Einzelbild herunterladen
 

M 261

Sonntag, dm 12. November 1882.

Jfnlbarr

genägt erschien, nahm der inzwischen zum

„Culturkampses"

Verfassungsurkunde (die bekannten, später unter Falk aufgehobenen Artikel der preuß. Verfassung) hinübergenommen werden. Als Fürst Bismarck, der zu jener Zeit mit den Herren v. Bennigsen, Bamberger und Ge­nossen in Versailles die deutsche Reichsver- sassung beneth, hierauf einzugehen nicht | sond ern als d

des Bischofs willfahren zu können, da jenem Prozecte die Mehrheit des Reichsta-

। , , . - Wie ich höre, sol-

' I *en °em Eisenbahnetat die bis jetzt diä-

D-utsches Reich.

* Berlin, 10. Nov. Heute Morgen 9 Uhr ist der Kaiser, nachdem zuvor die vereinigten Musikcorps von 7 Regimentern eine Morgenmusik dargebracht hatten, mit den Prinzen im besten Wohlsein zur Jagd nach dem Fürstenwalde gefahren.

-nk- Hundert im Centrum! — Beinahe hätten wir während der langen Debatten über die „Majoritätsparteien" und während der protestantischen Pastorenhetze vergessen, daß mit den „Hundert im Cen­trum sich eine alte Prophezeiung des Fürsten Bismarck erfüllt hat. Im Reichstage hat es das Centrum bekannt­lich schon seit 1878 über 100 gebracht; aber bei dem indirecten und öffentlichen Wahl-

als etatmäßige Beamten angestellt werden.' -- Offtcios wird gemeldet, der Kaiser werde den Landtag in Person eröffnen. Dement- jprechend werde die Thronrede sich in prä- cssen Formen bewegen.

7- Nach einer wohl sehr der Bestätigung bedürfenden Mittheilung der,Nat.-Ztg/ soll rm Zusammenhänge mit der in Aussicht ge* nommenen Erhöhung der Gehälter der preu-

L'Ä" 7 naym der inzwischen zum I ausgebrochenen gewählte Mainzer bezeichnet

x 11 1111 fl 1 nrt I n H n am lC«*« 2 Cl L * —. Al I _

an der Wohlthätigkeit ging durch feine Brust- Kind erwachte und sah verwirrt um sich, aber bei Oswin's Anblick lächelte es vergnügt und rief; „Onkel! Onkel!"

„3a, Patrick, du bist bei deinem Onkel " sagte Oswin, den Kleinen küssend, „du sollst sehen, was für ein hübsches Haus er auf dem Berge hat, und den schönen See, in welchem viele Fische schwimmen." Der kleine Knabe klatschte freudig in die Hände.

„Armes Kind!" murmelte Oswin kum­mervoll, „er weiß nicht, daß heute ein Trauertag für ihn ist."

In diesem Augenblick trug der Wind den Klagelaut eines Todtengesanges zum Berge, wahrend man unten auf der Landstraße einen Leichenzug sah.

„Seines Vaters Begräbniß," dachte Os­win, „Gott erbarme dich unser! Wie schnell sas Unglück uns einholt, wenn unser Herz ich freut! Viele Tage werden vergehen, ehe las Kind weiß, was es heute verlor."

Der kleine Knabe hatte den Trauergesang vernommen, er richtete sich in Oswin's Armen auf und sah auf den langsam vor­übergehenden Zug. Oswin hielt ihn einige Minuten in die Höhe und wischte sich die Thränen aus den Augen.

