Jl£. 276. Donnerstag, den 30. November 1882.
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* Die katholische Kirche und die «katholische Ehe.
(Fortsetzung.)
Also die Principien der Kirche über die christliche Ehe im Allgemeinen sind höchst harmloser Natur; sie werden nur verhäng- nißvoll für Denjenigen, welcher der anerkannten Wahrheit widerstrebt und grundsätzlich der von Christus gewollten und bestellten Auctorität mit feindlicher oder gleichgiltiger Gesinnung entgegentritt. Ein Solcher wird aber auch auf unsere Hochachtung keinen Anspruch erheben. Weit anders stehen in unseren Augen Diejenigen da, welche im Glauben an Christus redlich der Wahrheit nachstreben, und wenn wir sie auch für Irrende halten müssen in der vitalsten Angelegenheit des menschlichen Lebens, so nöthigt uns doch ihr guter Wille eine Hochschätzung ab, welche durch die von ihrer Seite ausgehende ehrliche Befehdung der katholischen Lehren und Einrichtungen mehr gehoben wird, als durch einen blasirten Jndifferentismus, dem jede Religion, weil gleich gut, im Grunde eben gleich schlecht ist. Ein Saulus, auch auf dem Wege nach Damaskus, ist ehrenwerther, als ein Religionsspötter mit dem Friedenslächeln auf den Sippen-
Wenden wir uns nun von der Ehefrage im Allgemeinen zu den Mischehen im Beson- dern, läßt sich da etwas Verletzendes, etwas Vernunftwidriges in den Principien der Kirche entdecken? Wir verstehen hier unter Mischehen, wie es meistens geschieht, eine Ehe unter Christen, d. h. Getauften, von denen der eine Theil katholisch, der andere akatho- pfd) ist, oder kurz christliche Ehen gemischter
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Oswin Connor.
Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.
(Fortsetzung.)
So saß Oswin gefangen und sann auf eine Möglichkeit zur Flucht, da hörte er die Schritte eiliger Ankömmlinge und gedämpfte Stimmen. Mehrere Männer hatten den Kirchhof betreten und näherten sich dem Grabgewölbe.
„Was ist das? Miles hat einen Gefangenen," sagte einer beim Eintritt.
„Meiner Treu, ich bin gefangen, Michel," antwortete Oswin, welcher einen alten Freund und Schulgenoffen erkannte. Die Uebrigen kamen bei diesen Worten eilig herein und Oswin befand sich in der Mitte vertrauter Freunde. Zwei waren seine Vettern. Die Erklärung seiner Gefangennahme war schnell gegeben, und Alle lachten herzlich über seine sinnreiche Anstrengung, dem Schmied zu schmeicheln.
„Im Fall der Branntwein wirkte, lieber Oswin hättest du leichtes Spiel gehabt, aber er kann zwei Quart trinken, ehe er seine Kraft verliert.
Sie erzählten ihm fteimüthig ihre Aben-
Confession, zuin Unterschied von solchen, bei denen der eine Ehetheil christlich oder getauft, der andere nicht getauft, unchristlich ist. Die principielle Auffassung der Kirche über die so verstandenen Mischehen ist in dem einen Satze enthalten: Die Verschiedenheit christlicher Confessionen macht die Ehe nicht un- giltig, wohl aber in der Regel unerlaubt. Wir sagen erstens, die Verschiedenheit der christlichen Confessionen macht die Ehe nicht ungiltig; dennoch kann bei solchen Ehen unter Umständen ein anderer Grund vorliegen, aus dem sie etwa ungiltig werden. Wir sagen zweitens, solche Ehen seien in der Regel unerlaubt; denn in Ausnahmefällen können sie durchaus gerechtfertigt und erlaubt sein.
