftig Denkende etwas Ge­hässiges und Verletzendes nicht zu finden ist, dann noch weit weniger in der prak­tischen Handhabung der Principien.

II.

Die Kirche kann die nothwendigen Fol­gerungen, die sich aus dem Rechtsbewußt­sein ihrer von Gott verliehenen und aus­schließlichen Autorität ergeben, nicht verläug- nen, so wenig wie sie läugnen kann, daß die Taufe, von jedem Beliebigen gespendet, zum Mitgliede der wahren Kirche Christi macht. Was allein in ihrer Gewalt liegt, ist, in der Ausübung ihrer Machtbefugniffe Rücksicht auf Zeit und Ort zu nehmen und je nach Umständen mögliche Milderungen eintreten zu lassen. Indessen ist es im höch­sten Grade selbstverständlich, daß sie der­gleichen Milderungen niemals Einem gerade­zu aufzudrängen hat, zumal nicht demjenigen, welcher eben darin eine Anmaßung und Ueberhebung erblicken wollte. Dennoch läßt die Kirche sich selbst durch solch' eine ge­steigerte Undankbarkeit nicht abhalten, nach weisem Ermessen und in Erstrebung allge­meinen Wohles ihre Vergünstigungen zu ertheilen, unbekümmert um Lob und Tadel: sie wandelt eben in den Fußstapfen ihres ruhigend zu sein, und die Nachricht, daß Gavan Daly einen neuen Rock trug, er­schreckte diejenigen, welche wußten, wie voll­ständig sie in der Gewalt eines Verräthers waren.

„Er ist heute im schwarzen Buch ange­schrieben," sagte der Anführer, „hört Alle und bedenkt meine Worte: wenn wir ent­deckt, besiegt und gefangen werden sollten, so werden doch manche von uns entkommen, aber sollte auch nur einer übrig bleiben, so würde er ein feiger Bösewicht sein, im Fall er nicht Rache nähme an Gavan Daly."

Ein Murmeln der Entrüstung über den vermuthlichen Verrath des Abwesenden ging durch die Menge; ein vom Branntwein er­hitzter junger Mann rief aus: Wollt Ihr hier die Nacht zubringen und über den Burschen klagen, der uns schändlich verließ? Meldet sich kein anderer anstatt des Ver­räthers?"

„Ich! Ich will! Ich bin bereit!" riefen zwanzig zu gleicher Zeit.

„Wen wollt Ihr mit Euch haben? Trefft selbst die Wahl!" sagte der Anführer zu MacGuire und Heffernan, welche eifrig mit einander flüsterten.

„Hier steht der Bursche, den ich aus fünshundert wählen möchte, wenn er noch