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-i- Nordische Missionen.
Wie unbekannt die nordischen Zustände in kirchlicher Hinsicht noch vielfach sind, zeigt eine Notiz im Eichstädter Schematismus 1882 ' Seite 7: „Mit diesem Bischum (nämlich Osnabrück) ist die nordische Mission verbunden, welche in Mecklenburg, Holstein, Lauenburg, Schleswig, Hamburg, Lübeck, Bremen, den dänischen, schwedischen und norwegischen Ländern 14 Missionsstellen, 23 Priester und 15,000 Katholiken zählt. In Wirklichkeit umfassen die nordischen Missionen nach den neuesten Feststellungen 29,966, in runder Zahl 30,000 Katholiken, 31 Seelsorgssta- tionen mit 37 Priestern, 53 Schulen mit 2394 Schulkindern.
Die meisten dieser Missionsstationen und Schulen sind erst im Laufe dieses Jahrhunderts in's Leben gerufen. Gewiß eine erfreuliche Thatsache. Aber es gilt nun, diese Stationen noch vollständig zu befestigen, die Schulden zu tilgen und die Gehälter zu dotiren. Kirchen müssen fast, überall noch gebaut werden. Das wird noch viele Millionen Mark erforbern. allein es muß geschehen. Diese Hilfe muß aus den rein ka- tholifchen Gegenden Deutschlands kommen, da ja auch aus ihnen die Mitglieder jener Diaspora-Gemeinden stammen. Ein besonderes Augenmerk ist aufHamburg-Altona zu lenken. Da gibt es ein großes Arbeitsfeld, aber der Arbeiter sind noch wenige. Sind die bereits bestehenden Missionsanstalten materiell fest gegründet, dann heißt es eine Anzahl neuer Stellen errichten, kurz, das katholische Deutschland wird in den nordischen
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Oswin Connor.
Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.
(Fortsetzung.)
In Galway angekommen, fanden sie eine Menge ihrer Freunde und Nachbarn auf dem Marktplatz vor dein Bureau des Verwalters versammelt; einige verweilten mürrisch und niedergeschlagen vor der Thüre, obgleich sie augenscheinlich ihre Geschäfte beendet hatten; andere warteten besorgt und beunruhigt, bis an sie die Reihe zum Eintritt kamen. Sie waren Alle in kleinen Gruppen versammelt und redeten in irischer Sprache eifrig mit einander; jeder, der aus dem Bureau trat, wurde schnell von seinen Freunden umgeben und gefragt, wie es ihm gegangen sei. Wenige waren zufrieden, keiner fah glücklich aus. Einige, denen nur ein paar Schillinge fehlten, waren zurückgeschickt worden; sie hielten das Pachtgeld noch in ihrer Hand und zählten es wiederholt, als hofften sie es vermehrt zu sehen. Pünktliche Zahler hatten die Erneuerung ihrer Verträge zum bisherigen Pachtpreis nachgesucht und keine Gewährung ihrer Bitte gefunden. Arme Bauern erhielten scharfe
Miffionen noch lange Zeit ein bedürftiges Pflegekind haben.
Ueberall auf allen nordischen Missionsstationen müssen die Katholiken auf Staats- und Stadtzuschüffe verzichten. Obgleich überall dem Buchstaben des Gesetzes gemäß Parität existirt, so werden die Katholiken nicht bloß ignorirt, sondern mit ihren berechtigten Forderungen überall zurückgewiesen. Man vergleiche einmal die Behandlung der Protestanten Münchens, wir nennen auch Fulda, mit der der Katholiken Hamburgs, Bremens, Kiels, Altonas u. s. w. In München z. B. unterhält die Commune alle Stadtschulen, sowohl die der Katholiken wie der Protestanten vollständig gleichmäßig. Ganz anders ist es in den anderen Städten. Was würde gesagt werden, wenn eine katholische Stadt Süddeutschlands die protestantische Minorität wohl gleichmäßig zur Communalsteuer heranzöge und die Protestanten mit leerer Hand abwiese? Und doch geschieht dies umgekehrt mit fast allen katholischen Schulen in den protestantischenStädten Norddeutschlands. Wo ist nun die viel gerühmte Parität zu suchen? Ja noch mehr, wenn man auf Communalkosten die herrlichsten protestantischen Schulanstalten schafft und unterhält, die Katholiken wohl beitragen, aber ihre Schulen dann selbst unterhalten läßt, bann rühmt man sich auch noch, daß die Protestanten weit mehr Intelligenz besitzen und weist mit Verachtung darauf hin, daß die katholischen Schulen auch von ferne sich mit den protestantischen nicht vergleichen können. Man gebe nur einmal den Katholiken die gleichen Mittel und dann wollen wir sehen, ob dieselben nicht an
Vorwürfe über den vernachlässigten Zustand ihrer Wohnungen und Felder nebst der Warnung, daß liederlichen Pächtern gekündigt werde; sie erzählten von ihrer Krankheit und Noth, aber die Entschuldigung wurde kaum beachtet.