„Vielleicht sehen Martin und Helene jetzt auf uns nieder," dachte er, legte das Kind

Daseins änderten und nicht die Triebfedern eines Lebens wurden. Oswin bedachte diese Dinge, als er den Bergpfad erstieg. Das verwaiste Kind in seinen Armen erregte oiefen Gedanken in ihm, und er wunderte sich, daß reiche Männer sich die Freude der Wohlthätigkeit versagen. Er wußte nicht daß viele reiche Männer diese Freude ge­meßen, aber daß ihre Wohlthätigkeit ihrem vornehmen Stande durch Gründungen und Anstalten, Comito's und Collectanten ange­messen gemacht wird; daß ihnen die An­strengung des Gedächtnisses erspart wird weil ihre guten Thaten in Wohlthätigkeits- liften eingeschrieben und in Zeitungen be- tannt gemacht sind; daß sie andere zur Uustheilung ihrer Gaben beauftragen um nicht durch die Anläuse der Elenden be­stürmt zu werden. Seine geringe Erfahrung lehrte ihn nur, wie viel Gutes in seiner Umgebung ein vermögender Mann zu thun gefunden hätte. Es gab dort keine Hütte m welcher er nicht die Hilfsbedürftigkeit nach­weisen konnte. Sogar in gesunden, guten Zeiten herrschte viel Elend, und einen großen Segen mußte derjenige erfahren, welcher die Rothleidenden aufsuchen, trösten und beglücken onnte. So dachte und fühlte Oswin; das Herz des kleinen Knaben schlug an dem sei­nen und ein stürmisches Gefühl der Freude

ä 1 ! »r

Ä Ä...................., I HMU

El das Centrum gegen ihn „mobil ge- macht" habe. Dem Herrn Bischof von Mainz gegenüber hatte der Kanzler eben diese Mobilmachung" ganz richtig nicht als dieUrsache zumausbrechenden, l — die Folge des bereits

Rutschen Reichstages (21 ^Mär? 1871) ae» RackriL" «s-Anz/ bringt die MWZ-M scSSs®*®

m°bu-»-- «wsw । L k

8«*" Bi-m°rck -.chi-lt r- sich',ctgenber. -rr-lch-N würd- ü - 2'L"d - „ m°ch-ch Md md-r-rs-il«, d-i--d-r

maßen: Der verstorbene Bischof von Mainr I Bismarck hnt Fürst regterung völliger Ernst ist mit der möa-

Freiherr v Ketteler, hatte an den Reichs- den Reichstag roie VS sTnbtT^ En Gi,n[öfun9 ber Verpflichtung

noch zu der Zeit, als derselbe sich der Folg?" sagteEr well er^Varm.« Ä?6 Verwaltungsbeamten, welche alle währenddes französttchen Krieges im Haupt- wußte daß die c«rtnrfämn ■8 ltaatlichen Körperschaften bei der letzten Fest-

S7 «**«*»♦ *** Ä I bTÄÄÄ?* I -- ?«-- s°r di- 3*Ä gerichtet, worm er ihm vorschlug, es möch­ten in die damals zu entwerfende Verfassung des neuen deutschen Reiches die sogenannten

, 14

Oswin Connor.

Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.

(Fortsetzung.)

So fühlte man allgemein. Die Armen waren auf einander angewiesen hinsichtlich der Handlungen christlicher Liebe und Wohl- thätigkeit; sie fühlten, aus welchem kleinen Vorrath sie dem Mangel des Nächsten ab­halfen und welche Beraubung durch solche Barmherzigkeit nöthig würde; gleichzeitig sahen sie sich von den Reichen verlassen welche die Freigebigkeit ausüben konnten' ohne ein einziges ihrer gewohnten Vergnügen zu opfern. — Man spricht so viel von der Undankbarkeit der Armen, von ihrer Selbst- sncht und Herzlosigkeit; gewiß ist das Leben der Armuth wenig geeignet, schöne Gefühle sanfte Regungen zu lehren. Die traurige Einförmigkeit ihrer Tage, der ununterbrochene lebenslange Kampf in harter Arbeit und bitterem Mangel führen zu düsterem, brü­tendem Schwermuth, und man könnte fragen ob diejenigen, welche solche Roth lindern,' Eklich freigebig oder nur gerecht handeln. ,7,'r Reichen sind oft unzufrieden, weil ihre Wohlthaten nicht den ganzen Lauf eines

Altung.

Wan «bonn.Tt SocauS6„a5(ung ,u Fulda —