Die erste Behauptung enthält sicher nichts Verletzendes, da ja die Kirche nicht den leisesten Unterschied macht zwischen solchen Ehen und den Ehen der Katholiken, sondern ihnen an sich die gleiche innere Heiligkeit und die gleichen göttlich garantirten Vorrechte einräumt. Daß sie aber gerade diese vor ihr Forum zieht, ist erst recht begreiflich. Wollten wir auch nicht auf den oben besprochenen Charakter der christlichen sacramentalen Ehe zurückgreifen, io läge doch hier der. eigen- thümliche Grund vor, daß ein Theil der Eheschließenden ganz unbestritten der Auctorität der katholischen Kirche untersteht und somit das untheilbare Ehebündniß von ihrer Gewalt abhängig wird. Findet ja doch Keiner etwas Ungereimtes darin, wenn die Kirche ihre gesetzgebende Gewalt in der Art auf die Mischehen zwischen Christen und Juden ausübt, daß sie dieselben für ungiltig erklärt. Denn wenn auch die Juden nicht Unterthanen teuer; sie waren diesmal erfolglos ausgezogen, um Waffen zu rauben; ihre einzige Heldenthat bestand iin Anzünden einer Hütte, aus welcher Mr. Lucas die elenden Insassen vertrieben hatte, und in welche morgen ein Pächter, der seine Theilnahme an ihrer Verbindung verweigert, einziehen sollte. Oswin hörte sehr befriedigt, daß sie seinen Abscheu vor dem Schmied völlig theilten. Sie entschuldigten sich wegen der Genossenschaft: „Was sollen wir mit dem Kerl machen? Du möchtest ihn doch auch nicht gefangen nehmen kaffen?" Daher mußten sie den Verbrecher zu schützen suchen, wodurch ihre Gefahr verzehnfacht wurde. Die plündernden Heldenthaten, von denen sie erzählten, hatten für Oswin ein seltsames Interesse ; die Gefahren allein reizten ihn, und da in ihre Berichte die Gefühle eines vorgeblichen Patriotismus und die edlen Bestrebungen für das Volkswohl verwoben waren, fühlte er sich sehr angezogen.
Denn so seltsam es scheinen mag, es war die Liebe zur Heimath und ein irriges Gefühl der nationalen Ehre, aus welchen viele dieser gesetzwidrigen Handlungen hervorgingen. Die Bauern hegten unklare Begriffe von confiscirten Feldern, welche den rechtmäßigen Besitzern wiedergegeben werden sollten, von der Zurückforderung früherer
der Kirche sind, so ist es doch der Katholik welcher es wagen wollte, eine Mischehe einzugehen ; diesen kann die Kirche zum giftigen Eheabschluß unfähig machen: ist aber einer der beiden contrahirenden Theile unfähig, dann ist nach allen Regeln des Rechts der betreffende Act null und nichtig. Es kann also gar nichts Anfechtbares darin gefunden werden, wenn die katholische Kirche sich die Berechtigung beilegt, an den Ehen gemischter Confessionen ihre Gerichtsbarkeit auszuüben. (Fortsetzung folgt.)
Deutsches Reich.
* Berlin, 28. Rov. Abgeordnetenhaus. 9. Sitzung. Abgeord. Bachem (Centr.) weist auf die großen Ueberschwem- mungen von Rhein, Mose! und Main hin, die große Verheerungen verursachen. Minister Puttkam er: Die Calamität sei überaus groß, die Gefahren wachsen von Stunde zu Stunde; er habe soeben ein Telegramm vom Regierungs-Präsidenten Berlepsch aus Coblenz erhalten, wonach Rhein und Mosel in diesem Jahrhundert niemals einen so hohen Stand gehabt hätten als jetzt. Neuwied stehe unter Wasser. Sollten die Gefahren noch wachsen, so würde er sich selbst an Ort und Stelle begeben, um Hilfe eintreten zu lassen. Minister Puttkamer verliest folgendes Telegramm der Kaiserin an den Kaiser aus Coblenz, der dasselbe ihm in's Abgeordnetenhaus gesandt hat:
„Der Rhein ist seit gestern Abend noch über 2 Fuß gestiegen und von oben wird gemeldet, daß in der Maingegend ein Wolkenbruch stattgefunden. Das Wasser steht in der Trinkhalle, im Schloßgarten dringt es jetzt von allen Seiten ein. Die Schiff-
Vorrechte, von der Wiederherstellung der Macht und Pracht ihrer Kirche, welche seit langer Zeit beraubt und unterdrückt worden war. Die Anführer dieses Bundes waren wohlhabende nnd geachtete Farmer! Gekränkte und Beschädigte hatten sich ihnen rasch angeschloffen, und viele arme Hüttenbewohner schwammen mit dem Strome, weil sie nicht als Feiglinge Zurückbleiben, sondern der Gefahr trotzen wollten. Oswin war ein Mann, welchen die Verbündeten am meisten als Teilnehmer wünschten. Man schätzte seinen persönlichen Muth und kannte ihn als siegreich in seinen Thaten und unerschrocken in Schwierigkeiten; sein Charakter vereinte kalte Entschlossenheit und ungestüme Kraft, deshalb erschien er der geeignetste Anführer, und mancher Plan war ausgedacht worden, um ihn in den Bund zu ziehen, als die Veränderung seiner Sage die Erfüllung dieser Absichten beschleunigte. Er führte jetzt ein elendes, entbehrungsvolles Leben; seine Freunde übertrieben die Gefahr seiner Lage, indem sie ihn versicherten, daß große Anstrengungen zu seiner Gefangennahme gemacht, Belohnungen ausgesetzt und Spione hier und da angestellt seien; während sie mit ihm übereinstimmten, daß er nichts Böses verübt habe, behaupteten sie, bei einer Verhandlung würden falsche Zeugen und