Jl? 249* Sonnabend, den 28. October 1882.
Fuldaer Jätung.
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-i- Die heilige Theresia als Schriftstellerin.
Die ,Fuld. Ztg.' hat bereits in ihrer Wochenbeilage Nro. 29 der hl. Theresia aus Anlaß ihrer 300jährigen Gedächtnißfeier einen Artikel gewidmet. Das Andenken an dieses große, heilige und wunderbare Weib soll aber nicht so schnell an uns vorübergehen; des- ivegen wollen wir sie heute als Schriftstellerin betrachten.
Neben ihrer wahrhaft staunenswerthen Thätigkeit auf dem Gebiete des Klosterlebens war die heil. Theresia auch eine hochbedeutende Schriftstellerin, welche der Welt die Geheimnisse der göttlichen Liebe und Gnade in der fruchtbarsten Weise verkündigte. Mehr noch als in dem von ihr erneuerten Orden lebt sie fort in ihren Schriften, welche ihr in der Kirche eine Stelle unter den ersten Lehrern der mystischen Theologie, und in ihrem Heimathslande eine Stelle unter den ersten Classikern ihrer Nation sichern. Nicht aus eigenem Antrieb ergriff Theresia die Feder; sie schrieb im Gehorsam auf Befehl ihrer Obern, allein dann auch mit solchem Eifer, daß sie den Wunsch hegte, mehrere Hände zu haben, und in solchem Fluge, daß sie niemals eine geschriebene Seite nochmals überlas, was ihr als Zeitverschwendung erschienen wäre. Ihre Schriften sind ein treues Abbild ihres hohen Geistes und feurigen Herzens, so daß ihre ganze Persönlichkeit uns so klar und anschaulich aus denselben entgegentritt, wie die beste Biographie sie nicht anschaulicher darzustellen vermöchte. Unter ihren Werken ist an erster Stelle zu nennen die Geschichte ihres Lebens, zumeist ihres
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Oswin Connor.
Eine Erzählung aus dem Volksleben Irlands. Aus dem Englischen des Charles Lever, frei übersetzt von Alice Salzbrunn.
(Fortsetzung.)
Der junge Mann, welcher diese Worte sprach, entsprach in Gestalt und Bewegung dem eigentlichen Ideal eines irischen Bauern; etwas über inittelgroß und schlank gebaut, bekundete sein gutproportionirter Körper mehr Thätigkeit und Ausdauer als große Stärke. Sein Gesicht war angenehm und der frei« inüthige Ausdruck desselben wechselte mit Blitzesschnelle, wenn es in Gutmüthigkeit strahlte, im Zorn flammte, in Witz und Verstand leuchtete, oder sich beim Anblick eines Nebenbuhlers in kühner Verachtung versinsterte. Ec sah aus, als sei er bereit und Willens, gutes und böses Schicksal zu ertragen, Freundschaft und hatte Stöße mit gleicher Befriedigung zu erwidern. Obgleich er reinlich und gut gekleidet war, gehörte er augenscheinlich zu einer niedrigen Claffe unter der Bauernschaft. Sowohl sein Hut als sein langer Rock war schon sehr abgetragen und leine geflickten Schuhe zeigten, daß es ihm Mühe kostete, ein ehrbares Aeußere aufrecht zu erhalten.
„Sie sah dich heute gar nicht an, Oswin,"
inneren Lebens, ein Seitenstück zu den Bekenntnissen des heil. Augustinus, dann^das Buch der Klosterstiftungen, welches uns Theresia in ihrer Thatkraft, ihrem Muth und ihrem feinen Tact im Verkehr mit der Welt zeigt; die ascetisch-mystischen Schriften und die Seelenburg. Letztere Schrift ist ihr bedeutendstes, aber auch wegen des Gegenstandes schwierigstes Werk. Alle diese Schriften enthalten nicht sowohl Abhandlungen als Mittheilungen aus eigener Erfahrung. Ferner besitzen wir eine große Sammlung von Briefen an die ersten Personen ihrer Zeit, auch biographisch sehr wichtig; endlich einige wenige flammensprühende, die innigste Gottesminne athmende Gedichte.
Schon für die Philosophie sind die Schriften von hohem Belang, besonders für die Psychologie und die Kenntniß außerordentlicher Seelenzustände. Leibnitz nimmt keinen Anstand, zu erklären, daß er die Werke der hl. Theresia sehr schätze und aus ihnen für seine philosophischenGrundanschauungen lerne. Görres schreibt in seiner Mystik: „Befragen wir, um uns über solche (intellectuale) Visionen deutliche Begttffe zu verschaffen, Solche, die sich darin befunden: zuvörderst die hl. Theresia, die das innere Auge einerseits nach aufwärts, andererseits nach abwärts, auf sich selbst gerichtet, einsichtig, verständig, geistreich, wie sie war, sich immer Rechenschaft zu geben sucht von dem, was in ihr vorgegangen und die dabei vorsichtig und wohl kundig der Worte, uns ihre Erfahrungen rund und klar mitzutheilen weiß." Theresia ist „die Reisebeschreiberin im Reich der Entzückung" , und deshalb sind ihre Mittheilun- sagte der vorhin von ihm Angeredete, „sie wendete den Kopf auf die andere Seite, als sie vorbeiging."
