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Freitag, den 10. November 1882.

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bennA. waren bieje Zeichen des Mangels

starrten abwesend vor sich hin.

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bett kleinen Patrick und ging weiter

„Wohin geht Ihr, Grete?" fragte er, als em lahmes, altes Weib, welches, so hastia es ihre Gebrechlichkeit erlaubte, an ihm rmrnhot* . cx-r.. r • r. .

Plaidoyrs. Der Anwalt der Klagspartei ; ei" junger Rechtscandidat mit Namen

Schmitt, hielt eine förmliche Culturpauke und nef mit Emphase: „Die Zeiten Jnno- cenz III. und Gregors VII. sind vorüber abgesehen davon, daß wir nicht nach Canossa gehen " (Wer lacht da nicht, Jnnocenz III vor Gregor VII.? Wo hat der Rechtscan­didat Geschichte studirt?) Dann ging's an die Beichte und das, was der Geistliche dabei zu thun hat. Der Herr Rechtscan­didat hatte die Güte, den Gerichtshof und das Auditorium dahin zu belehren, der Geistliche habe im Beichtstühle nur die Sün­den zu hören und zu absolviren, keineswegs aber eine Rüge zu ertheilen. Nachdem der junge, kaum zwei Jahre von der Universität avgegangene protestantische Rechtscandidat so eine Vorlesung über das Beichtinstitut gegeben und sich auch gegen den Pfarrer ^Kbiebene Ausfälle erlaubt hatte, kam der Rechtsbeistand des Herrn Pfarrers Mathäs, Anwalt Gebhardt von Zweibrücken zum Worte und deckte den Prakticanteu ganz zehörig. Er sagte, daß es der Sache förder­licher gewesen wäre, wenn sich der Prakticant statt im Culturkampf lieber im canonischen ^bchte umgesehen hätte und da etwas besser beschlagen gewesen wäre. Dann führte er m durchaus ruhiger, sachlicher und packender Weise die Lehre des canonischen Rechtes an über das Beichtsigel, seine Verbindlichkeit und die canonischen Strafen für die Ver­letzung desselben, setzte danach auseinander, wie der Angeklagte durchaus nicht in der Lage fei, auch nur e i n Wort zu sagen über das, was zwischen ihm und der Frau des

Die Karre fuhr weiter und hielt endlich vor einer kleinen Höhle, an der Seite einer Lehmgrube; es schienen nur zusammengesetzte feuchte Rasenstücke zu sein und sie waren mit Baumzweigen und Stroh bedeckt. Oswin hielt seinen Esel am niedrigen Eingang der Hohle an, aus welcher jetzt tief gebückt ein Mann kam; er schien fünfzig Jahre alt zu sein, jedoch sein wirkliches Alter war noch nicht dreißig; Hunger und Mangel hatten aus dem ursprünglich schlank gewachsenen und kräftig geformten Manne ein Skelett gemacht; feine Bekleidung bestand in abqe- i tragenen Leberhof en und einem zerlumpten R°ck über der bloßen Brust, er hatte weder I

„Nun, Martin, wie geht es ihr?" r .e§ dicht' lieber Oswin, viel­

leicht jchläft sie," antwortete er mit zittern­der Stimme.

r. Die Geh-imniste des Beichtstuhls, Gegenstand einer weltlichen Ge-

richts Verhandlung.

^m öuh d. I. starb in der katholischen Pfarrei Mittelbexbach in der bayerischen Pfalz einAltkatholik, der Kaufmann Kayser. Da der Mann 3U Lebzeiten feit Jahren die katholische Kirche nicht besuchte und sich vor seinem Aobe auch nicht mit Gott versöhnte ja ben Empfang ber hl. Sterbefacramente geradezu verweigerte, so hat selbstverstänb- üch ber Ortspfarrer demselben nach dem s^ode die kirchliche Beerdigung und das Ge- laute der katholischen Pfarrkirche verweigert. Wer sich im Leben selbst von der Kirche ausschließt und von ihr nichts wissen will kann doch auch nicht im Tode auf jene kirchlichen Ehren Anspruch machen, die nur für die Glieder der Kirche sind. Es war daher ganz logisch und consequent, daß der Pfarrer m diesem Falle von einem kirchlichen Geläute absah; allein, was geschah? Die Hinterlassenen des Verstorbenen wandten sich am das kgl. Bezirksamt Homburg und dieses ordnete die gewaltsame Erzwingung des Geläutes an. Der Bezirksamtsasseffor von Homburg begab sich selbst mit der nöthigen Assistenz nach Mittelbexbach, die verschlossenen ^huren des Glockenthurmes wurden er­brochen und nachdem man sich den Guyana zur Glockenstube mit Anwendung von Ge- walt erzwungen hatte, wurden die Glocken einer ^ römisch-katholischen Kirche für ein alt- katholisches Begrabniß geläutet. Der Fall machte selbstverständlich allgemeines Aufsehen allein er hatte auch ein Nachspiel.