„Wir hielten den alten Verwalter für böse, aber dieser übertrifft ihn in allem Nebel," so lautete das allgemeine Zeugniß der Menge.
„Oswin Connor! Oswin Connor!" rief eine Stimme, und Oswin erkannte sogleich den Gerichtsdiener, welcher sein Farmhaus besucht hatte. Oswin drängte sich durch die in der Hausflur stehende Menge und trat in ein kleines Vorzimmer, wo zwei Schreiber an einem Tische saßen.
„Kommt her, hierher," sagte einer von ihnen und zeigte mit der Feder auf den Platz, wohin er sich stellen solle.
„Wie heißt Ihr?"
„Oswin Connor, Herr."
„Wie heißt Euer Pachtgut?"
„Die Felder gehören zu der Gemeinde Ballydorery, und ich wohne auf dem Berge Slievena-vick, Herr."
„Oswin Connor," wiederholte der Schreiber mehrmals, „ah, ich erinnere mich, für Eure Farm wurde seit einigen Jahren keine Pacht gezahlt.,,
„Sie haben Recht, Herr," fügte Oswin,
Schulen und Schulbildung dasselbe leisten, wie alle anderen Confessionen.
Die Protestanten in katholischer Gegend stehen sich auch noch in einer andern Hinsicht besser, als die Katholiken in protestantischer. Denn in einer jeden größeren katholischen Stadt gibt es auch eine liberale Zeitung, welche stets mit sittlicher Entrüstung über die „Ultramontanen" herfällt, sobald sie meint, die Protestanten werden nicht genug protegirt. Und dann wird dieser Schrei der Entrüstung von allen liberalen Sprechern ausgenommen und hallt wieder bis in jede Dorf- schenke des deutschen Vaterlandes. Dagegen besitzen die Katholiken in rein protestantischen Städten kein „ultramontanes" Organ. Ihrer nimmt sich Niemand an, und falls einmal ein größeres auswärtiges katholisches Blatt offenbare Ungerechtigkeiten hervorhebt, wird von anderer Seite die Sache tobt geschwiegen ober biefelbe nur noch mit beleidigenden Ausdrücken abgethan. Man denke nur an den Fall in Tyrol, als die Bischöfe gegen die staatliche Anerkennung von protestantischen Pfarreien, keineswegs gegen die Duldung der Protestanten, protestirten. 28er aber redet von Neustrelitz in Mecklenburg, wo noch heute ein katholischer Geistlicher nicht einmal wohnen darf? Je mehr solche Fälle todtge- schwiegen werden, desto mehr muß von unserer Seite darauf hingewiesen werden. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, um die Sage der Katholiken in den nordischen Missionen ihren eigenen Glaubensbrüdern etwas näher bekannt zu machen.
Sollten die Einwanderungen in das Gebiet der Diaspora sich noch mehren und in „der Gutsherr, Gott habe ihn selig, sagte meinem armen Vater —"
„Gut, das geht mich nicht an; geht hinein, Mr.Lueas wird selbst mit Euch reden. Führt diesen Mann hinein, Luffey."
Der mürrische Gerichtsbote zeigte Oswin den Weg in ein Gartenzimmer, in welchem zwei Herren plaudernd am Kamin standen; sie waren beide jung und von einnehmendem Aeußem und ihre eleganten Erscheinungen entsprachen durchaus nicht dem Begriff, den Oswin von vielbeschäftigten strengen Verwaltern hatte.
„Nun, was will dieser ehrsame Bursche? Hoffentlich keinen Aufschub der Pachtzahlung. Ein Bursche, der einen so guten Rock trägt, wie Ihr, kann nicht in Noth sein," sagte der jüngere der beiden Herren.
„Ihr habt Recht, Ew. Gnaden, ich bin nicht in Noth," antwortete Oswin, „man befahl mir, mit Ew. Gnaden zu sprechen wegen der kleinen Farrn, welche ich auf dem Berge habe und welche Mr. Leslie meinem Vater pachtfrei gab —"
,,£>, Ihr seid der Mann aus dem Landbezirk Maam, nicht wahr?"
„Jawohl, Herr, ich bin Oswin Connor." „Das ist der Berg, von dein ich erzählte Major," sagte Lucas leise, bann wendete er, sich zu Oswin und fuhr fort: „Ich wünschte