„Meiner Treu, ich fürchte, du hast schlechte Aussichten," sagte der Andere pfiffig.
„Scherz bei Seite, Burschen, seid willkommen," sagte Oswin, indem er bis an die Ohren erröthete und eine gewisse Gleichgiltigkeit gegen ihre Spöttereien erheuchelte, „ich mache mir wenig aus euren Worten, — so wenig, wie sie sich aus mir macht," fügte er bei sich selbst hinzu.
„Sie ist das schönste Mädchen in der ganzen Gegend, dagegen läßt sich Nichts sagen, und sogar, wenn sie kein Vermögen hätte —."
„Hol' der Geier ihr Vermögen!" rief Oswin plötzlich, „ich sage euch, ihr Geld läßt mir Tag und Nacht keine Ruhe; wenn ihr Geld nicht wäre, so würde sich manch' ehrsamer Bursche weder schämen noch fürchten, um sie zu werben."
„Sie wird zweihundert Pfund (Englisches Goldstück = 20 Mark) haben, wie ich Hütte," sagte der andere, „ihr Vater erwarb viel Geld in der Kriegszeit."
„Ich wünsche, er hätte es mit in die Erde genommen," antwottete Oswin mit Bitterkeit.
„Er würde es nicht ungern gethan haben,
gen aus diesen dunklen Gebieten des höheren Seelenlebens so überaus werthvoll.
lieber den theologischen Gehalt ihrer Schriften hat sich die Kirche selbst wiederholt in feierlichster Weise ausgesprochen, in der Canonisationsbulle und in ihren liturgischen Büchern; sie nennt die Lehre der hl. Theresia geradezu eine himmlische, wodurch sie nicht bloß die theologische Correctheit derselben gewährleistet, sondern auch den übernatürlichen Ursprung derselben bezeichnet. Diese Worte der Kirche erschienen dem großen Bossuet, Bischof von Meaux, von solchem Gewicht, daß er den Ausspruch that, Theresia sei durch dieselben fast unter die Kirchenlehrer erhoben worden. — Namentlich gelten die Briefe der hl. Theresia als unübertroffenes Muster der Sprache. Der bedeutendste englische Kenner der spanischen Literatur, Tüknor, sagt in seiner Literaturgeschichte von ihr: „Theresia schrieb, höherer Eingebung vertrauend, mit einer Sicherheit, die fast eine feierliche und Achtung gebietende ist. Ihre Schriften verdienen auch wegen der Reinheit, Schönheit und Anmuth des Stils eine ausgezeichnete Stelle in der Literatur ihres Volkes." Selbst neuere protestantische Gelehrte, wie Ranke, Hase ic. versagen der hl. Theresia, die ihnen „die Repräsentantin echt religiöser Mystik" ist, ihre Anerkennung nicht. Hören wir schließlich Professor Zöckler in Gießen, welcher über die Wirksamkeit der hl. Theresia und ihrer großen Zeitgenossen folgenden sehr ob- jeetiven Ueberblick gibt:
„Den nur bekanntesten Helden (nämlich Johannes von Gott, Stifter des Ordens der alte Philipp Joyce hing mit ganzer Seele an seinem Gelde.
Die Aufmerksamkeit richtete sich jetzt auf einige Männer, welche aus verschiedenen Richtungen herbeiliefen, während man laute Stimmen hörte und eine allgemeine Erregung sich kundgab. Der Lärm nahm zu, und jetzt tönten ein Kampfgeschrei und die Schläge der Knotenstöcke, wie es bei einem irischen Volksfest gewöhnlich der Fall ist. Die drei jungen Männer blieben gleichgiltig, als verdiene ein vorübergehender Kampfausbruch keine Beachtung; auch beharrten sie bei diesem schweigend gefaßten Entschluß, als einige Burschen von Zeit zu Zeit einen Kämpfer aus dem Gedränge fortführten, weil seine blutigen Schläfen oder fein zerschlagener Kopf den Rückzug nicht mehr unehrenhaft machte.
„Sie fangen früh an," war die kalte Bemerkung Oswin Connor's, indem er mit übermüthigem Lächeln auf den Schauplatz des Kampfes blickte.
„Die Joyce's sind immer die ersten, welche anfangen," bemerkte einer feiner Gefährten.
„Und die ersten, welche aufhören," antwottete Oswin, dessen Liebe zu der hübschen Maria seiner Feindseligkeit gegen den bösartigen Charakter ihres Bruders gleichkam.