Kurz nach dieser Glockenaffaire kam die

Frau des Arbeiters, der im Auftrage des kgl. Bezirksamtes Homburg das Auffprengen der Glockenthurmthüren besorgt hatte, zu dem Herrn Pfarrer Mathäs von Mittelbex- bach zur Beichte. Hier soll nun während derselben der Pfarrer ihr das Benehmen des Mannes vvrgehalten und dessen Verhalten scharf gebettelt haben. Die Frau erzählte ihrem Manne bie Worte des Beichtvaters und biefer ging hin unb klagte denselben vor Gericht wegen Beleidigung an. £jur a^eme‘«en Ueberraschung nahm das Amts- gencht Waldmohr die Klage an und am 21. ?ka ?IIp110t dem Schöffengerichte dort- selbst der bis dahin unerhörte Fall vor, daß ein Geistlicher wegen seines pflichtgetreuen Vorgehens bei Spendung des hl. Bußsacra- mentes vor einem weltlichen Gerichte sich zu verantworten hatte. Der Hauptzeuge, der erschien, war die Frau, welche dem Pfarrer gebeichtet hatte und indirect die Klage veranlaßt. Der Vertheidiger des Pfarrers erhob zwar Einsprache gegen die Beeidigung dieser Frau, allein das Gericht beeidett sie. Der Amtsrichter forderte hierauf den Pfarrer auf, er möge den Voraanq lener Buchte erzählen (!!), allein Herr K Larmr verweigerte in Anbetracht

Beichtsigels, welches über alles, was in ber Beichte vor sich geht, absolutes Still- schwelgen auferlegt, selbstverstänblich jebe Auskunft unb beschränkte sich barauf alle Fragen, bie ihm von Seiten bes Gerichts­hofes gestellt würben, mit ben Worten zu beantworten: „ich weiß nichts bavon." Tas Verhör ergab also nichts von Bebeutunq unb alles Interesse concentrirte sich auf bie

Gesicht. Seine Lippen zitterten convulsivisch sonst war jeber Zug regungslos, sene

Oswin folgte ihm in bie Höhle, beugte lieb Zum Herb unb zünbete ein Stück Kien-

I um sehen zu können. Auf dem ! zu: ,e i5ußboben lag eine junge Frau mit einem Helene - sS535S£äS s~ “ V-1—s

jagie ijsroin flttsternb, tnbem er bas Kinb emporhob, „sie hat hier ausgelitten. Gott nehme ihre Seele in Gnaben aus'"

®er Gi am hatte seine Sinne betäubt, er war wie ein Träumenber.

i ben," sagte Oswin, hüllte bas Kinb in fei» = I nen Ueberrock unb ging weiter.

' Nach einigen Schritten'blieb Martin plötz- lich stehen und murmelte: „Sie hat Nichts e zu trinken," bann schien er sich plötzlich an i- das Vorgefallene zu erinnern unb fügte hin- n 1,1 es ist ein langer Schlaf, geliebte

r t. Ja' Dswin Connor, ich bin jetzt sehr beschäftigt, ich habe heute fünf Leichen angekleibet, unb jetzt gehe ich in Philipp Joyces Haus. Was fehlt Euch beim, Os- Euch unb nehmt einen Schluck?" "ent-r s" Philipp's Haus krank?" „Philipp's kleiner Bruber, wie ich hörte;

Willy hat bie Cholera."

"Mißt Ihr, ob Maria Joyce wohl ist?" Sie ist gesunb, aber vor Abenb mag es sw treffen," murmelte bas alte Weib, °»d -- wird ihm M mte nichlbmg7 | 6*^“* dntr“ ** ”*»

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Oswin Connor.

Eine Erzählung aus bem Volksleben Jrlanbs Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.

(Fortsetzung.)